II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abk ürzungsverzeichnis. VI
Formellegende. VII
1. Einleitung. 1
1.1. Ziel 1
1.2. Aufbau der Arbeit 1
2. Logistik 3
2.1. Definition 3
2.2. Aufgabengebiete 3
3. Beschaffungscontrolling. 5
3.1. Begriffsbestimmungen. 5
3.1.1. Beschaffung 5
3.1.2. Controlling 5
3.1.3. Beschaffungscontrolling. 6
3.2. Informationssysteme der Beschaffung. 6
3.2.1. Produktspezifische Informationen. 6
3.2.2. Marktspezifische Informationen 6
3.2.3. Lieferanteninformationen 7
3.3. Instrumente des Beschaffungscontrollings 7
3.3.1. Kennzahlensysteme 8
3.3.1.1. Kennzahlen zum Lieferantenserviceniveau 8
3.3.1.2. Kennzahlen zur Lieferantensteuerung. 10
3.3.2. ABC-/XYZ-Analyse 11
3.3.3. Supplier Lifetime Value. 12
3.3.4. Wertanalyse 14
3.3.5. Erfahrungskurvenanalyse 16
4. Risikomanagement. 17
4.1. Definition 17
4.1.1. Risiko 17
4.1.2. Risikomanagement. 18
4.2. Risikostrategie. 19
4.3. Risikoidentifikation. 20
4.3.1. Systematisierung der Risikoidentifikation. 20
4.3.2. Instrumente der Risikoidentifikation 21
4.3.2.1. Operative Instrumente 21
4.3.2.2. Strategische Instrumente 22
4.3.2.3. Identifikation von unternehmensexternen Risiken 23
4.3.2.4. Identifikation unternehmensinterner Risiken. 25
4.4. Risikobewertung. 29
4.4.1. Komponenten des Risikos 29
4.4.2. Verfahren der Risikobewertung 29
4.4.2.1. Value at Risk. 30
4.4.2.2. Monte-Carlo-Simulation 31
4.4.2.3. Scoring-Modelle 31
4.4.3. Klassifikation der Risiken. 32
4.5. Risikohandhabung. 32
4.5.1. Ursachenbezogene Maßnahmen. 33
4.5.2. Wirkungsbezogene Maßnahmen 33
4.6. Risikocontrolling 34
5. Lieferantenbewertung 36
5.1. Bedeutung der Lieferantenbewertung 36
III
5.2. Ziele der Lieferantenbewertung 37
5.3. Bewertungskriterien. 38
5.3.1. Klassifizierung von Kriterien. 38
5.3.2. Verfahren der Kriterienauswahl 41
5.3.2.1. Einzelfallorientierte Festlegung 41
5.3.2.2. Generelle Festlegung. 42
5.3.2.3. Situationsspezifische Festlegung 42
5.3.2.4. Merkmalsgestützte Kriterienauswahl. 43
5.3.2.5. Entscheidungsorientierte Kriterienauswahl 44
5.4. Instrumente der Informationsgewinnung. 44
5.4.1. Wareneingangskontrolle 45
5.4.2. Bilanzanalyse 46
5.4.3. Zertifizierung. 46
5.4.4. Qualitätsauszeichnungen 47
5.4.5. Benchmarking 48
5.4.6. Auditierung 48
5.4.7. Vergleich der Instrumente. 49
5.5. Methoden der Bewertung 50
5.5.1. Numerische Verfahren. 50
5.5.1.1. Notensysteme. 50
5.5.1.2. Punktbewertungsverfahren 53
5.5.1.3. Nutzwertanalyse 55
5.5.2. Grafische Verfahren 56
5.5.2.1. Profilanalyse 56
5.5.2.2. Lieferanten-Gap-Analyse 59
5.5.3. verbale Verfahren 59
5.5.3.1. Checklistenverfahren 60
5.5.3.2. Portfolio-Analyse. 60
6. Praktische Bedeutung des Themas 61
6.1. Unternehmen 61
6.2. Prozess 62
6.2.1. Informationsgewinnung. 62
6.2.2. Risikoidentifikation. 63
6.2.3. Risikobewertung 64
6.2.4. Lieferantenvorauswahl. 65
6.2.5. Lieferantenbewertung 66
6.3. Auswertung 67
7. Zusammenfassung 68
Literaturverzeichnis. VIII
Quellenverzeichnis XII
Anhang
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2.2-1: Logistikflussdiagramm.
