Inhaltsverzeichnis
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I. Einleitung 1
II. Begriffsbestimmungen 3
1. Migranten 3
2. Integration 4
3. Gesundheitsbildung 5
III. Gesundheitliche Situation 7
1. Migrantinnen und Migranten 7
2. Kinder und Jugendliche mit 10
Migrationshintergrund
IV. Ziele der Gesundheitsbildung 12
1. Allgemeine Gesundheitsbildung 12
2. Kultursensible Gesundheitsbildung 12
V. Kritische Reflektion aus 14
systemisch -konstruktivistischer Sicht
VI. Fazit 17
VII. Literatur 19
I. Einleitung
Die Integration von Migrantinnen und Migranten stellt eine der wichtigsten gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union dar. Eine nachhaltige Integration erfordert von allen Beteiligten ein Vorgehen, das die unterschiedlichen Problem- und Handlungsfelder der Integrationsarbeit aktiv fördert. Ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Integration, insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung, ist eine kultursensible Gesundheitsförderung von Migrantinnen und Migranten.
Im Rahmen einer längerfristigen Gesundheitspolitik hebt z.B. das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen u.a. die „Gesundheitsförderung und Prävention“ als eines von 5 Strukturzielen und die Partizipation und Chancengleichheit von Migrantinnen und Migranten als ein relevantes Querschnittsthema hervor (MGSFF 2005: 6). In eine ähnliche Richtung argumentiert das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen mit seinem „Aktionsplan Integration“, indem es die Wichtigkeit des Sportes 1 als Integrationsinstrument betont, weil es verbindet, das Miteinander fördert und Gemeinsamkeiten schafft (MGFFI, 2006: 13).
Was bedeutet jedoch Integration und wie ist die Notwendigkeit und Wertigkeit einer Gesundheitsbildung einzuordnen? Geht das eine ohne das andere?
1 An dieser Stelle soll vorausgesetzt werden, dass Sport und Gesundheit in einem zirkulären Austausch stehen und aus systemtheoretischer Sicht strukturell gekoppelt sind.
1
Die Absicht der vorliegenden Hausarbeit liegt darin das Thema Gesundheitsbildung vor dem Hintergrund einer notwendigen Integration zu betrachten und die intensive Verschränkung von Gesundheit und Integration heraus zuarbeiten. So lautet eine wesentliche These von Stickan-Verfürth, dass Integration Gesundheitsförderung 2 ist (vgl. 2004: 92).
Im ersten Schritt erfolgt eine Begriffsbestimmung. Diese dient als Grundlage um die Probleme und Ziele in der Gesundheitsbildung für Migrantinnen und Migranten zu entwickeln. Als Grundlage dienen Studien und Quellen, die Gesundheit und Migration als zentrales Thema behandeln. Die verschiedenen Quellen verdeutlichen die Dynamik der Integrationsprozesse und die neue Ausrichtung einer neuen Integrationspolitik in der Interaktion mit Migrantinnen und Migranten, die lautet: „Mit statt für“ (ebd.: 91). Weiterhin dient die Quelle von Blättner 3 als Spannungsbogen zur Gesundheitsbildung und damit zur Erwachsenenbildung.
Anschließend soll aus erwachsenenpädagogischer Sicht mit dem systemisch-konstruktivistischen Ansatz die Ausführungen kritisch reflektiert werden. In der kritischen Auseinandersetzung wird die Frage aufgeworfen, ob sich Gesundheitsbildung, auch gerade vor dem Hintergrund einer notwendigen Integration von Migrantinnen und Migranten und des demografischen Wandels, lehren lässt? Die Hausarbeit wird mit einer Schlussfolgerung geschlossen.
2 Weiter unten werden die Begriffe Gesundheitsförderung und Gesundheitsbildung kurz gegenübergestellt und diskutiert.
3 Blättner stellt in ihrem Werk „Gesundheit lässt sich nicht lehren“ eine fundierte Betrachtung der Gesundheitsbildung aus systemischkonstruktivistischer Sicht dar.
