Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Was ist Jugend und welcher Personenkreis zählt dazu? 4
3. Merkmale der Jugendsprache 4
4. Ein Überblick über zwei verschiedenen Forschungsansätze 6
4.1 Forschungsansätze Helmut Hennes um 1986 7
4.2 Forschungsansätze von Schlobinski, Kohl und Ludwig um 1993 9
5. Der Einfluss von Medien auf den Sprachgebrauch von Jugendlichen 11
6. Jugendsprache als Gruppensprache 12
6.1 Das Bricolage-Prinzip als zentrales Merkmal von Jugendlicher Gruppenkommunikation
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6.2 Parallelen des Bricolage-Kommunikationsstils zu anderen Phänomenen der
„Jugendkultur“ 15
6.2.1 Stilbastelei in der HipHop Musik 16
7. Regionale Unterschiede im Jugendlichen Sprachgebrauch 18
8. Schlussbemerkungen 21
Literatur: 23
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1. Einleitung
Das Interesse an der Jugend, an ihrer Sprache und ihrer Kommunikation seitens der Gesellschaft ist hoch. In vielerlei Bereichen unseres alltäglichen Lebens begegnen uns die sog. „jugendsprachlichen Ausdrücke“, im Fernsehen, im Radio, in der Schule, auf der Straße. Immer wieder wird dabei von „einer Jugendsprache“ oder „der Sprache der Jugend“ gesprochen. Doch kann man wirklich von „einer Jugendsprache Sprechen? Und wer spricht eigentlich diese Sprache? Nur die Jugendlichen? Sprechen Jugendliche denn tatsächlich eine andere Sprache als die Erwachsenen? Und wenn ja, woher kommt diese Sprache? Ist sie eine Erfindung der Jugendlichen oder wird sie ihnen durch die Medien in den Mund gelegt. Wollen sich Jugendliche tatsächlich nur von den Erwachsenen durch ihre Sprache abheben oder gibt es dafür vielleicht noch andere Gründe? Und auf welchem Stand steht die Forschung hinsichtlich der Jugendsprache? Mit diesen Fragen und auch einem gewissen Interesse an der eigenen Jugendsprache sind wir an das Thema herangegangen und wollen nun im weiteren Verlauf versuchen, die uns gestellten Fragen weitgehend auf dem Hintergrund der vorhandenen Forschungsergebnisse zu beantworten.
Im ersten Teil der Arbeit geht es darum einen Überblick zu schaffen, was man überhaupt unter dem Begriff Jugend versteht Als nächstes wird versucht zwei als typische jugendsprachlich angesehene Merkmale zu untersuchen. Des Weiteren werden wir die Forschungsmethoden und Ergebnisse Helmut Hennes (1986) und Schlobinski, Kohl und Ludwig (1993) betrachten. Um dann die Frage zu klären, ob den Jugendlichen ihrer Sprache durch die Medien in den Mund gelegt wird, betrachten wir den Aspekt der „Jugendsprache und Medien“. Ebenso richten wir ein Merkmal auf die regionalen Unterschiede am Beispiel der Ost - West Jugend sowie die auf gruppenspezifischen Aspekte der Jugendsprache
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2. Was ist Jugend und welcher Personenkreis zählt dazu?
In der westeuropäischen Kultur versteht man unter Jugend, die Zeit zwischen der Kindheit und dem Erwachsensein, also etwa zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr. Je nach Definition beginnt die Lebensphase erst mit 12 Jahren (ab 13 ist man Teenager) und endet mit 18 Jahren (Volljährigkeit) oder auch mit dem Ende der Ausbildung (finanzielle Selbständigkeit). Zum Teil wird sogar die Kategorie junge Erwachsene bis 26 Jahre im Begriff eingeschlossen.
