Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Universität Stuttgart
Risiken und Grenzen des Outsourcing von Fertigung in den asiatischen Wirtschaftsraum
Von der Fakultät für Maschinenbau der Universität Stuttgart zur Erlangung der Würde eines Doktor-Ingenieurs (Dr.-Ing.) genehmigte Abhandlung
Vorgelegt von
Dipl.-Inform. Vinod Talgeri
aus Karwar, Indien
Hauptberichter: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Prof. E.h. Dr.-Ing. E.h. Dr. h.c. mult. E. Westkämper
Mitberichter: Univ.-Prof. Dr.-Ing. D. Spath
Tag der mündlichen Prüfung: 09.10.2007
2008
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
Lucius Annaeus Seneca
röm. Philosoph, Dramatiker und Staatsmann
Vorwort von Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Bullinger
Outsourcing hat in den letzten Jahren durch die rasante Entwicklung in der Globalisierung nicht nur an mehr Aufmerksamkeit gewonnen, sondern es hat auch effektiv zugenommen. Davon sind auch Fertigungs-Unternehmen in Deutschland betroffen. Sie verlagern mehr und mehr neue Bereiche bzw. Geschäftsprozesse ins Ausland, um ständig steigendem Wettbewerbs- und Kostendruck vorzubeugen. In diesem Zusammenhang behalten die Unternehmen die Kerngeschäfte im Land und lagern die anderen Bereiche aus. Allerdings stellt man fest, dass der Aufwand dabei oft höher ist als der Nutzen. Aus diesem Grund haben auch viele Unternehmen Rückverlagerungen vorgenommen, um weiteren Schaden zu vermeiden. Das Thema wird komplexer, wenn es um Outsourcing von Fertigung in den asiatischen Wirtschaftsraum geht. Vor diesem Hintergrund durchleuchtet Vinod Talgeri in seiner Dissertation den Outsourcing-Prozess in der Fertigung und ermittelt daraus deren Risiken und Grenzen.
Die konzeptionell systematische Bearbeitung dieses komplexen Themas zeigt das tiefgehende Verständnis und den Einblick Talgeris in die Thematik der Fertigung und deren Outsourcing in den asiatischen Wirtschaftsraum. Die analytisch angelegte Methodologie, die dabei angewandt wurde, hat zu neuen Einsichten und Erkenntnissen geführt. In diesem Sinne hat die Dissertation zur weiteren Diskussion über dieses hochaktuelle Thema der Weltwirtschaft neue Argumente geliefert und damit wissenschaftlich eine neue Perspektive beim „Outsourcing in der Fertigungsindustrie“ eröffnet.
Vinod Talgeris Arbeits-Ergebnisse beinhalten auch Untersuchungen der Rückverlagerungs-Problematik sowie der ökonomischen Implikationen auf die Outsourcer und Outsourcing-Partner. Die Ergebnisse der Arbeit belegen zusätzlich die signifikante Rolle von Outsourcing in den strategischen Entscheidungsprozessen des Managements. Die von Talgeri erzielten wissenschaftlichen Ergebnisse führen zu erweiterten Erkenntnissen und können neuen Entwicklungen Anstoß geben. Somit leistet diese Arbeit einen Beitrag zum gegenwärtigen Forschungsstand sowie zu pragmatischen Überlegungen zum „Outsourcing in der Fertigungsindustrie“.
Diese Arbeit ist für Fertigungsunternehmen empfehlenswert, die durch Outsourcing ihre Unternehmensziele effizient und nachhaltig erreichen wollen.
Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Dr. h.c. Hans-Jörg Bullinger
Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft
München, im November 2007
Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung ... XV
Abstract ... XIX
Abbildungsverzeichnis ... XXIII
Abkürzungsverzeichnis ... XXVII
1 Einleitung ... 1
2 Problemstellung ... 5
2.1 Stand der Forschung ... 5
2.2 Zielsetzung ... 10
2.3 Abgrenzung ... 11
2.4 Aufbau der Arbeit (Strukturierte Vorgehensweise) ... 12
2.5 Zwischenfazit ... 15
3 Theoretische Grundlagen ... 17
3.1 Entwicklung des Outsourcing ... 17
3.1.1 Historischer Überblick ... 17
3.1.2 Globalisierung ... 19
3.1.3 Wertschöpfung ... 23
3.1.3.1 Revolutionen der Wertschöpfung und „New Outsourcing“ ... 24
3.1.3.2 Internationale und Transnationale Wertschöpfung ... 25
3.2 Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen ... 26
3.2.1 Begriff Outsourcing (OS) ... 26
3.2.2 Abgrenzung und Einordnung des Outsourcing-Begriffs ... 31
3.2.3 Motive und Ziele des Outsourcing ... 33
3.2.4 Formen und Dimensionen des Outsourcing ... 37
3.2.5 Outsourcing-Grad und Bindungsintensität der Partner ... 41
3.3 Geografische Ausrichtung ... 44
3.3.1 Outsourcing in Europa ... 46
3.3.2 Outsourcing in Asien ... 49
3.4 Branchenspezifische Ausrichtung ... 52
3.4.1 Outsourcing in IT- und Dienstleistungs-Branche ... 52
3.4.2 Outsourcing in der Fertigungs-Branche ... 56
3.5 Zwischenfazit ... 58
4 Charakterisierung des Outsourcing in der Fertigungs-Industrie ... 61
4.1 Voraussetzungen ... 61
4.1.1 Die Wertschöpfung in der Fertigungs-Industrie ... 61
4.1.1.1 Wertschöpfungs-, Fertigungs- und Leistungstiefe ... 64
4.1.2 Die Fertigungs-Logistik ... 67
4.1.2.1 Logistiknetzwerke und Lieferantenparks ... 68
4.1.2.2 Supply Chain Management (SCM) und SCOR-Modell ... 71
4.1.2.3 Product Lifecycle Management (PLM) ... 75
4.1.3 Outsourcing-Prozess und Partner ... 79
4.1.3.1 Anforderungen und Erwartungen des Outsourcers ... 80
4.1.3.2 Anforderungen und Erwartungen des OS-Partners ... 82
4.2 Management Bedingungen ... 83
4.2.1 Outsourcing-Management in Bezug auf den Standort ... 83
4.2.1.1 Standort-Management ... 84
4.2.1.2 Infrastruktur-Management ... 86
4.2.2 Outsourcing-Management in Bezug auf Outsourcing-Partner ... 88
4.2.2.1 Partner- und Ressourcen-Management ... 88
4.2.2.2 Customer Relationship Management (CRM) ... 90
4.2.3 Outsourcing-Management in Bezug auf Qualität ... 92
4.2.3.1 Change Management und Due-Dilligence-Untersuchung ... 93
4.2.3.2 Innovations-Management und Wertketten-Management ... 96
4.3 Outsourcing-Formen und deren Positionierung in der Fertigung ... 100
4.4 Determinanten des Outsourcing-Prozesses in der Fertigung ... 102
4.5 Zwischenfazit ... 110
5 Empirische Untersuchung ... 111
5.1 Empirische Erhebung ... 111
5.1.1 Erhebungs-Phasen und –Ablauf ... 111
5.1.2 Erhebungsmethode und Untersuchungs-Design ... 113
5.1.3 Auswahl des Analyseinstruments ... 115
5.2 Einbezogene Unternehmen ... 116
5.2.1 Bestimmung der Grundgesamtheit ... 116
5.2.2 Auswahl der Branchen ... 117
5.2.3 Auswahl der Unternehmen ... 117
5.3 Fragebogenkomplex ... 118
5.3.1 Gestaltung des Fragbogens ... 118
5.3.2 Rücklauf des Fragebogens ... 120
5.4 Forschungshypothesen ... 122
5.5 Auswertungsmethoden ... 125
5.6 Zwischenfazit ... 126
6 Ergebnisse der Untersuchung ... 129
6.1 Deskriptive Analyse ... 129
6.1.1 Outsourcing-Gründe / -Entscheidung ... 129
