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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Begriffsklärung „Grammatik“ - Was heißt “Grammatik ? 4
3. Grundpositionen der Didaktik des Grammatikunterrichts 4
4. Der traditionelle Grammatikunterricht und seine Kritik 5
5. Situationsorientierung im Grammatikunterricht 6
5.1. Vorstellung und Begründungen des Konzepts 6
5.2. Unterrichtliche Umschaltquellen zur Reflexion über Sprache 7
5.3. Praktische Umsetzung und Methoden situativen Grammatikunterrichts 8
5.4. Grenzen situativen Grammatikunterrichts 8
6. Unterrichtsentwurf einer Einführungsstunde zur Unterrichtssequenz
„Sprachliches Handeln in Situationen“ 9
6.1. Ein Blick in den Thüringer Lehrplan 9
6.2. Sachanalyse 10
6.2.1. Der Zusammenhang zwischen Sprechen und Handeln 10
6.2.2. Die Sprechakttheorie von L Austin und John R. Searle 11
6.3. Beschreibung der Unterrichtsvoraussetzungen 12
6.4. Darlegung und Begründung der Unterrichtsziele 12
6.5. Plan der methodisch-praktischen Durchführung 13
6.5.1. Teil I der 45-minütigen Unterrichtsstunde 13
6.5.2. Teil II der 45-minütigen Unterrichtsstunde 14
6.6. Ausblick auf die folgenden Stunden 16
7. Schlussfolgerungen für den eigenen Unterricht 17
Literaturverzeichnis 18
Anhang 1: Situationsmodell Kommunikation in Situationen
Anhang 2: Carlo Manzoni: „Wollen Sie einen Moment heraufkommen?“
Anhang 3: Carlo Manzoni: „Ist Ihnen der Rauch unangenehm?“
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1. Einleitung
Grammatikunterricht - ein sowohl bei Schülern 1 als auch bei (angehenden) Lehrern vielfach ungeliebtes Thema. Für die ersteren ist die Beschäftigung mit Grammatik oft der Inbegriff von Schule, langweiligen Methoden und starren Regularitäten, die sich - gerade innerhalb der deutschen Sprache - dann doch durch zahlreiche Ausnahmen widerlegen lassen. Die letztgenannten wiederum wissen zumeist um die ablehnende Haltung, die Schüler dem Grammatikunterricht entgegenbringen, sehen sich aber dennoch gezwungen, diesen Unterricht durchzuführen: Einerseits ist die Forderung nach Reflexion über Sprache im Lehrplan festgehalten (was diese Forderung beinhaltet, wird in Kapitel 6.1. näher erläutert). Zum anderen steht dahinter oft die Annahme, dass „Grammatikunterricht zur Schulbildung eben einfach dazugehört.“ In meiner Ausarbeitung möchte ich die Notwendigkeit von
Grammatikunterricht keinesfalls bestreiten, sondern ein Konzept vorstellen, dem eine ganz andere Herangehensweise an Grammatikunterricht zu Grunde liegt. Die Auseinandersetzung mit diesem Konzept führt meines Erachtens dazu, eigene Einstellungen zum „Lehren von Grammatik in der Schule“ zu überprüfen und zu hinterfragen.
Ich möchte mich zunächst mit einigen grundlegenden Fragen im Zusammenhang mit dem schulischen Grammatikunterricht beschäftigen: Warum stößt der h erkömmliche Grammatikunterricht auf so weit verbreitete Ablehnung unter den Schülern? Unter welchen Gesichtspunkten ist
Grammatikunterricht überhaupt notwendig? Wie kann man Grammatikunterricht gestalten, damit die Motivation der Schüler steigt? Im Anschluss daran möchte ich das Konzept des situationsorientierten Grammatikunterrichts kurz vorstellen, die Begründungsversuche, aber auch die Kritikpunkte dieses Modells darlegen. Dabei werde ich mich im Wesentlichen auf das Buch „Der andere Grammatikunterricht“ von Wolfgang Boettcher und Horst Sitta (1978) beziehen.
Der von mir erarbeitete Unterrichtsentwurf soll zeigen, wie sich situationsorientierter Grammatikunterricht in die Praxis umsetzen lassen könnte. Die Schlussfolgerungen am Ende der Arbeit werden d ahingehend gezogen, inwieweit man die Vorteile dieses Konzept für den schulischen Unterricht nutzen kann, die Nachteile jedoch durch andere Ansätze und Verfahren weitgehend ausschalten kann.
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2. Begriffsklärung „Grammatik” - Was heißt „Grammatik“?