Abbildung 3.3-1: Konzept des Supplier Lifetime Value.
Abbildung 3.3-2: Vergleich Supplier Lifetime Value/traditionelle
Lieferantenbewertungsverfahren
Abbildung 4.1-1: Regelkreis des Risikomanagements
Abbildung 4.3-1: Zusammenhang der retrograden und der progressiven
Vorgehensweise
Abbildung 4.3-2: Gap-Analyse
Abbildung 4.3-3: Ressourcen-Analyse
Abbildung 4.3-4: Boston-Matrix.
Abbildung 4.3-5: SWOT-Analyse
Abbildung 4.4-1: Methoden der Risikobewertung.
Abbildung 4.4-2: Risikomatrix
Abbildung 4.6-1: Struktur eines Berechtigungskonzeptes
Abbildung 5.3-1: Versorgungsrisiko-ABC-Portfolio.
Abbildung 5.5-1: Polaritätenprofil
Abbildung 5.5-2: Polarprofil.
Abbildung 5.5-3: Lieferanten-Gap-Analyse
Abbildung 6.2-1: Lieferquotenbestimmungsprozess.
Abbildung 6 2-2: Ergebnis des Brainstormings
V
Tabellenverzeichnis
Tabelle 3.3-1: ABC-Klassifikation eines Industrieunternehmens 11
Tabelle 3.3-2: ABC-/XYZ-Analyse. 12
Tabelle 5.4-1: Überblick der Instrumente der Informationserhebung. 49
Tabelle 5.5-1: Qualifiziertes Notensystem. 51
Tabelle 5.5-2: Indexübersicht. 52
Tabelle 5.5-3: Ergebnis einer Lieferantenbewertung mittels Indexsystem. 52
Tabelle 5.5-4: 100-Punkte-Bewertungssystem. 53
Tabelle 5.5-5: Bewertungsschema. 54
Tabelle 6.2-1: Kennzahlenmatrix 63
Tabelle 6.2-2: Risikobewertung 65
Tabelle 6.2-3: Lieferantenvorauswahl 66
Tabelle 6.2-4: Ergebnis Lieferantenbewertung. 66
Tabelle 6 2-5: Lieferquotenbestimmung 66
VI
Abkürzungsverzeichnis
bzgl. bzw. COSO d. h. DIN DV EN engl. EQA ERP f F&E ff HGB Hrsg. hrsg. IFRS ISO IT Jg. K.o. KonTraG KVP max. MBNQA min. Nr. PKW QM S. SWOT
TSLV
u. a. VaR vgl. z. B.
VII
Formellegende
BV Bedarfsvolumen G Gebietsdifferenzierung K Kostenklassendifferenzierung L Lagerdifferenzierung O Objektdifferenzierung P Produktgruppendifferenzierung T Zeitperiode
1
1. Einleitung
Kostendruck, Reduzierung der Fertigungstiefe und Konzentration auf Kernkompetenzen sind nur einige Gründe für die zunehmende Bedeutung von Einkauf und Beschaffungsmanagement in der Industrie. Damit sind auch neue Abhängigkeiten und Risiken verbunden, wie z.B. Lieferanteninsolvenzen, die berücksichtigt werden müssen. Aus diesem Grund müssen die Lieferanten-Abnehmer-Beziehungen mit dem Ziel intensiviert werden, dass Kosten gesenkt werden, Null-Fehler-Belieferungen erfolgen und Entwicklungs- und Logistikverantwortung auf Lieferanten übertragen werden. Deshalb spielt die Wahl der geeigneten Lieferanten eine wichtige Rolle. Auch das zunehmende Risiko durch die Intensivierung der Lieferantenabhängigkeit und der Global-Sourcing-Aktivitäten stellt eine Verschärfung der Risikosituation auf der Beschaffungsseite dar. Durch die zunehmende Bedeutung der Beschaffung in der Industrie wird ein leistungsfähiges, risikoorientiertes Lieferantenbewertungssystem benötigt. Die Planung, Steuerung und Kontrolle von Abnehmer-Lieferanten-Beziehungen bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Integration und den nachhaltigen Unternehmenserfolg. 1
1.1. Ziel
Ziel dieser Arbeit ist es, dass ein Überblick über die Aufgaben und Instrumente des Beschaffungscontrollings, des Risikomanagements und der Lieferantenbewertung und deren Verknüpfung untereinander wiedergegeben wird. Der Autor möchte aufzeigen, dass die drei Disziplinen eigenständige Funktionen im Unternehmen darstellen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Funktionen nur zusammen ein aussagekräftiges, risikoorientiertes Lieferantenbewertungssystem bilden können.
