Soziologie (D) - III Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung. 3
II Theorie des Symbolischen Interaktionismus. 3
II.I Grundlegende Prämissen. 3
II.II Klassen von Objekten und die Konstruktion von Bedeutung. 4
II.III 6 Stammbilder des Symbolischen Interaktionismus. 5
III Symbolischer Interaktionismus und Rechtsextremismus. 8
IV Kritik. 9
V Schluss. 11
Literaturverzeichnis. 12
2
I Einleitung
In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit dem Symbolischen Interaktionismus als Handlungstheorie. Ich werde zunächst die Theorie des Symbolischen Interaktionismus in wenigen Absätzen zusammenfassend darstellen. Dabei werde ich mich mit einer Ausnahme vorwiegend an Herbert Blumers Ausarbeitung aus dem Jahre 1969 orientieren. Anschließend möchte ich an einem Beispiel zeigen, wie der Symbolische Interaktionismus auf soziale Phänomene angewendet werden kann um diese zu erklären. Dies werde ich am Beispiel des Rechtsextremismus zeigen. Der Fokus meiner Betrachtung wird auf dem handelnden Individuum (Mikroebene) liegen wird. Danach werde ich einige Schwachpunkte der Theorie aufzeigen und auf ein anderes Paradigma der Soziologie verweisen, mit dem diese Schwächen behoben werden können. Hierbei wird die Frage aufgeworfen werden, ob der Symbolische Interaktionismus überhaupt als eine vollwertige Handlungstheorie bezeichnet werden kann. Zum Schluss werde ich versuchen diese Frage zu beantworten und ein abschließendes Urteil über den Symbolischen Interaktionismus abgeben.
II Theorie des Symbolischen Interaktionismus
Der Symbolische Interaktionismus wurde in der amerikanischen Soziologie der 1960er Jahre als alternativer Ansatz zur vorherrschenden Theorie des Strukturfunktionalismus gesehen (vgl. Münch 2002: 159). Er zählt zu den interpretativen Paradigmen und nimmt das Individuum in den Fokus der Betrachtung. Die grundlegende Theorie des Symbolischen Interaktionismus existiert jedoch schon sehr viel länger. Der Sozialbehaviorist George Herbert Mead (1863- 1931) wird, neben Anderen, als Begründer dieses Paradigmas angesehen. Es war Herbert Blumer (1900- 1987), der das Kind in einem 1937 erschienenen Artikel in „Man And Society“ auf den Namen Symbolischer Interaktionismus taufte (vgl. Blumer 1969: 1). Blumer besuchte zunächst als Student die Vorlesung Meads und übernahm diese nach dessen ausscheiden 1931. Er nimmt Gedanken aus Meads umfassendem Werk auf und fasst diese zu 3 Prämissen zusammen. Sie bilden die Grundlage des Symbolischen Interaktionismus.
II.I Grundlegende Prämissen
„The first premise is that human beings act towards things on the basis of the meanings that the things have for them. [...]
The second premise is that the meaning of such things is derived from, or arises out of, the social interaction that one has with one's fellows. [...]
The third premise is that these meanings are handeld in, and modified through, an interpretative process used by the person in dealing with the things he encouters.“ (Blumer 1969: 2)
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II.II Klassen von Objekten und die Konstruktion von Bedeutung
Die Bedeutung von Objekten steht im Mittelpunkt des Interesses des SI. 1 Zum Verständnis sind zwei Dinge zu klären. Erstens: die Frage was man unter einem Objekt versteht. Zweitens: wie einem Objekt seine Bedeutung zukommt.
Man kann drei Arten von Objekten unterscheiden.
Es gibt physikalische Objekte wie etwa ein Tisch, ein Fahrrad oder Pflanzen. Daneben gibt es soziale Objekte. Diese umfassen andere Menschen, jedoch nicht im Sinne des bloßen vorhanden seins. Hier werden vielmehr auch deren Handlungen und Rollen, wie etwa Student, Mutter oder Freund mit einbezogen. Auch gesellschaftliche Gruppen und Institutionen wie etwa Schulen oder Behörden zählen zu den sozialen Objekten.
Zuletzt gibt es die abstrakten, kulturellen Objekte. Zu ihnen gehören moralische Vorstellungen, Normen und Ideen (vgl. Blumer 1969: 10; Münch 2002: 261).
Zusammenfassend lässt sich sagen: alles was ein Akteur wahrnimmt ist ein Objekt. Woher kommt nun aber die Bedeutung dieser Objekte?
Hier kann man drei verschiedene Positionen unterscheiden. Im Realismus wird behauptet, die Bedeutung der Dinge liegt in ihrem Wesen selbst. So ist ein Stuhl ein Stuhl. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben (vgl. Blumer 1996: 4). Man muss also nur das Wesen eines Objektes erkennen um dessen Bedeutung zu verstehen.
Entgegen dieser Position steht der Psychologismus. Er stellt die Annahme auf, Bedeutungen werden vom betrachtenden Subjekt in die Objekte gelegt. Die Psyche des Akteurs konstruiert also Bedeutung auf Grund von Gefühlen und Erinnerungen (vgl. Blumer 1969: 4).
Der SI widerspricht beiden Annahmen. Die Bedeutung eines Objektes kommt ihm weder aus seinem eigenen Wesen zu noch wird sie vom betrachtenden Subjekt einseitig auferlegt. Im SI kann Bedeutung nur aus der Interaktion der Akteuren entstehen, die sich auf das selbe Objekt beziehen. Die Reaktion der anderen Akteure auf die Bedeutung, die der erste Akteur einem Objekt zuteilt haben einen Einfluss darauf, ob der erste Akteur seine Bedeutung beibehalten oder abändern wird. Es handelt sich um einen gegenseitigen Prozess der Zustimmung oder Ablehnung von Bedeutung (vgl. Münch 2002: 161). Dabei ist zu beachten, dass es sich um einen interpretativen Prozess handelt. Er verläuft in zwei Stufen. So macht sich der Akteur zunächst selbst auf die Objekte aufmerksam auf die er sich bezieht. Dies geschieht in einer Art inneren Dialogs, die später noch genauer ausgeführt wird. Durch diesen Dialog ist der Akteur in der Lage die Bedeutung zu reflektieren, die er den Objekten zuschreibt. Dies tut er im zweiten Schritt in Bezug auf die Situation in der er sich befindet (vgl. Blumer 1969: 5). Hier lässt sich bereits erkennen, dass Bedeutung im SI niemals als determiniert oder konstant angesehen wird. Durch den Prozess der Interpretation kann sie immer wieder verändert werden.
1 Der Begriff Symbolischer Interaktionismus wird im Folgenden mit SI abgekürzt
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Arbeit zitieren:
Daniel Klein, 2007, Symbolischer Interaktionismus - Konkrete Anwendung und kritische Würdigung, München, GRIN Verlag GmbH
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