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Referat / Schulaufsatz, 1998, 6 Seiten
Autor: Nina Richter
Fach: Deutsch - Literatur, Werke
Details
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Volltext (computergeneriert)
Erich Hackl: Abschied von Sidonie
Nina Richter
BIOGRAPHIE
INHALTSANGABE
CHARAKTERISTIK
BIOGRAPHIE VON ERICH HACKL
E
rich Hackl wird am 26. September 1954 in Steyr in Oberösterreich geboren. Er
besucht das Gymnasium in Steyr und danach studiert er Hispanstik und Germanistik
in Salzburg, Salamance und Malaga. 1977-1979 ist er Lektor für deutsche Sprache
und österreichische Literatur an einer Universität in Madrid. 1979 macht er
die erste Reise nach Lateinamerika. Seither hat er zahlreiche Reisen nach Kuba,
Uruguay, Argentinien und in andere lateinamerikanische Länder gemacht.
1979-1980 ist er Lehrer für Spanisch und Deutsch in Wien. Von 1981-1990
unterrichtet er am Institut für Romantik der Universität Wien. 1982-1983
leistet er seinen Zivildienst beim Österreichischen Informationsdienst für
Entwicklungspolitik.
S
eit 1983 lebt Erich Hackl als freiberuflicher Schriftsteller und Übersetzer in
Wien. Hackl ist verheiratet und hat 2 Kinder.
W
ichtige Auszeichnungen
Preis des Literaturwettbewerbs der Kulturinitiative ,,Junges Steyr"
(1980)
Zweiter Preis des Förderungspreises für ,,Literatur zur Arbeitswelt" der
Kammer für Arbeiter und Angestelle für Oberösterreich (1984)
Preis des ,,Aspekte Literaturpreises" (1987)
Erster Preis des Drehbuchwettbewerbs ,,Genf-Europa" der Union des europäischen
Rundfunkstationen EBU (1988, für ,,Sidonie)
Fernsehpreis der Österreichischen Volksbildung (1990, gemeinsam mit Karin
Bauer, für ,,Sidonie")
Zweiter Preis des Südtiroler Leserpreises der Stadt Bozen (1990, für
,,Abschied von Sidonie")
Förderungspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für Literatur
(1991)
Literaturpreis des Verbandes evangelischer Büchereien (1991)
Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur (1994)
Gerrit-Engelke-Literaturpreis der Stadt Hannover (1995)
Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (1996)
INHALTSANGABE ABSCHIED VON SIDONIE
D
as Buch handelt von Sidonie Adlersburg die auf der Straße nach Altheim geboren
und vor dem Krankenhaus ausgesetzt wird. Dort erhält sie die nötige
Behandlung, da sie an der ,,Englischen Krankheit" leidet. Nach einiger Zeit
meldet sich die Mutter und erklärt dem Krankenhaus, dass sie sie derzeit nicht
zu sich nehmen könne. Als es längere Zeit kein Lebenszeichen mehr von Sidonies
Mutter gibt, kümmert sich das Jugendamt weiter um sie. Amalia Dorflinger nimmt
sich ihrer an. Doch ihr Mann akzeptiert das Mädchen auf Grund ihrer Hautfarbe
nicht und sie kommt zurück zum Jugendamt. Währenddessen verliebt sich Hans
Beirather in ein Mädchen namens Josefa Degenfellner. Es ist nur eine
standesamtliche Trauung auf Grund der Eltern möglich.
D
a Josefa, nach der Geburt ihres Sohnes namens Manfred, keine Kinder mehr
bekommen kann, nehmen sie Sidonie zu sich. Schon damals machen die Polizisten
Jagd auf die ,,Schutzbündler", zu deren Gruppe Hans sich zählt. Ein Mann
wird verurteilt zu Tod durch den Strang. Dies soll als Abschreckung für andere
dienen. Hans wird zu einer achtzenmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Außerdem
macht die Kirche Jagd auf Hans, da dieser ausgetreten ist. Die Schule macht
ihnen große Probleme, da Manfred nicht getauft ist. Josefa und Hans müssen
wider ihrem Willen sich einer kirchlichen Trauung unterziehen. Diese findet im
Gefängnis statt. Josefa soll einen kleinen Teil aus dem Gebetbuch lesen, doch
sie wirft es nur wütend weg. Kurze Zeit darauf als Hans auf dem Gefängnis
entlassen worden ist, nehmen sie Hilde, die auch ein Waisenkind ist, zu sich.
