Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung S 4
2. Hauptteil S 5
2.1 Vokalveränderungen vom Mhd zum Nhd S 5
2.1.1 Nhd Monophthongierung nhd Diphthongierung
und nhd Diphthongwandel S 5
2.1.2 Dehnung und Kürzung S 5
2.1.3 Rundung und Entrundung S 6
2.1.4 Apokope Synkope und Elision S 6
2.2 Konsonantenveränderungen von Mhd zum Nhd S 7
2.2.1 Grammatischer Wechsel S 7
2.2.2 Assimilation S 7
2.2.3 Stimmtonverlust im Auslaut S 7
2.2.4 Mittelhochdeutsches w S 8
2.2.5 Veränderungen von Mhd s und z S 8
2.2.6 Veränderungen von Mhd f und v S 8
2.3 Veränderungen der Verben S 9
2.3.1 Die starken Verben S 9
2.3.2 Präterito Präsentien S 12
2.4 Sonstige Veränderungen S 14
2.4.1 Majuskulierung der Substantive S 14
2.4.2 Bezeichnung der Vokalquantität S 15
2.4.3 Das morphologische Prinzip im Neuhochdeutschen S 16
2.4.4 Analogieausgleich S 16
2
2.5 Analyse eines Mhd Textes S 16
2.5.1 Walther von der Vogelweide Kreuzigungsstrophe S 16 17
2.5.2 Untersuchung des Laut- und Schreibwandels im Text S 17
2.5.3 Nhd Übersetzung des Textes S 23
3. Schlussbetrachtung S 23
Literaturverzeichnis S 24
3
1. Einleitung
Dieses Zitat von Hugo von Hofmannsthal soll das historische Wachsen unserer Sprache deut- lich machen. Viele Eigenschaften dieser Sprache haben sich im Verlauf der Geschichte grundlegend verändert, andere hingegen sind relativ stabil geblieben. Vorliegende Hausarbeit analysiert in diesem Kontext wichtige Aspekte des Sprachwandels der deutschen Sprache ausgehend vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen.
Das Mittelhochdeutsche war keine überregional einheitliche Sprache wie das Schriftneuhoch- deutsche, sondern war ebenso wie das heute gesprochene Deutsch gekennzeichnet durch starke regionale bzw. dialektale Unterschiede. Auch eine einheitliche Orthografie gab es im Mittelalter noch nicht.
Doch warum ist es eigentlich wichtig, dieses Mittelhochdeutsch näher zu betrachten und den Sprachwandelzum heutigen Deutsch genauer zu untersuchen? Sind die Sprachzustände des Deutschen vor ca. 500 bis 1000 Jahren für den heutigen Sprachbenutzer denn nicht völlig uninteressant? Mögliche Antworten auf diese Fragen könnten lauten: Viele Phänomene des heutigen Schriftdeutsch erscheinen dem Sprachbenutzer unnötig kompliziert oder unsinnig. Es lassen sich jedoch viele dieser Erscheinungen nur erklären, wenn man historische Ent- wicklungen beobachtet und so tiefere Einblicke in dieses Sprachsystem gewinnt. Auch im sprachlichen Alltag wird oft über Sprache reflektiert, d.h. Menschen denken über die Mittel ihrer sprachlichen Kommunikation nach. Gerade im Bereich Wortbedeutung und Wort- geschichte lassen sich hierbei viele Phänomene nur durch sprachhistorische Zusammenhänge erklären. Darüber hinaus haben viele Sprachbenutzer ein Bedürfnis Einblicke in die Geschichte ihrer Sprache zu bekommen, denn z.B. Kultur und Identität von Menschen sind
nicht zuletzt auch durch sprachgeschichtliche Entwicklungen zu erklären. 2 Im ersten Abschnitt meiner Hausarbeit gebe ich einen systematischen Überblick über ausge- wählte Regeln, die sowohl den Laut- wie auch den Schreibwandel vom Mhd. zum Nhd. kennzeichnen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf all den grammatischen Erscheinungen, die im zweiten Teil dieser Arbeit anhand eines Textes näher beschrieben und erläutert werden. Der Wandel von Wortbedeutungen (semantischer Wandel) vom Mhd. zum Nhd.wird zwar im
1 Hugo von Hofmannsthal, Prosa I, ed. Herbert Steiner, Frankfurt 1950, S. 267. Zitert nach: Fritz Tschirch,
Geschichte der deutschen Sprache. Entwicklung und Wandlung der deutschen Sprache vom Hochmittelalter bis
zur Gegenwart. Berlin 1969, S. 13.
