Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Bevölkerung in NRW 4
2.1 Geschichte der Bevölkerungsentwicklung Expansion und demographischer Wandel 5
2.2 Ausländische Bevölkerung 6
2.3 Konfessionen 8
3. Zuwanderungen 9
3.1. Spätaussiedler 10
3.2 Ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 11
3.3 Weitere Zuwanderungsgruppen 12
3.4 Fördermaßnahmen und Integration 12
3.4.1 Einrichtungen der Integrationsarbeit in NRW 14
4. Zukunft in NRW Prognosen 17
5. Resümee 19
6. Anlagen 21
7. Literatur 24
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1. Einleitung Im Sommer 2006 wurde das Bundesland Nordrhein-Westfalen 60 Jahre alt. Ein Anlass, der gefeiert wurde und gleichzeitig auch zum Nachdenken über seine Geschichte und Entwicklung anregte. Es ist nicht viel übrig geblieben von dem „Bindestrichland“, dass einst 1946 im Rahmen der Operation „Marriage“ entstand, vieles hat sich verändert. Die nordrhein-westfälische Bevölkerung schaffte den Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg, errang für das Land wirtschaftliche Erfolge, machte es zu einem Wissenschaftsstandort und bevölkerte es mit einer vielfältigen Kultur, nicht zuletzt aufgrund der Eingliederung von Zuwanderern aus verschiedensten Nationen.
Die vorliegende Hausarbeit soll sich mit den Menschen die in diesem Land leben beschäftigen, ein detailliertes Bild dieser Bevölkerung zeichnen und einen Ausblick für seine mögliche Zukunft vornehmen.
Zunächst werden im 2. Kapitel grundlegende Hintergründe und Entwicklungen der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens präsentiert, die einen Einblick in den Gegenstand dieser Hausarbeit liefern sollen. Daran schließt sich eine Auseinandersetzung mit der enormen Expansion der Bevölkerung und seinem demographischen Wandel an.
Des Weiteren sollen im Verlauf dieses Kapitels die ausländische, in Nordrhein-Westfalen lebende Bevölkerung und schließlich die vielfältigen in diesem Land vertretenen Konfessionen untersucht werden.
Im Kapitel 3 wird dann ein besonderes Augenmerk auf die zugewanderte Bevölkerung Nordrhein-Westfalens gelegt, wobei verschiedene Zuwanderungsgruppen vorgestellt werden sollen. Abschließend werden Fördermaßnahmen und Projekte der Landesregierung präsentiert, die den Zuwanderern eine gelingende Integration in die nordrhein-westfälische Gesellschaft ermöglichen sollen.
Die Zukunft, die dem Land Nordrhein-Westfalen und seiner Bevölkerung bevorsteht wird im
4. Kapitel anhand von Prognosen für eine zukünftige Bevölkerungsentwicklung unersucht. Dabei geht es vorrangig um vorherrschende Probleme, die sich in der Zukunft nach Prognosen von Experten ausweiten werden.
Abschließend sollen die in dieser Hausarbeit erarbeiteten Ergebnisse im Kapitel 5 resümiert werden, wobei Defizite im Umgang mit der Bevölkerungsentwicklung und vor allem mit den zugewanderten Menschen in Nordrhein-Westfalen diskutiert werden sollen. Zuletzt finden sich Anlagen zur Hausarbeit und das Verzeichnis der verwendeten Literatur.
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2. Bevölkerung in NRW Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland der Bundesrepublik Deutschland mit etwa 18 Millionen Einwohnern; auf einem km² leben durchschnittlich 527 (1998) Nordrhein-Westfalen. Statistisch gesehen entfällt für jeden Bundesbürger eine Fläche von etwas mehr als ¼ eines Fußballfeldes. Die dichte Besiedelung resultiert aus dem hohen Urbanisierungsgrad, da allein von den 84 Großstädten Deutschlands 30 zu Nordrhein-Westfalen gehören. Die Bevölkerung ist von gut 11 Millionen nach dem zweiten Weltkrieg bis Anfang der 70er Jahre, bedingt vor allem durch Zuwanderung, auf über 17 Millionen gestiegen (1998: 18,0 Millionen) (Vgl.: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW 1 ).