Sidonie und Hilde werden kurze Zeit später dicke Freundinnen. Sidonie wird auf
Grund ihrer Hautfarbe manchmal von den anderen Kindern verspottet. Doch haben
sie sie in ihr Herz geschlossen und meinen diese Beschimpfungen eigentlich nicht
wirklich ernst. Josefa hat große Angst wenn Zigeuner in der Stadt sind, sie
glaubt, dass sie Sidonie als eine von den ihren erkennen könnten und sie dann
mitnehmen würden.. Josefa schämt sich für ihr falsches Misstrauen, das sie
hegt.
M
an scheint Sidonies Mutter gefunden zu haben. Diese Geschichte verläuft jedoch
wieder im Sand. Sidonie sagt ab und zu, dass sie gefunden wurde und dann wieder,
dass sie die leibliche Tochter von Josefa sei. Der Krieg bricht aus. Josefa wird
angeklagt von einer Nachbarin, dass sie staatsfeindliche Greuelpropaganda
betrieben habe. Die Untersuchungen ergeben nichts und werden eingestellt. In der
damaligen Zeit ist die Beziehung zu einem ,,Nichtdeutschen" verboten und
wird mit dem Konzentrationslager bestraft. Die Menschen die in Steyr leben
kennen Sidonie schon ihr ganzes Leben lang, trotzdem hegen haben sie Vorurteile
bezüglich Ihres Aussehens. Sidonie wird gefirmt. Sie freut sich sehr über die
erste echte Puppe, die sie als Firmgeschenk erhalten hat. Kurze Zeit darauf muss
Frau Cecilia Grimm, Leiterin des Jugendamtes, darüber entscheiden ob Sidonie zu
ihrer leiblichen Mutter gebracht werden soll. Cecilia Grimm forscht lange Zeit
um die Mutter von Sidonie zu finden, da Sidonie ihr und auch anderen ein Dorn im
Auge ist. Sie fragt Sidonies Lehrer, den Bürgermeister und den Oberinspektor
von Steyr. Alle sind sich einig, dass sie zu ihrer Mutter zurückgebracht werden
soll. Der Abschied fällt Josefa, Hans, Manfred und Hilde sehr schwer. Anfangs
ist Sidonie noch begeistert, doch dann hat sie Angst vor der Abreise. Sie wird
in ein Zigeunerlager gebracht, das einen Umkreis von 6 km besitzt, möchte man
das Lager verlassen um zur Arbeit zu fahren, benötigt man einen Passierschein.
Alle Zigeuner werden dann nach und nach genau so wie die Juden in
Konzentrationslager gebracht.
N
achdem der Krieg aus ist, wird Hans in Steyr zum Bürgermeister ernannt. Er
erkundigt sich was mit den Zigeunern passiert ist und erhält die Auskunft, dass
sie alle in Konzentrationslager gebracht wurden. Sidonie ist auch darunter
gewesen und stirbt dort. Cecilia Grimm, die Jugendamtleiterin, ist sich keiner
Schuld bewusst. Sie ist der Meinung, dass sie nichts anderes hätte tun können.
Auch die leibliche Mutter von Sidonie macht sie Vorwürfe darüber Sidonie zu
sich geholt zu haben.
CHARAKTERISTIK ABSCHIED VON SIDONIE
J
osefa ist eine sehr liebevolle und doch zugleich temperamentvolle Frau. Josefa
liebt ihre ,,adoptierten" Kinder genauso wie ihren eigenen Sohn Manfred.
Die anderen Leute belächeln sie oft auf Grund von Sidonies Hautfarbe, das
Josefa jedoch voll und ganz ignoriert. Für sie zählt nicht die Hautfarbe,
sondern der Mensch selbst. Obwohl es verboten ist, gibt sie einem Polen etwas zu
essen, da er für sie ein Mensch ist und nicht eine minderwertige Rasse. Sie
steht voll und ganz hinter ihrem Mann. Josefa unterstützt ihn in jeder Hinsicht
so gut sie kann. Sie sammelt Beiträge für ihn ein, hütet das Geheimnis wo sie
die Waffen versteckt haben und bewahrt das Geld auf. Ein Mann verprügelt sie
sogar einmal, da Josefa das Geheimnis wo die Waffen versteckt seien nicht
preisgeben will. Außerdem versucht Josefa ihre jeweilige Lebenslage so gut wie
möglich zu meistern. Als Hans ins Gefängnis muss, läuft sie sich die Füße
wund um ihre drei Kinder durchzubringen. Doch für sie zählt nur, dass es ihren
Kindern gut geht. Sie will Sidonie auch behalten, wenn ihr das Jugendamt kein
Geld mehr für Sidonies Unterhalt geben will.
