Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Das Gesundheitssystem der USA 4
2.1 Finanzierung des Gesundheitswesens durch Krankenversicherungen 4
2.1.1 Die gemeinnützigen Versicherungsgesellschaften 4
2.1.2 Die kommerziellen Versicherungsgesellschaften 5
2.1.3 Neue Form der Krankenversicherung 6
2.1.4 Staatliche Hilfsprogramme 6
2.1.4.1 Medicare 7
2.1.4.2 Medicaid 7
2.2 Versorgung nach Leistungssegmenten 8
2.2.1 Ambulante Versorgung 8
2.2.2 Stationäre Versorgung 8
2.3 Leistungserbringer und Leistungsausgaben 9
2.3.1 Berufe im Gesundheitswesen und deren Honorierung 10
2.3.2 Leistungsausgaben und deren Entwicklung 13
3. Probleme und Stärken im US Gesundheitswesen 16
Literaturverzeichnis 19
2
1. Einleitung
„Der Neurologe Ian Livingstone hat England einst verlassen, weil er das britische Gesundheitssystem für »kaputt« hielt: »Wer dort als Arzt eine Anstellung hatte, legte die Füße hoch und bewegte sich nicht mehr«. 1980 wechselte er [...] deshalb nach Harvard. Er hatte gehofft, in Amerika ein Gesundheitssystem vorzufinden, das Wert auf Freiheit und Offenheit legt. Das Gegenteil war der Fall, und es wurde immer schlimmer. Heute steht das amerikanische Gesundheitssystem vor einem Kollaps, ethisch wie finanziell.“ 1
Im Präsidentschaftswahlkampf 1992 hat Bill Clinton versprochen das amerikanische Gesundheitssystem grundlegend zu reformieren, nachdem nur
36 Prozent der Bevölkerung mit dem bestehenden System zufrieden gewesen
sind. Dieses Versprechen und auch die Hoffnung, die er damit bei den Bürgern hervorrief, verhalfen ihm unter anderem zu seinem Wahlsieg. Doch die Durchführung und somit das Versprechen des damaligen Präsidenten scheiterte. Bis heute gibt es noch keine gesetzliche Krankenversicherungs- pflicht in den USA. 2
Ziel dieser Arbeit ist es das Gesundheitswesen der USA durch die Bearbeitung bestimmter Themengebiete darzustellen. Dies soll dabei helfen, Probleme aber auch Stärken des Systems feststellen zu können.
1 Rehfeld, N.: Der amerikanische Patient. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 235 vom 10.Oktober 2007, S. 40 2 Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 1
3
2. Das Gesundheitssystem der USA
In diesem Kapitel soll das System des Gesundheitswesens in den USA näher erläutert werden. Dabei soll hauptsächlich auf die Themengebiete Krankenversicherung, ambulante und stationäre Versorgung sowie auf die Leistungserbringer und die Leistungsausgaben und deren Entwicklung eingegangen werden.
2.1 Finanzierung des Gesundheitswesens durch
Krankenversicherungen
Die USA geben rund 15 Prozent des BIP (Bruttoinlandprodukt) für die Gesundheit aus, dennoch sind 47 Millionen US-Bürger nicht krankenversichert, das macht sechzehn Prozent der gesamten Bevölkerung aus. Den Versicherungskonzernen wird vorgeworfen, dass sie rein gewinnorientiert handeln. 1 Der Krankenversicherungsmarkt in den USA teilt sich in 3 Segmente auf: Die gemeinnützigen, die kommerziellen und die staatlichen Krankenversicherungen. Zudem gibt es eine neuere Form der Krankenversicherung. Im folgenden Kapitel sollen diese Versicherungsformen näher erläutert und beschrieben werden.
2.1.1 Die gemeinnützigen Versicherungsgesellschaften
Die gemeinnützigen (»not-for-profit«) Versicherungsgesellschaften Blue Cross und Blue Shields, kurz die Blues, haben den Versicherungsmarkt traditionell geprägt. Sie sind nicht auf Gewinne aus, sondern auf die medizinische Versorgung ihrer Patienten. Die Blue Cross Versicherung entstand aus der Initiative von Krankenhäusern heraus, um deren Arbeit zu finanzieren. So müssen die Mitglieder für eine stationäre Versorgung eine monatliche Prämie einzahlen. Aufgrund des Erfolgs der Blue Cross Idee, boten einige Ärzte
1 Vgl. Rehfeld, N.: Der amerikanische Patient. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 235 vom
10.Oktober 2007, S. 40
4
Kaliforniens medizinische ambulante Versorgung gegen das Zahlen einer Prämie an. Somit war der Weg für die Blue Shields Versicherung geebnet. 1
Heute sind 98 Millionen US-Bürger unter den Versicherungsgesellschaften Blue Cross und Blue Shields versichert. 2 Aufgrund der Tatsache, dass die Blues von ihren Mitgliedern monatliche Zahlungen erhalten, gewährleisten die beteiligten Krankenhäuser eine kostenfreie Behandlung der Mitglieder. Den Patienten entstehen keine weiteren Kosten egal wie viel die Blues den Krankenhäusern aufgrund der Behandlung letztendlich zahlen müssen. 3
2.1.2 Die kommerziellen Versicherungsgesellschaften
Die kommerziellen Versicherungsträger sind ähnlich der deutschen Privatversicherung. Es handelt sich im amerikanischen Gesundheitssystem hauptsächlich um die Form einer Lebensversicherungsgesellschaft, die jedoch immer mehr ihren Schwerpunkt auf die Krankenversicherung legt. 4 Eine große Anzahl der Arbeitgeber in den USA versichert seine Arbeitnehmer über eine kommerzielle Versicherungsgesellschaft. Ein Vorteil dieser Art von Gruppenversicherung liegt für den Versicherungsträger darin, dass sie im Verwaltungsbereich Einsparungen erzielen. Es gibt aber auch kommerzielle Versicherungsgesellschaften, die die Krankenversicherung von Individuen abdecken. Die anfallenden Krankenhauskosten übernimmt zunächst der Patient selbst. Die Rechnung kann er daraufhin jedoch bei seiner Versicherung einreichen. Soweit die Versicherung die erbrachten Leistungen abdeckt, werden die Kosten dem Patienten, abzüglich einer Selbstbeteiligung, zurück erstattet. 5 Häufig sind die Krankenhausrechnungen jedoch höher als die Versicherung abdeckt, sodass der Patient eine hohe Eigenbeteiligung aufwenden muss.
