Inhalt
1. Einleitung 3
2. Vorgeschichte 4
2.1 Deutsche Teilung 4
2.2 Neue Ostpolitik 5
3. Wirtschaftlicher und politischer Niedergang der DDR 6
3.1 Entfremdung von Moskau 6
3.2 Massenflucht und Proteste 7
3.3 Der 40. Jahrestag der DDR 7
3.4 Gorbatschows Kritik 8
3.5. Sturz Honeckers 9
4. Der Fall der Mauer 9
5. Die internationale Absicherung der Vereinigung 11
5.1 Die Position der USA 11
5.2 Die Position von Frankreich 12
5.3 Die Position von Großbritannien 13
5.4 Die Position der Sowjetunion 14
6. Herstellung der Einheit 1 4
7. Helmut Kohl und seine Rolle in Europa 1 5
7.1 Helmut Kohl und Michail Gorbatschow 15
7.2 Helmut Kohl und Francois Mitterrand 16
8. Zusammenfassung 1 8
Literatur
2
1. Einleitung
Unter dem Begriff der „Deutschen Wiedervereinigung“ versteht man den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 und die damit verbundene Überwindung der über vierzig Jahre lang währenden deutschen Teilung.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, den Weg zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten darzustellen und zu zeigen, dass die Einheit Deutschlands kein zufälliges Ereignis war, sondern das Ergebnis langfristiger Planung, die von Adenauer über Brandt und Schmidt bis hin zur Vollendung durch Helmut Kohl dieses Ziel immer vor Augen hatte. Dabei soll im weiteren Verlauf der Arbeit die besondere Bedeutung der Persönlichkeit Helmut Kohl hervorgehoben werden, der, sicherlich gemeinsam mit seinen Vorgängern im Amt, auf die hier auf Grund des Umfanges nicht weiter eingegangen werden kann, die Wiedervereinigung durch sein diplomatisches Geschick und Engagement erst möglich gemacht hat.
3
2. Vorgeschichte
Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht des Deutschen Reiches und dem damit verbundenen Ende des Zweiten Weltkrieges übernahmen die Militärbefehlshaber der vier alliierten Siegermächte am 5.6.1945 die oberste Gewalt in Deutschland. So wurde das Land von 1945 bis 1949 in vier Zonen aufgeteilt und wurde von vier verschiedenen Militärregierungen beherrscht - den Franzosen, den Engländern, den Amerikaner und den Sowjets (vgl. SONTHEIMER/ BLEEK, 16).
2.1 Deutsche Teilung
Aufgrund der wachsenden Differenzen zwischen der Sowjetunion und den westlichen Siegermächten wurde im September 1946 aus der amerikanischen und britischen Zone die Bizone gebildet und mit Wirkung vom 1. Januar 1947 vollzogen. Mit Beitritt der französischen Besatzungszone im März 1948 entstand die Trizone. Mit der Verabschiedung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 wurde aus diesen Zonen die Bundesrepublik Deutschland gegründet.
Aus der von der Sowjetunion geführten Besatzungszone ging ein eigenständiger Staat hervor und so wurde am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik gegründet. Dass man diese Teilung vorerst nur als provisorisch betrachtete, machte Konrad Adenauer in seiner ersten Regierungserklärung am 20. September 1949 deutlich:
„Die Teilung Deutschlands wird eines Tages - das ist unsere feste Überzeugung - wieder verschwinden. Ich fürchte, dass, wenn sich nicht verschwindet, in Europa keine Ruhe eintreten wird. Die Teilung Deutschlands ist durch Spannungen herbeigeführt worden, die zwischen den Siegermächten entstanden sind. Auch diese Spannungen werden vorübergehen. Wir hoffen, dass dann der Wiedervereinigung mit unseren Brüdern und Schwestern in der Ostzone nichts mehr im Wege steht“ (MÖLLER, 63).
