1. Unterrichtliche Voraussetzungen
Vier Wochen vor Beginn der Weihnachtsferien wurde das Thema „Schöpfung“ als Unterrichtsreihe eingeführt.
Die Kinder haben nach der Einführung durch das Bild „Schöpfung“ von Sieger Köder den priesterschriftlichen Schöpfungsbericht kennen gelernt. Die Einteilung in die sieben Schöpfungstage ist ihnen bekannt und wurde anhand einer Bilderfolge erarbeitet. Vertieft wurde die Kenntnis über die sieben Tage durch die Gestaltung mehrerer Wandfriese, die von den Kindern in Gruppen durchgeführt wurde. Hierdurch lernten die Kinder bereits, sich abzusprechen und sich hinsichtlich der Aufgabenverteilung bei der Gestaltung zu einigen.
Die Kinder haben bereits des Öfteren kreativ und alleine eigene Texte an einen nicht fassbaren Adressaten geschrieben. Sowohl zum Thema Freundschaft als auch zum Gleichnis vom verlorenen Sohn wurden Schreibanlässe geboten. Zu letzterem sollten die Kinder z.B. eine Einladung an den eifersüchtigen Bruder schreiben.
Begründung von Thema und Ziel:
Struktur der Unterrichtsreihe:
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Die Unterrichtsreihe greift verschiedene Aufgabenschwerpunkte der Bereiche des Faches Katholische Religionslehre auf. Die Schüler sollen sich Gott als Schöpfer und Bewahrer der Welt erschließen und für den Dank und die Bewahrung der Schöpfung sensibilisiert werden. Wurde zuvor der Bereich „Das Wort Gottes und das Heilshandeln Jesu Christi in den biblischen Überlieferungen“ aus dem Lehrplan herausgegriffen ,indem die Kinder mit der Schöpfungserzählung Gen 1-2,4a vertraut gemacht wurden, so steht in dieser Unterrichtsstunde der Bereich „Religion und Glaube im Leben der Menschen“ im Mittelpunkt. 1 Es geht darum, den Glauben an Gott zum Ausdruck zu bringen. Der Psalm 104 ist Ausdruck des Glaubens der damaligen Bevölkerung und soll die Kinder zum Nachdenken und Sprechen über das eigene Leben im Horizont der Schöpfung anleiten. Auch sie haben Anlass, Danke zu sagen und sich Gott anzuvertrauen. Damit kommt auch der bereits thematisierte Aufgabenschwerpunkt „Ich, die Andern, die Welt und Gott“ zum Zuge: Das Lob für die Schöpfung, für all das, worüber wir staunen, gilt dem Schöpfergott. 2 Dies führt bei den Kindern „zu einem vertieften Selbstverständnis in Beziehung zu Gott, zu Anderen und zur Schöpfung“ 3 und verhilft ihnen zur Fähigkeit, „das Wahrnehmen und Staunen über den Menschen in der Schöpfung zu vertiefen“ 4 . Die Kinder lernen dadurch, ihr Leben im Licht der biblischen Botschaft zu deuten und dafür Danke zu sagen.
3. Sachbezogene Überlegungen
Um 550 v.Chr., 400 Jahre nach der Entstehung des jahwistischen Schöpfungsberichtes, wurde von Priestern im babylonischen Exil ein neues Schöpfungslied verfasst. 5 Dieses findet sich in der Bibel in Gen 1,1-2,4a und gibt Antwort darauf, wie die Welt entstanden ist. Die Welt ist Gottes Schöpfung- Gott ist „in ihr gegenwärtig und wirksam“ 6 .
1 Vgl. Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW: „Richtlinien und Lehrpläne“, S.159ff.
2 Vgl. ebd., S.159
3 Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW: „Richtlinien und Lehrpläne“, S.151
4 ebd., S.152
5 Freudenberg, Hans: Religionsunterricht praktisch 4, S.12
6 Dietz,Walter: Schöpfungslehre, S.280
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Die priesterliche Erzählung, wie ein Gedicht in Strophen eingeteilt, beginnt mit einem Bekenntnis zum einen Gott, dessen Schaffen einmalig und unvergleichbar ist. Er setzt den absoluten Anfang durch sein Wort, sein gebieterisches Sprechen. Sein Schöpferhandeln ist mühelos, allein durch sein Wort drängt er in sechs Tagen das Wasser der Urflut zurück und ordnet die Welt als Lebensraum für Lebewesen. Er erschafft den Menschen in Zweigeschlechtlichkeit als sein Ebenbild und übergibt ihm die Herrschaft über die Erde. Gott erklärt seine Schöpfung für „gut“ und heiligt den siebten Tag als den Tag, an dem der Mensch ausruhen und seinen Schöpfer loben soll. 7
Die Schöpfungspsalmen des Alten Testamentes „sind als als den Schöpfungserzählungen gleichwertige Texte anzusehen, die das Bekenntnis zu Gott als dem Schöpfer in Lob und Dank“ 8 ausdrücken.
Der Psalm 104, für die Kinder vereinfacht umgeschrieben, ist ein Loblied an die Schöpfung und „gehört hinsichtlich dieses dichterischen Wertes zu den schönsten Liedern des Psalters“ 9 . Mit Ehrfurcht bekundet der Dichter sein Staunen über die Größe und Herrlichkeit Gottes und seiner Schöpfung. Der Psalm ist aber auch zugleich ein Appell an die Menschen, aufmerksam zu leben und die Gaben Gottes dankbar wahrzunehmen. Denn das Leben jedes Einzelnen „verdankt sich nach biblischer Auffassung der schöpferischen Fürsorge Gottes: Er bildet ihn, er haucht ihm seinen Lebensatem ein“ 10 .
Die biblischen Schöpfungstraditionen dienen den Kindern im Religionsunterricht der Selbstfindung und Lebensorientierung. 11 Sie sind geeignet, „auch im Horizont der Bedrohung Lebensmut zuzusprechen, der sich aus einem Grundvertrauen in die Verläßlichkeit der in Gott ruhenden Schöpfung speist“ 12 . Mit diesem Grundvertrauen können wir für die Schöpfung Danke sagen.
7 Vgl. R.F.: Schöpfungsbericht, S.430
8 Sievers, Eberhard: Religionsunterricht im 3.Schuljahr, S.142
9 Ebd., S.140
10 Berg, Horst Klaus: Altes Testament unterrichten, S.18
11 Freudenberg, Hans: Religionsunterricht praktisch, S.12
12 Freudenberg, Hans: Religionsunterricht praktisch, S.12
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Nicole Anton, 2008, Unterrichtsstunde: Dank für Gottes Schöpfung (Psalm 104) - Wir schreiben ein eigenes Dankgebet, München, GRIN Verlag GmbH
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