1 Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 18-20 2 Vgl. Blue Cross Blue Shield Association: 2007 Medical Cost Reference Guide, Facts and Trends Supporting Knowledge-Driven Solutions, 22:43Uhr 3 Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 18-20 4 Vgl. Ginsburg, P.: Krankenhauskosten in den USA, In: Kosten und Effizienz im Gesundheitswesen, hrsg. v.: Badura, B., Ferber, Ch. v., Kaufmann, F., Pankoke, E., Thiemeyer, T., Band 4, Oldenbourg Verlag, München 1985, S. 201-219 5 Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 21/22
5
Damit stehen die kommerziellen Versicherungen den gemeinnützigen etwas nach, da die Blues eine komplette Behandlung in Krankenhäusern abdecken, ohne dass der Patient eine Selbstbeteiligung zu zahlen hat. 1
2.1.3 Neue Form der Krankenversicherung
Eine Alternative zu privaten Versicherungen sind die sogenannten »Health Maintenance Organizations« (HMOs). Sie wurden in den achtziger Jahren in den USA eingeführt, um die enormen Kosten des amerikanischen Gesundheitswesens einzudämmen aber dennoch eine qualitativ gute Versorgung anzubieten. HMOs sind oft im Besitz eigener Krankenhäuser und sie beschäftigen ausgewähltes medizinisches Personal, um ihre Mitglieder zu pflegen. Sie bilden damit ein geschlossenes System. Die Mitglieder müssen eine fixe Prämie zahlen und werden dafür in den kooperierenden Einrichtungen behandelt. Die Zahlung der Prämie ist jedoch unabhängig von der Inanspruchnahme der medizinischen Leistungen. Dies gilt als ein Vorteil der HMOs. Sie können Kosten verringern und geben den Ärzten einen Anreiz, dass ihre Patienten gesund bleiben. In dieser Form der Versicherung können die Ärzte nicht aus der Krankheit von Patienten Profit erlangen sondern aus der Gesundheit ihrer Patienten. Doch genau dies kritisiert die »American Medical Association« (AMA), indem sie den HMOs vorwirft, dass durch diesen Anreiz eine medizinische Unterversorgung der Patienten angestrebt würde. 2
2.1.4 Staatliche Hilfsprogramme
Es gibt im amerikanischen Gesundheitssystem zwei staatliche Hilfsprogramme, die von großer Bedeutung sind, die Medicare und Medicaid Programme.
1 Vgl. Ginsburg, P.: Krankenhauskosten in den USA, In: Kosten und Effizienz im
Gesundheitswesen, hrsg. v.: Badura, B., Ferber, Ch. v., Kaufmann, F., Pankoke, E., Thiemeyer,
T., Band 4, Oldenbourg Verlag, München 1985, S. 201-219
2 Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik
Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 22-32
6
Arbeit zitieren:
Juliane Belz, 2007, Analyse des Gesundheitssystems der USA, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Gesundheitsökonomie: Kosten- und Nutzenanalyse - Möglichkeiten und Gre...
Seminararbeit, 21 Seiten
Länderstudie USA - Gesundheitspolitik/Gesundheitssystem
Politik - Internationale Politik - Region: USA
Hausarbeit, 24 Seiten
Die Finanzierungsprobleme im österreichischen Gesundheitswesen
Wesentliche Ursachen und Lösun...
Hausarbeit, 11 Seiten
Vergleich von Managed Care / Integrierter Versorgung in den USA und De...
Hausarbeit, 36 Seiten
Die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung in der Zukunft: ...
Hausarbeit, 11 Seiten
Reformbestrebungen um die Berufsbildung der Pflegeberufe - Wege aus de...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Studienarbeit, 50 Seiten
Gesundheitssysteme im europäischen Vergleich
Stand 2004
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Hausarbeit, 37 Seiten
Astrid Lindgren: Ihr Leben und ihr Werk "Die Brüder Löwenherz&quo...
Hausarbeit, 21 Seiten
Aspekte des Unheimlichen, Fantastischen und Wunderbaren in Gustavo Ado...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 21 Seiten
Motivation, Leistungsmotivation - Theoretische Grundlagen und praktisc...
Seminararbeit, 28 Seiten
Wert des Gutes Gesundheit: Wie sind ausgewählte Instrumente der Nutzwe...
Hauptseminararbeit, 39 Seiten
Zur Pluralflexion beim Dysgrammatismus im Deutschen
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Hauptseminararbeit, 31 Seiten
Marktversagen auf den Märkten für Gesundheitsgüter und Krankenversiche...
Seminararbeit, 26 Seiten
Jonida Gupe gefällt Analyse des Gesundheitssystems der USA
Juliane Belz's Text Analyse des Gesundheitssystems der USA ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Juliane Belz hat den Text Analyse des Gesundheitssystems der USA veröffentlicht
0 Kommentare