In der Zeit des Kalten Krieges standen sich die beiden deutschen Staaten aufgrund ihrer jeweiligen politischen Bündnisse mit den zwei konkurrierenden Supermächten USA und Sowjetunion feindlich gegenüber. Schon seit Beginn der 50er Jahre schottete die DDR ihr Staatsgebiet gegenüber der Bundesrepublik durch die militärische Befestigung der innerdeutschen Grenze ab, deren Höhepunkt und Vollendung der Bau der Berliner Mauer am 13.August 1961 darstellte. Während die DDR in den 50er Jahren von der Bundesrepublik weiterhin nicht anerkannt wurde und noch immer als „sowjetische Besatzungszone“
4
verstanden wurde, wurde den Menschen spätestens mit dem Bau der Mauer bewusst, dass ihre bisherige Einschätzung, nämlich dass die Teilung nur provisorisch bliebe, eine Fehleinschätzung war (vgl. SONTHEIMER/ BLEEK, 47).
2.2 Neue Ostpolitik
Eine Lösung der deutschen Frage, die Konrad Adenauer zu Beginn seiner Amtszeit noch kühn in Aussicht gestellt hatte, war in den sechziger Jahren nicht mehr in Sicht (vgl. SONTHEIMER/ BLEEK, 53). Besonders häufig tauchte das Argument auf, dass die Einheit Deutschlands durch Auschwitz und die dort verursachten Taten verspielt worden sei. Berühmte Anhänger dieser Sichtweise waren unter anderem Günter Grass oder der Philosoph Karl Jaspers, die die Teilung Deutschlands als gerechte Strafe für die Heraufführung der Weltkatastrophe durch den Nationalsozialismus betrachteten (vgl. WOLFRUM, 132f).
Allerdings leistete in den Folgejahren die neue Ostpolitik der Bundesrepublik unter Willy Brandt einen wichtigen Beitrag zur Lockerung und Verbesserung des Ost- West-Verhältnisses und des innerdeutschen Verhältnisses (vgl. GÖRTEMAKER, 10). Brandt ging vom Status Quo aus und erkannte ihn als gegeben an, um davon ausgehend sich um Kontakt mit der DDR zu bemühen. Wie Brandts Pressesprecher Egon Bahr im Juni 1963 erklärte, sollte es so einen „Wandel durch Annäherung“ geben. Dieser Wandel wurde dann im Rahmen einer allgemeinen Ost-West-Entspannung in die Tat umgesetzt wurde und führte innerhalb kurzer Zeit zu den Ostverträgen der Bundesrepublik mit Moskau, Warschau und Prag sowie dem Vier-Mächte-Abkommen über Berlin und dem Grundlagenvertrag mit der DDR, in dem die jeweiligen Grenzen anerkannt wurden und das Verhältnis der beiden Staaten auf eine solide Basis gestellt wurde. Diese Anerkennung des Status Quo kann dabei als zentrales Element gesehen werden, da ohne sie keine Überwindung der machtpolitischen und ideologischen Gräben des Kalten Krieges möglich gewesen wäre (vgl. GÖRTEMAKER, 10). Mit dem Abschluss der Ostverträge hatte die Bundesrepublik den Weg frei gemacht für die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit (KZSE). Die Unterzeichnung der KZSE-Schlussakte in Helsinki im Jahre 1975 markierte den Beginn eines grundlegend neuen Entspannungsdialoges in Europa und führte zu einer besseren Verständigung zwischen dem Ost- und dem Westblock (vgl. GENSCHER, 90). Zu einem Testfall westlicher Entspannungspolitik kam es Anfang der 80er Jahre, als die Bundesregierung unter Bundeskanzler Helmut Schmidt im westlichen Bündnis den sog. NATO-Doppelbeschluss durchsetzte, der mit der Entscheidung für die Stationierung westlicher Raketen das Angebot zur Verhandlung über den Verzicht auf nukleare Mittelstreckenraketen auf beiden Seiten verband. Dieser 1983 dann durchgesetzte
5
Beschluss war, wie Michail Gorbatschow später bekannte, maßgeblich für die Entwicklung des „Neuen Denkens“ in der Sowjetunion, das auf immer engere Zusammenarbeit mit dem Westen, Abrüstung und Vertrauensbildung setzte (vgl. GENSCHER, 92).
3. Wirtschaftlicher und politischer Niedergang der DDR
In den achtziger Jahren wurde in zunehmendem Maße offenkundig, dass die DDR im Hinblick auf ihre ökonomische Leistungsfähigkeit und den materiellen Lebensstandart ihrer Bürger zwar im Vergleich zu den übrigen kommunistischen Staaten an der Spitze stand, doch im Weltmaßstab und besonders im Vergleich mit der Bundesrepublik vom Abstieg bedroht war (vgl. SONTHEIMER/ BLEEK, 83).