6.1.2 Globalisierung und Fertigungsindustrie ... 134
6.1.3 Länder-Auswahl ... 136
6.1.4 Partner-Auswahl ... 139
6.1.5 Struktur und Strategie des Outsourcing ... 141
6.1.6 Steuerung und Kontrolle beim Outsourcing ... 145
6.1.7 Risiken und Grenzen des Outsourcing ... 147
6.1.8 Bewertung der Ziele ... 150
6.2 Hypothesen-Überprüfung ... 153
6.2.1 Outsourcing-Entscheidung ... 153
6.2.2 Globalisierung und Fertigungsindustrie ... 163
6.2.3 Länder- und Partner-Auswahl ... 168
6.2.4 Outsourcing-Strategie und Outsourcing-Struktur ... 172
6.2.5 Outsourcing-Steuerung und Kontrolle ... 177
6.2.6 Risiken und Grenzen ... 182
6.3 Branchenspezifische Ergebnisse ... 189
6.3.1 Entscheidungs-Kriterien ... 189
6.3.2 Fertigungs-Branchen ... 192
6.3.3 Outsourcing-Länder ... 198
6.3.4 Outsourcing-Risiken ... 202
6.3.5 Outsourcing-Grenzen ... 204
6.3.6 Grenzwerte (Fertigungs- und Entwicklungstiefe) ... 205
6.4 Zwischenfazit ... 206
7 Risiken und Grenzen des Outsourcing ... 207
7.1 Darstellung der Risiken ... 207
7.2 Darstellung der Grenzen ... 210
7.3 Bewertung der Risiken und Grenzen ... 212
7.4 Problematik der Rückverlagerung ... 213
7.5 Zwischenfazit ... 216
8 Zusammenfassung und Implikationen ... 219
8.1 Gesamtfazit ... 219
8.1.1 Zusammenfassung Kapitel 1-7 ... 219
8.1.2 Empirische Untersuchung ... 220
8.1.3 Ergebnisse der Untersuchung ... 221
8.1.4 Problematik der Rückverlagerung ... 222
8.1.5 Erreichung der Ziele ... 222
8.2 Kritische Würdigung ... 225
8.2.1 Zielsetzung ... 225
8.2.2 Abgrenzung ... 226
8.2.3 Methodische Vorgehensweise ... 226
8.2.4 Ergebnisse ... 227
8.3 Zukunftsperspektiven und weitere Forschungsmöglichkeiten ... 228
8.4 Nutzen der Untersuchung für die Unternehmenspraxis ... 230
9 Literaturverzeichnis ... 235
10 Anhang ... 253
10.1 Anschreiben (Fragebogenerhebung / Expertenbefragung) ... 254
10.2 Fragebogenkomplex ... 256
10.3 Liste der angeschriebenen Fertigungsindustrie-Unternehmen ... 275
Kurzfassung
Durch die fortschreitende Globalisierung gewinnt Outsourcing zunehmend an Bedeutung. Die Phänomene der Globalisierung sind vielfältig und bewirken u. a. eine vernetzte Weltwirtschaft, freien Welthandel, steigende Energiepreise und tangieren auch den Klimawandel. Die dadurch entstandenen Probleme der Globalisierung sind auch gleichzeitig die Probleme des Outsourcing. Die vorliegende Dissertation präsentiert eine umfassende Analyse und Darstellung der Problematik der Risiken des Outsourcing und der daraus resultierenden Grenzen beim Fertigungs-Outsourcing in den asiatischen Wirtschaftsraum.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die empirische Untersuchung mit dem Hauptziel, Informationen von Unternehmen über die erfolgreichen sowie nicht erfolgreichen Outsourcing-Projekte der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu gewinnen und sie auszuwerten. Untersuchungsgegenstand sind Großunternehmen aus der Fertigungsbranche in Deutschland mit mehr als 300 Mio. Euro Umsatz. Für die Zusendung der Fragebögen sowie die Interviews im Rahmen dieser Untersuchung wurden nach dem Konzentrationsprinzip solche Ansprechpartner in den Unternehmen ausgesucht, die für die Erhebung eine besonders hohe Bedeutung aufweisen, z. B. Geschäftsführung, Produktionsleitung, Bereichsleitung, Projektleitung (Outsourcing) der Fertigungsunternehmen. Bei den drei Hauptteilen der ermittelten Ergebnisse handelt es sich um deskriptive Analyse, Hypothesen-Überprüfung und branchenspezifische Auswertung.
