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Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Studiengang Betriebswirtschaftslehre/SS 98
Kurs B2: Konjunktur und Beschäftigung
LV: 761 G
Vorgelegt von: Claudia Meyer
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3.1.1. Staatliche Beschäftigungsprogramme und Ladenschlußgesetz 3.1.2. Reformationsbedarf des Arbeitsrechts 3.1.3. Rationalisierungsschutz 3.1.4. Reduktion der Arbeitslosigkeit bis zum Jahr 2000 3.1.5. BDI für Bündnis, aber gegen 25-Stunden-Woche 3.1.6. Lohnfortzahlung und Rentenreform
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3.2.1. Arbeitszeitverkürzung
3.2.2. Arbeitslosigkeit durch höhere Mobilität reduzieren 3.2.3. Vollbeschäftigung
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4.1.1. Länderspezifische Standortwahl
4.1.2. Struktur der Wirtschaftsaktivitäten 4.1.3. Mobilität in der Europäischen Union 4.1.4. Strukturwandel der Arbeitsmärkte
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In den 50er und 60er Jahren während des Wirtschaftswunders kaum beachtet und heute
eines der meist diskutierten Probleme Deutschlands ist die $UEHLWVORVLJNHLW zu einem der
wichtigsten Anliegen der Deutschen geworden. In einer Umfrage des ZDF-Politbarometers nannten schon im Januar 1996 mehr als 80% der Befragten dies als ihre größte Sorge. Zugleich ist Arbeitslosigkeit aber auch die primäre Ursache für viele andere Probleme, die uns heutzutage in Deutschland begegnen, wie z.B. Sinkende Steuereinnahmen, sinkende Einnahmen der Sozialversicherungen und gleichzeitig höhere Ausgaben für die Arbeitslosen. Als mögliche Ursachen der Arbeitslosigkeit werden die ökonomische Globalisierung und damit verbunden der internationale Konkurrzenzdruck, die gestiegene Produktivität der Unternehmen bei sinkendem Arbeitskräftebedarf, verlangsamte Wachstumsraten, Verlust nationalstaatlicher Steuerungsmacht, zu hohe Lohnnebenkosten, demographischer Wandel und die Kosten der deutschen Wiedervereinigung diskutiert. Je nach Standpunkt wird man dieser oder jener Ursache den Vorzug geben, so daß dementsprechend auch die Strategien zur Verringerung der Arbeitslosigkeit erheblich differieren.
Diese Hausarbeit diskutiert die Aussage Helmut Kohls „Die Halbierung der Arbeitslosigkeit bis zum Jahr 2000 ist ein großes Ziel“ und zeigt im ersten Kapitel, der Einleitung folgend, einen kurzen Überblick über die momentane Situation am Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik Deutschland.
Es werden sowohl theoretische Aspekte als auch aktuelle Äußerungen der Arbeitgeber-und Arbeitnehmerverbände, Politik und Wirtschaft aufgezeigt und kritisch diskutiert. Des weiteren sollen Lösungsansätze aufgezeigt werden, die zur Beseitigung der momentanen Erwerbslosigkeit bis über das Jahr 2000 hinaus führen können.
Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschafter einigten sich in der Kanzlerrunde am späten Dienstagabend des 23.01.1996 auf das ehrgeizige Ziel, die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik bis zum Jahr 2000 zu halbieren. 1 Dieses Vorhaben sollte mit einem
1 Vgl. Telefonat vom 12.06.1998 mit der CDU, Herrn Senf
Bündnis für Arbeit und Standortsicherung erreicht werden, ist allerdings schon nach wenigen Monaten wieder auseinandergebrochen, weil die Regierung den aus gewerkschaftlicher Sicht unverzeihlichen Fehler begangen hat, das Gesetz über die Lohnfortzahlung zugunsten der Unternehmer zu ändern. 2
In einem Gespräch mit dem SPIEGEL erklärt der Ökonom Wolfgang Klauder, daß die Halbierung der Arbeitslosigkeit mit von ihm vorgeschlagenen Mitteln und Methoden bis kurz nach dem Jahr 2000 zu erreichen ist. Diesen Entwurf der Studie der Bundesanstalt für Arbeit hat Helmut Kohl lt. Wolfgang Klauder Anfang 1997 mit einem freundlichen Brief erhalten. 3
Der Bundeskanzler räumte daraufhin erstmals öffentlich ein, daß sein Ziel, die Arbeitslosigkeit bis zum Jahr 2000 zu halbieren, sicher nicht mehr zu erreichen sei, aber bei einem Wirtschaftswachstum von bis zu 3 Prozent die Arbeitslosigkeit sinken würde. 4
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Die Entwicklung der Arbeitslosenquote in Deutschland stand nach dem zweiten Weltkrieg im Zeichen des "Wirtschaftswunders". Viele Faktoren wirkten zusammen, so daß sich die Wirtschaft vom Zusammenbruch 1945 sehr rasch erholte und die Arbeitslosigkeit leicht zurückging. Zwar stieg die Quote Anfang 1950 nochmals auf 11 %, nahm dann aber stetig ab, bis Ende der 50er Jahre sogar Vollbeschäftigung zu herrschen begann, unterbrochen nur durch eine Rezession Mitte der 60er Jahre. Strukturkrisen im Bergbau und in der Bauindustrie, aber auch konjunkturelle Faktoren führten zum Anstieg der Quote, die aber rasch wieder auf Vollbeschäftigungsniveau zurückging. Hierfür sind wiederum verstärkte Auslandsnachfrage und ein Investitionsboom verantwortlich.
2 Vgl. Berliner Morgenpost, Verhandeln, aber auch handeln, Berlin 27.02.1998
3 Vgl. DER SPIEGEL, Arbeit ist genug vorhanden, 02/1997, S. 27-29
4 Vgl. taz, Kohl gibt auf: Arbeitslosigkeit steigt, TAZ Nr. 5428, 10.01.1998, S. 1
Ab 1973 ist wiederum ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit zu beobachten und 1975 klettert die Zahl auf über eine Millionen Erwerbslose. Nach leichter Erholung in den folgenden Jahren erhöhte sich die Zahl 1983 auf über 2 Millionen. Entsprechend den Verläufen der Konjunkturzyklen sank die Quote in den Folgejahren zwar, jedoch nicht wieder auf das Niveau der 70er Jahre. Die Wiedervereinigung Deutschlands leitete nach einiger Zeitverzögerung eine Phase extrem hoher Arbeitslosigkeit, vor allem im Osten ein, die bis heute anhält. 5
Im Februar 1997 ist ein neuer negativer Nachkriegsrekord in Deutschland bei 4,67 Millionen Arbeitslosen, entsprechend 11,3 %, gemessen an der Zahl aller zivilen Erwerbspersonen, der sich saisonal auch wieder senkte, aber sich bis Mitte 1997 auf 10,9 % einpendelte und Anfang Juli 1997 sich saisonal auf 10,5 % senkte. Über 0,8 Millionen Arbeitslose sind über 55 Jahre alt. Das entspricht einem Anteil von 20 %. Leider sind diese ohnehin schon erschütternden Zahlen nur die "halbe Wahrheit", denn mehr als eine Million weitere Menschen wurden in Arbeitsförderungsmaßnahmen geparkt, wie beispielsweise Umschulungen und ABM-Stellen. 6
5 Vgl. Niess, F., Geschichte der Arbeitslosigkeit, Köln 1979, S. 25 ff.
6 Vgl. Die Welt, Arbeitslosen-Ziel nicht mehr erreichbar, 08.04.1997
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Claudia Meyer, 1999, Die Halbierung der Arbeitslosigkeit bis zum Jahr 2000 ist ein großes Ziel, München, GRIN Verlag GmbH
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