Die Zweiturmfassade der Kathedrale von Notre Dame ist in drei Achsen und fünf Zonen eingeteilt. Insgesamt erscheint sie sehr gegliedert und übersichtlich durch die klar geteilten Zonen. Diese Gliederung wird unterstützt durch die vier Strebepfeiler, die aus der Fassade heraustreten und die Achsen deutlich voneinander trennen. An den Seiten der Türme ist jeweils ein weiterer Strebepfeiler zu erkennen. Das Hauptportal ist umrahmt von sechs Gewänden und den weiterführenden Archivolten in Spitzbogenform. In die Gewände wiederum sind je Seite sechs Säulenfiguren eingearbeitet, die man auch als Karyatiden und/oder Telamonen bezeichnen könnte. Allerdings ist nicht erkennbar, ob es sich bei den Figuren um weibliche oder männliche Personen handelt. Das Tympanon ist mit einem Relief ausgestaltet. Daran schließt sich der Trumeau-Pfeiler, der eine weitere Säulenplastik beherbergt. Das Hauptportal ist durch die heraustretenden Strebepfeiler klar von den Seitenportalen getrennt. Die vier Strebepfeiler sind in dieser unteren Zone relativ schlicht gestaltet und abgesehen von einer eingearbeiteten Figurenplastik pro Pfeiler nicht verziert. Man erkennt das glatte Mauerwerk. Die Plastik befindet sich auf Kämpferhöhe und ist durch einen eingearbeiteten Baldachin geschützt. Das nördliche Seitenportal ist geringfügig kleiner als das Hauptportal und ist nur durch vier Archivolten umrahmt, ebenfalls in Spitzbogenform. Der Aufbau des Seitenportals folgt im Allgemeinen dem des Hauptportals. In die Archivolten sind je Seite vier Archivoltenfiguren eingearbeitet und Tympanon sowie Trumeau-Pfeiler ähneln dem des Hauptportals. Das Relief des Tympanons ist nicht ersichtlich und es lässt sich vermuten, dass der Trumeau-Pfeiler keine Säulenfigur beinhaltet, allerdings ist dies nicht genau erkennbar. Jedoch unterscheidet sich das nördliche Seitenportal in einigen Merkmalen vom Hauptportal und vom südlichen Seitenportal. Die Höhe des Spitzbogens ist niedriger als von beiden anderen Portalen, ebenso sind die Türen kleiner. Außerdem ist über diesem Portal ein dreieckiger Blendgiebel angebracht, der an beiden anderen Portalen nicht zu finden ist. Das südliche Seitenportal ist eine geringfügig kleinere Version des Hauptportals. Allerdings wird es, gleich dem nördlichen Seitenportal, von nur vier Archivolten umrahmt, in die ebenfalls je Seite vier Säulenfigurplastiken eingearbeitet sind. An die untere Zone der Portale schließt sich darüber direkt eine Königsgalerie an, welche sich über alle drei Achsen und die Strebepfeiler erstreckt. Dabei befinden sich 27 Figurenplastiken auf horizontaler Linie nebeneinander gereiht, wobei jeweils sieben Figuren über den Seitenportalen und neun Figuren über dem Hauptportal angebracht sind. Vier weitere Figuren sind in die Strebepfeiler eingearbeitet. Jede ein-
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zelne der Figuren wird durch einen Baldachin überdacht. Die Figurenreihe wird durch ein kleineres Geländer zur nächsten Zone nach oben hin abgegrenzt. Dieses Geländer erstreckt sich ebenso über alle drei Achsen und die Strebepfeiler, weshalb der Eindruck einer einheitlichen Zone aus Figurenreihe und Geländer entsteht. Diese Zone wirkt im Gesamteindruck als Abgrenzung der Portalzone zum darüberliegenden, größeren Bereich, der die Fensterrose beherbergt. Diese Ebene ist ähnlich der der Portale stark und klar gegliedert; hauptsächlich durch die Abgrenzung der Achsen durch die heraustretenden Strebepfeiler. Über dem Hauptportal befindet sich die große Fensterrose, welche von Archivolten umrahmt und mit feingliedrigem Maßwerk überzogen ist. Vor diesem Radfenster sind direkt auf der mittleren Achse drei Figuren zu erkennen. Links oben sowie rechts oben über dem Radfenster ist ein Relief eines stehenden Dreipasses angebracht. Im nördlichen Teil dieser Zone befindet sich eine Blende eines gekuppelten Zwillingsfensters, das heißt die Fenster sind durch die Blende eines gedrückten Spitzbogens überdacht. Außerdem werden sie von Archivolten umrahmt und befinden sich dadurch tiefer im Mauerwerk als der Blendbogen. In der Säule, welche beide Fenster voneinander trennt, ist erneut eine Figurenplastik eingearbeitet. Im oberen Blendbogenfeld ist wiederum ein kleines Radfenster angebracht, welches als Verzierung dient, da es ebenfalls nur als Blende fungiert. Erneut sind links und rechts über dem Blendspitzbogen stehende Dreipässe angebracht. Der südliche Teil dieser Zone folgt gänzlich dem Aufbau des Nördlichen. Die sechs stehenden Dreipässe der Zone sind als Blendmaßwerk zu betrachten.
Die Gestaltung der Strebepfeiler ist bei allen vier Pfeilern identisch, wobei diese eine Dreiteilung erfahren. Der untere Teil bildet den ersten Absatz durch einen Rücksprung der Mauer. Zu erkennen ist dies besonders anhand der zwei Strebepfeiler an den Seiten der Türme, da diese im Profil betrachtet werden können. Für diese gilt derselbe Aufbau innerhalb der zu behandelnden Zone. Dieser Absatz verläuft allerdings nicht abrupt sonder wird durch einen aufgesetzten Dreiecksgiebel verziert. In diesem Fall ist nicht von einem Wimperg zu sprechen, da das entscheidende Maßwerk, wie Krabben oder Fialen, nicht vorhanden ist. Allerdings ist dieser kleine Giebel durch eine Giebelblume bekrönt. Eine weitere Unterteilung der Pfeiler erfolgt durch das darüberliegende Kaffgesims. Diese Zone wird nach oben hin von einem Kordongesims begrenzt, an dessen Unterseite ein verzierendes Register angeordnet ist.
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Arbeit zitieren:
Janine Schöne, 2006, Beschreibung der Westfassade von Notre-Dame in Paris, München, GRIN Verlag GmbH
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