Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Probleme bei der Erforschung von Gewalt in der Familie 1
3. Gewalt in der Familie
3.1 Gewalt gegen Frauen 2
3.2 Das Battered-Women-Syndrom 4
3.3 Die Täter von Gewalt 7
4. Wege aus der Gewalt 9
5. Zusammenfassung 12
6. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Die meisten Frauen werden auf etwas hin erzogen, das eher Mythos als Realität ist: die glückliche Familie. Nicht umsonst hören Spielfilme und Romane dort auf, wo die schlimme Wahrheit beginnt.
Viele Menschen befürworten körperliche Bestrafung bei Kindern, frei nach dem Motto: ein Klaps hat noch keinem geschadet (Hirsch 1981, S. 169). Die physische Bestrafung von Kindern ist gesellschaftlich geduldet, das Schlagen von erwachsenen Frauen ist es nicht. Obwohl zwischen diesen beiden Aspekten kein Unterschied besteht. In beiden Fällen werden Menschen verletzt.
Meist beginnt die Gewalt gegen Frauen in der Familie als emotionale Überreaktion, eine Ohrfeige im Streit und danach die Beteuerung dass das niemals wieder geschehen werde. Allerdings wird kein Mensch gewalttätig geboren. Gewalt ist ein erlerntes Verhalten. Eltern und die Familie sind sowohl die wichtigsten Vorbilder als auch die primären
Sozialisationsinstanzen. Von ihnen sollen Kinder soziales Verhalten und Normen lernen, wobei zwischen gesellschaftlichen a kzeptierten Normen und gelebten Normen ein Unterschied besteht (Hirsch 1981, S. 180). Familie hat die Funktion, Kinder zur Selbstsicherheit und Gewissensbildung zu e rziehen. Ebenfalls sollen Kinder
Konfliktfähigkeit, Empathie und Frustrationstoleranz, sowie Rolledistanz lernen (Hirsch 1981, S. 60/61). Diese Arbeit setzt sich mit den Folgen auseinander, wenn Menschen diese Eigenschaften nicht gelernt haben.
2. Probleme bei der Erforschung von Gewalt in der Familie
Die Probleme bei der Erforschung beginnen schon bei der Definition des Gewaltbegriffes. Gewaltanwendung ist im Prinzip eine Grenzüberschreitung, eine Nichtachtung der Grenzen anderer Menschen und ihren jeweiligen Bedürfnissen (Bauriedel 1992, S. 122). Gewalt wird im Alltagsverständnis mit tätlicher Beeinträchtigung, wie schlagen, treten, töten, assoziiert. Es gibt viele Verhaltensweisen die sich zerstörerisch auswirken: zum Beispiel das Vernachlässigen von Kindern. Hierbei handelt es sich nicht um Gewalt im Alltagsverständnis, sofern die Vernachlässigung nicht von physischer Gewalt begleitet wird. In der Wissenschaft hat sich allerdings noch kein einheitlicher Gewaltbegriff durchgesetzt. Viele setzten Aggression und Gewalt gleich, wohingegen es Unterschiede gibt (Lempert/Oelemann 1995,
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S.11). Die Wissenschaft sieht Aggression als Vorstufe von Gewalt oder Gewalt als Ergänzung zur Gewalt. Aggression und Gewalt werden in unmittelbarem Zusammenhang gesehen. Aber es gibt auch hier keinen einheitlichen Aggressionsbegriff (Lempert/Oelemann 1995, S. 22). Gewalt und auch Aggression werden, zurecht, als schlechte Verhaltensweisen gesehen. Aggression w ird als mögliche Verhaltensform gesehen, um sich durchzusetzen, zu behaupten und abzugrenzen (Lempert/Oelemann 1995, S. 19)
Über das Ausmaß von physischer Gewalt gegenüber Frauen in der Familie gibt es wenige empirische Untersuchungen. Diese Tatsache macht einen negativen Aspekt der Privatheit der Familie deutlich: „Die Familie als ein von der Umwelt abgeschlossenes Refugium schütz vor allem männliche Gewalttäter davor, als solche erkannt zu werden und liefert die Frauen als Opfer dem Mythos von der funktionierenden Familie und damit dem Schweigen aus“ (Ohl/Rösener 1979, S. 21).