„Jugendlicher ist also, wer die biologische Reife, erlangt hat, aber noch nicht die soziale Reife. (zit. nach Henne 1989, Vgl. Neidhardt 1970, 14) Innerhalb dieser Phase des Nicht-Mehr, also des Nicht-Mehr-Kind-Seins, und des Noch-Nicht, also des Noch-Nicht-Erwachsen-Seins, versucht der einzelne, eine Ich-Identität auszubilden, die normalerweise über Identitätskrisen führt. ‚Ich’ sagen zu können heißt, eine unverwechselbare Person zu sein, die als solche von anderen akzeptiert ist.“(Vgl. Erikson 1976, 277; Erikson 1970, 132f. zit. nach Henne 1986)
Wie man leicht erkennen kann ist es schwierig genau zu definieren, was Jugend überhaupt ist und auch in der Jugendpsychologie herrscht darüber keineswegs Klarheit. „ Jede Definition von ‚Jugend’ durch Abgrenzung einer festen Altersklasse gegenüber der Kindheit auf der einen Seite und dem Erwachsensein auf der anderen Seite scheitert. Sowohl biologische Erklärungen (mit Beginn der Geschlechtsreife bis wann?) als auch juristische Abgrenzungen (von der Religionsmündigkeit bis zur Volljährigkeit?) sind raschem Wandel unterworfen“ (Pörksen/Weber 1984:65 zit. nach Henne 1986)
Zur Entwicklung der modernen Jugendkultur sagte Henne in einem Radio Interview:
„Moderne Jugend bedeutet, dass die Jugendlichen verzögert in die Erwachsenenrolle eingegliedert werden. Und diese Verzögerung, weil sie eben viel lernen müssen, bedeutet, dass sie sich auf sich selbst konzentrieren, an sich selbst ausrichten, dass die Gruppen, Cliquen bilden und daher eine eigene Jugendkultur entwickeln“ (Henne 1986)
3. Merkmale der Jugendsprache
Ist das, was als Jugendsprache angesehen wird auch tatsächlich Jugendsprache? Schlobinski untersucht diese Frage an zwei gemeinhin als typisch jugendsprachlich eingestuften Merkmalen: 1. den Anglizismen und 2. den Lautwörtern. Wobei die Anglizismen bei Henne z.B. nur im Zusammenhang mit der Musikszene auftauchen.(Henne 1986, S. 54). Die Lautwörter spielen bei Henne dagegen eine wichtige Rolle. Schlobinski jedoch nimmt die
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Anglizismen genauer unter die Lupe (Schlobinski 1993, S. 27). Viele Entlehnungen aus dem Englischen sind in der deutschen Sprache allgemein bekannt: Wellness, Pool, Power oder cool. Doch deshalb gehören diese noch lange nicht in den Bereich der Jugendsprache. „Offensichtlich ist viel entscheidender, aus welchen Bereichen entlehnt wird und welche Semantik die Wörter haben. Englische Wörter werden ohne Schwierigkeiten in das deutsche Grammatiksystem integriert. Verben werden meist gebildet, indem man das Infinitivsuffix anhängt ( move -n ). Diese können dann auch durch Affixe erweitert werden ( rein- move- n ). Adjektive können von englischen Entsprechungen auf -y oder von Nomina abgeleitet sein (speedig oder poppig). Bei der Pluralbildung wählt man ein deutsches Paradigma (Punk -er); doch ebenso wird auch das englische Plural (Punk-s) benutzt. Genauso kann man etwas auch als ‚eine coole Sache’ bezeichnen, d.h. man gleicht das eingedeutschte Adjektiv ‚cool’ an sein Bezugsnomen an. Ebenso geht die Partizipialbildung (abgefuckter Club).“ (vgl. Schlobinski 1993)
„Als 1958 der Rock’n’roll von Amerika nach Deutschland überschwappte und zur Sprache der Jugendlichen in Deutschland wurde, fanden auch mehr und mehr die Anglizismen Einzug in die Deutsche Sprache. Denn der Rock nährt sich hauptsächlich von einem englischen Wortschatz, was man auch allein an der Bezeichnung der Musikinstrumente sehen kann (Drums, Percussion, Keyboard, Snare-Drum).“ (vgl. Henne 1986) Für deutsche Hip Hop Künstler ist es heutzutage gängig Anglizismen in ihre Texte einzubauen. So heißt ein Album des deutschen Künstlers Afrob „ Made in Germany“ und so heißt es in einem Lied z.B. „deine crew fängt an zu schwitzen“. Auch die deutsche Hip Hop Gruppe „Massive Töne“ nannte ihren Hit ‚Cruisen’ 1 . Darin heißt es z.B. ‚ wir sind die coolsten, wenn wir cruisen, wenn wir durch die city düsen’. Auch wenn man sich die heutigen Jugendzeitschriften wie Bravo, Girl oder Young Miss anschaut findet man durchweg Wörter wie: Fashion, Boy, Girl, Look, Styling, Crazy, Fun, und Feeling. Aber auch in den Werbeanzeigen spielen Anglizismen eine wichtige Rolle. So heißt die neue Mc Donald Werbung z.B. ‚ I’m loving it’ oder auch der TV Sender Pro 7 wirbt mit dem Spruch ‚we love to entertain you’. Am liebsten würde jeder Jugendliche auch bei dem ‚Big Event’ von ‚Star Search’ dabei sein. Ich glaube diese Liste könnte man noch lange weiterführen und würde am Ende zu dem Schluss kommen, dass die Deutsche Sprache sich immer mehr (vor allem in Musik und Werbung) dem Englischen bedient.
