1. Einleitung
Der vorliegende Bericht beinhaltet die Erfahrungen und Eindrücke, die ich während meines vierwöchigen Pädagogischen Einführungspraktikums am Berufskolleg des Kreises X. sammelte. Beginnend mit der Schulvorstellung und der Begründung der Wahl des Beobachtungsschwerpunktes werden im zweiten Kapitel die Berufsanforderungen und die Berufswahlmotivation des Lehrberufs beschrieben. Im Mittelpunkt des dritten Kapitels steht die Erläuterung des gewählten Beobachtungsschwerpunktes. Das Thema des Beobachtungsschwerpunktes lautet: „In wie fern unterscheidet sich das methodische Vorgehen eines Lehrers in zwei ganz unterschiedlichen Klassen?“ Das vierte Kapitel beinhaltet die Erfahrungen bei meinem ersten Versuch eine Unterrichtsstunde zu planen und durchzuführen, während das Gesamtresümee im letzten Kapitel den Abschluss des Berichts bildet.
1.1 Schulvorstellung
Das Berufskolleg des Kreises X. ist eine öffentliche Schule, die zurzeit 1083 Schüler an drei Bildungsstandorten (Y., X. und Z.) aufweist. Des Weiteren gehört die seit 1917 bestehende Fachschule für Sozialpädagogik, welche sich am Haupt-standort X. befindet, zum Berufskolleg X.. Kennzeichnende Merkmale dieser Schule sind, dass eine Vielzahl von Bildungsgängen und Berufsabschlüssen angeboten werden, und dass demzufolge die Schülerschaft durch Heterogenität gekennzeichnet ist. Die Heterogenität zeigt sich in den kognitiven Fähigkeiten, im Alter, der Ethnizität sowie der unterschiedlichen Bildungsabschlüsse der Schülerschaft. Zum Angebot des Berufskollegs des Kreises X. gehören die Berufsschule, Berufsfachschule, Fachoberschule, und die Fachschule für Wirtschaft und für Sozialpädagogik. Des weitern besteht die Möglichkeit eine Berufausbildung als Kinderpfleger, Sozialhelfer und Erzieher zu absolvieren. 1 Während meines Pädagogischen Einführungspraktikums war ich in der Fachschule für Sozialpädagogik eingesetzt, wo die Erzieherklassen, Sozialhelfer und Kinderpfleger unterrichtet werden.
1 Vgl. Berufkolleg des Kreises Olpe: Informationsbroschüre, 2005/ 2006, S. 1- 4.
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1.2 Begründung der Wahl des Beobachtungsschwerpunktes
„Weil Unterricht eine soziale Situation ist, agiert und reagiert der Lehrer am agierenden und reagierenden Gegenüber (einzelne Schüler, ganze Klasse).“ 2 Dem Zitat zu Folge, verfügt ein Lehrer nicht über so genanntes Rezeptwissen, welches dem Pädagogen in jeder Situation genau vorgibt, wie er sich zu verhalten hat. Das Agieren und Reagieren eines Lehrers gegenüber den Schülern ist daher immer von der jeweiligen Situation abhängig. In Anlehnung an diese Tatsache, habe ich den Beobachtungsschwerpunkt meines vierwöchigen Praktikums auf das unterschiedliche methodische Vorgehen eines Lehrers in zwei ganz unterschiedlichen Klassen gesetzt. Meine Beobachtungen beziehen sich einerseits auf die Klasse 12 der Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen und andererseits auf die Klasse der Sozialhelfer, die sich im zweiten Ausbildungsjahr befinden.
2. Berufsanforderungen und Berufswahlmotivation
2.1 Vorstellungen über die Anforderungen an den Lehrberuf Zur Beschreibung des Lehrerberufs können die pädagogischen Stichworte des Unterrichts, der Erziehung und der Bildung herangezogen werden. Daraus wird deutlich, dass sich die Aufgaben eines Lehrers durch Vielfältigkeit kennzeichnen lassen. 3 Neben der Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten nimmt der Lehrer auch die so genannte Beratungsfunktion ein. Unter einer Beratungsfunktion versteht man, dass der Lehrer seinen Schülern Hilfe und Beratung in Bezug auf die Bildungs- und Erziehungs-, Schullaufbahn und den weiteren beruflichen Werdegang geben soll. 4 Die Arbeit des Lehrers kennzeichnet sich dadurch, dass er am agierenden und reagierenden Gegenüber agierte und reagiert. Jedoch ist er dabei an bestimmte Vorgaben wie beispielsweise das Dienstrecht, Schulrecht und Lehrpläne gebunden.
2 Loser, Franz/ Terhart, Ewald: Schule als Lebensraum- Schüler und Lehrer. In: Roth, Leo (Hrsg.): Pädagogik. Handbuch für Studium und Praxis, München 1991, S. 864, 865.
3 Vgl. Deutscher Bildungsrat: Empfehlungen der Bildungskommission. Strukturplan für das Bildungswesen. 4. Auflage 1972, S. 217.
