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I. Einleitung II. Wissen a ls ne ues Merkm a l. III. Wissen a ls Ha nd lung sm ö g lic hkeit. Eine Be g riffsb estim m ung . IV. Die Zerb rec hlic hkeit d er m o d ernen Gesellsc ha ft. V. Sc hlußb em erkung VI. Litera tur
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Die m o d erne Gese llsc ha ft ist in Be g riff sic h zu einer neuen Gesellsc ha ftsfo rm zu tra nsfo rm ieren, d ie vo n Nic o Ste hr und a nd eren a ls d ie Wissensg esellsc ha ft b esc hrieb en w ird . Er g renzt sein Ko nzep t jed o c h g eg enüb er b isherig en Theo rien a ufko m m end er Gesellsc ha ftsfo rm en a b . Die Id ee d er Info rm a tio nsg esellsc ha ft sei zu tec hno lo g iezentrisc h und w ürd e d ie Pro d uktio nsp ro zesse und d e n Inha lt d er Info rm a tio n und d a s Ko m m unika tio nsm ed ium Mensc h nic ht b e rüc ksic htig en. Ma nuel Ca stells Ko nzep t vo n d er Netzw erkg esellsc ha ft untersc he id et zw a r zw isc hen Info rm a tio n und info rm a tio nell und zielt d a m it a uf Verä nd e rung e n d er inne ren Org a nisa tio n so zia len Ha nd elns a b . Er b eleuc htet a b er a uc h eher d ie situa tio nsung eb und enen Fo lg en d er Tec hnik a ls d ie so zia len Pro zesse w elc he zu tec hno lo g isc hen Fo rtsc hritten führen. Da nie l Bell´s Theo rie d er p o stind ustrielle Gesellsc ha ft b ew e rtet d a s Anw a c hsen d er Arb eitsp lä tze im Dienstleistung ssekto r zu sta rk, und fo lg t d a ra us eine Ma rg ina lisierung d e s ind ustriellen Sekto rs, d er a b er na c h Stehr w eiterhin w ic htig b leib en w ird . Auc h d ie Theo rie vo n d er Wissensc ha ftsg esellsc ha ft ko nzentriert sic h zu sta rk a uf d ieses g esellsc ha ftlic he Teilsystem , d essen Ausw irkung en sie, o hne d ie jew eilig en Rüc kw irkung en d er a nd eren Teilsystem e zu b erüc ksic htig e n, b esc hreib t (Ste hr 2000: 66f.).
Stehr w ill nun m it seinem Ko nzep t d er Wissensg esellsc ha ft einen Sc hritt w eiter g ehe n. Er versteht unter Wissen eine Ha nd lung ska p a zitä t. Da m it zielt er viel m ehr a uf d ie so zia len Bed ing ung en für d ie Pro d uktio n vo n Wissen und d essen g ese llsc ha ftlic hen Funktio nen a b , und g eht m it d ieser Definitio n w eit üb er rein w issensc ha ftlic he s Wissen hina us. „ Wissen ka nn zu so zia lem Ha nd eln führen und ist g le ic hzeitig Erg eb nis vo n so zia lem Ha nd eln“ (Stehr 2000: 84) Eine ne ue Gesellsc ha ftsfo rm zeic hnet sic h d esha lb a b , d a so d efiniertes Wissen a ls d rittes ko nstituives Elem ent neb en d ie b eid en b isherig en g esellsc ha ftsb ild e nd en Fa kto ren Arb eit und Ka p ita l tritt. In a llen Ge sellsc ha ftsb ereic he n w ird d ie Bed eutung , w elc he d em zunehm end en Wissen b eig em essen w ird , g rö ßer w erd en. Da d urc h w erd en
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g esellsc ha ftlic he Tra nsfo rm a tio nsp ro zesse b esc hleunig t und zum Teil g eg ensä tzlic he Entw ic klung en in Ga ng g esetzt. Mit d er Zuna hm e und stä nd ig en Verb reitung vo n Wissen ne hm en a uc h d ie
Ha nd lung sm ö g lic hkeiten zu und w erd en in g rö ßer w e rd end en Um fa ng a uf d ie Mitg lied er d er Gese llsc ha ft verteilt. Da d urc h g e w innen g era d e kleine so zia le Ko llektive und Ind ivid uen b isher b ena c hteilig ter Grup p en a n Einfluß-und Ha nd lung sc ha nc en. Die Mö g lic hkeite n a n Entsc heid ung e n zu p a rtizip ieren, Wid ersta nd zu le isten und a uf Entw ic klung en Einfluß zu nehm en w erd e n für im m er m ehr Me nsc hen d urc h Wissen neu erö ffnet. Bestehend e Ung leic hheiten w erd en d a d urc h teilw eise a ufg eho b en, d a für verhä rten sic h a b er a nd ere o d er entstehen neu d urc h d ie Zug a ng sc ha nc en zu Wissen. Als neues stra tifizierend es Merkm a l ko m m t Wissen so e ine w ic htig e Bed eutung zu.