2 Vgl. Johannes Vollmert, Geschichte der deutschen Sprache. In: Johannes Vollmert (Hrsg.), Grundkurs
Sprachwissenschaft. Paderborn 2005, S. 29-30.
4
zweiten Abschnitt dieser Arbeit vereinzelt zur Sprache kommen, soll aber im ersten Abschnitt
nicht näher untersucht werden.
2. Hauptteil
2.1 Vokalveränderungen vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen
2.1.2 Nhd. Monophthongierung, nhd. Diphthongierung und nhd. Diphthongwandel
Bei der neuhochdeutschen Monophthongierung, welche sich seit dem 11./ 12. Jhd. langsam
ausbreitete, wandeln sich mhd. Diphthonge zu nhd. Monophthongen. Als Veränderungen
treten auf:
zum Umlaut <ü> (y:).
Unter nhd. Diphthongierung versteht man die Veränderung von den drei engen mhd. Lang-
monophthongen zu offenen nhd. Diphthongen. Auch diese Veränderungen breiteten sich seit
dem 12. Jhd. langsam aus. Dabei verändern sich <î> zu
Als letztes Phänomen wird in diesem Abschnitt der neuhochdeutsche Diphthongwandel näher
beschrieben. Hierbei wandeln sich mhd. Diphthonge
Nukleussenkung zu den nhd. Diphthongen
([ɔ y]). 3
2.1.2 Dehnung und Kürzung
a) Dehnung
(1) Dehnung der Vokale in offener Tonsilbe
Eine offene Tonsilbe ist eine Akzent tragende Silbe, die mit einem Vokal abgeschlossen ist.
Im Mhd. waren diese Vokale kurz. Im Nhd. sind sie auch ohne Kennzeichnung lang auszu-
sprechen. Diese Länge kann jedoch auch grafisch gekennzeichnet sein (siehe auch Abschnitt
2.4.2). Diese Dehnung wird jedoch im Nhd. nicht immer durchgeführt, z.B. vor
hin auch oft durch Konsonantendopplung verlegt (Beispiel Mhd.
3 Vgl. Hermann Paul, Mittelhochdeutsche Grammatik. Tübingen 1989, S. 68-74.
Vgl. Hilkert Weddige. Mittelhochdeutsch. Eine Einführung. München 2004, S. 31-32.
Vgl. Gesine Taubert, Mittelhochdeutsche Kurzgrammatik mit Verslehre. Isen 1995, S.16.
5
(2) Dehnung einsilbiger Wörter mit geschlossener Silbe durch Analogieausgleich Einsilbige Wörter mit geschlossener Silbe haben flektierte Formen mit offener Tonsilbe, die gedehnt wurde; analog dazu konnte nun auch das Wort mit der geschlossenen Silbe die Dehnung annehmen (Beispielim Nhd.: Genitiv
(3) Dehnung einsilbiger Wörter mit geschlossener Silbe, die auf einfachen Konsonanten aus- gehen Auch ohne Analogieausgleich können einsilbige Wörter mit geschlossener Silbe gedehnt werden. Allgemein verbreitet ist die Dehnung vor
b) Kürzungen
Manchmal wird auch der im Mhd. lange Vokal zum Nhd. hin gekürzt. Dies geschieht vor allem vor bestimmten Konsonanten (
sonantenverbindungen (
Nhd.
2.1.3 Rundung und Entrundung
a) Rundungen
Mit „Rundung“ wird bei der Vokalartikulation die Veränderung von eher gespreizten Lippen- stellung zu einer eher runden bezeichnet.
Betroffen sind hier
b) Entrundung
„Entrundung“ ist der Übergang von „gerundeten“ Monophthongen und Diphthongen zu den auf gleicher Zungenhöhe benachbarten Vordervokalen. Betroffen sind <ü> zu ([i], [i:], <öu> zu
2.1.4 Apokope, Synkope und Elision
Durch die Festlegung des germanischen Wortakzents auf die Stammsilbe kam es bereits im Ahd. zu einer Abschwächung der Nebensilben. Im Mhd. setzte sich diese Abschwächung zu
4 Vgl. Paul 1989, S. 74-76.
5 Vgl. ebd., S. 77-78.
6 Vgl. ebd., S. 74-76.
6
Arbeit zitieren:
Thomas Ostertag, 2006, Sprachwandel vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen anhand ausgewählter Merkmale und Texte, München, GRIN Verlag GmbH
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