I Inhaltsverzeichniss
1. Abkürzungsverzeichnis
2. Literaturverzeichnis
3. Einleitung
4. Geldpolitik und Ihre Bedeutung
4.1. Bedeutung der Geldpolitik 4.2. Instrumente der Geldpolitik 4.2.1. Offenmarktpolitik (inkl. Repo-Teil, da auch OMP) 4.2.2. Einlagen- bzw. Schuldenpolitik 4.2.3. Refinanzierungskredit 4.2.4. Swap- und Termingeschäfte 4.2.5. Mindestreservenpolitik 4.2.6. Kreditbegrenzung 4.2.7. Freiwillige Vereinbarungen 4.2.8. Beeinflussung der Nichtbanken
5. Schweiz
5.1. Internationale Gemeinschaften und Währungsbunde 5.2. Historische Betrachtung 5.3. Geldpolitische Instrumente im Einsatz 5.4. Erfolg und Beurteilung der Geldpolitikinstrumente 5.5. Zukünftige Verhaltensweise der Zentralbank
6. Japan
6.1. Internationale Gemeinschaften und Währungsbunde 6.2. Historische Betrachtung 6.3. Geldpolitische Instrumente im Einsatz 6.4. Erfolg und Beurteilung der Geldpolitikinstrumente 6.5. Zukünftige Verhaltensweise der Zentralbank
7. Grossbritanien
7.1. Internationale Gemeinschaften und Währungsbunde 7.2. Historische Betrachtung 7.3. Geldpolitische Instrumente im Einsatz 7.4. Erfolg und Beurteilung der Geldpolitikinstrumente 7.5. Zukünftige Verhaltensweise der Zentralbank
8. Vergleich und Beurteilung der Politika 8.1. Übersichtstabelle
8.2. Erklärung unterschiedlicher Instrumenteneinsatz 8.3. Zusammenfassung
9. Anhang
1. Abkürzungsverzeichnis
BoE Bank of Enlgand
BoJ Bank of Japan
E-NBG Bundesgesetz über die Schweizerische Nationalbank
EZB Europäische Zentralbank
GB Geschäftsbanken
GDP gross domestic product
i.A. im Allgemeinen
IWF Internationaler Währungsfonds
LIBOR London InterBank Offered Rate
MPC Monetary Policy Committee
Mrd Milliarden
Repo repurchase agreement
s. Seite
SBVg Schweizerische Bankiervereinigung
SNB Schweizerische Nationalbank
u.a. unter anderem
USA United States of America
vgl. vergleiche
z.B. zum Beispiel
2. Literaturverzeichniss
Markus Lusser Geldpolitik: Notenbank, Staat und Wirtschaft, Zürich 1996
Richard Roberts/David Kynaston The Bank of England, money, power & influence 1694-1994, Oxford 1995
Forrest Capie/ Charles Goodhart The future of central banking, Cambridge 1998 Stanley Fischer/ Robert Schandt
Josef Marbacher
Hans Schmid Geld, Kredit und Banken, 5.Auflage, Bern 2001
Ulrike Schäde Gelpolitik in Japan 1950-1985, Marburg 1989
N. Gregory Mankiw Monetary policy, Ort 1994
UBS Outlook Publikation, Quartalsheft 04/2001, UBS AG, Zürich 2001
UBS Investment Publikation, UBS AG, Zürich 2001
Schweizerische Nationalbank Bildung und Wirtschaft, Publikation der Schweizerischen Nationalbank, SNB, Zürich 2001
Schweizerische Nationalbank Kurzporträt, Publikation, Zürich 2001
3. Einleitung
Die Arbeit beginnt mit einem kurzen Überblick über die zahlreichen geldpolitischen Instrumente einer Zentralbank und geht in der Folge auf die aktuelle Geldpolitik der Schweiz, Japan und Grossbritannien ein. Als Grund lage zur Beurteilung der Politik dienen die von den Zentralbanken praktizierten geldpolitischen Konzepte, bedeutsame historische Entwicklungen sowie aktuelle wirtschaftliche und makroökonomische Gegebenheiten der einzelnen Länder. Diese zahlreichen Unterschiede erlauben einen spannenden Vergleich, wie die einzelnen Zentralbanken aus den beschriebenen geldpolitischen Instrumenten auswählen und mit welcher Intensität und Erfolg sie diese einsetzen, um ihre makroökonomischen Ziele zu erreichen. Ziel der Arbeit ist es, das Know-how über Geldpolitik zu vertiefen sowie einen Ausblick über die möglichen zukünftigen Handlungsaktivitäten der drei Zentralbanken zu geben.
