Roman Huditsch
Heinrich Böll:
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
1. Autor:
Geb. 1917 in Köln, nach der Matura Buchhändlerlehrling, 1939- 1945 Soldat, nach 1945 Germanistik - Studium in Köln, zeitweise Hilfsarbeiter, seit 1951 freier Schriftsteller.
Böll ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart. Thema seiner ersten Erzählungen sind die Sinnlosigkeit des Krieges und die trostlose Nachkriegszeit. ,,Helden" seiner Werke sind Soldaten und Heimkehrer, Durchschnittsmenschen und Opfer der Gesellschaft. In seinen späteren Erzählungen und Romanen kritisiert Böll aus der Sicht des kritischen Katholiken unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft.
Er wendet sich gegen die Lieblosigkeit, Scheinheiligkeit und Gleichgültigkeit mancher Mitmenschen, aber auch gegen die kirchliche Obrigkeit.
2. Werke:
3. Entstehung und Einordnung:
1974, Roman, Gegenwartsliteratur
4. Inhalt:
Katharina Blum, eine 27 jährige Frau, ist am Land im einer armen Familie aufgewachsen. Nach ihrer unglücklichen Kindheit folgt eine ebenfalls unglückliche Ehe. Sie zieht in die Stadt und hat wegen ihres Fleißes nie Schwierigkeiten eine Anstellung zu finden. Zuletzt führt sie beim Ehepaar Blorna, die beide berufstätig sind, den Haushalt, und sie ist auch Architektin. Mit deren Hilfe kommt sie zu einer Eigentumswohnung, und Katharinas Leben scheint in sicheren Bahnen zu gleiten. Nach langer Zeit beschließt sie wieder tanzen zu gehen, wofür sich ein Fest bei ihrer Patentante Else Woltersheim anbietet. Katharina Blum verliebt sich dort in einen jungen Mann, von dem sie nur weiß, daß er Ludwig Götten heißt. Doch er ist ein gesuchter Verbrecher. Götten verbringt die Nacht in Katharinas Wohnung, wo die Polizei am nächsten Morgen einbricht, aber ihn nicht mehr auffindet. Die nichts ahnende Katharina wird verhaftet, abgeführt, verhört und eingesperrt, weil sie offensichtlich Eine Komplizin des entwichenen Götten sei.
Plötzlich scheinen sich alle, bis auf die Blornas, Frau Woltersheim, deren Lebensgefährte Konrad Reiters und einige Ausnahmepersonen, gegen Katharina verschworen zu haben, wobei die Medien, besonders die ZEITUNG, einen beträchtlichen Anteil zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Während sich Ludwig in der Villa eines von Katharinas Verehrern, Alois Sträubleders (´Herrenbesuch`),aufhält, wird die durch den Streß und den enormen Druck von allen Seiten verzweifelte Katharina zu einer wirklichen Straftat getrieben. Katharina Blum tötet den verhaßten Journalisten Tötges, der entscheidend viel an den falschen Artikeln in der ZEITUNG beigetragen hat.
5. Interpretation:
a, Thema:
Entstehungsgeschichte eines Kriminalfalls (,,Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann")
b, historischer Zusammenhang:
Ende der 60-er Jahre wollte die Baader- Meinhof- Gruppe gewaltsame Änderung der Gesellschaft (Bankraub, e.t.c.)
c, Erzähltechnik:
58 Kapitel, zuerst objektive Erzählbericht (Polizeiprotokolle, Lebenslauf Blums, Recherchen), später immer stärker werdende Ironie (Karneval, Bewaffnung, Vernehmungsmethoden der Polizei, Abhören), schließlich subjektive Parteinahme für Blum. Einmischung des Erzählers (Erklärungen, Vorgreifen, Rückblenden)
Zeitung = niveaulose, gewalttätige Sprache, Beweis, wie aggressive Sprache Gewalt provozieren kann
d, Ansatzpunkte der Kritik:
1.,Sensations- Journalismus (BILD- Zeitung)
erste Meldung: ,,Räuberliebchen Katharina Blum verweigert Aussage über Herrenbesuche"
Ziele: 1. Sensation, ,,Story"
Mittel: Übertreibung, Verdrehung der Wahrheit
z.B. Blorna: Blum = ,,klug und kühl" =>,,eiskalt und berechnend"
Mutter: ,,Warum mußte das so kommen ?" => ,,Das mußte ja so kommen !"
