3.2. Verhältnisskala = - Intervallskala mit absolutem Nullpunkt
- Rangfolge, Abstand und Verhältnis zweier Merkmalswerte definiert
- Zahl 0 repräsentiert vollständige Abwesenheit der Eigenschaft
- Verhältnis zwischen zwei Zahlen auf Skala unabhängig von Einheiten der Messungen
- alle arithmetischen Operationen möglich
- am häufigsten verwendete Skala
Die Merkmale auf Intervall- und Verhältnisskala sind stetige, kontinuierliche Merkmale, die überall abzählbar, alle beliebigen Werte annehmen können ( meßbare Variation ). 3.3. absolute Skala
- neben Rangfolge, Abstand und Verhältniswert zweier Merkmalswerte ist nat. Einheit gegeben
- Merkmale auf Absolutskala sind diskrete Mertkmale = Merkmale, die abzählbar viele Merkmalswerte bei endlichem Wertebereich annehmen können ( ganzzahlige Variation )
Ein Merkmal läßt sich durch verschiedene Skalen ausdrüken, z.B. Temperatur Ordinalskala Intervallsk. Verhälnissk. °C Heiß Kelvin warm kühl kalt sehr kalt
Problem der Wahl einer geeigneten Skala in der praktischen Arbeit
Grundsatz: möglichst höherwertige Skala verwenden ( höchste Wertigkeit, Genauigkeit - metrische Skalen ) Verschiedene Gründe für die Verwendung geringwertiger Skalen ( Meßgeräteverfügbarkeit, Geheimhaltung, Aufwand ) Außerdem bestimmte Anforderungen zgl. Skalentyp ausgehend von zu verwendender Methode
Praktisch oft die Notwendigkeit der Transformation einer Skala in eine andere ( Umwandlung höherwertiger Skalen in geringwertigere kein Problem, umgekehrt ja
Eindimensionale Nominalskala oft nur durch mehrdimensionale metrische Skalen zu ersetzen
- ein- und mehrdimensionale Merkmale
- k-dimensionales Merkmal ist die Kombination der Merkmalsvariationen von k Merkmalen der Elemente eine Gesamtheit k=2 ... Wertepaare , k=3 ... Wertetripel ( notwendig für Kausalforschung )
Anstelle des Merkmalsbegriffs in der Statistik auch Variable
Insbesonders in der induktiven Statistik - Arbeitmit Zufallsvariablen X,Y,Z, deren Realisation stetige und diskrete Verteilungen sind Verhältnisgrößen
= Originalgrößen in sinnvoller Beziehung, Quotienten
3 Arten sind in der Ökonomie von Bedeutung: Gliederungszahlen, Beziehungszahlen, Meßzahlen Gliederungszahl ( Quote, Anteilszahl )
= Quotient aus dem Umfang eine statistischen Teilmasse zum Umfang der Gesamtmasse ( 100 % prozentuale Interpretation )
- Vergleich der Gliederungszahl versch. Zeitpunkte / Zeitintervalle nur im Zusammenhang mit den absoluten Werten zulässig Beziehungszahl b i ( Dichtezahl )
= Verhältnis der Werte zweier verschiedenartiger, in sachlich sinnvoller Beziehung stehender Merkmale für ein Element b i = x i y i
Die Beziehungszahl ist umso aussagefähiger, je stärker der sachlogische Zusammenhang der verwendeten Größen ist.
Meßzahl m: im engeren Sinne für den zeitl. Vergleich
= Quotient zweier Merkmalswerte für zwei Zeitpunkte / Zeitintervalle y
t
Zeitreihe
im weiteren Sinne für den räumlichen Vergleich
= Quotient zweier Merkmalswerte für zwei verschiedene Territorien zum selben Zeitpunkt / Zeitintervall statistische Reihe = Ordnung der Merkmalswerte nach dem zeitliche, örtlichen oder sachlichen Merkmal Zeitreihe = dynamische Reihe = Ordnung der Merkmalswerte nach der Zeit
- Bestandsgrößen als Zeitpunktreihen erfaßt
- Bewegungsgrößen als Zeitintervallreihen erfaßt
Zeitreihenanalyse = Erarbeitung von Aussagen zur zeitl. Entwicklung von ökon. Größen mit Ziel der Vorausschau Eindimensionale Verfahren = Analyse und Prognose des Merkmals in Abhängigkeit von der Zeit, durch Modellierung der vorhandenensystematischen Komponenten
Mehrdimensionale Verfahren = Analyse und Prognose mehrerer Zeutreihen auf der Grundlage ökon.-theoreth. Und anderen Hypothesen zum Zusammenhang der Merkmale Regressionsmodelle und ökonometrische Modelle Zeitbezug: Stunde, Tag, Dekade, Manat, Quartal, Jahr, mehrere Jahre Querschnittsreihen = statistische Reihen Örtliche und sachliche Reihe
Örtliche Reihe spezielle örtliche Reihe in der Regionalanalyse Regionalreihen = wirtschaftstatistische Reihen mit regional einfeschränkter Aussage Mondialreihe = statistische Reihen zur Weltwirtschaft / Konjunkturforschung Zeitreihe: Umsatz je Beschäftigter ( DM ) im Bergbau und im verarbeitendem Gewerbe in Sachsen
1991 Jan Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember 1992 Januar Februar März
Örtliche Reihe: Rohölförderung in der Welt, 1988
Region Westeuropa Afrika Naher Osten Nordamerika Mittel- und Südamerika Ferner Osten Ostblock
sachliche Reihen = Ordnung nach der qualitativen oder quantitativen Merkmalsausprägung
Analyse von Querschnittsreihen eindimensional mit Mittelwerten, Streuungsmaßen, Quantilen Mehrdimensionale Verfahren zur Übersicht der Abhängigkeitsanalyse ( Korelations- und Regressionsanalyse, Varianzanalyse, Clusteranalyse u.a.)
