Strindberg : „Der Vater“ 1887 45
Strindberg : „Das Traumspiel“ 1900 45
Strindberg : „Frl. Julie“ 45
Genet : „Die Zofen“ 46
Harold Pinter: „Landscape / Landschaft“ 1968 46
Harold Pinter: „Silence / Schweigen“ 1969. 48
Samuel Beckett: „Play“ 1964 49
Samuel Beckett: „Quadrat“ 50
Samuel Beckett: „was wo“ 50
Thomas Bernhard: „Fest für Boris“ 50
Thomas Bernhard: „Die Macht der Gewohnheit“ 1974 51
Ödön von Horvath: „Kasimir und Karoline“ 1932 52
ZUSAMMENFASSUNG. 53
2
Kern der Geschichte:
Prof. Hackmann hat ein Verhältnis mit einer Studentin namens Babsi. Er will sie los werden, doch sie verführt ihn wieder. Dabei werden sie gesehen und es spricht sich herum. Der Pro-fessor wird wegen Vergewaltigung angezeigt und von der Uni entlassen. Die Studentin sagt vorerst nicht die Wahrheit. Dann jedoch glaubt ihr keiner mehr. Die Psychologen sagen, sie verleugne den Wahn, Identifikation mit dem Aggressor (= Hackmann). [ Stoff von David Mamet: „Oleanna“
Gleicher Fall: dort: Prof. John und Studentin namens Carol ]
Carol bittet um Nachhilfe. Professor legt den Arm um sie. Carol, die von einer politischfeministischen Gruppe beeinflusst ist, erkennt etwas Patriarchisches. Sie wird von der Gruppe angehetzt und sie ihn als Patriarchen an.
Schuld und Unschuld liegen auf beiden Seiten (Prof. u. Studentin). Kritik wird an beiden Seiten geübt: an Männern und an der feminist.-polit. Gruppe.
Carol legt den Professor rein. Das Buch, aus dem der Professor vorträgt, wird von der Gruppe gehasst. In Sprechstunde sagt sie ihm, dass dieses Buch auf dem Index steht und deshalb darf es nicht gelesen werden. Er lässt sie nicht aus der Tür. Carol droht mit einer Klage wegen Vergewaltigung. Prof. unterschreibt Erklärung (von der Gruppe aufgesetzt). Dadurch wird er Professor auf Zeit. (zuerst war er ordentlicher Prof.)
Diese Begriffe stammen aus der Romantheorie von Ter-Nedden: „Der kritische Zeitroman“:
a) Zeitdrama Bezug auf Zeitgeschichte
Gesellschaft, Wirklichkeit, Zeit dargestellt, zeitkritisch
= problemorientiert, Mimesis (=Nachahmung der Wirklichkeit), Realismus, Naturalismus, Widerspiegelung
Bsp. Brecht: zeitkritisch in den 30er Jahren
3
Wozu Zeitkritik in „Kunst“ dargestellt? Adorno: „Engagement“
Es gibt nicht wirklich eine Alternative zwischen Engagement (etw. Autonomes) und l’art pour l’art.
Engagement will auch Kunst machen (Witz u. Spaß) L‘art pour l’art beinhaltet auch versteckt Zeitkritik = Autonomie: eigene Leistung von Literatur —————————
b) Bewusstseinsdrama, oder auch „Phantastisches Drama“ genannt rückt ab vom Realismus, Naturalismus
= Traumhaftes, Spielerisches, Surreales: alles was von Wiedergabe abweicht „antimimetisch“ à Diesen Begriff zu verwenden ist sinnhaft, da es von Wiedergabe abweicht, d.h. es ist nicht Nachahmung der Wirklichkeit!
was bei antimimetisch verloren geht ist: Traum / Phantasie geht eigentlich auch auf Wirkliches zurück, aber in anderer Weise, deshalb ist „Bewußtseinsdrama“ ein besserer Ausdruck dafür.
à alles geht indirekt auf Wirklichkeit zurück
w Bsp. Kafka: „Der Proceß“ à fantastische Welt oder: „Das Schloß“ à unendlich solche Literatur à Traum-/ Bewußtseinswelt
w Bsp. Beckett: Sprachreflexion, Bewusstseinsvorgänge, kaum Darstellung von Rea-
w Bsp. Strindberg:„Ein Traumspiel“
Unterschied zwischen geträumten Dingen und Wahrheit ist vermischt Bis heute gibt es Zeitdrama und Bewusstheitsdrama (im Drama u. im Roman)
(Kopien dazu im HAP !!!)
pornographische Elemente
Kirchhoff sieht aber auch die Einsamkeit hinter der sexuellen Perversion.