2
II. Begriffbestimmungen
1. Migranten
In der vorliegenden Arbeit sind unter Migrantinnen und Migranten nach Deutschland Zugewanderte 4 gemeint, die einen ausländischen Pass besitzen und Eingebürgerte mit deutschem Pass, also mit Migrationshintergrund. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten Ende 2004 ca. 6,7 Millionen Frauen und Männer mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit in Deutschland. Die Ausländerquote lag bei 8,4 % (vgl. BAMF 2005: 553). Die größten nach Deutschland eingewanderten Bevölkerungsgruppen sind Einwanderer aus der Türkei, Jugoslawien und Italien (ebd.). Obgleich begriffstechnisch nicht sauber, soll auch die erste, zweite und dritte Generation unter diesem Begriff subsumiert werden 5 . „Experten rechnen damit, das der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund in westdeutschen Ballungsgebieten (z.B. Köln) aufgrund des veränderten Reproduktionsverhaltens der deutschen Bevölkerung in wenigen Jahren auf über 50 % steigen wird“ (Boos-Nünning/Karakasoglu in Kleindienst-Cachay 2006: 5).
4 Migrationsgründe können persönlicher, kultureller, sozialer, ethnischer, politischer, wirtschaftlicher, religiöser, ökologischer Art sein, die sich gegenseitig bedingen können.
5 Migrantinnen und Migranten bilden keine homogene Gruppe. Zugewanderte differenzieren sich in einer breiten Spanne
unterschiedlicher Karrieren, Orientierungen und Erwartungen. Der Verfasser der Hausarbeit ist sich im Klaren darüber, dass durch diese umfassende Begriffsbestimmung die Arbeit an Trennschärfe einbüsst. Z.B. hat die hier geborene Generation den Wanderungsprozess nicht vollzogen und waren den damit verbundenen physischen und psychischen Prozessen nicht unterworfen.
3
Die Mehrheitsgesellschaft wünscht und fordert von den Migrantinnen und Migranten die Integration in den gesamtgesellschaftlichen Kontext 6 . Was bedeutet jedoch Integration und an welchen Indikatoren kann man den Fortschritt von Integration sehen? 7
2. Integration
Der Begriff Integration (von lateinisch integratio: Wiederherstellung eines Ganzen) erhält in der Literatur eine Bedeutungsvielfalt, die eine klare Bestimmung dieses sozialpolitischen Begriffes erschwert. Für die vorliegende Arbeit soll das Integrationsschema nach Heckmann zugrunde gelegt werden. In seinen Ausführungen unterscheidet er die assimilative, die pluralistische und die interaktionistische Integration. Bei der assimilativen Integration übernehmen die Personen vollständig die Kultur der neuen Gesellschaft, unter Aufgabe der eigenen. Die pluralistische Integration ist gegeben, wenn die Existenz der Kultur der „Fremden“ allgemein toleriert und anerkannt wird. In der interaktionistischen Integration nimmt die aufnehmende
Gesellschaft Elemente der zu integrierenden Kultur auf (Heckmann 1998: 21 ff.).
6 Es ist zu vermuten, dass u.a. der demografische Wandel die Integrationsdiskussion in Politik und Gesellschaft beschleunigt hat. „Das migrationsbedingte Bevölkerungswachstum der zugewanderten
Bevölkerung kann die Verluste der deutschen Bevölkerung ungefähr noch bis 2015 kompensieren“ (Krämer 2004: 32).
7 Im Nationalen Integrationsplan vom Juli 2007 wird erstmals dezidiert versucht Kriterien (Indikatoren, Monitoring, Evaluierung) zu entwickeln, mit denen der Grad einer gelungenen Integration gemessen werden soll, ganz im Sinne eines prozessorientierten Qualitätsmanagements. Wird das erreicht was beabsichtigt ist?
4
Arbeit zitieren:
Ibrahim Uygun, 2007, Bedeutung der Gesundheitsbildung von Migrantinnen und Migranten vor dem Hintergrund einer notwendigen Integration, München, GRIN Verlag GmbH
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