Ausbildungsbegleitende Leistungskontrolle von Robert Kirchner - 2 -
Ausbildungsbegleitende Leistungskontrolle zum Thema:
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1. Einleitung 3
2. Gesundheitserziehung als Erfordernis 3
3.Was wird unter dem Begriff Gesundheit verstanden. 5
4. Ziele der schulischen Gesundheitserziehung 9
5. Traditionelle Konzepte der schulischen Gesundheitserziehung. 9
a) Das Aufklärungskonzept 10
b) Das Abschreckungskonzept 11
6. Moderne Konzepte der schulischen Gesundheitserziehung. 12
a) Das Risikofaktorenkonzept 12
b) Das Gesundheitsfaktorenkonzept (bei Steak: Das Ganzheitskonzept) 13
Methodische Gesundheitsfaktoren: 14
Sachlich gegebene Gesundheitsfaktoren: 14
7. Zusammenhang von Gesundheitskonzepten und der Unterrichtseinheit BSE 16
8. Die Salutogenese 20
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In der von mir durchgeführten Unterrichtseinheit BSE, ging es mir darum, den Schülern dieses Thema nahe zu bringen, indem Fakten möglichst wertungsfrei als Inhalt aufgearbeitet wurden und als solche dargestellt wurden. Das Thema an sich hat eine gewisse Brisanz, weil es prinzipiell um Gesundheitserziehung ging, diese als solche aber keine Wirkung mehr haben kann, weil die Inkubationszeit von allen Sachverständigen doch auf mehrere Jahre geschätzt wird. Somit ist es unsinnig jetzt in den „Nachwehen“ der BSE- Krise auf Rindfleisch zu verzichten, wenn besonders in den neunziger Jahren Rindfleisch konsumiert wurde. Mich interessiert nun in diesem Zusammenhang, welche verschiedenen Konzepte die Pädagogik und die Didaktik bereithält, Schüler zu einer gesunden Lebensweise zu erziehen. Am Ende soll die Frage beantwortet werden, ob und wie die BSE- Unterrichtseinheit in eines dieser Konzepte hineinpasst, oder ob diese doch nur für die klassischen Gesundheitsthemen wie Ernährung, AIDS, Alkohol und Drogen, Rauchen, etc. zu gebrauchen sind.
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Mit der Unterstützung der zuständigen nichtstaatlichen und internationalen Organisationen sollen die Regierungsbehörden auf staatlicher und kommunaler Ebene ... ihre gesundheitspolitischen Programme vor allem mit Blick auf die Bedürfnisse in ländlichen Gebieten ausbauen, um durch den Aufbau einer Basisgesundheitsinfrastruktur sowie eines Überwachungs- und Planungssystems die Gesundheitserziehung in Schulen, den Informationsaustausch, die fachliche Betreuung und die Ausbildung zu fördern.[1] Diese Forderung gibt die Agenda 21 vor, um Menschen in der ganzen Welt die Möglichkeit zu geben präventiven Gesundheitsschutz an sich selbst durchzuführen. Leider kann man sich selbst nur schützen, wenn man weiß, dass sich ein gewisses Verhalten negativ auf seine Gesundheit auswirkt. Wem niemals gesagt wurde, dass Rauchen erhebliche Risiken in sich birgt, wird es wohl kaum aufgeben, auch wenn man es ahnt, dass durch zunehmenden Husten oder abfallender Leistungsfähigkeit der Gesundheit nicht unbedingt gedient wird. Schlimmer beim Rindfleischkonsum: Der Schluss, dass v-CJK in direktem Zusammenhang mit dem Verzehr von mit BSE belastetem Rindfleisch steht, liegt alles andere als auf der Hand, weil die Krankheit erst Jahre nach der Infektion ausbricht. Es ist also nötig die Bevölkerung und besonders die Kinder und Jugendlichen, bei denen sich Gewohnheiten gerade erst ausbilden mit den Erkenntnissen der Wissenschaft zu konfrontieren und ihnen aufzeigen welche
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Verhaltensweise möglichst vermieden wird, oder aber auch welche sich möglichst angewöhnt werden sollte, wie z.B. Sport, oder reichlicher Obstkonsum.