4
MARIE, die Hauptfigur, war Prostituierte. Der ALTPRÄSIDENT besucht sie. Sie hat seit 28 Jahren nicht gearbeitet, er stirbt fast an Herzinfarkt. (im Volksmund steht „Marie“ auch für Geld) Bewußtseinsdrama:
Der Altpräsident besucht ehemalige Geliebte nach 28 Jahren, damals hat er sie mit Geld überhäuft. Sie hat alles gespart. Er will von ihr dieses Geld borgen. Er will Puffgigant errichten, um Bahnhofsviertel zu „reinigen“. Im Bahnhofsviertel lungern die Prostituierten herum, um sie von der Straße wegzubekommen, möchte er ein großes Puff bauen, um alle unter ein Dach zu bekommen.
= eher unrealistisch: die Art wie sie reden und miteinander umgehen (der Fall geht basiert auf wahren Tatsachen: in den 50er Jahren) zwischen Naturalismus und Abstraktion Kampf um Geld und Anerkennung
Marie will auch Anerkennung, Geld ist ihr egal, will eher Liebe und ein Denkmal. Präsident lehnt ab, ist aber abhängig von der Nutte
[ Wirklichkeit ist verdreht, aber so, dass die Wirklichkeit nicht verloren geht keine Literatur ohne Mimesis (=Nachahmung) ]
Marie zwingt den Präsidenten wieder in seine Hörigkeit (= eine sexuelle) hinein. Perversion à „sex and crime“
Die dritte Figur in diesem Drama ist der KÜNSTLER / DRAMATIKER, der die Wirklichkeit notiert, und alles begleitet. Er ist realitätsgeil. Er notiert, was er wahrnimmt und spricht es laut wieder aus. Er wird von Marie und dem Präsidenten nicht wahrgenommen. Absurde Abstraktion, keine Mimesis
Handlung und Sprache werden vom Dramatiker immer wiederholt.
[ Vgl. Pinter: „Landscape“, „Silence“
Ähnliches dort: 2, 3, 4 Figuren sprechen, aber nicht miteinander, keine Kommunikation => Bewusstseinsexperiment ]
Dem Dramatiker geht das Papier aus, beschreibt daraufhin seine Haut sozialkritisch: à wird als bestechlich beschrieben
5
Im zweiten Teil nehmen Marie und der Präsident den Künstler jetzt wahr. Man spricht mit ihm soll sich alles von Haut runterwaschen. Sie wollen ihn bestechen. Er sagt er lasse sich nicht kaufen. Er wird vom Autor karikiert und ist nicht das Sprachrohr des Autors. Er wäscht sich dann aber doch und kriegt einen Preis. Er sagt aber, dass er sich erinnern könnte, das zeigt seiner erpresserische Seite.
Präsident sagt: Es gibt keine Erinnerung / Wahrheit (= poststrukturalistisch). Künstler zitiert wortwörtlich aus seinem Gedächtnis. Der Präsident erleidet fast einen Herzinfarkt. Marie will den Künstler verführen. Er gibt nach, sie erniedrigt ihn, er will sie erwürgen, er glaubt, er hat sie getötet, aber Marie „wird uns alle überleben“. Sie wollte getötet werden. Der Dramatiker läuft davon, weil er nackte Wahrheit nicht hören und kein Stück darüber schreiben. Marie und der Präsident als positiver gewertet.
Analytisches Drama: Vergangenes wird analysiert und aufgeklärt
Das erste analytische Drama = Sophokles: „Ödipus Rex“: In diesem Stück wird die Vergangenheit gerichtlich aufgeklärt: KREON (Bruder der IOCASTE) will aufklären: Woher kommt ÖDIPUS? Wer sind seine Eltern?
Es passiert eigentlich nichts, es wird nur alles aufgeklärt:
Ödipus hat LAIOS (seinen Vater) erschlagen (ohne zu wissen, dass er sein Vater ist) und hat seine Mutter Iocaste geheiratet. Ödipus beendet sich, Iocaste bringt sich um. [ Vgl. Peter Szondi: „Theorie des modernen Drama“:
Ibsens Dramen sind für ihn Romane
Romanstoffe Nicht mehr dramatisches Drama = Gegenwartsfolge, kontinuierlich, vorwärtsdrängend aus Krise: Lösungsversuche sind:
- episches Theater: Brecht
- lyrisches Drama
- Stationendrama / Ich-Drama: Strindberg
Für Szondi auch Ibsens Stücke fast aus Erinnerung, deshalb eher Roman, denn dramatisches Drama ist für so etwas nicht geeignet. ]
[ „Rosmersholm“ ist nicht undramatisch. Explosivstoff zeigt sich in Gegenwart.