„Doch wenn wir unterstellen, dass Anglizismen der jugendspezifischen Sprechweise angehören, dann wäre zu prüfen, welche Anglizismen wo und wie gebraucht werden und
1 Cruisen = ziellos herrumfahren
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welchen kulturellen Zusammenhängen sie entstammen. Nicht die Tatsache, dass Anglizismen gebraucht werden, wäre jugendspezifisch, sondern - wenn überhaupt - ihr Gebrauchswert. Und: Im Korpus aus der vorliegenden Untersuchung (vgl. Schlobinski, Kohl, Ludwig 1993) sind Anglizismen kaum belegt.“ (Schlobinski, Kohl, Ludwig 1993)
Das zweite genannte Merkmal, die ‚Lautwörterkommunikation’ (Henne 1986) wurde von Henne in zwei Typen unterschieden: die lautnachahmenden und die lautcarakterisierenden Wörter. Er typologisiert die Lautwörter folgendermaßen: N Sie werden als Verstärkungspartikel eingesetzt ( man möchte einer Äußerung Nachdruck verleihen) ( whow, ej)
N Sie treten an die Stelle von Satzteilen und geben somit der Äußerung einen sinnlichen, aber auch primitiven Zug ( lall, würg) N Die Lautwörter treten an die Stelle der Äußerung (schnarrch) N Sie stellen Begleitkommentare dar, die den lautlichen Aspekt der Handlung hervorheben und begleiten.
Doch woher kommen die Lautwörter in unsere Sprache? Und welche Funktion haben sie? Die Lautwörter sind durch die Erfindung der Comics in die Jugendsprache integriert worden. Sie dienen dazu die visuelle Welt der Comics lautlich zu beleben. Somit sind die Erfinder der ‚Lautwörter’ die Redakteure von ‚Mickey Maus’ und ‚Mad’, die in den 50er Jahren vor dem Problem standen die Englischen ‚sound words’ ins Deutsche zu übersetzen. (vgl. Henne 1986/ Schlobinski 1993)
Eine Untersuchung zum Gebrauch von Lautwörtern in der Comicsprache und somit der Vergleich zum Gebrauch von Lautwörtern bei Jugendlichen liegt jedoch noch aus. Da Henne seine Forschung nur auf die Auswertung eines Fragebogens stützte, geht Schlobinski davon aus, dass die Jugendlichen auf die gestellte Frage ‚Kennst du Lautwörter’, ganz einfach die Wörter wiedergaben, die sie aus den Comic kannten, dies jedoch nicht heißt, dass sie diese auch in ihrer Sprache benutzen. (vgl. Schlobinski, Kohl, Ludwig 1993)
4. Ein Überblick über zwei verschiedenen Forschungsansätze
Bei diesem Teil der Hausarbeit geht es darum einen Überblick über zwei Forschungsmethoden und ihre entsprechenden Ergebnisse zu geben. Dabei habe ich mir, zwei wissenschaftliche Arbeiten, die auf verschiedenen Forschungsgrundlagen beruhen herausgesucht: Helmut Henne’s um 1986, Schlobinski’s um 1993
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Arbeit zitieren:
Ines Haier, Hannes Haier, 2004, Jugendsprache in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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