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Inhalt Seite
1. Fachdidaktische Überlegungen 2
1.1. Eignung / Unterrichtliche Potenziale von Pop- und Rocksongs 2
1.2. Didaktische Funktionen und Lernziele 3
- Didaktische Funktion: Verwendungsmöglichkeiten von Liedern im Englischunterricht
- Lernziele
- Schulung des Hörverständnis (listening copmprehension)
- Didaktische und Kommerzielle Lieder
1.3. Schülerorientierung 5
- Aktuelle Musik und Schülerorientierung
1.4. Prinzip des "doppelten Verstehens" 6
1.5. Einbettung von Liedern und Liedertexten in die Leitlinien der Fremdsprachendidaktik 6
- Musik und Englischunterricht
2. Schwierigkeitsgrad und Textauswahl 7
2.1. Akustische Verständlichkeit des Gesangs 7
2.2 Lexik und Grammatik 7
2.3. Textsortenwissen 8
2.4. Grammatik und Semantik 8
2.5. Kultureller Hintergrund 9
2.6. Textauswahl 9
2.7. Einsatz von Popsongs in verschiedenen Klassenstufen 9
3. Methodische Aspekte 10
3.1. Pre-listening activities 10
3.2. While-listening activities 10
3.3. Post-Iistening activities, post-reading activities 11
3.4. Weitergehenden Aktivitäten 11
3.5. Interpretation und lnhaltsanalyse von Rocktexten 11
4. Beispiele 12
4.1. Zusammenfassungen 12
4.2. Themenkomplexe 12
4.3. Liedervergleich 14
4.4. Beispiel: Every Breath You Take' (The Police, 1983) 14
5. Hörverstehen 15
5.1. Definition Hörverständnis 15
5.2. Bedeutung für den Fremdsprachenlernprozeß 15
- Fremdsprachenlernprozeß und Hörverstehen
5.3. Verstehenshilfen 16
5.4. Ziele für den Englischunterricht 16
5.5. Unterrichtspraxis
6. Literatur 17
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- Pop- und Rocksongs sind reich an unterrichtlichen Potenzialen
- inhaltlichen und sprachlichen Aspekte bieten vielfältige Ansatzpunkte für unterrichtliche Gespräche und andere activities,
- situativ-kontextuelles und lexikalisch-grammatisches Verstehen wirken zusammen. Damit bieten sie eine hervorragende Grundlage für fremdsprachliche Lernprozesse.'
- '"Pop" und Rock," stehen hier als Oberbegriffe tut die gängigsten Formen der derzeitigen Unterhaltungsmusik.
- Es gibt zahlreiche fachdidaktische Beiträge zu diesem Thema, und kaum ein Lehrwerk verzichtet darauf, zumindest einen Popsong zu präsentieren.
- Sicherlich wird Popmusik relativ häufig verwendet, um ihre motivierende Wirkung zu nutzen.
- Aber dieser Effekt stellt sich nicht von selbst ein. Da gibt es eine ganze Reihe von Faktoren zu bedenken.
- Mittlerweile werden Songs von einer zunehmenden Zahl von Fremdsprachenlehrern in den Unterrichtsverlauf einbezogen.
- Eine im Sommer 1983 durchgeführte Befragung' ergab, daß etwa die Hälfte der Lehrer regelmäßig bis häufig Lieder im Englischunterricht einsetzt.
- Da Texte aus dem Bereich populärer Musik mittlerweile als ein Gegenstand des Englischunterrichts weitgehend akzeptiert werden, bedarf ihr Einsatz im allgemeinen keiner besonderen oder gar grundsätzlichen Begründung.
- Die Beliebtheit und der Freizeitwert der Musik bei Jugendlichen ist hinreichend untersucht worden', der motivationale Effekt für den Unterricht kann trotz mancher (meist gleichlautender) Bedenken als gesichert gelten, vor allem dann, wenn z. B. "die empirisch zu erhebenden Rezeptionen der Schüler zum Gegenstand des Unterrichts werden", um damit die "emotional hoch eingeschätzten Privatlektüren der Schüler einer distanzierenden' Betrachtung auszuliefern"'.