6
Notgedrungen muss man analysieren, was vorher geschehen ist. Die absolute Gegenwartsfolge ist gegeben.
Etwas muss aufgedeckt werden -verbotenes Aufreißen; Leerstelle: Aufdecken nicht möglich ] REBECCA will DR. WEST (der vielleicht ihr Vater ist). Ähnliches Verhältnis mit ROSMER: sie lieben sich. Rebecca treibt BEATE Rosmer (Rosmers Ehefrau) in den Tod. Rosmer will sie heiraten, fragt sie zweimal, doch sie lehnt ihn immer wieder ab. Man weiß aber nicht warum. [ = Leerstelle ]
[ Vgl. W. Iser: Es gibt Leerstellen in der ganzen Literatur. Man muss sie selbst suchen. Muss im Lesen aufdecken, wie alles läuft. ] [ Hier gibt es wirklich eine Leerstelle - wird nicht beantwortet.
Implikation (man kann vielleicht dahinterkommen)
Leerstelle
wirklich leer (gibt keine Möglichkeit, dahinter zu kommen, was los ist!) ] ? vielleicht Inzest zwischen Vater und Tochter ?
= Perspektivisches Drama , personal
patriarchaler Mann: nennt seine Frau am Telefon „Baby“, = Verniedlichung der feministische Ansatz: sexistische Aussagen aufdecken [ Peter Szondi: „Theorie des modernen Dramas“
Ibsen sei undramatisch, ist nicht modern, weil die Vergangenheit analytisch aufgedeckt wird (schon bei Ödipus). Neu ist aber, dass er die Psychoanalyse einbezieht. Das ist das Moderne dran! ]
Das moderne Drama ist das Drama des zwischenmenschlichen Bezugs.
- muss absolut sein
- Autor, Publikum darf nicht im Drama spürbar sein. Es muss geschlossen sein;
nichts tritt hinein oder heraus => „Guckkastenbühne“
- muss Handlungen für sich zeigen, nichts Parabolisches / Symbolisches
7
- nur was wichtig für die Gegenwart ist, Vergangenheit nur wenn sie auf die Ge-genwart wirkt à absolute Gegenwart
- keine Zeitsprünge: dadurch erkennt man den Autor
- muss kausal ineinander verzahnt sein: Kausalität durch Dialog: Motive, Konflikte,
Lösungen müssen herauskommen
Am Ende des 19.Jh. geht das nicht mehr, das typische Drama zerbricht, weil sich die Zeiten so stark geändert haben. Die Krise beginnt mit Ibsen
[ für Szondi: in der Gegenwart passiert nicht mehr viel, nichts ist dramatisch, fast nur
BORKMAN lebt mit GUNHILD, seiner Frau, seit acht Jahren getrennt in einem Haus. Sie reden nicht miteinander (Krise = kein Dialog !) [ analytisches Drama, dann doch Gegenwartsfolge ]
Die Vermieterin kommt ins Haus und so wird Stück für Stück die Vergangenheit langsam aufgerollt. Seine Jugendliebe war ELLA RENTHEIM, die Schwester von Gunhild. Doch er hat sie verstoßen und stattdessen Gunhild der Karriere wegen geheiratet. Wegen einem Diebstahl in einer Bank verrät Ella ihn. Er war deshalb schon 8 Jahre im Gefängnis. Im Rückblick: die Personen sind verfremdet. Diese Züge zersetzen das Drama. [ Nach Szondi: verschiedene Krisensymptome:
- bei Ibsen: die Vergangenheit wird durch die Psychoanalyse aufgedeckt.
