Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Begriff und Ziele des sozialen Lernens 3
3 Warum „soziales Lernen in der Grundschule“? 6
3.1 Veränderte Kindheit 6
3.2 Entwicklungspsychologische Begründung. 8
3.3 Fachliches Lernen verbessern/ ermöglichen 9
4 Soziales Lernen in der Praxis 9
4.1 In welchem Rahmen findet soziales Lernen statt? 10
4.2 Beispiele für Übungen und Projekte 10
4.3 Die „soziale“ Schulstruktur. 12
4.4 Formale Grundlagen und Möglichkeiten zur Zeitgewinnung. 13
5 Fazit 14
Quellenverzeichnis 16
2
1 Einleitung
In dieser Hausarbeit möchte ich darstellen wie soziales Lernen in der Grundschule aussehen kann. Nach der Begriffsklärung und Nennung der Ziele des sozialen Lernens werde ich die Gründe darlegen, die soziales Lernen in der Grundschule notwendig machen und warum es gerade dort sinnvoll ist. Danach werde ich aufzeigen wie soziales Lernen in der Grundschulpraxis gestaltet werden kann. Dies soll anhand konkreter Beispiele geschehen, aber auch in Form von Hinweisen, wie beispielsweise Unterrichtszeit für soziales Lernen gewonnen werden kann.
2 Begriff und Ziele des sozialen Lernens
Der Begriff soziales Lernen entstand in den 70ger- Jahren und rückte die soziale Dimension pädagogischen Handelns in den Blickwinkel der Schulen. Diese soziale Dimension wurde auch politisch und gesellschaftskritisch akzentuiert und unterschied sich somit vom Begriff der vorangegangenen Sozialerziehung, die an Zielen sittlichen Sozialverhaltens orientiert war. 1 Ungeplantes soziales Lernen findet, als unvermeidliche
Begleiterscheinung, bei allen menschlichen Interaktionen statt. 2 In dieser Arbeit soll jedoch der Begriff des sozialen Lernens beschrieben werden, welcher einerseits durch bestimmte Lernarrangements sowie Lernformen soziales Lernen forciert und andererseits durch Vorleben seitens der LehrerInnen und auf Grund entsprechender institutioneller Strukturen (z. B.: Partizipation) zur Imitation, Identifikation und Internalisierung entsprechender Verhaltensweisen anregt. Soziales Lernen umfasst die Stärkung personaler und sozialer Kompetenzen, die, neben dem fachlichen und methodischen Lernen, zwei Säulen des erweiterten Lernbegriffs bilden (s. Abb. 1).
1 Vgl. Fachlexikon der sozialen Arbeit, 2002, S. 874.
2 Vgl. ebd.
3
Abb.1 3
Personale Kompetenzen sind z. B.:
• Selbstmotivation
• Den eigenen Lernprozess zu organisieren
• Sich etwas auszuwählen
• Lernpartner auszusuchen
• Entscheidungen zu treffen
• Hilfe zu holen und Hilfe gewähren zu können
• Fragen stellen
• Selbst Lösungswege finden
• Die eigenen Stärken und Schwächen erkennen
• Sich mit Unterschieden zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung
auseinandersetzen
• Zielvereinbarungen mit den Lehrkräften treffen können usw. 4
Soziale Fähigkeiten umfassen beispielsweise:
• Teamfähigkeit
• Kooperationsfähigkeit
• Konfliktfähigkeit
• Kommunikationsfähigkeit
• Kritikfähigkeit
• Wahrnehmung
• Selbstdisziplin
• Toleranz
3 Aus: Kleinschmidt- Bräutigam/ Wichniarz, BFG 22, S. 50.
4 Vgl. ebd. S. 52.
4
Die Voraussetzung für viele dieser Fähigkeiten bildet das Emphatievermögen, also die Fähigkeit sich in andere einzufühlen und hineinzuversetzen. 5
Innerhalb dieses Spektrums ist der Begriff des sozialen Lernens anzusiedeln, wobei noch zu erwähnen ist, dass das soziale Lernen nicht ausschließlich in einer Richtung abläuft- vom Lehrenden zum Lernendensondern auch umgekehrt. Daher, und auch aus anderen Gründen, präferiert Gerd E. Schäfer den Begriff der sozialen Erziehung, da der Begriff der Erziehung „-wenigstens als historische Beigabe- den Doppelsinn, dass die Erziehung des Kindes die Selbsterziehung des Erziehers voraussetzt“ 6 enthält.
Die Ziele des sozialen Lernens ergeben sich zum größten Teil aus der obigen Auflistung. Fritz Bohnsack hat einige häufig genannte Zielen in sein Buch aufgenommen, die ich hier kurz zusammenfassen möchte: 1. Maßstäbe, Normen und Werte werden vermittelt. Allerdings dürfen diese nicht einfach übergestülpt, sondern sollten selbstständig erarbeitet werden (z. B. Regeln aushandeln). Somit zielt soziales Handeln auf Selbstständigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Entscheidungsfähigkeit.
2. Die Fähigkeit zur Solidarität soll erweitert werden, dazu müssen Wettbewerb, Egoismus und Konkurrenzverhalten eingeschränkt werden.
3. Die Wahrnehmung und Sensibilität für das eigene Ich soll verbessert werden, sowie die Fähigkeit die Perspektive anderer einzunehmen. Die Kommunikation profitiert von diesen Fähigkeiten, ebenso Verständnis und Toleranz.
4. Die Befähigung nicht nur die eigenen Interessen und Meinungen, sondern auch Gefühle zu äußern wird durch solche Lernprozesse ausgebaut.
5 Vgl. ebd. S. 51.
6 Schäfer, 1994, S. 22.
5
Arbeit zitieren:
Melanie Seyfert, 2007, Soziales Lernen in der Grundschule - Beweggründe und Ziele, München, GRIN Verlag GmbH
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