1.2. Aufbau der Arbeit
Der Aufbau orientiert sich anhand des Informationsflusses im Unternehmen vom Beschaffungscontrolling über das Risikomanagement hin zur Lieferantenbewertung.
Zuvor wird jedoch die Einordnung der Arbeit in die Logistik beschrieben. Hierfür wird die Logistik definiert und die Aufgabengebiete aufgezeigt Das Kapitel 3 setzt sich thematisch mit dem Beschaffungscontrolling auseinander, . Nach der Begriffsbestimmung erfolgt die Darlegung der,
1 vgl. Lasch; Janker (2007) S.111
2
Informationssysteme sowie der Instrumente zum Beschaffungscontrolling Hierbei wird besonders die Informationsversorgungsfunktion herausgearbeitet. Das Kapitel Risikomanagement unterteilt sich in sechs Unterpunkte. Diese beschreiben die Definition, die Risikostrategie, die Risikoidentifikation, die Risikobewertung sowie die Risikohandhabung.
Daran anschließend (Kapitel 5) wird die Lieferantenbewertung beschrieben. Dieses unterteilt sich in die Bedeutung der Lieferantenbewertung, in die Ziele, in die Bewertungskriterien, in die Instrumente der Informationsgewinnung sowie in die Methoden der Bewertung.
Die praktische Bedeutung des Themas wird im darauf folgenden Kapitel erläutert. Dabei werden das Unternehmen 6.1. und der Prozess 6.2. differenziert dargestellt.
Das letzte Kapitel stellt eine Zusammenfassung der Aufgaben der einzelnen Funktionen sowie deren praktische Bedeutung dar.
3
2. Logistik
Das Thema der Arbeit kann sowohl aus Marketinggesichtspunkten wie auch aus logistischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Aus diesem Grund wird in diesem Kapitel die Verankerung des Themas in der Logistik aufgezeigt. Dazu werden allgemeine Grundlagen der Logistik, wie deren Definition und deren Aufgabengebiete, vermittelt.
2.1. Definition
Die Logistik hat ihren Ursprung im Militärwesen des 19. Jahrhunderts und diente dort als Begriff für die Nachschubplanung und -versorgen sowie für die Truppenbewegung. Seit den 50er- und 60er- Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde der Begriff auch in vielen zivilen Bereichen verwendet. Das starke Wachstum und die rasante Wirtschaftsentwicklung zwangen die Unternehmen, ihre Material- und Güterströme zu koordinieren und zu überwachen. 2
Daraus resultierte die heute gültige Definition der Logistik als: „Marktorientierte, integrierte Planung, Gestaltung, Abwicklung und Kontrolle des gesamten Material- und dazugehörigen Informationsflusses zwischen einem Unternehmen und seinen Lieferanten, innerhalb eines Unternehmens sowie zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden.“ 3
2.2. Aufgabengebiete
Die Aufgabengebiete der industriellen Logistik kann man anhand des Güterflusses, von den Lieferanten zu den Unternehmen, innerhalb der Unternehmen und von den Unternehmen zum Kunden, beschreiben. 4 Zu Beginn steht die Beschaffungslogistik und somit die Aufgabe der Planung und Durchführung von Maßnahmen, welche die Beschaffung von den Märkten bis zu den Produktionsstätten bzw. Lägern beinhaltet. Danach folgt die Produktionslogistik, die die Gestaltung des Leistungsflusses von der Bereitstellung der Produktionsfaktoren bis hin zur Abgabe der fertig gestellten Produkte zur Aufgabe hat. Daran schließt sich die Distributionslogistik an, die sich mit der Weiterleitung und Verteilung der Güter an die Kunden beschäftigt. Abschließend koordiniert die Entsorgungslogistik die kostengünstige und umweltverträgliche Entsorgung von nicht mehr benötigten Arbeitsmaterialien.
