Inhaltsverzeichnis
Frühe Siedler und Siedlungsgenese S 3
Bevölkerung S 4
Siedlungen S 4
3.1 Lage und Verteilung S 4
3.2 Nichtstädtische Siedlungen S 5
3.3 Städtische Siedlungen S 6
Wirtschaft S 8
4.1 Landwirtschaft S 8
4.2 Forstwirtschaft
4.3 Gewerbe und Handel S 9
4.4 Energiewirtschaft S 9
4.5 Tourismus und Naherholung S 9
Verkehr S 10
5.1 Straßenverkehr S 10
5.2 Eisenbahnverkehr S 10
5.3 Luftverkehr S 11
5.4 Schiffahrt S 11
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Anthropogeographische Interpretation
des Kartenblatts Freiburg i. Br. – Nord, Nr. 7912 (1:50.000)
1. Frühe Siedler und Siedlungsgenese
Die Randlandschaften des Schwarzwaldes waren schon im 5. Jhd. von den Kelten bewohnt, wie Funde von Werkzeugen bewiesen haben.
Auch römische Relikte wie z.B. das ‚Römische Bad‘ (R 03 / H 22) und Ortsnamen lassen darauf schließen, dass an günstig gelegen Punkten erste kleine Siedlungen entstanden sind. Als Beispiel hierfür seien Weisweil (R 02 / H 40,5) und Nordweil (R 12 / H 40,5) angeführt, die unweit der damals noch mäandrierenden Dreisam gelegen eine strategisch gute Ausgangsposition für Handel und weiteres Eindringen in das Schwarzwaldvorland boten, sowie etwas später in der Landnahmezeit sämtliche Dörfer mit der Endung –ingen. Um 500 - 800 v.Chr. erfolgte wohl ein Ausbau der Siedlungen, was an Ortsnamen wie Ober- und Unterreute (R 12 / H 28), Hugstetten (R 09,5 / H 24,5), Eichstetten (R 06 / H 29), Neuershausen (R 08 / H 29), Oberschaff- (R 04,5 / H 27), Benz- (R 11,5 / H 25) oder Holzhausen (R 10,5 / H29) sowie Buchheim (R 08 / H 25,5) u.v.a. abzuleiten ist.
Im Schwarzwald sind neben Ortsnamen, die auf eine vorherige Rodung schließen lassen - z.B. Ottoschwanden (R 17 / H 40) oder Hölgenreute (R 17 / H 38) - vor allem sogenannte ‚Burgnamen‘ wie Maleck, Landeck, Hohe Eck, Eckacker, Eckleberg, Höllenberg (alle zwischen R 16-24 / H 35,5-40,5) und insbesondere auch Ortsnamen, die die topographischen Gegebenheiten widerspiegeln, weit verbreitet. Zu Letztgenanntem zählen sämtliche Bezeichnungen mit den Endungen -bach, -bächle, -tal und -hof, also z.B. Keppenbach (R 20 /
H 34), Eberbächle (R 19 / H 32), Glottertal (R 21 / H 24), Glotterrainhof (R 23 / H 23,5).
2. Bevölkerung
Die heutige Bevölkerung des Südschwarzwaldes besteht überwiegend aus Alemannen. Fremden erscheint die Volkssprache ‚Alemannisch‘ wegen seiner vielen Rachenlaute (Kind = Chind, Küchenfenster = Chuchifenschterle) zunächst unverständlich wie eine Fremdsprache.
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Sie steht mit seinen Doppellauten dem Mittelhochdeutschen näher als die heutige Schriftsprache und ist vollgepackt mit treffenden Ausdrücken.
Der größte Teil der Alemannen ist katholisch, was vor allem daher rührt, das um das Jahr 1000 n.Chr. etliche Benediktinerklöster gegründet worden waren. Die Religiosität zeigt sich noch heute in diversen Brauchtümern wie Straßenprozessionen an Ostern u.ä. und ist auf der Karte durch etliche Hinweise wie z.B. Wegekreuze, Kreuz- und Pilgerwege, Kloster, kirchliche Gründungen und durch etliche Kapellen gekennzeichnet: Vogtskreuz (R 14 / H 39,5), Beim Kreuzweg (R 14 / H 38,5), ehem. Kloster (R 09 / H 39,5), kirchliche Gründungen wie Waldkirch (R 21 / H 28), Kapelle St. Ottilien (R 18 / H 21) sowie weitere im Siegelbachtal (R 24 / H 33,5-38).
Während in weiten Teilen des Nord- und Mittelschwarzwaldes das Anerbenrecht vorherrscht, zerteilt die Realteilung im Südschwarzwald Gehöfte in immer kleiner werdende Parzellen (Tuniberg R 0,5-05 / H 18-24).
3. Siedlungen
3.1 Lage und Verteilung
Die Gunsträume der Dreisamebene und des Elztals sowie dessen Nebentäler sind die am frühesten und am dichtesten besiedelten Orte des Kartenausschnitts. In den unzugänglicheren Gegenden des Schwarzwaldes dagegen herrschen kleine Gemeinden, Weiher und Einzelhöfe vor.
Der Grund für diese ungleiche Verteilung der Siedlungen ist bei genauerer Betrachtung der günstigen topographischen sowie der handelsstrategischen geographischen Lagen im Flach- und Schwarzwaldvorland leicht ersichtlich.
Dörfer wie Malterdingen (R 10 / H 36,5), Bahlingen (R 07 / H 32,5), Eichstetten (R 06 / H 29,5), Bötzingen (R 05 / H 27,5) sind auf den Schwemmfächern von kleineren Nebenflüssen an Talausgängen oder in Schluchten und den für den Kaiserstuhl typischen Hohlwegen am Fuße des Kaiserstuhls, Tunibergs und des Schwarzwaldausläufers erbaut worden. Die unmittelbare Nähe zu den Rebhängen läßt darauf schließen, dass es sich hierbei um klassische Winzerdörfer handelt.
Der Weinbau erfolgt hier überwiegend auf Terrassen, natürliche Böschungen geben dem fruchtbaren Lößboden Halt und Schutz vor allzu großer Erosion. Die intensive
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Arbeit zitieren:
Dorothee Aßmann, 2003, Karteninterpretation - Kartenblatt Freiburg i. Br. – Nord, Nr. 7912 (1:50.000), München, GRIN Verlag GmbH
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