Sachliche Reihen: Bevölkerung nach Altersklassen, BRD 1987 Alter ( in Jahren ) Personen ( Mill ) Von ... bis unter 0 - 15
15 - 21 21 - 40 40 - 60 60 u. mehr Erwerbstätige nach der Stellung im Beruf 1988, BRD
Häufigkeitsdichtefunktion / Verteilungsfunktion
Gegeben sei stat. eine Gesamtheit von n Elementen, die bzgl. Eines Merkmals untersucht werden soll. ; n i ≥ 0 ; ∑ n i = n X , x i ; n i ... absolute Häufigkeiten ; 0 ≤ f i ≤ 1 ; ∑ f i = 1 n i = f i ... relative Häufigkeiten n
Häufigkeitsdichtefunktion = Zuordnung der Anzahl der Elemente n i oder der Elementenanteile f i einer gegebenen Gesamtheit zu den auftretenden Merkmalsvariationen
Frage: Wieviele Elemente oder welcher Elementenanteil an der Gesamtheit weist einen best. Merkmalswert auf? Häufigkeitstabelle / Häufigkeitsdiagramm
Weitere wichtige Frage: Wieviele Elemente oder welcher Elementenanteil der Gesamtheit besitzen einen Merkmalswert, der kleiner oder gleich X ist?
Antwort: Häufigkeitssummenfunktion ( kumulierte absolute Häufigkeit ) S (X) S(x) = ∑ n i
empirische Verteilungsfunktion F (x)
F(x) = ∑ f i = S(x) i mit n
x i ≤ x
(Kumulierte relative Häufigkeit)
0 ≤ F(x) ≤ 1
2.2. Etappen der statistischen Arbeit
Vorbereitung
3 Aspekte: theoretisch, methodisch, organisatorisch
Organisatorischer Aspekt:Planung des Ablaufes der Arbeitsetappen ( Zeit, Arbeitskräfte- und Materialbedarf, Kosten ) Erfassung = Gewinnung der Variationen der Untersuchungsmerkmale der Elemente der stat. Gesamtheit, Erhebung, Zählung, Messung ( induktive und passive Experimente ) Befragung ( mündlich [Interview], schriftlich [Fragebogen] ) Erfassungsarten Unterscheidung nach Umfang, Häufigkeit und Herkunft Totalerfassung ( Vollerhebung )
= Erfassung der Variationen der Untersuchungsmerkmale für sämtliche Elemente der Gesamtheit
- überwiegend bei sozioökonomischen Erscheinungen und Prozessen
- notwendig, wenn hohe Genauigkeit der Aussagen erforderlich ist
- hoher Aufwand
Teilerfassung: ( bewußte, gezielte Auswahl ) = Auswahl vorherbestimmter Elemente durch subjektive Entscheidung
- typische Auswahl: wesentliche Elemente systematischer Auswahl
( Ordnung der Elemente, Auswahl in konstantem Abstand, z.B. f=0,05 ⇒ jedes 20. Element wird ausgewählt )
Zufallsauswahl
Einfache Zufallsauswahl
= jedes Element der Gesamtheit besitzt gleiche Chance, ausgewählt zu werden (Urnenmethode, Zufallszahlengenerator)
- für homogene Gesamtheiten ( nicht zu starke Streuung bzgl. Des zu untersuchenden Merkmals )
- selten in Wirtschfts- und Sozialstatistik geschichtete Auswahl
- inhomogene ( heterogene ) Grundgesamtheit in Teilgesamtheiten oder Schichten geteilt
- einfache Zufallsauswahl sus Schichten ( jede Schicht wird einbezogen )
- unterschiedlicher Auswahlsatz je Schicht möglich
- Ziel: günstiger Schichtungseffekt
Klumpenauswahl
- Teilung der Grundgesamtheit in Teilgesamtheit oder Klumpen
- zufällige Auswahl von Klumpen und Totaleinbezug der Elemente der Klumpen ( Zeit- und Kostenersparnis )
- Spezialfall - Flächenstichprobe: Klumpen sind regionale Verwaltungseinheiten
mehrstufige Stichprobenverfahren = mehrere nacheinander durchgeführte Zufallsauswahlen auf verschiedenen Ebenen
- Umfang der Teilgesamtheit fällt von Stufe auf Stufe
- Auswahl der Elemente auf der letzten Stufe
- erhöhter methodischer Aufwand Häufigkeit der Erfassung
- zeitlicher Veränderungsgrad der Grundgesamtheit hinsichtlich der Untersuchungsmerkmale bestimmt die Häufigkeit der Elemente einmalige Erfassung
- geringer zeitlicher Veränderungsgrad von Massenerscheinungen
- einmaliges Auftreten ( Katastrophe )
- bei umfangreicher und komplexer Zusammensetzung der Massenerscheinung ( Aufwand ) periodisch - relativ große Abstände zwischen den Erfassungen ( mehrere Jahre )