Die Entstehungsgeschichte Nordrhein-Westfalens hat sich nachhaltig auf seine Bevölkerung ausgewirkt. Das Land Nordrhein-Westfalen entstand als eigenständiges Land 1946 im Zuge der allgemeinen Neubildung der Länder innerhalb der Besatzungszonen im Nachkriegsdeutschland. Umstritten war zunächst die Frage, ob es zwei getrennte Länder „Rheinland“ und „Westfalen“ oder sogar einen eigenen „Ruhrstaat“ geben sollte. Im Juni 1946 fiel in London die Entscheidung für die Operation „Marriage“ – Hochzeit der zur britischen Zone gehörenden preußischen Rheinprovinz und der gesamten preußischen Provinz Westfalen, sie sollten zu einem Land mit dem neuen Namen „Nordrhein-Westfalen“ zusammengeschlossen werden. Im Jahr 1947 wurde dann noch das Land Lippe-Detmold eingegliedert, so dass Nordrhein-Westfalen seine heutige territoriale Ausdehnung bereits vor der Gründung der BRD erhielt. Die deutsche Bevölkerung und die entstehenden neuen politischen Parteien hatten keine Möglichkeit, auf dieser Entscheidung zur Landesgründung Einfluss zu nehmen. Dabei gingen die Meinungen auch bei den Deutschen auseinander. Im Rheinland war die Stimmung zur Landesgründung eher positiv, in Westfalen war die Skepsis größer. Die Mehrzahl der betroffenen Menschen wurde von der Entscheidung schlicht überrascht. (Vgl.: Maron, Wolfgang: NRW. Ein Land mit Geschichte. Münster. 2006.S. 13f)
Zu den in Nordrhein-Westfalen lebenden Menschen gehören etwa 2 Millionen (11%) Ausländer, womit Nordrhein-Westfalen einen deutlich höheren Ausländeranteil aufweist, als der Durchschnitt in Deutschland (8,9%). Das bedeutet, dass 1998 in Nordrhein-Westfalen allein mehr als ein Viertel aller registrierten Ausländer lebte.
1 www.lds.nrw.de/statistik
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Konfessionell ist Nordrhein-Westfalen hauptsächlich bestimmt durch die beiden christlichen Kirchen, römisch-katholisch und evangelisch, wobei man andere vertretene Konfessionen wie moslemisch und jüdisch nicht außer Acht lassen sollte.
Im Folgenden sollen verschiedene Aspekte der nordrhein-westfälischen Bevölkerung näher betrachtet werden, wobei das Hauptaugenmerk auf die zugewanderte ausländische Bevölkerung gelegt wird, die auf die Entwicklung und heutige Beschaffenheit des Landes Nordrhein-Westfalens enormen Einfluss genommen hat.
2.1 Geschichte der Bevölkerungsentwicklung, Expansion und demographischer Wandel Die nordrhein-westfälische Bevölkerung expandierte von rund 11 Millionen nach dem zweiten Weltkrieg auf über 17 Millionen in den 70er Jahren, vor allem durch die enorme Zuwanderung. Bereits 1961 verzeichnete NRW eine Einwohnerzahl von 15,9 Millionen, eine Spätfolge der Anwerbepolitik in den 50er und 60er Jahren für „Gastarbeiter auf Zeit“. Die Zahl der Gastarbeiter, die aus verschiedenen Ländern kamen, erhöhte sich auch nach dem Anwerbestopp von 1976 im Zuge der Familienzusammenführung und aufgrund hoher Geburtenraten stetig.
Ab den 70er Jahren waren die Bevölkerungszahlen zwar zeitweise etwas rückläufig, stiegen aber seit dem Ende der 80er Jahre wieder an, 1998 lebten in Nordrhein-Westfalen etwa 18 Millionen Menschen. (Vgl.: Leske und Budrich: NRW-Lexikon.1996 / von Alemann, Brandenburg: Nordrhein-Westfalen. Ein Land entdeckt sich neu. S.51-52) Es ist ein demographischer Wandel in NRW zu verzeichnen, als zusammengefasstes Phänomen von demographischer Entwicklung und sozialem Wandel, welcher eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen für unsere Region und Städte darstellt. Bevölkerungsrückgang, Alterung und Internationalisierung sind die zentralen Konsequenzen des demographischen Wandels. Diese Phänomene sind natürlich kein rein nordrheinwestfälisches Phänomen, sondern ein allgemeines, das weiter zunehmen wird. „Die Entwicklung hin zu Kleinfamilien mit wenigen Kindern und die weitere Zunahme von Single-Haushalten einerseits sowie das steigende durchschnittliche Lebensalter der Menschen andererseits wird zum Problem in den meisten Industrieländern der westlichen Welt.“ (von Alemann, Brandenburg. S. 52)
Betrachtet man die Alterspyramide, welche die deutsche Bevölkerung in NRW am 31. 12. 2004 nach Alter und Geschlecht darstellt, lassen sich deutliche Merkmale dieser Phänomene erkennen. (Vgl. Abbildung 1, Anhang, S. 19 )
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Insgesamt ist ein Großteil der nordrhein-westfälischen Bevölkerung über 40 Jahre alt, was sich an der eher „bauchigen“ Form der Pyramide festmachen lässt. Der Vergleich der Jahre 1950 und 2004 in der dazugehörigen Bevölkerungstabelle (Vgl. Tabelle 1, Anlage, S. 20) spiegelt die Alterung der Gesellschaft sehr gut wieder. 1950 waren 22,6% der Bevölkerung unter 15 Jahre alt und nur 8,8% älter als 65. Demgegenüber stehen 15,4% der unter 15 jährigen und bereits 18,7% der über 65 jährigen innerhalb der Bevölkerung im Jahre 2004. Darüber hinaus weist die Alterspyramide deutliche Einschnitte auf, die auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden können. Der erste Einschnitt befindet sich bei der Gruppe der etwa 85jährigen, aufgrund von Geburtenausfällen während des ersten Weltkrieges. Der zweite Einschnitt liegt bei der Gruppe der etwa 70jährigen, was auf die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zurückzuführen ist, der dritte bei der Gruppe der 60jährigen durch die Geburtenausfälle während des zweiten Weltkrieges.
Mitte der 60er Jahre setzte der Geburtenrückgang ein, der bis 1975 zu immer schwächer besetzten Altersklassen führte, was man in der Alterspyramide bei der Gruppe der 3040jährigen abzulesen kann. Von 1976 bis Anfang der 90er Jahre nahm die Zahl der nachwachsenden deutschen Bevölkerung wieder geringfügig zu, aber seit dem sind die Bevölkerungszahlen rückläufig.
Außerdem kann man einen ausgeprägten Frauenüberschuss der über 65jährigen erkennen, während bei den jüngeren Altersgruppen eher ein leichter Männerüberschuss vorherrscht, was auch als Folge der Weltkriege und damit verbundener Geburtenausfälle zu erklären ist. Diese altergemäße Zusammensetzung der Bevölkerung löst Diskussionen über seine zukünftige Struktur aus (Vgl. Kapitel 4 ).
2.2 Ausländische Bevölkerung
In NRW leben heute ca. 2 Millionen Ausländer, das sind 10,8% der Gesamtbevölkerung. Im Vergleich mit
überdurchschnittlichen Ausländeranteil auf, rangiert aber im Ländervergleich nur an Position
6. Höhere Anteile der ausländischen Bevölkerung weisen z. B. Baden-Württemberg (12,0%), Berlin (13,4%), Bremen (12,8%), Hamburg (14,1%) und Hessen (11,4%) auf. (Vgl.: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen, a .a. O.) Die meisten in Deutschland lebenden Ausländer leben vielfach schon in der zweiten oder dritten Generation in unserem Land und sind größtenteils auch hier geboren. Es handelt sich um Arbeitsmigranten mit ihren Familienangehörigen, Asylsuchende, anerkannte
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Arbeit zitieren:
Kathrin Pflipsen, 2006, 60 Jahre NRW, München, GRIN Verlag GmbH
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