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In meiner Hausarbeit werde ich versuchen die beiden Begriffe „Mikropolitik“ und „Macht“ näher zu erläutern. Ein Versuch ist es deshalb, weil beide Ausdrücke durch sehr viele verschiedene Verständnisse geprägt sind und so teilweise widersprüchliche, aber auch ergänzende Ansätze existieren. Im ersten Teil werde ich auf den Begriff Mikropolitik eingehen und einen kurzen Überblick davon geben, was darunter zu verstehen ist. Der zweite Teil befaßt sich mit Macht. Auf den ersten Blick hat diese nichts mit Mikropolitik gemein, doch soll hier speziell auf den Machtbegriff nach Crozier/Friedberg eingegangen werden, und nicht eine Herleitung bzw. Definition untersucht werden. Macht ist nämlich eines der drei Konzepte mikropolitischen Ansatzes nach Crozier/Friedberg. Auf diese Weise wird eine Verbindung zwischen den beiden Themen hergestellt, die zu Beginn noch so unterschiedlich waren.
Die beiden anderen Konzepte - Strategie und Spiel - können hier nur kurz erwähnt werden, was aber nicht bedeuten darf, dass sie für Crozier/Friedberg in ihrem Ansatz der Mikropolitik eine geringere Rolle spielen als Macht. Der Grund für die Aussparung ist lediglich, das eine ausführliche Erklärung den Rahmen der Arbeit sprengen würde.
Auch die anderen Ansätze sind nicht weniger relevant für den Begriff Mikropolitik oder der Macht, doch beschränke ich mich hauptsächlich auf die Erläuterung durch Crozier/Friedberg, da sie wohl eines der meist verbreiteten Konzepte konstruierten.
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Der Begriff der Mikropolitik wird sehr vielfältig verwendet.
Hierzu erst mal drei der bekanntesten Definitionen:
¾ Mikropolitik ist „ die Bemühung, die systemeigenen materiellen und mensch-
lichen Ressourcen zur Erreichung persönlicher Ziele, insbesondere des Aufstiegs im System selbst und in anderen Systemen zu verwenden sowie zur Sicherung und Verbesserung der eigenen Existenzbedingungen“ 1
¾ „ ( Mikro-)Politik bezieht sich auf Person- oder Gruppenverhalten, das in-
formal, scheinbar auf den eigenen Bereich beschränkt, typischerweise entzweiend und vor allem im technischen Sinn illegitim ist - gedeckt weder durch Au-torität oder akzeptierte Ideologie, noch durch nachgewiesenes Expertentum (obwohl sie all diese in Anspruch nehmen kann)“ 2
¾ Mikropolitik ist „ ... das Arsenal jener alltäglichen `kleinen´ (Mikro-) Tech-niken, mit denen Macht aufgebaut und eingesetzt wird, um eigenen Handlungsspielraum zu erweitern und sich fremder Kontrolle zu entziehen“ 3
Grundsätzlich ist mit Mikropolitik, also der „ Politik im Kleinen“ , jedoch die „ organisationale Innenpolitik“ 4 gemeint. Diese grenzt sich von der Politik auf Ebene des Staates aber auch vom Politikbegriff der BWL im Sinne von Unternehmens-politik ab. Aus diesem Grund ist Mikropolitik in der Literatur auch oft unter dem Synonym Organisationspolitik zu finden. Im Einzelnen gehen die Meinungen jedoch weit auseinander. Das Begriffsverständnis reicht hier von einer instrumentellen Ausnutzung anderer durch einen bestimmten Persönlichkeitstyp, dem sogenannten „ Mikropolitiker“ über die Kunst der Manipulation, sowie informelle Verhaltensweisen bis hin zu einem organisationstheoretischen Konzept 5 . Dieses politische Verhalten kann man als soziale Einflussnahme verstehen, die außerhalb der Verhaltenszonen liegt, welche von der Organisations-form festgelegt ist. Weiter wäre hinzu zufügen, dass Mikro-politik immer be-
1 Vgl.Neuberger (1995) : Mikropolitik. Der alltägliche Aufbau und Einsatz von Macht in Organisationen, Stuttgart: Enke , S 16, zit. n. Bosetzky 1972, S.382
2 Vgl. Neuberger (1995), S.16, zit. n. Mintzberg 1983, S 172
3 Vgl. Neuberger (1995), S 14, zit. n. Neuberger 1994a, S.261
4 Vgl. Küpper/Orthmann (Hg.) (1992): Mikropolitik. Rationalität, Macht und Spiele in Organisationen, 2. Auflage, Opladen: Westdeutscher Verlag, S.18
Arbeit zitieren:
Christina Müller, 2001, Mikropolitik und die Rolle der Macht, München, GRIN Verlag GmbH
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