2 vgl. Schulte (2005) S. 1; Fleischmann (2004) S. A1- 3
3 Schulte (2005) S.1
4 vgl. Fleischmann (2004) S.A1- 4
4
Zwischen den vier beschriebenen Stationen im Prozessfluss gibt es noch weitere Ausprägungen der Logistik, wie die Lagerlogistik, die Transportlogistik, die Instandhaltungslogistik und viele andere, die aber auf Grund der geringen Bedeutung für dieses Thema nicht beschrieben werden. 5
Abbildung 2.2-1: Logistikflussdiagramm 6
5 vgl. Ehrmann (2003) S.28
6 eigene Darstellung
5
3. Beschaffungscontrolling
Die Bedeutung der Existenzsicherung und Wettbewerbsfähigkeit, die der Beschaffung in der Industrie zukommt, erfordert eine eigenständige aktive und zielgerichtete Informationsversorgung der Beschaffungsträger. Zur Aufgabenerfüllung muss dem Beschaffungsbereich ein umfassendes Informationsmanagement zur Verfügung stehen, um damit alle Teilfunktionen des Managementprozesses zu integrieren und die definierten Ziele der Beschaffung zu erreichen. 7
3.1. Begriffsbestimmungen
3.1.1. Beschaffung
Wie bereits in 2.2. beschrieben, hat die Beschaffung im Unternehmen die Aufgabe alle unternehmens- und/oder marktbezogenen Tätigkeiten bereitzustellen, die darauf gerichtet sind, einem Unternehmen die benötigten, aber nicht selbst hergestellten Objekte verfügbar zu machen. 8 Daraus ergibt sich die Versorgungsfunktion der Beschaffung im Unternehmen für die weiteren Organisationseinheiten mit Gütern, die für die Erfüllung der Funktionen von Bedeutung sind. Diese Einheiten werden aus diesem Grund als Bedarfsträger oder auch als interne Kunden der Beschaffung bezeichnet. 9
3.1.2. Controlling
In der Literatur sind die Definitionen von Controlling vielschichtig. Die Einigung der Autoren liegt eher in der Definition von Aufgaben, die dem Controlling nicht entsprechen, als in einer, die die Aufgaben des Controllings genau beschreibt. Eine Aufgabe, die dem Controllingbegriff nicht entspricht, ist die Gleichsetzung mit der Aufgabe der Kontrolle und Revision im Unternehmen. Vielmehr hat das Controlling die Aufgabe der Lenkung, Steuerung und Regelung von betriebswirtschaftlichen Funktionen. 10
Daraus ergibt sich folgende Definition, die für diese Arbeit gelten soll: „Controlling ist ein funktionsübergreifendes Steuerungsinstrument, das den unternehmerischen Entscheidungs- und Steuerungsprozess durch zielgerichtete Informationser- und -verarbeitung unterstützt. Dabei ist dafür zu sorgen, dass ein
7 vgl. Arnold (1997) S.222
8 vgl. Arnold, (1997) S.3
9 vgl. Large, (2006) S.2
10 vgl. Piontek (2003) S.17
6
wirtschaftliches Instrumentarium zur Verfügung steht, das vor allem durch systematische Planung und die damit notwendige Kontrolle hilft, die aufgestellten Unternehmensziele zu erreichen.“ 11
3.1.3. Beschaffungscontrolling
Durch die vorangegangenen Begriffsbestimmungen lässt sich das Beschaffungscontrolling mit den Aufgaben des Aufbaus und der Weiterentwicklung eines beschaffungsspezifischen Informationssystems, der Verhaltensbeeinflussung der Beschaffungsträger sowie der Unterstützung bei der Planung, Steuerung und Kontrolle der Beschaffungsaufgaben beschreiben. 12
3.2. Informationssysteme der Beschaffung
In der Beschaffung lassen sich drei Informationsarten charakterisieren, die für die Entscheidungsfindung von Interesse sind: produktspezifische Informationen, marktspezifische Informationen und Lieferanteninformationen. 13
3.2.1. Produktspezifische Informationen