-
bei Strindberg: „Der
Vater“:
Stationendrama bzw. Ich-Drama; zeigt Ge-
- beiMaeterlinck: „Die Blinden“: keine Aktionen, Dialoge - Stationendrama
- bei Hauptmann: „Vor Sonnenaufgang“: Tendenz zur Soziologie
Die Zerstörer des typischen Drama sind die obengenannten Schriftsteller mit ihren verschiedenen Ansätzen, die das typische Drama ersetzen. Für Szondi großartig:
Ich-Dramatik der Expressionisten, Überzeichnung des Expressionismus aus subjektiver Wahrnehmung; keine Dialoge, Objektivität
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Episches Drama (Brecht): Der Autor steigt ins Stück mit ein, keine absolute Gegen-
wartsfolge, weil auch Anrede ans Publikum und Kommentare
= perfekte auktoriale Form und ist nicht Krise, sondern ist Lösung aus der Krise (für Szondi: Ibsen und Strindberg)
Unmöglichkeit des Dramas bei Pirandello: „Sechs Personen suchen einen Autor“ Die Form des Dramas wird in Frage gestellt, es gibt kein Ziel (telos) und keine Aktion, denn das Drama reflektiert über sich selbst ! ]
Klassisches Drama am Höhepunkt, à schon reflexiv und psychoanalytisch Um 1900 erschienen auch Guckkastenbühne-Stücke: in Intimsphäre hineinblicken, und die Familie darin bemerkt es nicht.
[ hier: Analytisches Drama: Aufdeckung einer Vergangenheit: psychologisch aufgedeckt, Vergangenheit in der Psyche niedergeschlagen, von Kindheit geprägt ] Rebecca - Beate - Dr. West Ä Vaterkomplex Ä Elektrakomplex
Ein Bote aus der Vergangenheit bringt alles ins Rollen: KROLL, Beates Bruder, glaubt nicht, dass Beate (die verstorbene Frau von Johannes Rosmer) geisteskrank war, und Selbstmord begangen hat.
Beim Gespräch gehen Kroll und Rosmer über Steg, von dem sich Beate stürzte. Rosmer kann nicht drüber gehen.
Frage: Beeinflusst die Vergangenheit die Gegenwart? Hängt Rosmersholm (= das Gut) an den Toten, oder die Toten an Rosmersholm?
à letzteres wahrscheinlich, weil sich dann auch Rebecca und Rosmer vom selben Steg stürzen; von Beate in die Tiefe gezogen. [ Lacan: „Das Gewesende“ Lacan = ein Psychoanalytiker (wie Freud) Vergangenheit determiniert die Personen
Vergangenheit wirkt immer noch, ist immer noch seiend (deshalb das „Gewesende“) ]
9
Rebecca ist schon einige Jahre Gesellschafterin auf Rosmersholm und verliebt sich in Johannes Rosmer. Sie verschweigt diese Tatsache nicht (es kommt aber erst im Rückblick heraus, dass er sich auch zu ihr hingezogen gefühlt hat.)
Johannes R. stammt aus einer gesetzestreuen und treuen Familie. Mit der Zeit wird er liberaler in Politik und Familie und Liebe. Es gelingt ihm nach dem Tod seiner Frau nicht, eine neue Ehe anzufangen und stürzt sich in den Tod. Kroll (= Johannes´ Pendant) ist ihm gegenüber absolut gesetzestreu. Rebecca wurde liberal von Dr. West, ihrem Adoptivvater, erzogen; sie ist skrupellos, egoistisch und fordernd, andere färben auf sie ab, sie bekommt Skrupel (wegen Beate, Johannes und ihrem Vater) und bringt sich um. Aufdeckung: 1. Stufe Die Vergangenheit des (Selbst-)Mordes von Beate wird von Kroll aufgedeckt 2. Stufe halb wird die Vergangenheit von Rebecca aufgedeckt: Rebecca hat Beate
Rebecca will nicht seine Frau werden. Sie behauptet dann, weil sie seine Frau umgebracht hat, aber man merkt, dass es andere Gründe gibt.
Kroll glaubt, dass Rebecca ein uneheliches Kind von ihrer Mutter und ihrem Adoptivvater Dr. West ist, sie hat nämlich seinen Nachnamen, und nicht den von ihrer Mutter. Rebecca sagt aber, dass sie beiden bei ihrer Zeugung gar nicht zusammen waren. Johannes Rosmer wiederholt seinen Antrag, Rebecca lehnt wieder ab. [ immer Leerstellen, Gedankenstriche ]
Rebecca sagt, sie hat eine Vergangenheit. Sie sagt zwar nicht, dass es um Beate geht, aber der Leser weiß das. Es geht um Beates Tod, und dass sie ein uneheliches Kind sein soll. Freud sagt über dieses Stück: Rebecca verbindet ein Liebesverhältnis mit Dr. West, der ihr Stiefvater ist und der Liebhaber der Mutter. Elektra hat Verlangen nach symbolischen Vater (bzw. dem andersgeschlechtlichen Elternteil) und will die Mutter aus dem Weg räumen. Kroll kommt dahinter, dass sich ihre Mutter und Dr. West doch schon ein Jahr vorher gekannt haben. Rebecca regt sich furchtbar auf.