4. Geldpolitik und Ihre Instrumente
4.1. Bedeutung der Geldpolitik
Unter Geldpolitik verstehen wir die bewusste Geldmengenänderung durch die Zentralbank zur Erreichung bestimmter wirtschaftspolitischer Ziele. Allgemein anerkannte Ziele sind die Preisniveaustabilität, die Vollbeschäftigung und der Zahlungsbilanzausgleich. 1 Dabei kommt der Preisniveaustabilität eine grosse Bedeutung zu. 2 Zur ihrer Messung ist der Konsumentenpreisindex ein anerkannter Massstab. 3 Eine empirisch fundierte These bringt hervor, dass eine zu expansive Geldpolitik im Endeffekt zu einem Teuerungsanstieg führt. Die zyklischen Wendepunkte der Inflationsrate folgen den entsprechenden
Wendepunkten im Wachstum der Notenbankgeldmenge mit einer Verzögerung von zwei bis drei Jahren. 4 Eine auf Preisniveaustabilität ausgerichtete Geldpolitik geht davon aus, dass sich das Wachstum der Geldmenge am Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes orientiert. 5 Aus diesen Gründen wird eine Änderung der Notenbankgeldmenge angestrebt, welche in etwa der Veränderung des realen Einkommens entspricht. 6 Somit lässt sich Inflation vermeiden. 7
Schmid zeigt, dass bei Störungen im monetären Bereich eine Zinspolitik die beste Strategie ist, da sie exogene Schwankungen des Geldangebots und der Geldnachfrage eliminiert. Für Störungen im realen
1 Vgl. Schmid (2001), S. 267
2 Vgl. Schmid (2001), S. 272
3 Vgl. Schmid (2001), S. 286
4 Vgl. Schmid (2001), S. 250
5 Vgl. Schmid (2001), S. 267 f.
6 Vgl. Schmid (2001), S. 268
7 Vgl. Schmid (2001), S. 272
Bereich kommt die Geldmengenpolitik in Frage. 8 Setzt die Zentralbank ein Zinsziel, besteht die Gefahr einer akzelerierenden Inflation. 9
4.2. Instrumente der Geldpolitik
Sowohl Inflation als auch Deflation sind mit volkswirtschaftlichen Kosten 10 verbunden und müssen vermieden werden. 11 Eine Hauptaufgabe beim Einsatz der geldpolitischen Instrumente ist es deshalb, Preisstabilität zu gewährleisten. Da der Preisstabilität i.A. eine sehr hohe Priorität zukommt, wird kurz erläutert, wie eine restriktive Geldpolitik die Inflation senken kann: Um die Inflationsrate zu reduzieren, muss d ie Zentralbank die Geldmenge drosseln. Der Transmissinsmechanismus beschreibt, dass die ursprüngliche Geldmengenreduktion sich schliesslich soweit auswirtkt, dass die Unternehmen auf weitere Preiserhöhungen verzichten, um die Lager abzubauen und die Kapazitäten besser auslasten, somit die
Inflation abnimmt. 12
Voraus laufende Indikatoren haben einen grossen Stellenwert, da sie über die künftigen
Teuerungsentwicklung Auskunft geben. 13 Weiter entscheidungsrelevant für die Geldpolitik sind die Auslastung der Produktionskapazitäten , die Arbeitsmarktlage, die Zinssätze und die Wechselkurse. Obwohl die Geldpolitik zur Steuerung konjunktureller Gegebenheiten beitragen kann, kennt sie auch ihre Grenzen. Wie stark eine Wirtschaft langfristig wachsen kann, hängt von Faktoren ab, die ausserhalb der Reichweite der Geldpolitik liegen. 14 Versucht die Geldpolitik, das Wirtschaftswachstum über die langfristigen Wachstumsmöglichkeiten einer Wirtschaft hinaus anzugeben, kommt es zu Produktionsengpässen und zu steigender Teuerung. Grundlegend sind die Verfügbarkeit und der Ausbildungsstand der Arbeitskräfte sowie die Ausstattung der Wirtschaft mit Kapital (Maschinen,