Für die politische Stabilität und Akzeptanz des Regimes wurde besonders bedrohlich, dass die ostdeutsche Bevölkerung die Einschätzung ihrer eigenen Lage stets an der Situation der Westdeutschen und nicht der osteuropäischen Nachbarländer orientierte. Nicht zufällig fällt in diese Zeit eine deutlich zunehmende Bedeutung von Bürgerrechts- und Menschenrechtsgruppen. Diese forderten mehr politische Freiheiten und die Einhaltung der Menschenrechte. Die Zahl derjenigen wuchs an, die nicht mehr an eine Reformfähigkeit ihrer Regierung und ihres Staates glaubten und ihren Protest und Unwillen durch das Stellen von Ausreiseanträgen oder gar Flucht in die Bundesrepublik ausdrückten.
3.1 Entfremdung von Moskau
Als 1985 Michail Gorbatschow die Führung der Sowjetunion übernahm, leitete er einen politischen und gesellschaftlichen Reformkurs ein, der mit der Propagandierung der Prinzipien „Glasnost“ und „Perestroika“ (Offenheit und Erneuerung) auch die kommunistische Führung der DDR immer mehr unter Druck setzte (vgl. SONTHEIMER/ BLEEK, 87). Die DDR verfolgte aber in der Folgezeit weiterhin einen unabhängigeren und selbstbewussteren Kurs und ging damit ein erhebliches Risiko ein. Sie verärgerte nicht nur die eigene Bevölkerung, die nach der Einleitung der sowjetischen Reformpolitik dem Motto „Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen“ wieder etwas abgewinnen konnte, sondern es kam auch zu einer weiteren Isolation des DDR-Regimes vom kommunistischen Lager.
6
Arbeit zitieren:
Franziska Hupe, 2007, Der Weg zur deutschen Wiedervereinigung 1989/90, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Frau im demokratischen Athen
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 18 Seiten
Der Umgang mit politisch motivierter Kriminalität zu Beginn der Weimar...
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Seminararbeit, 32 Seiten
Psychoanalytische und lerntheoretische Erklärung der Angstentstehung
Referat (Handout), 22 Seiten
Heinrich der Löwe und der Wendenkreuzzug 1147
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Finnland und der Zweite Weltkrieg: Finnisch-deutsche Waffenbrüderschaf...
Hausarbeit, 24 Seiten
Ursachen für den Zusammenbruch der DDR
Politik - Politische Systeme - Historisches
Hausarbeit, 30 Seiten
Medien, Macht und Manipulation. Die Kulturkritische Theorie von Horkhe...
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Hauptseminararbeit, 35 Seiten
Die Bindung Isaaks. Unterrichtsentwurf für eine zwölfte Klasse
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Unterrichtsentwurf, 26 Seiten
Wirtschafts- und Währungsunion
Entstehungsgründe und Entwickl...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit, 20 Seiten
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hauptseminararbeit, 29 Seiten
Brauchen wir eine Weltökodiktatur? Regimetheoretische Untersuchung zur...
Politik - Internationale Politik - Klima- und Umweltpolitik
Hauptseminararbeit, 50 Seiten
Politischer Mord und Kriegskultur an der Wiege der Weimarer Republik
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Bachelorarbeit, 81 Seiten
Handlungsmöglichkeiten im pädagogischen Umgang mit Trauma in der stati...
Romanistik - Allgemeines u. Fächerübergreifendes
Hausarbeit, 35 Seiten
Die telefonische Befragung - eine Alternative zur mündlichen Befragung...
Zwischenprüfungsarbeit, 18 Seiten
Das 'Sozialistengesetz' - Was steckte hinter Bismarcks Kampf g...
Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
Hauptseminararbeit, 32 Seiten
Franziska Hupe's Text Der Weg zur deutschen Wiedervereinigung 1989/90 ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Franziska Hupe hat den Text Der Weg zur deutschen Wiedervereinigung 1989/90 veröffentlicht
Franziska Hupe hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare