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Schöpfung und Evolution in der Theosophie

Untertitel: Erklärt anhand des Werkes "Die Urgestalt" von Edgar Dacqué

Hausarbeit, 2007, 33 Seiten
Autor: Jennifer Dacqué
Fach: Philosophie - Sonstiges

Details

Veranstaltung: Ethik
Institution/Hochschule: Universität Dortmund (Institut für Journalistik )
Tags: Schöpfung, Evolution, Theosophie, Ethik
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 33
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 15  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V88249
ISBN (E-Book): 978-3-638-06994-6

Dateigröße: 460 KB
Anmerkungen :
Die Arbeit ist insofern interessant, dass sie den klassischen theosophischen Ansatz mit christlichen Wertvorstellungen kombiniert und nicht (wie üblich) nur auf fernöstliche Ansätze eingeht.


Zusammenfassung / Abstract

Die Arbeit behandelt Schöpfungsmythos und die Evolutionslehre in der theosophischen Weltanschauung. Konkret wird die klassische fernöstliche Lehre anhand eines christlich geprägten Werkes von dem Theosophen und Naturwissenschaftler Edagr Dacqué erörtert. So verschmelzen Geistes- mit Naturwissenschaften.


Textauszug (computergeneriert)

Institut für Journalistik

SS 2007

Fachschwerpunkt 5, Kommunikationswissenschaft

Große Hausarbeit

Schöpfung und Evolution in der Theosophie

Erklärt anhand des Werkes ,,Die Urgestalt" von Edgar Dacqué

Von:

Jennifer Dacqué


Jennifer Dacqué Schöpfung und Evolution

I

INHALT

1

EINLEITUNG / VORWORT 1

2

THEOSOPHIE 3

2.1

GESCHICHTE DER THEOSOPHIE 3

2.2

GRUNDLAGEN DER THEOSOPHISCHEN WELTANSCHAUUNG 4

2.3

THEOSOPHIE UND WISSENSCHAFT 6

2.4

THEOSOPHIE UND EVOLUTION 7

2.4.1

Ursprüngliche menschliche Evolution in der Theosophie 9

2.5

EXKURS: DIE THEOSOPHISCHE GESELLSCHAFT 10

3

EDGAR DACQUÉ 12

3.1

EINE KURZBIOGRAPHIE 12

3.2

SCHÖPFUNG UND EVOLUTION BEI DACQUÉ 13

4

,,DIE URGESTALT" 14

4.1

INHALT UND AUSSAGE 14

4.1.1

Schöpfung, Fall, Erlösung" 15

4.1.2

Naturgeschichte und Völkerleben 17

4.1.3

Unerlöster und erlöster Geist 21

4.2

DAS WERK IM THEOSOPHISCHEN KONTEXT 23

4.3

EINE VERGLEICHENDE ANALYSE 26

5

BIBLIOGRAFIE 29

5.1

LITERATURVERZEICHNIS 29

5.2

ABBILDUNGSVERZEICHNIS 30


Jennifer Dacqué Schöpfung und Evolution

1

1

Einleitung / Vorwort

Edgar Dacqué war kein bekannter Philosoph und Geologe. Zwar wurde (und

wird) seine Arbeit von Vertretern seines Standes geschätzt, dennoch schafften es

seine Lehren nicht in Schulbücher und Vorlesungsverzeichnisse - weder im

Bereich der Geistes- noch der Naturwissenschaften. Nichts desto trotz habe ich

zahlreiche Gründe mich in dieser Hausarbeit mit seinen interessanten Lehren

auseinanderzusetzen. Die wichtigsten Motive möchte ich in Folge kurz erläutern.

Der erste (und auch offensichtlichste Grund) ist der familiäre Bezug zu

diesem Philosophen. Edgar Dacqué war mein Urgroßonkel. Als mir mein Vater

einmal, nicht ohne Stolz, eine Ausgabe von ,,Urwelt, Sage und Menschheit" aus

der privaten Büchersammlung zeigte, war ich wohl noch zu jung um zu erfassen,

was Philosophie oder gar Theosophie heißen könnte. Nun, da ich mir in Schule

und Studium die Grundlagen dieser Disziplinen aneignen konnte, ist es an der

Zeit, mich auch mit dem ,,familieneigenen" Philosophen auseinanderzusetzen.