Infrastruktur, technisches Wissen). 15
Die wichtigsten einer Zentralbank zur Verfügung stehenden geldpolitischen Instrumente werden nun kurz erläutert:
4.2.1. Die Offenmarktpolitik
8 Vgl. Schmid (2001), S. 278-284
9 Vgl. Schmid (2001), S. 285
10 Vgl. auch Bildung und Wirtschaft, S. 6, Abschnitt 8
11 Vgl. Bildung und Wirtschaft, S. 4, Abschnitt 5
12 Vgl. Bildung und Wirtschaft, S. 4 f., Abschnitt 6 und Kurzporträt SNB, S. 3
13 Vgl. Bildung und Wirtschaft, S. 4, Abschnitt 5
14 vgl. Referat Hans Meyer, 28.02.2000, Die Schweizerische Geldpolitik im europäischen Umfeld, Abschnitt 3
15 Vgl. Bildung und Wirtschaft, S. 6, Abschnitt 7
Die Offenmarktpolitik ist das für die Zentralbanken weltweit mit Abstand wichtigste geldpolitische Instrument. Dabei werden Wertpapiere durch die Zerntralbank für eigene Rechnung am offenen Markt an-oder verkauft. Kauft die Zentralbank Wertpapiere, so erhöht sie damit die monetäre Basis, was im Endeffekt
zu einer Zinssatzsenkung führt. 16
Die Zentralbank hat die Möglichkeit, als Mengen- oder Preisfixierer aufzutreten. Als Mengenfixierer wird sie eine ganz bestimmte Menge unabhängig vom Kurs nachfragen. So könnte die Zentralbank eine geplante Ausweitung der Geldmenge erreichen. Als Preisfixierer wird sie bis zu einem spezifischen Preis unabhängig der Menge Wertschriften nachfragen. 17
Zur Offenmarktpolitik gehört auch das Repo-Geschäft (repurchase agreement). Die Zentralbank verkauft (kauft) dabei Wertpapiere mit der gleichzeitigen Verpflichtung ihres Rückkaufs (Verkaufs) zu einem späteren Zeitpunkt. Für das während der Laufzeit zur Verfügung gestellte Zentralbankgeld verlangt die
Zentralbank einen Zinssatz. 18 Das Verlustrisiko lässt sich durch den Margenausgleich einschränken, der bei Überschreitung einer Risiko- Toleranzlimite bei der Geschäftsbank per sofort fällig wird. 19 Da die Zentralbank sowohl als Geldgeber oder als Geldnehmer auftreten kann, eignen sich die Repo-Geschäfte sowohl für die Schaffung wie auch für die Abschöpfung von Liquidität. 20 Weil die Repo-Geschäfte durch die Absicherung weitgehend risikolos sind und kürzere Laufzeit haben, sind die Repo-Sätze
tiefer als der Dreimonats-Libor. 21 Praktisch risikolos sind die Repo-Geschäfte einerseits durch den erwähnten Margenausgleich sowie dem im Gegensatz zu den Devisen-Swaps nicht vorhandenen
Erfüllungsrisiko. 22
4.2.2.Einlagen-/Schuldenpolitik 23
Dies meint die geldpolitisch gewollte Verlagerung von Bankguthaben und Bankschulden öffentlicher Haushalte von den Banken zur Zentralbank und umgekehrt. Dieses Instrument bemächtigt die Zentralbank, öffentliche Haushalte zu veranlassen, ihre bei Banken aufgenommenen Kredite oder ihre Einlagen bei Banken auf die Zentralbank zu übertragen oder umgekehrt. Dadurch verändert sich der Bestand an flüssigen Mitteln der Banken
