Inhaltsverzeichnis
1 Down by law (1986) 3
1.1 Eine Einführung 3
1.2 Zusammenfassung des Films 4
1.3 Beleuchtung der Figur Roberto (Roberto Benigni) 5
2 Dead Man (1995) 6
2.1 Handlung 7
2.2 William Blake (Johnny Depp) 8
3 Gegenüberstellung der Figuren Roberto und William Blake 10
4 Schlusswort 11
Literaturverzeichnis 12
2
1 Down by law (1986)
1.1 Eine Einführung
„Ich finde es ziemlich komisch, dass man versucht, Delphine zu erforschen und ihre Sprache zu verstehen. Man sieht da einen Typen mit Millionen von Dollars an Computer - Equipment, und sie versuchen zu entschlüsseln, was die Delphine sagen. In der Zwischenzeit taucht ein Delphin auf und sagt auf Englisch:’ Ich will Fische.’ Sie lernen mühelos unsere Sprache, deshalb finde ich das seltsam. Wir suchen an den falschen Stellen nach Antworten.“ 1
In diesem Zitat von Jim Jarmusch spiegelt sich die etwas skurrile, humorvolle und irgendwie weltfremde Art seiner Filme wider. Er kam mit 17 nach New York um Literatur zu studieren, entdeckte seine Liebe zum Film in Paris und lebte diese nach seiner Rückkehr in den „Big Apple“ aus. Die Nähe zur literarischen Form und zur Musik sowie, dass er, als amerikanischer Regisseur, einen Gegenentwurf des typischen Hollywoodkinos darstellt und ein wichtiger Akteur des Independent – Kinos ist, sind Vorzüge, die ihn Auszeichnen.
Mit „Stranger than paradise“ (1984) und „Down by Law“ (1986) wurde die Bezeichnung „American Independent Cinema“ zu einem gebräuchlichen Terminus und Jim Jarmusch zu einem (bis heute unabhängigen) „Star-Regisseur“ stilisiert, dessen Filme Kultcharakter erlangten. Sein Ehrgeiz besteht darin, eine neue kinematographische Sprache zu schaffen, die von dem Weltkino zwischen Japan und Europa sowie dem klassischen Hollywood geprägt ist:
„Ich will eine Brücke zwischen diesen Polen finden, ohne eine Seite gegen die andere auszuspielen.“ 2
1 Aurich, Rolf/Stephan Reinecke(Hg.),Jim Jarmusch.Berlin:Bertz,2001, S.28f
2 Eue, Ralph, „Off-Beat Heroes“, Jim Jarmusch, Aurich/Reinecke, S.50.
3
1.2 Zusammenfassung des Films
Jarmusch´ Filme sind gekennzeichnet durch Minimalismus, sie wirken „leergeräumt“, was aber nur dazu beiträgt, die wirklich wichtigen Dinge ins Blickfeld zu rücken. Durch die Reduzierung von Elementen in einer Szene, wird die Persönlichkeit der Figur betont. Sie ist Träger der eigentlichen Geschichte, die Figurenkonstellationen wiederum enthalten einen grossteil der Spannung und zeigen wie viele verschiedene Welten es in dieser einen doch gibt, wie viel mehr man durch „eine andere Sprache“ sagen kann. Ich möchte an dieser Stelle auch gleich auf das Thema des Fremd - seins verweisen, dass bei Jim Jarmusch´ Filmen immer eine große Rolle spielt und in„Down by Law“ durch Roberto Benigni eingebracht wird. Er spielt Roberto, einen Italiener der zu Jack (John Lurie) und Zack (Tom Waits) in eine Gefängniszelle gesperrt wird. Jack ist ein glückloser Gelegenheitszuhälter, den die Konkurrenz mit Hilfe einer Minderjährigen hinter Gitter befördert. Zack ist ein heruntergekommener Diskjockey. Für 1000 Dollar fährt er betrunken einen Jaguar durch die Stadt und die Polizei findet im Kofferraum einen Toten. Die beiden (Jack und Zack) bringen es fertig, in der engen, kahlen Zelle kein Wort miteinander zu reden. Sie können sich nicht leiden und sind außerdem viel zu „cool“ um ihren Ärger darüber, dass sie mehr oder weniger unverschuldet im Gefängnis sitzen, zu vergessen. In diese unkommunikative kalte Atmosphäre wird nun der lebensfrohe, quirlige, aber nur phrasenhaft englisch sprechende Roberto gesetzt. Von ihm denkt man, er sei ein armer naiver Tourist der sich in einem fremden Land hat etwas zu schulden kommen lassen, bis man erfährt, dass er jemanden im Streit mit einer Bowlingkugel ermordet hat. Roberto hat ein kleines Büchlein, in dem er alle Sprüche und Wörter, die er wieder verwenden will aufgeschrieben hat, aus dem er seine neue Sprache bezieht, die er zwar nicht immer richtig verwendet, aber dennoch sehr zutreffend gebraucht. Er sagt zum Beispiel, in der Zelle sei „not enough room to swing a cat“. Doch mit diesem Schwall aus Worten und Gesten bringt er Kommunikation und Spaß in die Zelle und mit seinem überraschenden Fluchtplan (den er aus einem Film bezieht) die Insassen aus dieser heraus. Der eigentliche Höhepunkt ist allerdings nicht die Flucht selbst, sondern die Freude über die Aussicht auszubrechen. Die drei beginnen, auf Robertos Initiative hin, im Kreis zu tanzen und zu singen: „I scream, you scream, we all scream for ice cream“.
Es geht nun durch die gefährlichen Sümpfe Louisianas, wo die drei Stadtmenschen von Bluthunden verfolgt und von Krokodilen bedroht werden. Eine Hütte und ein Boot
4
Arbeit zitieren:
Gloria Höckner, 2007, Antihelden bei Jim Jarmusch, München, GRIN Verlag GmbH
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