Freud meint, weil sie schon eine Ahnung hatte, dass sie eben mit leiblichen Vater ein Liebesverhältnis hatte.
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[ Technik des Euphemismus:
Andeutungen, Umschreibung, Auslassungen à weil es um etw. Sexuelles geht & „symptomatischer Erlebnisausdruck“: Zeichen von Erleben und auch Auslassung beginnt im Sturm & Drang; à bei Ibsen im Hinblick auf Psychoanalyse eingesetzt ] Wiederholung: Johannes Rosmer ist 13 Jahre älter als Rebecca. Das wäre quasi wieder ein Vaterkomplex.
Mit Sicherheit weiß man nicht, ob Dr. West wirklich der leibliche Vater ist. Das wird im Text nicht gesagt, das ist wirklich eine Leerstelle im Text. Diese kann, aber muss nicht vom Leser ergänzt werden. Das ändert nichts am Drama.
Es ist schließlich genauso sündig, wenn Dr. West „nur“ ihr Adoptivvater ist. Symbolischer Vater ist für Ödipuskomplex nicht wichtig.
Lou Andreas-Salomé (= die Freundin von Nietzsche) sagt über das Stück: „Lebende hängen an den Toten, nicht umgekehrt. Rebecca und Rosmer sind willensschwach.“
Nietzsche sagt, man muss vergessen können, vital sein. Ein Christ ist willensschwach und gibt sich aus der Niederlage heraus christlich, = egoist. Masochismus. Sie wollen sich nicht zum Leben bekennen.
Freud: Wiederholung des Verdrängten und Vergangenen: das ist ein Trauma. Rebecca und Rosmer scheitern an der Vergangenheit. Sie beklagen die Kraft der Vergangenheit. Traumata wird man nicht los. Beate zieht die beiden in den Tod.
Lacan: Gegensatz zwischen Gesetz und Wunschprinzip
weil alles Vererbung ist; vor allem Milieu: Determinierung
auch Krankheiten werden zur Erblast w Ibsen: „Die Gespenster“ Dort wird Alkoholismus und Syphilis vererbt w Zu Schlaf/Holz: „Familie Selicke“, Schlaf: „Papa Hamlet“ Natur = es kehrt alles wieder, auch Vergangenheit „Rosmersholm“: Vererbung, Weitergeben wird psychologisiert
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Traumatisierung der Psyche und nicht des Körpers wird weitergegeben; = das Moderne „Psychoanalytisches ist, wenn die Vergangenheit ‘herausgewickelt‘ wird“.(zitiert nach Hiebel) In „Rosmersholm“: Analytisches (von hintenher Aufgedecktes, = anti-dramatisch) wird nun Psychoanalytisches (eben freudianisch: Traumata usw.)
Antidramatisches kommt ins Drama und verändert es, auch das Soziologische verändert das Drama (vgl. Hauptmann)
à macht alles zur Krise, zum nichtdramatischen Drama „ich habe …… eine Vergangenheit“ = wirkliche Leerstelle
—————————————
Warum heißt sie Rebecca West?
à durch Adoption, weil Dr. West sie adoptiert hat à deshalb nicht Name der Mutter? Hat es eine Bedeutung? Nach Freud, weil er der leibliche Vater ist.
Lacan: Es ist egal, ob symbolischer oder leiblicher Vater! Beides ist moralisch verwerflich!
ALFRED ist verheiratet mit RITA, Alfreds Schwester heißt ASTA
Alfred findet seine Frau sexuell abstoßend Alfreds und Ritas Sohn = EYOLF, der behindert ist.
Psychoanalytisch wird enthüllt: Alfred will etwas von Asta, Eyolf ist deren symbolisches Kind (er ist „symbolisch behindert wegen des Inzuchtverhältnisses). Deshalb muss er am Ende auch sterben, er sühnt stellvertretend. [ Parallel dazu das folgende Stück ]
Hedda ist verheiratet mir J. Tesman
Hedda wird verzweifelter, reagiert verrückt und aufbrausend Ihr ehemaliger Liebhaber: Eilert Lövborg - ihn begehrt sie noch immer
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Arbeit zitieren:
Andrea Rieger, 2000, Das moderne Drama, München, GRIN Verlag GmbH
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