- In einem solchen Fremdsprachenunterricht spielen Pop- und Rocksongs eine große Rolle:
- Sie sind ein vertrauter Teil der Jugendkultur,
- von ihrer Musik und ihren Interpreten geht eine hohe Motivation aus und
- ihre Inhalte sprechen eigene Erfahrungen und Interessen der Schüler an.
- So setzen sie - auch im Unterricht - als Musikerlebnisse eine Vielzahl von Emotionen und Assoziationen frei und
- als Unterrichtsmedien bieten sie Gesprächs- und andere Handlungsanlässe.
- Damit tragen Songs einmal zur Entwicklung von Sinn- und Wertvorstellungen bei
- zum andern lösen sie sprachliche Verarbeitungs- und Lernprozesse aus.
- Der Einsatz von Popsongs im Fremdsprachenunterricht gehört mittlerweile längst zum "gängigen Alltagsrepertoire".
- Allerdings genügt es nun nicht mehr, sich auf den Einsatz von
- Hörverständnisübungen und / oder auf
- die Ausbildung von textanalytischen oder interpretatorischen Fähigkeiten zu beschränken.
- Eine mehr emotional geprägte Dimension muss ergänzend hinzutreten, um so zu einer neuen, vertieften und ganzheitlichen Erfassung eines Songtextes vorzustoßen.
- Unterrichtliche Arbeit mit Popsongs auf der Grundlage der genannten klassischen Verfahrensweisen um einen handlungsorientierten bzw. schüleraktivierenden Ansatz erweitern kann.
- Bei einem solchen Unterricht wirken kognitive und affektive Aspekte zusammen (Ganzheitlichkeit): Intellekt, Gefühl und Sinne ansprechende Erfahrungen, ein Wechsel von Anstrengung und Entspannung sowie befriedigende sprachliche und nicht sprachliche Interaktionen mit hoher Fehlertoleranz seitens der Lehrenden.
- Diese Momente sind insbesondere im Unterricht mit lernschwachen Gruppen von Bedeutung. -Konkret erwächst sprachliches Handeln vor allem aus nicht oder möglichst wenig vorstrukturierten Lernsituationen und -materialien, die zur inhaltlichen und sprachlichen Auseinandersetzung anregen (z.B. Fotos, Grafiken, 6RQJV, Gedichte, Kurzgeschichten, Nachrichten, Berichte, Dokumentationen,
Broschüren, Briefe, Texte aus dem Internet, Lektüren) und - Die Medien im weitesten Sinne, die Anglizismen der Umgangssprache, Mode, Sport, 3RSPXVLN und
die Computerwelt haben das Englische bereits vertraut gemacht. - Andererseits sind bestimmte Phrasen oder ganze Texte (z.B. Gedichte, /LHGWH[WH, Dialoge, Texte
aus Theaterstücken), die Vorjahren gelernt wurden, ein Leben lang im Gedächtnis präsent, häufig sogar verbunden mit Erinnerungen an die Begleitumstände des Lernens. In diesem Fall wurde ganzheitlich gelernt, d. h., logisch-rationale Denkoperationen wurden mit Reim, Rhythmik, Musik, Emotionen, Assoziationen und Bewegungen verbunden.
2
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- Durch die bereits erwähnte Befragung sollte festgestellt werden, welche didaktische Funktion Lieder, die von Lehrern ausgewählt werden, im Unterricht erfüllen sollen.
- Es ist kaum verwunderlich, daß sie vor allem eingesetzt werden,
- um den Unterricht abwechslungsreicher gestalten zu können (26,6 %) und
- die Motivation der Schüler für den Englischunterricht zu fördern (23,8 %).
- Otto (1977) betont ebenfalls den hohen Motivierungsgrad der Popmusik "aufgrund der Tatsache, daß sie sich nahezu ausschließlich auf eine Adressatengruppe konzentriert". Seine Ansicht, die Unterrichtseffektivität werde gesteigert und das Engagement der Schüler verstärkt, muß jedoch differenziert betrachtet werden.
- Da Schüler Rockmusik hauptsächlich in ihrer Freizeit konsumieren, um sich zu entspannen, stehen bei ihnen zunächst Rhythmus, Aktualität der Hitparade und der Beliebtheitsgrad der jeweiligen Interpreten im Vordergrund, verständlicherweise nicht das Lied als Lerngegenstand.
