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2.1.1 Zum Konstruktivismus 7
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4.1.1 Prozentfragen 16
4.1.2 Übereinstimmungsfragen. 16
4.1.3 Subsystemvergleiche 16
4.2.1 Den Überweisungskontext erfragen. 17
4.2.2 Die Erwartungen der Anwesenden erfragen 18
4.2.3 Das Problempaket aufpacken: 18
4.2.4 Die Beschreibungen rund um das Problem erfragen 19
4.2.5 Den Tanz um das Problem erfragen 19
4.2.6 Erklärungen für das Problem erfragen. 20
4.2.7 Bedeutung des Problems für die Beziehung erfragen. 20
3
4.3.1 Fragen nach Ausnahmen vom Problem 21
4.3.2 Fragen nach Ressourcen - unabhängig vom Problem 22
4.3.3 Wunder-Fragen. 22
4
1 Einleitung
Ich habe den systemischen Beratungsansatz im Jahrespraktikum an der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche intensiv kennen gelernt. Die Denkweise und die damit verbundenen Methoden haben mich so fasziniert, dass ich seit dieser Zeit versuche, sie in meinen eigenen Gesprächsstil mit aufzunehmen. Ich habe mich entschlossen, ein Referat zu diesem Thema anzubieten, da ich es wichtig finde, bei diesem inzwischen „typischen“ soz.
päd. Denkansatz, darauf zu achten, dass systemische Beratung PHKU ist, als die Familie des
Klienten mit einzubeziehen. Außerdem soll dieses Referat dazu beitragen, dass sich einzelne Puzzleteile die wir Studenten schon kennen zusammenfügen und so ein schärferes Bild von dem entsteht, was zur syst. Beratung gehört und wie sie funktioniert.
Von der Vorgehensweise her, lege ich Wert darauf, dass der Praxisteil der Hausarbeit theoretisch fundiert ist, denn das finde ich, ist die Voraussetzung für Professionalität. Deshalb stelle ich zuerst die Haltungen, Grundannahmen und Zielsetzungen der systemischen Therapie und Beratung nach Arist von Schlippe und Jochen Schweitzer dar. Ich denke, diese Haltungen, Grundannahmen und Zielsetzungen sind eine Handlungstheorie des systemischen Ansatzes, die zum einen dazu dient Orientierung zu geben, was die in sich verschiedenen systemischen Schulen verbindet. 1 Zum anderen ist sie ein Fundament, von dem sich systemischen Methoden, wie z. B. das systemische Fragen ableiten lassen. Diese konkreten Fragen stellen den zweiten (praxisbezogenen) Hauptteil meiner Hausarbeit dar, der sich auf ein selbst erdachtes Fallbeispiel bezieht.
Zwischen syst. Beratung und syst. Therapie mache ich keine Unterscheidung aus folgenden Gründen: In der Literatur werden diese Begriffe oft unterschiedlich übersetzt. In Familien-Zusammenhalt(en) 2 wird z.B. die Bezeichnung „worker“ mit „TherapeutIn“ übersetzt, obwohl „SozialarbeiterIn“ sicherlich angebrachter wäre, da die Autorin sich auf einen Arbeitsbereich bezieht, der in Deutschland vor allem von SozialarbeiterInnen ausgeübt wird. Es ist schwer zu sagen, wann aus einer Beratung eine Therapie wird und ab wann eine Therapie eine Beratung ist. Ich denke, dass früher der Therapie ein langer Zeitraum, mit
1 „ 'LH systemische Therapie gibt es nicht. Vielmehr ist darunter ein breiter Oberbegriff zu verstehen, der so
etwas ist wie eine Klammer um eine Vielzahl von Modellen, die durchaus auch in sich sehr heterogen sein können“ (Lieb 1995; zit.n. Schweitzer, von Schlippe , systemische Therapie/Beratung, S. 23)
2 vgl. Berg, Familien-Zusammenhalt(en), S. 12
5
vielen Sitzungen und einer intensiven TherapeutIn - KlientIn Beziehung zugeschrieben wurde und sich die Bezeichnung deshalb gut von Beratung abgrenzen ließ. Seit der Schule aus Milwaukee 3 ist dies meines Erachtens überholt. Heutzutage gehen Beratung und Therapie oft ineinander über, z. B. an Erziehungsberatungsstellen. Des weiteren lässt sich anführen, dass im systemischen Ansatz die Expertenrolle des Klienten betont wird und zwar in der Beratung genauso wie in der Therapie. Syst. BeraterIn und syst. TherapeutIn verstehen sich als eine Art „ Prozessbegleiter“ von Veränderungsprozessen, eine Unterscheidung von Beratung und Therapie ist deswegen nicht relevant.