In Deutschland wird der Gesundheitserziehung im Rahmen des Biologieunterrichts seit Ende der 70er Jahre ein hoher Stellenwert eingeräumt.[2] Auf der 218. Sitzung der Kultusministerkonferenz am 22/23 März 1979 wurde folgendes beschlossen:
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Es wird der Gesundheitserziehung also ab dieser Sitzung ein großer Stellenwert in der Schule eingeräumt. Es wird von einem „Verantwortungsbewusstsein sich selbst und der Gesellschaft gegenüber“ gesprochen. Hier ist sicher der Kern zu finden, der angibt, dass durch die Gesundheitserziehung das Individuum dazu geleitet wird sich gesundheitskonform zu verhalten. Dies soll einerseits geschehen, damit das Individuum nicht krank wird und möglichst lange etwas vom Leben hat, was von den Kultusministern wirklich selbstlos ist. Andererseits soll durch die Krankheit die Gesellschaft nicht geschädigt werden: Es sollen die Krankenkassen nicht belastet werden, die Arbeitskraft, in die durch die Ausbildung investiert wurde soll nicht frühzeitig ausscheiden und die Arbeitskräfte sollen nicht durch zu häufiges Kranksein dem Arbeitsplatz fernbleiben und damit unproduktiv werden.(Das lese ich daraus!) Des weiteren wird von der Kultusministerkonferenz gefordert, dass zu einem erfolgreichen Gelingen der Gesundheitserziehung mit verschiedenen Institutionen zusammengearbeitet werden soll. Dies ist eine Notwendigkeit, weil die Mehrzahl der Schüler das Elternhaus als maßgeblich Instanz für die eigene Orientierung und Erziehung ist.[3] Dies bezieht sich nicht nur auf die Vermittlung von Normen und Werten, sondern auch auf die Vermittlung von allgemeinem Sachwissen.
Schule und andere Institutionen haben hier zunächst nur einen begeleitende und ergänzende Funktion.[3] Dies könnte man auch für die Gesundheitserziehung der Schüler annehmen. Während die Verantwortung des Elternhauses für die Gesundheitserziehung unbestritten ist, wurde festgestellt, dass es praktisch keine gesellschaftliche Kontrolle der kognitiven Sozialisatorenkompetenz der Eltern gibt. Vater- und Mutterpositionen sind vollkommen
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unprofessionalisiert;... ihre Ausübung wird von keinerlei gesellschaftlich überwachten Ausbildungsleistung abhängig gemacht.[4] Diese Tatsache bedarf der o.g. Unterstützung durch die Institution Schule. Besonders bei der Gesundheitserziehung ist es Notwendig die Sozialisatorenkompetenz der Eltern durch die der Schule zu Unterstützen. In der pauschalen Einstufung der eigenen gesundheitserzieherischen Befähigung geben über die Hälfte der Eltern zu, dass diese nicht als „gut“ zu bezeichnen sei. Die Einschätzung der Elternkompetenz seitens der Lehrer fällt sogar noch negativer aus: 46 % der Lehrer in der Sekundarstufe I bezeichnen die gesundheitserzieherische Befähigung der Eltern explizit als gering, nur 5 % wählen die Einstufung „gut“.[3]
Quelle [3], dass Buch Schüler und Gesundheit von Reuter und Höcher erschien 1977. Wie oben erläutert hat die Gesundheitserziehung erst ende der 70er Jahre in die Schule und speziell in den Biologieunterricht Einzug genommen. Bis dahin wurden Schüler praktisch relativ wenig mit gesunder Lebensweise konfrontiert. Die Eltern dieser Schüler dürften 1977 vielleicht um die 35 bis 40 Jahr alt gewesen sein, haben ihre Bildung währen d des 2. Weltkrieges genossen, wo nicht davon ausgegangen werden kann, dass große Anteile des Unterrichtsstoffes Gesundheitserziehung war. So ist das Ergebnis der o.g. Studie von Reuter/Hösch nachvollziehbar. Erst wenn die Schüler die Ende der 70er, die erstmals in großem Umfang Gesundheitserziehung in der Schule erlebt haben selber Eltern sind, kann davon ausgegangen werden, dass diesen Eltern die Sozialisatorenkompetenz zugesprochen werden kann, die nötig ist ihren Kindern Gesundheit bereits im Elternhaus über fundiertes Sachwissen zu vermitteln.