Der Zuna hm e a n Ha nd lung sm ö g lic hkeiten ste hen a llerd ing s d er Verlust vo n Ko ntro lle und Ha nd lung sa lterna tiven g eg enüb er, w elc her sic h vo r a llem a uf d ie g ro ßen g esellsc ha ftlic hen Institutio nen, w ie Reg ierung e n,
Bild ung se inric htung en, Kirc he o d er Wirtsc ha ft b ezieht. Ge sellsc ha ftlic he Entw ic klung en und Pro ze sse w erd en d urc h d ie Zuna hm e vo n Wisse n, und d a m it a uc h d er Zuna hm e vo n Nic htw issen im m er w e nig er p la n- und steuerb a r.
Da ra us erg ib t sic h Stehr ´s d ritte These vo n d er Zerb rec hlic hkeit m o d erner Gesellsc ha fte n. Da d urc h d ie Besc hleunig ung vo n so zia len Pro zesse n nic ht nur d ie Gesta ltb a rkeit vo n Verhä ltnissen sc hw e rer w ird , so nd ern a uc h Unsic he rheiten zunehm en. Da s zunehm end e Wissen, Exp ertise und Geg enexp e rtise, führt zu verm ehrten Dissens, und seine Verb reitung führt zu stä rkeren Infra g estellung ko llektiver Entsc heid ung en und Wa hrheiten. Ic h m ö c hte nun im Fo lg end en a uf d ie se d re i Ha up thesen nä her eing ehe n, und versuc hen Stehrs Arg um enta tio n m it b isherig en so zio lo g isc hen Theo rien zu Wissen und Gesellsc ha ft zu verg leic hen.
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Theo rien m o d erner Gesellsc ha ften b e ziehen sic h in d er Reg el a uf d a s für zentra l g eha ltene Merkm a l. Diese sind Fa kto re n w elc he d ie Gese llsc ha ft stra tifizieren, Strukturen sc ha ffen, so zia les Ha nd e ln leiten und q uer d urc h a lle Teilsystem e eine ko nstituierend e Ro lle sp ie len. So b ezie hen sic h Theo rien vo n d er m o d ernen ind ustriellen Gese llsc ha ft a uf d ie zentra le Ro lle d er Ind ustrie, w elc he im Geg ensa tz zur Ag ra rg esellsc ha ft eine neue Struktur sc huf. Diese a ufko m m end e b ürg erlic he im Geg ensa tz zu feud a len Gesellsc ha ft w ird a nfa ng s a ls Eig entum sg esellsc ha ft b e sc hrieb en, d a Priva teig entum d a s neue zentra le Mo m ent w urd e. Sp ä ter entw ic kelte sic h d iese d a nn zu einer Arb eitsg esellsc ha ft, w elc he sic h nun zu einer Wissensg esellsc ha ft b e w eg t. Da s so ll nic ht heißen, d a ß d iese ne uen Eig ensc ha ften nic ht sc ho n vo rher vo rha nd en g ew e sen w ä ren, o d e r sie m it d em Aufko m m en eines neuen Merkm a ls versc hw ind en w ürd en (Ste hr 2000: 54f.).
Stehr b eto nt einerseits d a ß Eig entum a ls a uc h Arb eit w eiterhin zentra le Bed eutung ha b e n w e rd en. And ere rse its verw eist er d a ra uf, d a ss Wissen b ereits im m er sc ho n eine Vo ra ussetzung für so zia les Ha nd eln w a r, und eine w ic htig e Ro lle b ei d er Ko nstitutio n vo n Ko llektiven g esp ielt ha b e. Seine These zielt e her a uf d ie neue, w a c hsend e Bed eutung a b , w elc he d em Wissen q uer d urc h a lle Bereic he, vo r a llem in d e r Öko no m ie, zuko m m t (Stehr 2000: 56ff.)
An d iese r Stelle m ö c hte ic h kurz a uf d e n vo n Stehr verw end eten Wissensb eg riff eing ehen, d a er d a s zentra le Mo m ent seiner Arg um enta tio n d a rstellt, und er sic h vo n b isherig en so zia lw issensc ha ftlic hen Diskursen üb er w issensb a sierte Gesellsc ha ften a b zuheb en versuc ht. Seine im m er w ied erkehrend e Kritik a n d iesen ist d ie Beha nd lung d es Wissens a ls „ b la c k b o x“ , w a s er verm eid en m ö c hte, ind em er a uf d ie so zia len Funktio nen d e s Wissens und se iner Pro d uktio n a b zielt. Er sp ric ht d a her nic ht nur vo n o b jektivierte m , w issensc ha ftlic hem Wissen, so nd e rn d e finiert Wissen a ls „ eine Ha nd lung ska p a zitä t. Es g ib t d em Ha nd elnd e n in Ve rb ind ung m it d er
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Stefan Zimmer, 2001, Wissensgesellschaft - Diskussion einer Gesellschaftstheorie anhand von Nico Stehrs "Zerbrechlichkeit moderner Gesellschaften", München, GRIN Verlag GmbH
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