Zu den produktspezifischen Informationen gehören u. a. Informationen über die physische und chemische Zusammensetzung, die Lager- und Transportfähigkeit sowie den Herstellungsprozess. Bezüglich des Beschaffungsmarktes ist es von Bedeutung, über Produkteigenschaften und -bestandteile informiert zu sein, um auf Veränderungen auf dem Rohstoffmarkt, wie z. B. Veränderung der Rohölpreise oder Verknappung von Stahlblechen, durch die Verwendung von Substitutionsgütern reagieren zu können. 14
3.2.2. Marktspezifische Informationen
Marktspezifische Informationen geben Auskunft über die
Beschaffungsmarktstruktur. Damit wird sowohl die eigene als auch die Position von Anbietern und Wettbewerbern auf dem Beschaffungsmarkt untersucht und festgestellt, ob eine monopolistische, eine oligopolistische oder eine polypolistische Struktur vorliegt. Durch Information über die Marktform kann der Handlungsspielraum der Beschaffung definiert werden. Des Weiteren ist die Marktentwicklung zu untersuchen, um auf Veränderungen der Preise, der
11 Preißler (1999) S.14
12 vgl. Arnold (1997) S.223
13 vgl. Piontek (2004) S. 84
14 vgl. Piontek (2004) S.84f
7
Qualität oder der Lieferbedingungen durch konjunkturelle, saisonelle oder trendbedingte Ursachen reagieren zu können. 15
3.2.3. Lieferanteninformationen
Da die Wahl von Lieferanten von großer Relevanz sein kann und Fehlentscheidungen verheerende Folgen für das Unternehmen haben können, sind Informationen über die Zulieferer von großer Bedeutung. Zu den wichtigsten gehören folgende Lieferantendaten: technische Daten • Produktionsprogramm • moderne Fertigungsmethoden • technisches Know-how • Qualitätsmanagement • Innovationsbereitschaft • Produktionskapazitäten • Zulieferer wirtschaftliche Daten • Gewinn- und Kostenstruktur • Marktanteile • Lieferfristen • Verkaufsportfolio • Personalpolitik • Termintreue • Kundenservice soziale Daten • Kooperationsbereitschaft 16
3.3. Instrumente des Beschaffungscontrollings
Das Beschaffungscontrolling verfügt über eine Vielzahl von Instrumenten zur Bereitstellung von Informationen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden im Folgenden nur Instrumente vorgestellt, die auch als Informationsgrundlage für Lieferantenbewertungen von Bedeutung sind.
15 vgl. Piontek (2004) S.85
16 vgl. Piontek (2004) S.86
8
3.3.1. Kennzahlensysteme
Ein wichtiges Instrument des Beschaffungscontrollings sind Kennzahlensysteme. Hierdurch können quantitativ erfassbare Sachverhalte und Tatbestände in vereinfachter, konzentrierter Form, z. B. durch eine Zahl oder einen Wert, wiedergegeben werden. Durch ihren hohen Verdichtungsgrad, die große Übersichtlichkeit und ihre Eindeutigkeit wird durch Kennzahlen die Strukturierung und Verarbeitung der Informationen für einen Entscheidungsträger vereinfacht. Um die Abhängigkeiten der verschiedenen Kennzahlen voneinander zu berücksichtigen, müssen diese in einem Kennzahlensystem berücksichtigt werden. 17
3.3.1.1. Kennzahlen zum Lieferantenserviceniveau
Diese Kennzahlen sind Indikatoren für die Früherkennung der Versorgungssicherheit des Abnehmers, da diese mit dem Servicegrad des Lieferanten eng in Verbindung stehen. Der Servicegrad eines Zulieferers wird durch folgenden Quotienten ausgedrückt. 18
Der Grad der Befriedigung des Beschaffers hinsichtlich seines Bedarfsvolumens setzt sich aus der Termintreue des Lieferanten sowie der Vollständigkeit und Einwandfreiheit der Lieferungen zusammen. Aus diesem Grund muss die oben beschriebene Kennzahl wie folgt aufgeteilt werden: 19