- Gelegentlich wird die Konsumhaltung von Lehrern gefördert, indem sie Lieder nach einer Grammatikphase oder zur "Befriedung vor den Ferien" (Faulstich, 1983) behandeln.
- Diese Methode trägt nicht gerade zu einer Anhebung des didaktischen Stellenwertes von Liedern bei. Aufgrund eigener Erfahrung kann festgestellt werden, daß Unterrichtserfolge erst eintreten, wenn der Einsatz von Liedern zum festen Bestandteil des Unterrichts wird.
- Bei der Auswahl von Liedern lassen sich Lehrer im Regelfall von Kriterien leiten wie z. B.
- Verständlichkeit der Sprache,
- Aussage des Textes,
- Ergänzung zum jeweiligen Unterrichtsstoff.
- Auch wenn solch ein Lied nicht auf Anhieb dem vorherrschenden Geschmack der Schüler entspricht, ist ein unterrichtlicher Mißerfolg nicht von vornherein vorprogrammiert. In diesem Zusammenhang darf die Glaubwürdigkeit des Lehrers auf dem Gebiet der Rockmusik nicht unterschätzt werden.
- Überraschend ist das Ergebnis der Befragung hinsichtlich der Nutzung von Liedern zur Hörverstehensschulung. Nur 13,1 % der Befragten verwenden Lieder für diesen Fertigkeitsbereich.
- Es ist hingegen erfreulich, daß Lieder bewußt eingesetzt werden, um die Gefühle der Schüler anzusprechen, ein Ziel, das leider allzuoft übersehen wird. Bunge (1982) weist mit Nachdruck auf die Chancen einer praktischen Emotional- und Sozialerziehung durch den Einsatz von Liedern und Tänzen aus Ländern der Zielsprache hin.
- Rockmusik spielt offensichtlich keine Rolle, wenn es um die Einführung oder grammatischer Strukturen geht.
- Ebenso gering ist die Verwendung zur Erarbeitung von Wortfeldern, obwohl sich eine Reihe von Songs hierfür geradezu anbieten, z.B. das Lied ,Allentown" von Billy Joel, in dem die wirtschaftliche Misere der Stahlindustrie im Nordosten der USA besungen wird. Das Wortfeld unemployment läßt sich mit Hilfe dieses Liedes sehr eindringlich erarbeiten.
- Abschließend sei der Hinweis wiederholt, daß Lieder ihren Einsatz erst rechtfertigen, wenn sie in eine übergeordnete, thematisch orientierte Unterrichtseinheit integriert werden.
- Die Einsatzmöglichkeiten solcher Texte sind vielfältig.
- Textmusik weist eine unübersehbare Affinität zu Gedichten und damit zur Lyrik auf,
- ihre Sprache ist zeitgenössisch, häufig elliptisch,
- die grammatischen Strukturen sind nicht immer unproblematisch.
- Im Hinblick auf die produktiven Fertigkeiten ist Popmusik, die als (gruppen-)identitätsstiftender Faktor Thema vieler Schülergespräche ist, vor allem für die Schulung der Sprechfähigkeit von Bedeutung.
- Auch hier kann der Fremdsprachenunterricht dem außerschulischen Umgang der Schüler mit Popmusik recht nahe kommen und motivierend wirken, wenn er sie über ihre Meinung zu bestimmten Liedern, Interpreten oder der Popmusik allgemein befragt.
- Zwar kann all dies auch in schriftlicher Form geschehen.
- Aber es ist abermals zu bedenken, daß dies weniger lebensweltnah ist als mündliche Kommunikation über Popmusik.
- Die für den Unterricht ausgewählten Texte haben
- zum größten Teil eine soziale,
- zu einem durchaus beträchtlichen Teil eine politische Dimension und teilweise sogar
- eine politische Funktion.
- Natürlich wird man sich kaum dazu versteigen, die Textauswahl von all diesen oder gar noch weiteren Kriterien insgesamt bestimmen zu lassen.
3
- Der sprachliche/grammatische Aspekt etwa wird in der 6HNXQGDUVWXIH,,sicher zurücktreten
zugunsten der Inhalte, eventuell auch zugunsten formorientierter Aspekte, die - nimmt man sie als Leitkriterium meist zu großen Schwierigkeiten bei der Auswahl führen.
- Eine Ausnahme stellt hier allenfalls die Ballade dar, die in ihren "reineren" Formen jedoch weniger
häufig in die Pop- und Rockmusik als in die Folkmusik Eingang gefunden hat.
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- Popsongs lassen sich für viele Zwecke und für unterschiedliche Lernziele einsetzen.
- Bereiche:
- Textbearbeitung
- Hörverständnis
- Schulung des mündlichen Gebrauchs der Fremdsprache (Diskussionen)
- Grammatik
- Es kann zumindest festgehalten werden, daß jeweils geeignete Popsongs (bzw. ihre Texte) prinzipiell wie alle anderen Texte zur Vermittlung aller im Fremdsprachenunterricht wesentlichen Fertigkeiten und Wissensinhalte eingesetzt werden können.
- Popsongs können selbstverständlich zu Wortschatzübungen und in bestimmten Fällen sogar zu Grammatikunterricht herangezogen werden, und ihre Eignung für die Vermittlung landeskundlichen Wissens ist ein Topos fast aller Beiträge zum Thema.
- Lückentexte:
- Dies heißt keineswegs, daß den Schülern nicht bestimmte Hilfen zum Verständnis gegeben werden können.
- Jedoch sollte man hier vorsichtig sein. So muß man zu der häufig empfohlenen Verwendung von Lückentexten, richtig anzuordnenden Textteilen etc. zumindest anmerken, daß dies nicht die Art ist, in der Popmusik gewöhnlich rezipiert wird.
- Aber der Lehrer ist ja nicht gezwungen, den schriftlichen Text erst spät oder gar überhaupt nicht einzusetzen. Schließlich ist es ein völlig normaler Vorgang, daß man den Text eines Liedes, welches textlich (bzw. von den verstandenen Textfragmenten her) interessant erscheint, auf dem bezeichnenderweise häufig beigefügten Textblatt nachliest.
- Es muß also nicht jeder Text bis in die Details hinein über das Hörverstehen erschlossen werden, sondern es kann zum Zweck des Detailverständnisses auch das Leseverstehen geschult werden.
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- Für bewußtes Hören benötigen sie immer wieder
- neue Motivationsanschübe und
- gezielte sprachliche Hilfen
- Und zwar von Lehrern,
- die sich zum einen in der Pop-Szene einigermaßen auskennen,
- andererseits aber auch eine kritische Distanz dazu entwickelt haben.
- Verständlichkeit und Bedeutsamkeit eines Textes für den Schüler hängen nicht nur
- von den sprachlichen Zugangsmöglichkeiten ab,
- sondern auch davon, inwieweit die Schüler seinen Inhalt mit früheren, aktuellen oder potenziellen Lebens- und Lernerfahrungen verknüpfen können.
- Die besondere Eignung von Popsongs für die Schulung des Hörverstehens liegt auf der Hand.
- Popsongs stellen eine herausragende Möglichkeit dar, die Schüler früh mit authentischen Hörtexten einer Textsorte bekannt zu machen, die von den meisten Jugendlichen jeden Tag rezipiert wird.
- Es ist abzulehnen, Popsongs in Abweichung von ihrem normalen "Gebrauch" einzig zu lesen, weil sie durch diese Rezeptionsweise ihrer motivierenden Authentizität beraubt werden.
- Außerdem verschenkt man so die Möglichkeit, die unwillkürlichen Bemühungen der Schüler um das Verständnis des Textes für die Schulung des Hörverstehens auszunutzen.
- Hierfür ist es allerdings in vielen Fällen notwendig, bisherige Hörgewohnheiten der Schüler aufzubrechen.
- Unbewußtes Hören:
- Zwar kann auch das unbewusste Hören, insbesondere in Verbindung mit dem so genannten Din-Effekt (dem "Nachklingen" einzelner Text-, insbesondere Refrainzeilen) bereits unbewusste Lernprozesse auslösen.
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Arbeit zitieren:
Christian Hansmeyer, 2002, Liedertexte im Englischunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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