2 Theorie des systemischen Ansatzes
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Das systemische Denken ist von ganz anderer Art, als das Denkmodell, welches über zwei Jahrtausende die abendländische Kultur- und Geistesgeschichte prägte. 4 Es ist, im Gegensatz zum althergebrachten linearen Denkmodell nicht mehr ein Denken in Ursache und Wirkung, welches von A auf B schließt. Das systemische Denken deklariert, dass man es in der Natur niemals mit linearen Vorgängen zu tun hat, sondern stets mit einem äußerst komplexen Geschehen. Es lädt uns ein, unsere bekannten und eingeschliffenen Verstehenssätze und Wahrnehmungsweisen neu zu überdenken.
Systemischer Ansatz wird verstanden als neuer Art die Welt zu sehen und zu kategorisieren. 5 Entscheidend ist die Abkehr von einem linearen Ursache-Wirkungsdenken hin zu einem zirkulären Systemmodell, nach dem die Wirklichkeit eines Individuums untrennbar mit seinem Kontext verbunden ist. Dies Bedeutet, dass das Verhalten
von Personen QXU im jeweiligen Zusammenspiel der für sie wichtigen Beziehungen verstanden werden kann.
[...] Bei dem s. A. geht es darum, bei den Klienten vorhandene Fähigkeiten, Strukturen und Ressourcen für die Zusammenarbeit zu nutzen. Daher gilt es, den Klienten in ihrem Bezugsrahmen zu begegnen und deren persönliche Kompetenz zu steigern. Sozialarbeit in diesem Sinne ist ein kommunikativer Prozess für die gemeinsame Entwicklung von Lösungsstrategien. Dabei kann der Sozialarbeiter sein eigenes Handeln als Teil eines zirkulären Prozesses verstehen, an dem er selbst beteiligt ist. [...] Grundlagen dieses Denk- und Handlungsmodells bilden: Die Kybernetik, die Systemtheorie, die Kommunikationstheorie und der Konstruktivismus. [...]
3 die Gruppe um Steve de Shazer und Insoo Kim Berg
4 aus Lehrveranstaltung: Systemische soziale Arbeit - Reflexion mit Skulptur und Rollenspiel, Dozent:
Schmutzer-Staudinger, Referat: Kurztherpie Teil 1 Philosophische Einflüsse, Referent: Keck
5 Fachlexikon der sozialen Arbeit, 4. Aufl. 1997, S. 941,
6
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Eine REMHNWLYH Wirklichkeit existiert in diesem neuen Denken nicht mehr. 6 Hat es den Begriff
„ Wahrheit“ beim linearen Denkmodell noch gegeben, so verschwindet diese Fixierung auf „ das einzig Richtige“ im systemischen Denken gänzlich. Der konstruktivistische Ansatz geht
davon aus, dass der Mensch seine Welt nicht ILQGHW (mit Hilfe von verschiedenen Analysen und Forschungen), sondern HUILQGHW. Er schafft sich seine Wirklichkeit, indem er sie
konstruiert. In die Sprache der Sozialarbeit übersetzt bedeutet das, dass der/die SozialpädagogIn nicht die Aufgabe hat, das Problem eines Klienten zu ergründen, zu definieren und zu verbalisieren, sondern dass es ihm/ihr vielmehr obliegt, dem Klienten deutlich zu machen, dass seine Sicht des Problems in Wirklichkeit doch auch nur eine weitere Konstruktion ist -die vom Klienten aus angenehmste und plausibelste konstruierte Sicht der Dinge. De Shazer beschreibt eine solche Beratungssituation: 7
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3 Die systemische Beratung: Haltungen, Grundannahmen,
Zielsetzungen
„ Die“ systemische Therapie gibt es nicht. Es handelt sich viel mehr um einen breiten Oberbegriff über eine Vielzahl von Modellen, die in sich auch heterogen sein können. Solche Modelle sind z. B. die strukturelle Familientherapie nach Minuchin, die Lösungsorientierte Kurztherapie nach De Shazer, das Mailänder Modell nach Palazzoli, Boscolo, ... . Ich möchte jetzt den Blickwinkel auf die Gemeinsamkeiten der Modelle richten, d. h. unter welchen Bedingungen man von einer system. Beratung sprechen kann. Hierzu haben Schweitzer/von
6 aus Lehrveranstaltung: Systemische soziale Arbeit - Reflexion mit Skulptur und Rollenspiel, Dozent: Schmutzer-Staudinger, Referat: Kurztherpie Teil 1 Philosophische Einflüsse, Referent: Keck
de Shazer, Steve 1994: Das Spiel mit den Unterschieden. Wie therapeutische Lösungen lösen. 2. Aufl. Heidelberg
7
Arbeit zitieren:
Dipl. Pädagoge, Dipl. Sozialpädagoge (FH) Oliver Watzal, 2001, Der Systemische Ansatz in Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
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