Die Datenanalyse und Auswertung werden in zwei standardisierten Schritten vorgenommen. Mit „Deskriptiver Analyse“ wird im ersten Schritt eine zusammenfassende und übersichtliche Darstellung der Stichprobenuntersuchung erzielt. Das relevante Ergebnis der deskriptiven Analyse ist die Auswertung in Bezug auf Risiken und Grenzen des Outsourcing. Der zweite Schritt umfasst die „Exploration mit der Hypothesenüberprüfung“. Die strukturierte und sehr umfangreiche empirische Untersuchung ermöglicht die Gewinnung neuer Erkenntnisse in dieser komplexen Outsourcing-Thematik in Bezug auf Risiken und Grenzen des Outsourcing von Fertigung in den asiatischen Wirtschaftsraum. Sie umfasst:
Das maßgeschneiderte Management ist beim Outsourcing in Asien ein besonders wichtiger Erfolgsfaktor. Dazu gehört die optimale Fertigungslogistik im Inland sowie im Partnerland mit Einbeziehung von Supply Chain Management (SCM) und Product Lifecycle Management (PLM). Die weiteren relevanten Management-Bereiche sind Standort-, Partner- und Qualitäts-Management in Zusammenhang mit „Due Dilligence“ und Innovations-Management. Management-Versäumnisse haben viele Outsourcing-Projekte zu Misserfolgen geführt. Deswegen ist das aktive Outsourcing-Management einer der Schlüssel zum Outsourcing-Erfolg.
In dieser Studie werden herkömmliche bzw. bekannte Risiken des Outsourcing zum Teil bestätigt und neue Risiken erkannt. Es wird festgestellt, dass die Kernkompetenzen differenziert definiert und behandelt werden müssen. Zu den Hauptrisiken gehören weiterhin Know-how-Verlust, Abhängigkeit vom Outsourcing-Partner, mangelnde Kostentransparenz und Kontroll-Verlust. Folgende Faktoren werden als weitere Risiken ermittelt: Probleme bei der Leistungsmessung, Auslagerung von Kernkompetenzen, personenbezogene Probleme, Leistungsdefinitionen und Kulturprobleme. Aus diesen ermittelten Risiken werden die Grenzen des Outsourcing abgeleitet. Obwohl „Konzentration auf Kernkompetenzen“ für die meisten Unternehmen ein wichtiges strategisches Ziel ist, wird dieses Ziel unterschiedlich wahrgenommen und verfolgt, je nach Definition des Begriffs der „Kernkompetenz“ bzw. der zur Kernkompetenz gehörenden Bereiche. Die in der empirischen Studie ermittelten Grenzen werden unterteilt in strategieabhängige Grenzen, bekannte problem- und risikoabhängige Grenzen, unbekannte problem- und risikoabhängige Grenzen, partnerabhängige Grenzen und sonstige Grenzen. Zu den neuen Grenzen gehören die Risiken durch Rohstoff- und Energieknappheit, Politikwechsel im Partnerland, juristische und patentrechtliche Verletzungen, Infrastrukturprobleme, Klimawandel und daraus resultierende Emissionsgrenzen.
Das Gesamtergebnis dieser Studie ist praxisbezogen und dadurch in der Unternehmenspraxis komplett anwendbar. Der erste Ergebnisteil mit „Deskriptiver Analyse“ soll für die Fertigungsunternehmen in Deutschland im Vorfeld der Outsourcing-Projekt-Entscheidungsphase hilfreich sein. Sie verschafft den Gesamtüberblick über die relevanten Informationen zu folgenden Bereichen: Outsourcing-Gründe für die Entscheidung, Länder- und Partner-Auswahl, Struktur und Strategie der Outsourcing-Steuerung und Kontrolle beim Outsourcing, Risiken sowie Grenzen des Outsourcing und abschließend auch die Bewertung der Ziele. Für die Visualisierung dieser Ergebnisse werden entsprechende statistische Diagramme gewählt. Der Ergebnisteil mit branchenspezifischer Auswertung verdeutlicht unterschiedliches Verhalten der Fertigungsunternehmen im Outsourcing-Prozess je nach Branchenzugehörigkeit. Diese Ergebnisse sind branchenbezogen aufgeführt und umfassen folgende Branchen in der Fertigungsindustrie:
I. Automobil, Luft- und Raumfahrt
II. Maschinenbau, Werkzeugmaschinenbau und Anlagenbau
III. Elektronik, Elektrotechnik und Nachrichtentechnik
IV. Datenverarbeitung (IT), Computer und Büromaschinen
V. Medizintechnik und Messtechnik
VI. Chemie und Pharma
VII. Gummi, Kunststoff, Glas und Keramik
VIII. Metall und Metallerzeugnisse
IX. Textil, Bekleidung und Leder
X. Papier und Holz
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Outsourcing im Zeitalter der Globalisierung in Deutschland immer aktueller wird, und die deutschen Fertigungsunternehmen (Groß- und Mittelständische Unternehmen einschließlich KMU) die Möglichkeit des Outsourcing erfolgreich nutzen können. Dabei sollten die Risiken und Grenzen des Outsourcing beachtet werden. Beim Outsourcing von Fertigung in den asiatischen Wirtschaftsraum sollten entsprechende landesspezifische Determinanten berücksichtigt werden. Ferner sollte auch die Rückverlagerungs-Problematik bereits in der Planungsphase des Outsourcing mit einbezogen werden. Mit den gewonnenen neuen Erkenntnissen in Bezug auf Risiken und Grenzen des Outsourcing sollen die zukünftigen Outsourcing-Strategien steuerbarer und kontrollierbarer werden und für das Outsourcing von Fertigung in den asiatischen Wirtschaftsraum neue Chancen und Perspektiven bieten, die das Wirtschaftswachstum in Deutschland fördern. Somit soll diese Studie mit neu gewonnenen Erkenntnissen für die deutschen Unternehmen in der Fertigungsbranche auch als Beitrag zur „Standortsicherung“ dienen.