Darüber ist es schwierig, das Problem der Familiengewalt mit den herkömmlichen Methoden, wie Interviews und Befragungen qualitativ zu erfassen. Bei offenen Befragungen der Beteiligten gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass nur ein Bruchteil der tatsächlich vorkommenden Gewalt angegeben wird. Die Gründe dafür können Angst, Scham oder mangelndes Problembewusstsein, wenn die Gewalt als normal oder legitim betrachtet wird, sein (Ohl/Rösener 1979, S. 21). Beobachtungen können aufgrund der Privatheit des Familienlebens nicht angestellt werden. Die bisherigen Untersuchungen beschränken sich auf Fälle von Gewalt, die ein Eingreifen der Polizei oder anderer sozialer Institutionen erforderlich machen. So bleibt die alltägliche Erscheinung von Gewalt im familialen Rahmen meist unberücksichtigt. Insgesamt muss also die Dunkelziffer bei Familiengewalt als sehr hoch eingeschätzt werden (Ohl/Rösener 1979, S. 21).
3. Gewalt in der Familie
3.1 Gewalt gegen Frauen in der Partnerschaft
Am häufigsten schlagen Männer ihre Partnerinnen mit der Hand oder mit der Faust. Selten werden Gegenstände benutzt. Leider sind auch Fußtritte und sexualisierte Gewalt üblich. Bei jeder Gewalttat werden die Opfer verletzt, die Verletzungen sind aber nicht immer zu sehen. Manchmal tragen die Opfer Prellungen, Quetschungen, Blutergüsse oder Knochenbrüche
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davon. Nicht selten müssen die Frauen einen Arzt konsultieren oder gar ins Krankenhaus eingeliefert werden. Aber auch wenn man keine physischen Verletzungen sieht, tragen die Frauen immer seelische Verletzungen davon (Lempert/Oelemann 1995, S. 36). Der End- oder Höhepunkt der Gewalt ist der Totschlag der Frau. Ziel der Männer ist selten die Partnerin zu töten, sie wollen sie verletzten. Den Tod nehmen sie dabei wissentlich in Kauf. Als Mord, verstanden als geplantes Handeln aus niederen Motiven (z.B. Habgier), wird die Gewalttat gegen Frauen nicht geahndet. Die Justiz deklariert den Totschlag als Affekthandlung, niedere Motive werden ausgeschlossen. Für das Opfer ist die Differenzierung allerdings irrelevant. Häufig führen Männer entschuldigende oder strafmildernde Umstände, wie zum Beispiel A lkoholkonsum, ins Feld. Aber auch Straftaten-und Körperverletzung ist eine Straftat- die im Vollrausch begannen werden sind strafbar. Auch stehen Männer- Gewalt und Alkohol in keinem nachgewiesenen direkten Zusammenhang (Lempert/Oelemann 1995, S. 37).
Die größten, vor allem seelische Verletzungen, richtet der Mann bei einer Vergewaltigung an (Lempert/Oelemann 1995, S. 39). Die deutsche Sprache bringt es auf den Punkt. In dem Wort „Vergewaltigung“ steckt das Wort Gewalt und nicht Lust oder Erotik. Vergewaltigung ist also kein lustvoller Akt, sondern ein gewalttätiger.
Vergewaltigung in der Ehe ist seit Juli 1997 unter Strafe gestellt. Diese Straftat wird mit mindestens zwei Jahren Haft bestraft. Dabei ist es unerheblich, ob die Frau eventuell auf Druck ihres Mannes auf eine Strafverfolgung verzichten möchte. Nach der Anzeige wird das Verbrechen von der Staatsanwaltschaft verfolgt, da ein öffentliches Interesse bejaht wird (www.notruf.wtal.de/sexualstrafe.htm).
Die Dynamik einer Vergewaltigung, gleich ob in oder außerhalb einer Beziehung, ist eine tiefe Verletzung und Demütigung, die ein Mann einer Frau antun will (Lempert/Oelemann 1995, S. 37). Vergewaltigung ist eine Gewalttat in der Sex die Waffe ist (Douglas 1998, S. 281). Noch heute ist die Meinung weit verbreitet, dass eine Frau dem Mann zu Willen zu sein hat. Wenn sich die Frau weigert, so denken viele, kann der Mann die Frau zum Sex zwingen. Aber die Verweigerung der Frau ist nicht der Ausgangspunkt sexueller Gewalt, sie bezweckt die Erniedrigung der Frau (Lempert/Oelemann 1995, S. 39). Auch von vielen Frauen selbst wird forcierter ehelicher Geschlechtsverkehr nicht als Vergewaltigung empfunden. Sex gilt häufig als Pflicht und als notwendiges Übel in der Ehe (Ohl/Rösener 1979, S. 30). Sex in der Ehe wird häufig auch als eheliche Pflicht bezeichnet. Eheliche Gewalt findet normalerweise, wie zu vermuten ist, innerhalb der eigenen vier Wände statt. Das ist der Ort, wo der größte Teil des Familienlebens stattfindet, hier entstehen Probleme und die müssen gelöst werden.
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Arbeit zitieren:
Yvonne Dewerne, 2001, Gewalt in der Familie - Ich liebe dich gewaltig, München, GRIN Verlag GmbH
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