- kleinere Abstände permanente Erfassung
- hoher zeitlicher Veränderungsgrad
- vierteljährlich, monatlich, dekadisch, täglich, je nach Herkunft / Zweck der Erfassung
Primärerfassung = erstmalige Zählung / Messung der werte der Untersuchungsmerkmale, unmittelbar und ausschließlich für das angestrebte statistische Ziel Sekundärerfassung
- automatische Speicherung von Daten bei Steuerung und Regelung technologischer Prozesse
- Anmerkungen zur Definition und Abgrenzung in Fußnoten Arten von Tabellen
- Arbeitstabellen ( Häufigkeitstabellen )
- Ergebnistabellen, Spezialtabellen
Sonderformen: Konten = Erfassung der Bewegung eines ökon. Prozesses durch Zuflüsse ( Haben ) und Abflüsse (Soll )
Bilanzen = Gegenüberstellung von Aufkommen und Verwendung ökon. Größen nach Umfang und Zusammensetzung
- stofflich in Naturalform
- monetär, in Geldform
Graphische Darstellung ( Diagramm ) - zur Ergänzung der tabellarischen Darstellung ( Tabelleninhalt in anschaulicher Form ) Geometrische Darstellung ( Verwendung geometrischer Formen )
- Punkte in Streudiagramm ( Scatterplot ) zur Darstellung der Beziehung
- Striche - Liniendiagramm für Niveau, Entwicklung
- Säulendiagramm, Flächendiagramm für Niveau, Struktur, Entwicklung
- versch. Spezielle Symbole ( Bilddiagramm )
- Kartogramm = geometrische Darstellung in Verbindung mit geographischer Karte Sonderformen ( Aufspaltung des Säulendiagramms )
- Flußbild = graphische Darstellung der Bilanz ( Stoff-, Energieflußbild, Finanzierung )
- Bevölkerungpyramide =m Graphische Darstellung der Bevölkerung eines Landes nach Geschlecht und Lebensalter
Kurvendarstellung
- Häufigkeitskurve ( -diagramm )
- Entwicklungskurve ( -diagramm ) Ordinate:
Abszisse: Aussage:
- Abhängigkeitskurve
Ordinate: Abszisse: Aussage: Analyse = Nutzung math.-stat. verfahren, des aufbereiteten Datenmaterials gemäß dem Ziel der Untersuchung
- Vergleich ( statistisch, dynamisch, Soll - Ist - Vergleich ) Verfahren: - Maßzahlen eindimensionaler und mehrdimensionaler empirischer Häufigkeitsverteilungen
- Regressionsmodelle
- Zeitreihenmodelle
Arbeit zitieren:
Daniel Strauß, 1998, Grundbegriffe Statistik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter
Die Bedeutung von strategische...
Wissenschaftlicher Aufsatz, 19 Seiten
Branchen und Branchenattraktiv...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 22 Seiten
Operatives und strategisches Controlling als Planungs-, Informations-...
BWL - Unternehmensforschung, Operations Research
Hausarbeit, 24 Seiten
Der Systemische Ansatz in Theorie und Praxis
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Das Kritikgespräch - ein spezielles Führungsinstrument
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 14 Seiten
Einführung in die Statistik - Grundbegriffe, Skalenniveaus und Formeln
einschließlich tabellarischem ...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Referat (Ausarbeitung), 15 Seiten
Marketing Gliederungspunkt 1.2
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Skript, 35 Seiten
Shareholder Value - Ansatz vs. Stakeholder Value - Ansatz
BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Referat (Ausarbeitung), 13 Seiten
Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik - Erklärungen zur Stochastik...
Facharbeit (Schule), 25 Seiten
Alle Kunststoffe - deren Verarbeitung, Anwendung, Eigenschaften, Beisp...
Chemie - Materialchemie, Werkstoffchemie
Facharbeit (Schule), 20 Seiten
Daniel Strauß hat den Text Grundbegriffe Statistik veröffentlicht
Daniel Strauß hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare