Agenda-Setting-Prozesse
von Aurelie Cahen
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Die Agenda-Setting-Forschung 4
1.1. Die "Chapel Hill" Studie 4
1.2. Methode der Agenda-Setting-Forschung 6
1.3. Ergebnisse der Agenda-Setting-Forschung 9
2. Eine Agenda-Setting-Theorie 11
2.1. Definition der zentralen Begriffe 11
2.1.1. "Themen" 11
2.1.2. "Wichtigkeit" 13
2.2. Agenda-Setting-Prozesse 14
2.3. Gesellschaftliche Konsequenzen 18
Schluß 21
Literaturverzeichnis 22
Einleitung
Nachdem verschiedene Studien der Nachkriegszeit keinen unmittelbaren Einfluß der Massenmedien auf die Einstellungen oder das Verhalten der Rezipienten nachweisen konnten, herrschte in der Medienwirkungsforschung in den fünfziger und sechziger Jahren die Vorstellung von schwachen bzw. fehlenden Medienwirkungen. Anfang der siebziger Jahre wurde jedoch von verschiedener Seite die Wirkungslosigkeit der Medien in Frage gestellt, da die eigenen Erfahrungen in einer immer stärker von den Medien geprägten Gesellschaft der schwachen bzw. fehlenden Medienwirkungen widersprachen. Ein Ausweg fand sich schließlich in der Vermutung, daß die auf den Nachweis von Einstellungsänderungen fixierte Forschung vielleicht Medieneffekte übersehen hatte. Das Forschungsinteresse verlagerte sich von der Einstellungs- und Verhaltensänderung hin zur Informationsverarbeitung, wobei die sich gleichzeitig vollziehende, kognitive Wende in der psychologischen Forschung von großem Einfluß gewesen sein sollte. Eine der sichtbarsten Neuorientierungen in der Kommunikations-forschung Anfang der siebziger Jahre stellt der Agenda-Setting-Ansatz dar.
Den Begriff "Agenda-Setting" prägten die amerikanischen Wissenschaftler Maxwell E. McCombs und Donald L. Shaw. In ihren 1972 veröffentlichten Aufsatz ,,The Agenda-Setting Function of Mass Media." formulierten sie die Agenda-Setting-Hypothese wie folgt:
"While the mass media may have little influence on the direction or intensity of attitudes, it is hypothesized that the mass media set the agenda for each political campaign, influencing the salience of attitudes toward the political issues."
(Mc Combs/Shaw, 1972, S. 177)
Die bescheidene Studie, die McCombs und Shaw als Beleg für ihre Hypothese anführten, war den Anstoß zu einer in der Geschichte der Kommunikationswissenschaft kaum vergleichbar regen Forschungstätigkeit. Was in der ursprünglichen Formulierung wie eine Rückkehr zu einer Theorie der "mächtigen Medien" klang, entwickelte sich im Laufe von dreißig Jahren empirischer Forschung zu einem differenzierten Ansatz, der eine Vielfalt von Bedingungen berücksichtigt, die das Auftreten von Agenda-Setting-Effekten beeinflussen. Doch trotz oder vielleicht sogar wegen des beträchtlichen Umfangs der empirischen Ergebnisse kommt die Theorieentwicklung nur langsam voran. Einen ersten Versuch, die vorliegenden, empirischen Ergebnisse zu einer Theorie zu verschmelzen, unternimmt Wolfgang Eichhorn in seinem 1996 veröffentlichten Buch "Agenda-Setting-Prozesse. Eine theoretische Analyse individueller und gesellschaftlicher Themenstrukturierung".
In dem ersten Teil dieser Arbeit wird zunächst die von McCombs und Shaw 1968 durchgeführte und 1972 veröffentlichte erste Agenda-Setting-Untersuchung, die sogenannte "Chapel Hill" Studie, vorgestellt. Anschließend werden die Methode und einige Ergebnisse der empirischen Agenda-Setting-Forschung behandelt. Der zweiten Teil dieser Arbeit widmet sich dem Versuch Wolfgang Eichhorn′, den Agenda-Setting-Ansatz theoretisch zu fundieren. Zunächst versucht er die zentralen Begriffe der Agenda-Setting-Ansatz, "Themen" und "Wichtigkeit", genauer zu definieren und entwickelt dann anhand von Ergebnissen aus der kognitiven Psychologie ein Wirkungsmodell von Agenda-Setting-Prozessen. Schließlich wird die Perspektive auf einige gesellschaftliche Konsequenzen, die sich aus der Hypothese der Agenda-Setting-Funktion der Massenmedien ergeben, ausweitet.
1. Die Agenda-Setting-Forschung
1.1. Die "Chapel Hill"-Studie
[...]
Arbeit zitieren:
Aurélie Cahen, 2002, Agenda-Setting-Prozesse, München, GRIN Verlag GmbH
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