Nicht zuletzt, da meine Eltern selbst kaum mehr über den Verwandten und seine

theosophischen Ansätze wissen, als ich vor Beginn meiner Recherchearbeit. Diese

Hausarbeit soll demnach nicht nur einen akademischen Zweck erfüllen, sondern

auch meiner Familie helfen, das komplexe Thema ,,Theosophie" besser erfassen

zu können und einen Zugang zu Edgar Dacqués Werken zu finden.

Ein zweiter Grund für die Wahl dieses Themas ist ebenfalls ein

persönlicher. Die philosophisch-theologische Schöpfungslehre hat mich immer

sehr interessiert und doch habe ich aus der Vielzahl der verschiedenen Ansätze

bisher keinen einzigen finden können, der mich (weitestgehend) überzeugen

konnte. Als Verfechter der Wissenschaft und Religionsskeptiker bin ich gespannt,

welche Lösungsansätze die theosophische Lehre bietet, die naturwissen-

schaftliche Ansätze in das philosophische Grundgerüst des Denkens und des Seins

integriert. Insbesondere möchte ich dabei die Schöpfungslehre von Edgar Dacqué,

der sich als Naturwissenschaftler mit dem Thema befasste, näher erforschen.

Der dritte Grund für mein Interesse an der Thematik knüpft eng an den

zweiten an. Eine Eigenschaft, die mich schon immer an Menschen faszinierte, ist

der Mut interdisziplinär zu arbeiten. Was bereits Aristoteles und Galileo im


Jennifer Dacqué Schöpfung und Evolution

2

großen Stil praktizierten, versuchte auch Edgar Dacqué im Bezug auf seine

Weltanschauung: Er verknüpfte Wissenschaftszweige und Denkansätze um

mithilfe der verschiedenen Erkenntnisse einen neuen Weg zur Problemlösung zu

erschließen. Während zahlreiche ,,Experten" sich regelmäßig nur auf ihr

,,Steckenpferd" besinnen (und das ganz egal, welcher wissenschaftlichen Kaste sie

angehören), bietet die fachbereichs-übergreifende Forschung Möglichkeiten, die

bei einer eingeschränkten Sichtweise verborgen bleiben. Der theosophische

Ansatz ist in sich bereits interdisziplinär. Er vereinigt drei Felder der

Geisteswissenschaften (Theologie, Philosophie und Wissenschaft). Edgar Dacqué

arbeitete hierbei mit seinem ausgeprägten naturwissenschaftlichen Fachwissen

(insb. in seiner Evolutionstheorie). Für mich klingt das spannend und schwierig

zugleich. Ein Grund mehr sich dem Thema in dieser Hausarbeit zu widmen.


Jennifer Dacqué Schöpfung und Evolution

3

2

Theosophie

2.1

Geschichte der Theosophie

Die theosophische Strömung ist keinesfalls eine moderne Erscheinung. Die

Verknüpfung von Wissenschaft, Religion und Philosophie wurde bereits in der

Antike als Lehre praktiziert. Grundlage für die interdisziplinäre Denkarbeit, war

stets der Versuch das Wesen und den Sinn der Dinge zu erschließen und somit zu

vollkommener Erkenntnis zu gelangen. Diese Erkenntnis würde bedeuten, dass

elementare Fragen (wie zum Beispiel die nach dem Jenseits oder nach

unerklärlichen Phänomenen) nicht mehr von Bedeutung wären, da mit der

Erkenntnis gleichzeitig die Antworten auf alle Fragen gegeben wären. Es ist diese

,,Metaphysische Neugierde"1, die die Hauptgrundlage für das theosophische

Modell bildet. Insbesondere in der vormittelalterlichen Zeit, war die Theosophie

stark mit der Mystik verknüpft. Sie orientierte sich vor allem an Welt-

anschauungen wie dem Brahmanismus und Buddhismus, aber auch an der

griechischen Mythologie.