H
ans liebt seine Kinder mehr als alle andere. Er opfert sich für sie auf. Als
Hans zu Weihnachten Datteln, Schokolade und eine Dose Sardinen mitbringt, teilt
er diese Dinge gerne mit seinen Kindern. Außerdem versucht er etwas zu verändern.
In der damaligen Zeit ist dies sehr schwer, da die Menschen Angst haben und
lieber sich selbst retten. Das ist auch der Grund dafür, dass er eine Gefängnisstrafe
zu verbüßen hat. Hans versucht seine Meinung so gut wie möglich zu vertreten
und durchzusetzen. (,,Wer schweigt kann nichts verändern." - Meiner
Meinung nach ein Gedanke von Hans.) Doch im Laufe der Zeit geht dieser Einsatz
etwas verändern zu können irgendwie verloren. Sein Leben stagniert.
S
idonie ist ein höfliches, hilfsbereites und nettes Mädchen. Sidonie macht den
Menschen keine Vorwürfe, wenn sie Vorurteile auf Grund ihrer Hautfarbe haben.
Eine Nachbarin von ihnen, sagt zur ihrem Mann, dass sie unter die Neger gefallen
seien als sie Sidonie sieht. Es ist auch vorgekommen, dass sie die Kinder mit
denen sie spielt ,,Zigeunerin" schimpfen. Doch schon nach wenigen Minuten
machen sie sich Sorgen um Sidonie und entschuldigen sich bei ihr. Manchmal wehrt
Sidonie sich jedoch dagegen. Als ein kleiner Junge sie als ,,Negerin"
beschimpft erwidert sie nur das selbe und läuft weg. Sie merkt zu dem damaligen
Zeitpunkt, dass sich die Welt um sie herum verändert. Die Trennung von Josefa,
Hans, Manfred und Hilda fällt ihr sehr schwer. Sie kann einfach nicht verstehen
wieso sie weggehen soll bzw. muss. Sidonie weiß nicht recht zu wem sie nun
wirklich gehört. Aus diesem Grund wechseln ihre Aussagen zwischen, der dass sie
die leibliche Tochter von Josefas ist oder, dass sie von Josefa gefunden worden
ist. Dazu kommt noch, dass das Jugendamt immer wieder versucht Sidonie zu ihrer
leiblichen Mutter zurückzuschicken. Ständig wird sie von einem zum anderen
,,geschubst". Sidonie kann nicht wirklich eine Mutter-Kind-Beziehung
aufbauen, da man ihr nie die Möglichkeit dazu gibt. Außerdem wird dadurch nur
ihr Gefühl bestärkt nicht zu ihnen zu gehören. (im Bezug auf ihre
Volksgruppe) Das ist auch der Grund dafür, dass die Beschimpfungen die Sidonie
ihr ganzes Leben lang ertragen muss, sie innerlich tief verletzen. Im
Konzentrationslager fühlt sie sich alleine, zurückgelassen und ungeliebt. Eine
Welt bricht für dieses kleine Mädchen zusammen. Sidonie zieht sich ganz in ihr
kleines Schneckenhaus zurück und hört auf mit den anderen aus dem
Konzentrationslager zu reden. Sie kann nicht verstehen wieso sie Josefa und Hans
einfach zu ,,weggegeben" haben. Ihr ganzes Leben lang sucht sie Zuneigung
und Liebe, die ihr jedoch nicht ausreichend geschenkt werden, da sie ein sehr
anhängliches Mädchen ist. Josefa kümmert sich sehr um Sidonie, doch sie muss
eine Teil ihre Aufmerksamkeit auch noch ihren anderen beiden Kindern schenken.
Ich glaube vor allem Waisenkinder haben es viel schwerer einen Bezug zu einer
Person zu finden und diese dann wirklich zu lieben. Denn es wird immer wieder
der Gedanken in ihrem Köpfen auftauchen: ,,Ich wurde schon einmal verlassen und
verletzt". Hier setzt einfach eine gewisse Schutzfunktion nicht mehr
verletzt zu werden ein.
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Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Autor: Claudia NickelHausarbeit, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
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