16 Vgl. Schmid (2001), S. 292 bis 295
17 Vgl. Schmid (2001), S. 296 f.
18 Vgl. Schmid (2001), S. 299
19 Vgl. Schmid (2001), S. 300
20 Vgl. Kurzporträt SNB, S. 7
21 Vgl. Schmid (2001), S. 300
22 Vgl. Kurzporträt SNB, S. 7
23 Vgl. Schmid (2001), S. 320
4.2.3. Refinanzierungskredit
Durch den Rediskontkredit, der durch den Verkauf eines Wechsels oder einer wechselähnlichen Forderung von einer Geschäftsbank an die Zentralbank entsteht, reicht die Bank einen Wechsel, den sie selbst ihrem Kunden diskontiert hat, bei der Zentralbank zum Diskont ein. Nimmt die Notenbank das Angebot an, so gewährt sie der Bank einen Kredit, für den diese einen Zins zu entrichten hat. Er übernimmt die Funktion eines Leitzinses in dem Sinn, als sich die Geschäftsbanken bei der Festlegung ihrer Zinssätze für Kredite und Einlagen am offiziellen Diskontsatz orientieren.
Beim Lombardkredit gewährt die Zentralbank den Geschäftsbanken gegen Verpfändung von bestimmten Wertpapieren verzinslicher Darlehen. Weil dieser über dem Diskontsatz liegen, wird mittels der Lombardpolitik am Geldmarkt eine Zinsobergrenze festgelegt.
Die Zentralbank versucht, mit der Refinanzierung das Refinanzierungsverhalten der Banken zu beeinflussen
und erhofft sich dadurch Wirkungen auf die Geldmenge. 24
4.2.4. Internationaler Geldverkehr
Zinsinduzierte Geldbewegungen verbinden die Finanzmärkte des I nlandes mit denen des Auslandes. Zentralbanken können versuchen, die Bewegungsrichtung dieser Geldströme zu ändern. Zentralbanken tun das, indem sie Inländern Devisen verkaufen oder solche von ihnen kaufen. Bezahlt wird dieses Geschäft mit Zentralbankgeld. Im Falle eines Kaufes durch die Zentralbank schöpft diese Zentralbankgeld, im Falle eines Verkaufs vernichtet sie solches.
Die Zentralbank kombiniert ein Kaufgeschäft (Kassageschäft) mit einem gegenläufigen Verkaufgeschäft (Termingeschäft). Mit dem Termingeschäft verkauft die Zentralbank die erworbenen Devisen zurück. Solche Geschäfte heissen Swapgeschäfte. Die Zentralbank kann den Kapitalexport und den Kapitalimport beeinflussen, indem z.B. die Arbitrageure von den anderen Marktteilnehmern auf dem Kassama rkt Devisen erwerben und gleichzeitig dem Partner diese auf dem Terminmarkt verkaufen. So findet ein Kapitalexport in einem ganz bestimmten Umfang statt. Die Zentralbank kann nun dieses Niveau erhöhen, indem sie den Arbitrageuren zum herrschenden Swapsatz weitere Swapgeschäfte anbietet. 25
24 Vgl. Geld und Kredit S. 286
25 vgl. Geld und Kredit S. 300
Arbeit zitieren:
Ralph Kopp, Martin Bolt, Alex Koch, 2002, Geldpolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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