Abschließend kann man zusammenfassen: Um das 21 Jh. lebenswert zu gestalten ist es nötig, dass Schulen Erfordernisse zur Gesundheitsprävention vermitteln. Dies wird in Deutschland bereits seit Ende der 70er Jahre im Biologieunterricht getan u.a. durch Anstoß durch die Kultusministerkonferenz von 1979. Die Schule hat hier einen großen Stellenwert, da Eltern mit diesem Thema, welches ein umfangreiches Fachwissen erfordert, überfordert sind. Erst wenn die erste Elterngeneration, die Gesundheitserziehung in der Schule erlebt hat selbst Kinder erzieht, kann davon ausgegangen werden, dass Schule sich hier wie auch in sonstigen Erziehungsfragen in begleitende oder ergänzende Funktion betrachten kann.
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Auf die Frage was verstehen Sie eigentlich unter Gesundheit gaben Schüler der Sekundarstufe I folgende Antworten:
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- Dass man sich gesund fühlt (44%)
- Dass man keine Krankheit hat (63%)
- Dass man nicht zum Arzt gehen braucht (19%) nach [3]
Einen positiven ganz qualitativen Gesundheitsbegriff „ sich gesund fühlen“ besitzen 44% der Jugendlichen. Diese positive Begriffsausprägung „ Gesundheit“ nicht nur als Abwesenheit von Krankheiten bzw. Arztkontakt zu sehen macht etwa ein drittel aller Antworten aus. Die dem positiv beschriebenen Gesundheitsbegriff entgegenstehende Antwort, „ dass man nicht zum Arzt gehen braucht“ wird in unterschiedlichen Schultypen verschieden häufig genannt: „ Dass man nicht zum Arzt gehen braucht“ antworteten:
- 25 % der männlichen Hauptschüler
- 24 % der weiblichen Hauptschüler
- 17 % der männlichen Gymnasiasten
- 11 % der weiblichen Gymnasiasten nach [3]
Die Antwortdifferenzen zwischen Hauptschülern und Gymnasiasten, sowie die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Gymnasiasten fallen am stärksten auf. Während ein Viertel der männlichen und weiblichen Hauptschüler die Antwort, „ dass man nicht zum Arzt gehen braucht“ gaben, taucht diese Reaktion bei den männlichen Gymnasiasten zu 17 % auf, bei den weiblichen Gymnasiasten zu 11% . Diese Differenzierungen werden durch zwei Einflussfaktoren bewirkt. Der erste ist ein Schicht und/ oder Bildungseffekt, denn die demographische Struktur der Eltern von Gymnasiasten ist nach Kriterien der sozialen Schicht höher angesiedelt als die Eltern von Hauptschülern., sichtbar in dem Unterschied Hauptschule- Gymnasium. Der zweite ist geschlechtsspezifisch, kommt aber erst ab einer gewissen Schicht- bzw. Bildungshöhe zum Tragen.[3] Das o.g. Genannte verstehen befragte Schüler im Jahre 1977 unter Gesundheit.
Im Folgenden sollen einige Definitionen von verschieden Menschen und Institutionen unserer Gesellschaft dargestellt werden, was Sie unter Gesundheit verstehen:
- Unter Gesundheit verstehen wir einen Zustand des vollkommenen (völligen) körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen (WHO 1948)
- Gesundheit ist das Schweigen der Organe (Hausarzt)
Arbeit zitieren:
Robert Kirchner, 2002, Konzepte der Gesundheitserziehung in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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