Termingerecht einwandfrei geliefertes Bedarfsvolumen (BV) T. Gesamt angefordertes Bedarfsvolumen
Termingerecht und vollständig geliefertes Bedarfsvolumen (BV) T. Gesamt angefordertes Bedarfsvolumen
„Durch die Konkretisierung des befriedigten Bedarfsvolumens werden die Hauptkomponenten des Servicegrades des Lieferanten zum Zwecke einer
17 vgl. Arnold (1997) S.237
18 vgl. Piontek (2004) S.106
19 vgl. Piontek (2004) S.107
9
ursachengerechten Analyse ins Verhältnis zu den gesamten Bedarfsvolumina des Abnehmers gesetzt.“ 20
Kontrolle der Lieferzuverlässigkeit
Zur Früherkennung und ursachengerechten Analyse der nach zeitlich und produktspezifisch differenzierten Kennzahlen müssen diese weiter untergliedert werden. Aus der oben angeführten Kennzahl ergibt sich die qualitative Lieferzuverlässigkeit des Lieferanten: 21
Termingerecht einwandfrei geliefertes Bedarfsvolumen (BV) T.P. Gesamt angefordertes Bedarfsvolumen (BV) T.P.
Diese Kennzahl spiegelt die Termintreue und die Qualitätstreue der Lieferanten wider, indem sie das Verhältnis von einwandfrei und termingerecht gelieferten Bedarfsvolumina zu dem gesamt angeforderten Bedarfsvolumen aufzeigt. 22
Kennzahlen zur Rückstandsmenge
Durch die mangelnde Verfügbarkeit des Beschaffungsvolumens kann es zu Rückstandsmengen in der Versorgung durch den Lieferanten kommen. Die Rückstandsquote gibt die nicht ausgelieferten Anteile des Beschaffungsvolumens an: 23
Zur Analyse der Servicezeit kann folgende Kennzahl herangezogen werden: 24
Sie gilt als ein weiterer Frühwarnindikator für das Serviceniveau des Lieferanten. Die Servicezeit wird von dem Zeitpunkt der Auftragserteilung bis zum Empfang der Waren gemessen.
20 Piontek (2004) S.107
21 vgl. Piontek (2004) S.107
22 vgl. Piontek (2004) S.107
23 vgl. Piontek (2004) S.108
24 vgl. Piontek (2004) S.109
10
Kontrolle der Lieferzeit
Zur genaueren Bestimmung der Servicezeit des Lieferanten muss dessen Lieferzeit kontrolliert werden. Dabei wird die Lieferzeit, die für ein bestimmtes Bedarfsvolumen benötigt wird, durch folgende Kennzahl ausgedrückt: 25
Insbesondere bei Just-in-Time- und Just-in-Sequence-Anlieferkonzepten ist eine Veränderung der Kennzahl ein Warnsignal ersten Grades. 26
3.3.1.2. Kennzahlen zur Lieferantensteuerung
Die Versorgungssicherheit durch Lieferanten lässt sich durch die Faktoren der Termintreue, der Qualität und des Service konkretisieren. Aus diesem Grund müssen sich diese Faktoren in Kennzahlen zur Steuerung und Bewertung der Lieferanten wieder finden. 27
Termintreuegrad
Das Verhältnis von termingerechten Lieferungen zur Gesamtzahl der Lieferungen drückt den Termintreuegrad aus: 28
Servicegrad
Der Prozentsatz, mit dem eine Anforderung in der betrachteten Periode befriedigt worden ist, gibt den Servicegrad wieder: 29 sofort geliefertes Beschaffungsvolumen O.G.K T. Summe des insgesamt angeforderten Beschaffungsvolumens O. G. K. T.
25 vgl. Piontek (2004) S.110
26 vgl. Piontek (2004) S.110
27 vgl. Piontek (2004) S.208
28 vgl. Piontek (2004) S.209
29 vgl. Piontek (2004) S.208
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Sebastian Mosmann, 2008, Beschaffungscontrolling und Risikomanagement in Bezug auf Lieferantenbewertung in der Industrie, München, GRIN Verlag GmbH
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