Im Mittelalter wurde theosophisches Gedankengut durch die katholische

Kirche verboten und Anhänger dieser Lehre ebenso wie andere Ketzer verfolgt.

Zu den Gruppierungen, die in dieser Zeit theosophische Ansätze verfolgten

gehörten u. a. die Rotkreuzer, Alchimisten und auch ursprüngliche Formen der

Freimaurer. Zur Zeit der Reformation, verlor die katholische Kirche erheblich an

Einfluss und andere als die christlich-katholische Weltanschauung konnten sich

entwickeln und verbreiten. Auch der theosophische Ansatz wurde stets von

zahlreichen philosophisch-religiösen Strömungen beeinflusst, am deutlichsten

(bereits während der Phase des Kirchenstreits) durch die Mystik im 16.-18.

Jahrhundert und die Neubuddhistische Bewegung im 19. Jahrhundert.

Im Laufe der Zeit wuchs die Anhängerschaft der theosophischen

Bewegung beträchtlich, bis die Theosophie im frühen 20. Jahrhundert beinahe zu

1 Vgl. BRUHN, Wilhelm, ,,Theosophie und Anthroposophie", In: Aus Natur und Geisteswelt,

Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen, Band 775, Berlin, Leipzig, 192,

S. 7


Jennifer Dacqué Schöpfung und Evolution

4

einer Modeerscheinung wurde. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges und der

konjunkturell entspannten Phase danach, verbreitete sich in Europa und Amerika

eine kapitalistisch-rationale Denkstruktur ohne Bezug zum Metaphysischen. Diese

verkannte jedoch den Hang der Menschen zur Mystik und provozierte gleichsam

einen verstärkten Drang hin zu philosophisch-religiösen Gruppierungen. Die

Theosophie stellte in diesem Zusammenhang eine ausgezeichnete, geistige

Zufluchtsmöglichkeit dar: Sie befasste sich mit der Metaphysik, mit dem

göttlichen und dem mystischen und griff dabei sowohl auf philosophische als

auch naturwissenschaftliche Instrumente zum Erkenntnisgewinn zurück. Nicht

zuletzt aus diesem Grund konnten sich viele Menschen mit der theosophischen

Lehre identifizieren.2

Seit 1875 ist die bekannteste Institution, die sich mit der Theosophie

beschäftigt, die ,,Theosophische Gesellschaft" mit derzeit ca. 35.000 Anhängern

weltweit.3,4

2.2

Grundlagen der theosophischen Weltanschauung

Das Wort Theosophie stammt aus dem Spätgriechischen und setzt sich aus zwei

Teilen zusammen. Zum einen ,,theós" (Gott) und sophía (Weisheit).5 Bei dieser

Lehre handelt es sich um eine Synthese aus Religion, Philosophie und

Naturwissenschaft. Wie bei vielen philosophisch-religiösen Lehren ist auch bei

der Theosophie die Suche nach dem Sinn, nach dem Ursprung und der

Entwicklung der Welt grundlegend. Die Theosophie will irdisches mit

himmlischem Wissen vereinen um damit die vollkommene Erkenntnis zu

erlangen. Dabei vertritt die Theosophie das Prinzip der Selbsterkenntnis. Das

heißt, es ist dem Menschen möglich ohne einen göttlichen Impuls, nur durch sich

selbst eine allumfassende Erkenntnis zu erlangen. Diese Denkweise ist zum Teil

2 Vgl. ebd. S. 6ff.

3 Vgl. http://www.bible-only.org/german/handbuch/Theosophische_Gesellschaft.html

4 Siehe. Kapitel 2.5. Exkurs: Die Theosophische Gesellschaft

5 Vgl. BROCKHAUS ENZYKLOPÄDIE, Band 22, Mannheim, 1993, S. 85



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