Dr. Hiepertz: ,,radikal hilfsbereit" => ,,in jeder Beziehung radikal"
ausgesuchte Interviewpartner (Pfarrer: Mutter Blums = Meßwein gestohlen, Orgien in Sakristei)
2., polit. Manipulation:
Fr. Blorna = ,,rote Trude"
Vater Blums = Kommunist gewesen
dagegen positive Interviews mit geschiedenem Mann (mißtraut Gewerkschaft, lobt bestehende Gesellschaftsordnung)
Aggression des Lesers ( Drohanrufe)
Eingreifen in das Privatleben
Provozierung von Gewalt ( Mord Blums an Journalisten)
3.,Staat (Polizei)
Vernehmungspraktiken, Einsatzmethoden, Abhören
4., ,,Deutscher Humor"
Karnevalsverkleidung (Scheich, Beduinenfrau)
6. Notizen: Erzählbericht, Recherchen
Erzähler: täuscht Objektivität vor (steht auf Katharinas Seite), Schlagzeilen, Ergänzungen, Einschübe um ZEITUNG zu korrigieren, Idealisiert Katharina;
Katharina = die Reine
Götten = wie Gott verehrt
Tötges = Tod
Gold Ente (Lokal) = Zeitungs Ente
Zischlaute: Beizmenne, Hach,
macht sich über Polizei lustig
Zusammenarbeit Presse - Polizei
keine Systemkontrolle, keine Schuldgefühle
Arbeit zitieren:
Roman Huditsch, 1998, Böll, Heinrich - Die verlorene Ehre der Katharina Blum #, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Referat / Aufsatz (Schule), 11 Seiten
Frisiert oder unfrisiert? Zum literarischen Verfahren Sarah Kirschs un...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 24 Seiten
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Referat / Aufsatz (Schule), 8 Seiten
Liebe und Sexualität in Arthur Schnitzlers Drama „Liebelei“
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 12 Seiten
Machtergreifung des Nationalsozialismus und Maßnahmen zur Machtsicheru...
Politik - Politische Systeme - Historisches
Examensarbeit, 101 Seiten
Die Weimarer Republik und die Ursachen ihres Scheiterns
Politik - Politische Systeme - Historisches
Hausarbeit, 28 Seiten
Männliche Ehre - weibliche Scham. Analyse immanenter Wertvorstellungen...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Diplomarbeit, 123 Seiten
Die Theorie der biedermeierlichen Novelle Am Beispiel Adalbert Stifter...
Seminararbeit, 20 Seiten
Zu: Max Webers "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapit...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 25 Seiten
Ehrenmorde - eine ethische Betrachtung
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit, 26 Seiten
Böll, Heinrich - Die verlorene Ehre der Katharina Blum - Die Reaktione...
Facharbeit (Schule), 8 Seiten
Emanzipation in der Liebelei. Ausbruch und Ausweglosigkeit der Protago...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 29 Seiten
Ehre als Mittel der Selbsterhaltung von Gruppen, der gesellschaftliche...
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Referat (Ausarbeitung), 10 Seiten
Über Arthur Schnitzlers ´Reigen´ mit Fokus auf das Thema Zensur
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
Seminararbeit, 41 Seiten
Roman Huditsch hat den Text Böll, Heinrich - Die verlorene Ehre der Katharina Blum # veröffentlicht
Roman Huditsch hat einen neuen Text hochgeladen
Roman Huditsch hat den Text Böll, Heinrich - Die verlorene Ehre der Katharina Blum # kommentiert
sarah
Faulheit und wohin sie führen kann.