4 Vgl. Bildungskommission NRW: Zukunft der Bildung- Schule der Zukunft. Denkschrift der Kommission >>Zukunft der Bildung- Schule der Zukunft<< beim Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein- Westfalen. Neuwied, Kriftel, Berlin 1995, S. 304- 306.
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Des Weiteren ist es hilfreich, wenn ein Lehrer mit Sach- Sozial- und Selbstkompetenz ausgestattet ist, die ihm bei der Bewältigung seiner vielfältigen Aufgaben behilflich sind.
2.2 Berufswahlmotivation
Die Motivation ein Lehramtsstudium aufzunehmen basiert auf meiner drei Jahre langen Nachhilfetätigkeit. Ich gab einer 9- jährigen Grundschülerin in den Fächern Deutsch und Mathematik Nachhilfeunterricht. Sowohl die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten als auch die Arbeit mit andern Menschen machte mir sehr viel Freude. Seit dieser Zeit stand mein Berufswunsch fest: Lehrerin zu werden. Durch mein 13- wöchiges Praktikum im Jugendhof Pallotti- Haus in X. stellte ich fest, dass mir die Arbeit mit 15- 20 jährigen noch mehr Spaß macht als mit Kindern. Aufgrund dieser Feststellung entschloss ich mich für ein Lehramtsstudium der Sekundarstufe II. Allerdings bin ich aufgrund des Besitzes der fachgebundenen Hochschulreife sehr stark in der Wahl der Fächerkombinationen eingeschränkt. Aus meinem Auswahlangebot entsprachen die Unterrichtsfächer Sozialpädagogik und Psychologie meinen Interessen am Meisten, sodass ich mich für ein Lehramtsstudium dieser Fächer entschied und das Studium an der Universität Dortmund aufnahm.
2.3 Beobachtungen zu diesem Thema in der Praktikumsschule
Die Atmosphäre in der Fachschule für Sozialpädagogik war locker und angenehm. Diese Atmosphäre erlaubte es, einen Einblick in die verschiedenen Aufgabenbereiche eines Lehrers zu bekommen. Ich stellte fest, dass sich die Arbeit eines Lehrers nicht nur auf die Unterrichtszeit bezieht, sondern er z.B. viele organisatorische Dinge in der Pause und nach der Schule zu erledigen hat. Neben mir war noch eine Praktikantin der Universität Siegen an der Fachschule eingesetzt. Wir wurden zwar freundlich, allerdings auch gleichgültig von den dort tätigen Lehrern behandelt, was oftmals dadurch zum Ausdruck kam, dass nicht alle Lehrer bereit waren uns in ihrem Unterricht hospitieren zu lassen.
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2.4 Reflexion: Veränderte Sichtweisen des Berufs und der Berufswahlmotivation nach dem Praktikum
Während des Praktikums wurde ich noch einmal in der Wahl meines Berufswunschs bestätigt. Durch das Pädagogische Einführungspraktikum wurde mir klar, dass ich mit der beruflichen Fachrichtung Sozialpädagogik sehr viele Fächer abdecken kann. Trotz vieler verschiedener Ansichten und Meinungen bezüglich der Fächerkombination Sozialpädagogik und Psychologie habe ich mich nun endgültig dafür entschieden, das Studium dieser beiden Fächer fortzusetzen. Durch das Praktikum weiß ich nun ganz genau, worauf ich hinarbeite, weil ich ein festgesetztes Ziel vor Augen habe.
3. Beobachtungen zu dem schulpädagogischen Thema: In wie fern unterscheidet sich das methodische Vorgehen eines Lehrers in zwei ganz unterschiedlichen Klassen?
Wie in der Einleitung bereits erwähnt, habe ich meinen Beobachtungsschwerpunkt auf das unterschiedliche methodische Vorgehen eines Lehrers in zwei unterschiedlichen Klassen gelegt. Für meine Beobachtungen habe ich Frau B. ausgewählt, die ich im Fach Erziehungswissenschaften in die 12. Klasse der Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen und im Fach Fachpraxis Sozialpädagogik bei den Sozialhelfern (2. Ausbildungsjahr) begleitet habe.
3.1 Unterrichtsstunde in der 12. Klasse der Fachoberschule Frau B. und die 12. Klasse habe ich während einer Unterrichtsstunde im Fach Erziehungswissenschaften besucht. In dieser Stunde wurde das Thema „Der Wandel von Erziehungszielen, aufgezeigt an der Frauenerziehung“ durchgenommen. Insgesamt gibt es in dieser Klasse 28 Schülerinnen und Schüler, wovon 24 weiblich und 4 männlich sind, die laut Aussagen von Frau B. durchschnittliche Leistungen erbringen.
Frau B. begann die Unterrichtsstunde mit der Begrüßung der Schüler. Anschließend stellte sie das Thema der Stunde und den Stundenablauf vor. Danach begann Frau B. den Begriff „Frauenerziehung“ zu erklären. Dazu schrieb sie zunächst die dazugehörige Definition an die Tafel, welche sie daraufhin erklärte, erläuterte und ergänzte.
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Arbeit zitieren:
Elena Kramer, 2005, Bericht zum pädagogischen Einführungspraktikum am Berufskolleg, München, GRIN Verlag GmbH
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