Wenn m an über Grammatikunterricht sprechen möchte, muss man zunächst herausfinden, wie der Terminus “Grammatik” eigentlich definiert wird. In diesem Fall ist dies sogar unbedingt erforderlich, da dem Begriff tatsächlich verschiedene Bedeutungen zu Grunde liegen:
> das in einer Sprache wirksame Regelsystem
> ein System von wissenschaftlichen Aussagen von Menschen über das in einer Sprache (angeblich) wirksame Regelsystem > ein Werk oder Lehrbuch, in dem Sprachregeln aufgezeichnet sind
Die folgende Darstellung bezieht sich auf die zweite dieser Bedeutungen, wobei auch innerhalb dieser Definition noch unterschieden werden kann zwischen „wissenschaftlichen Grammatiken”, „Alltagsgrammatiken” und so genannten „pädagogischen Grammatiken”. Da der Interaktionsraum für den
Grammatikunterricht die Schule ist, soll es im folgenden um „pädagogische Grammatiken” gehen, d.h. Grammatiken, die „[…] in Anknüpfung an die bei den Schülern vorliegenden ´Alltagsgrammatiken´ und in Nutzung von Aussagesystemen ´wissenschaftlicher Grammatiken` die Fähigkeit der Schüler zur Reflexion 2 ´grammatischer Phänomene´ schulen sollen […].”
3. Grundpositionen der Didaktik des Grammatikunterrichts
In der Didaktik des Grammatikunterrichts haben sich im Wesentlichen zwei grundlegende Positionen herausgebildet:
1.) Grammatikunterricht soll systematisch in das Regelsystem einführen, das in einer Sprache wirksam ist. Ziel eines solchen Grammatikunterrichts sind sowohl die Einsicht in den Bau der Sprache als auch die Kenntnis der sprachlichen Mittel. Davon ausgehend wird die Rückwirkung auf den Sprachgebrauch erwartet. 2.) Grammatikunterricht stellt keinen Wert an sich dar. Unterricht in Grammatik ist nur dann vertretbar, wenn Fragen an die Sprache aus dem Sprachgebrauch in Situationen erwachsen, und die Antwort auf diese Fragen wieder in die Situation zurückführt. Eine Systematik wird nicht angestrebt.
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4. Der traditionelle Grammatikunterricht und seine Kritik
Traditioneller Grammatikunterricht geht davon aus, dass den Schülern zunächst eine Elementargrammatik vermittelt werden muss. Der Begriff Elementargrammatik bezieht sich dabei vor allem auf Grundkenntnisse im Bereich syntaktischer (Wortarten, Satzglieder, Satzarten) und semantischer Regularitäten (Wortfeldstrukturen, Wortbildung). Pragmatische Untersuchungsaspekte werden erst in der Sekundarstufe miteinbezogen, Kommunikationsmodelle sogar erst in der gymnasialen Oberstufe. Diese Vorgehensweise ist angelehnt an die Schichtung sprachlicher Regularitäten in der modernen Linguistik. Auch dort stand die Syntaxtheorie lange Zeit in Vordergrund, weil sie dem exaktwissenschaftlichen Methodeninventar dieser Form von Linguistik am ehesten zugänglich war.
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Im Schulunterricht führt eine solche Herangehensweise zu Problemen. So werden durch die primär formale Herangehensweise an sprachliche Phänomene im traditionellen
ausgeschaltet. Demonstrationsmaterial für festliegende, dem Lehrer bekannte Regularitäten. Die grammatische Analyse solcher bedeutungsleerer Sätze hat für den Schüler keine nachvollziehbare Bedeutung, außer der, dass eine vom Lehrer gestellte Aufgabe erledigt werden muss. Hinzu kommt, dass die grammatische Analyse in erster Linie auf die Einheit ´ Satz´ begrenzt ist. Dadurch werden Äußerungs- und Textzusammenhänge aufgelöst und der Begriff ´ Sprache´ kann nicht als wichtige Dimension sprachlichen Handelns reflektiert werden. Ein solcher Unterricht schließt nur gelegentlich an außerschulische Spracherfahrungen der Schüler an. Dies trägt zu einer Aufspaltung der Spracherfahrung der Schüler in eine ´offizielle Schulsprache` und eine ´inoffizielle Pausen- und Alltagssprache` bei. Letztendlich wird es für die Schüler schwer den Sinn von Sprachunterricht nachvollziehen zu können. Aus einem solchen Unterricht heraus verbinden sie mit dem Begriff ´ Sprache´ häufig „etwas Formales, etwas Abstraktes, gerade nicht das eigene Sprechen miteinbeziehendes ´irgendwie Schulisches`.“ 4
Boettcher und Sitta stellen deshalb die Forderung auf, dass die Schüler „[…] Ziele, Sinn und Bedingungen ihres unterrichtlichen Tuns erfahren und einsehen können müssen, wenn sie tatsächlich lernen und das in der Schule Erfahrene außerhalb und nach der Schule aktiv anwenden können sollen.“ 5 Ihrer Ansicht nach sollte die Untersuchung grammatischer Phänomene sprachwirkungsbezogen und in Bezug zur Sprachverwendungspraxis erfolgen. Dabei sollen pragmatische Betrachtungsweisen die Bearbeitung grammatischer Phänomene nicht vollständig
Arbeit zitieren:
Hendrikje Schulze, 2001, Das Konzept des situationsorientierten Grammatikunterrichts, München, GRIN Verlag GmbH
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