Sehr gute Ansätze vs. sehr schlechte Ausformulierungen
am Tuesday, March 20, 2001-
Steffi.
Mein Kompliment....
Eine intensive Interpretation ist viel wichtiger als die Inhaltsangabe.Gut kombiniert-gut gelungen.Danke.
am Thursday, April 05, 2001-
defari84
Re: Faulheit und wohin sie führen kann.
|
|sarah schrieb:
||Sehr gute Ansätze vs. sehr schlechte Ausformulierungen
MEiNE Meinung!!!!!
am Monday, June 04, 2001-
andreas@@@
Sehr gute arbeit.
Sehr gute arbeit nur manchmal kompliziert formuliert
am Sunday, November 18, 2001-
JC
Kleiner Fehler unterlaufen.
Kleiner Fehler in der Inhaltsangabe: Katharina war nie als Architektin tätig! Sie hatte lediglich die Pläne ihres Wohnkomplexes von einer Bekannten...
am Tuesday, February 26, 2002-
TVR
...Es ist der einzige Beitrag und somit auch der beste
am Thursday, April 04, 2002-
dareal
naja.
geht so, einige ansätze und interpretationen sind wirklich sehr gut gelungen, allerdings wurde dann wohl nicht mehr zu ende gedacht oder irgentwann einfach aufgehört, außerdem sind einige informationen wirklich überflüssig, trotzdem ganz nett, 3+
am Wednesday, April 10, 2002-
Kerstin
Von wegen faul..
Ich finde nicht, dass es so aussieht, als ob da keine Mühe dahinter steckt. Besonders der Teil über den Journalismus hat mir weitergeholfen. Mir hätte es zu viel Arbeit gemacht, das Buch nochmal nach den Stellen durch zu suchen. Danke
am Wednesday, April 17, 2002-
philip
ach du meine güte.
die sprachliche richtigkeit lässt sehr zu wünschen übrig, dennoch konnte ich mir aus den zusammenfassungen ein paar fakten herausziehen-danke
am Thursday, May 02, 2002-
Gregor
Diese Hausarbeit ist den Webspace nicht wert....
Hi!
So leid es mir für den Autor tut, aber diese Hausarbeit ist, eine der minderwertigsten die ich je gelesen habe! Der sprachliche Stil ist erschreckend, ebenso verhält es sich mit der Grammatik! Fachlich versiert ist der Autor bedauerlicherweise auch nicht. Wirklich schade, daß hier nicht besser formuliert wurde. Aber es scheint an jeglicher sprachlicher Kompetenz zu mangeln!
Aber lieber Autor: Mach weiter, es ist noch kein Literaturnobelpreisträger vom Himmel gefallen!
MfG
Gregor
am Thursday, May 02, 2002-
Holger Heckmann
...ist OK, gute BASIS.Meineserachtens gibt Deine Aufstellung einen vollen Überblick über den Stoff und ist eine gute Basis für eigene Arbeiten. Wenn man dazu das Buch liest ist Deine Ausarbeitung gut.
Die Faulheit die hier bemängelt wird, wird wohl die derjenigen sein, die hier bequem abschreiben wollten. :-)
...soll es auch gebenH.
am Monday, September 09, 2002-
Melanie
ok.
Der Beitrag ist vom inhaltichen her ziemlich gut gelungen und es gibt nie überflüssige Informationen!
Wären einzelne Textstellen besser ausformuliert wäre er natürlich sehr viel besser!
Das nächste Mal also bitte AUCH auf Ausdruck und Grammatik achten!!
am Tuesday, March 27, 2007-
Roman Huditsch
@gregor.
Es handelt sich hier nicht um eine Hausarbeit! Wie auch der Kategorie zu entnehmen ist, handelt es sich hier um ein Referat, das ich damals in der 11 Schulstufe geschrieben habe.
am Monday, July 21, 2008-