Abstract
Risks and Limitations of Outsourcing in the Manufacturing Industry into the Asian Economic Region
Outsourcing is growing increasingly in importance due to ever expanding globalization. The Globalization has several diverse manifestations. It significantly impacts among many other things, the entire network of the world economy, free international trade, soaring energy prices and has also environmental consequences, even leading to the climate change. The problems of globalization, which are resultant from these manifestations, are also the problems of outsourcing. This thesis presents a comprehensive analysis and conceptualization of the problematic of risks and limitations of outsourcing in the manufacturing industry into the Asian economic region.
In this thesis the empirical analysis forms the nucleus of the study with its main objective to acquire and evaluate the data from the respective enterprises and formulate the present status and a future prognosis about their successful and unsuccessful projects of outsourcing in the past, present and future. The large enterprises of the manufacturing industry in Germany with a turnover of more than 300 Million Euros constitute the main object of this analysis. The interlocutors of these enterprises responsible for the sending of information and interviews were selected for the present investigation according to the principle of concentration. They were very crucial for this survey e.g. the management of the enterprise, the heads of production department, domain in charge, and project leaders (outsourcing) of the enterprise. The three main parts of the acquired results of the scrutiny deal with descriptive analysis, verification of hypotheses and analytical interpretation and evaluation of the specific manufacturing branch.
The data analysis and its interpretative evaluation are carried out in two standardized steps. With the “descriptive analysis” in the first step a summary and an overview of the sample survey is presented. The relevant results of the descriptive analysis provide the interpretative evaluation with reference to risks and limitations of outsourcing. The second step comprises the “exploration with verification of the hypothesis”. The complexly structured and very comprehensive empirical study enables the acquisition of new insights and knowledge in this intricate thematic of outsourcing in the context of risks and limitations of outsourcing of manufacturing into the Asian economic region. It comprises:
The customized management with special reference to outsourcing into Asia is a very crucial success factor. It is complemented by the optimal manufacturing logistics within the home-country as well as the partner-country with inclusion of Supply Chain Management (SCM) and Product Lifecycle Management (PLM). Further relevant management areas are: the management of location, partner and quality in the context of “due diligence” and innovations management. Management lapses have led many an outsourcing project to failures. Therefore, the pro-active outsourcing management is one of the keys for a successful outsourcing.
In this thesis old and well-known risks of outsourcing are partially re-confirmed and new risks are identified. It has also been amply established that core competences must be defined and treated in a differentiated manner. Some of the major risk factors continue to be the loss of know-how, dependency on the outsourcing partner, deficient cost transparency and loss of managerial control. The following factors are identified as further risks: problems encountered in the processes of performance measurement, transfer of core competence, problems connected with individual persons, definitions of performance and achievement and culture-specific problems.
The limitations of outsourcing are derived from these ascertained risk factors. Although the “concentration on core competences” is a crucial strategy for most enterprises, this aim is not perceived and pursued in a uniform manner, as long as the concept of “core competence” and the areas belonging to the core competence are defined differently and in different ways. The limitations, which are identified in the empirical study are sub-divided into limitations, which are strategy-dependent, limitations, which are dependent on known problems and risks, limitations dependent on unknown problems and risks, limitations dependent on partner selection and miscellaneous limitations. The new limitations revolve around the risks caused due to shortages of raw material and energy, changes in the political leadership in the partner country, legal violations pertaining to patents and copyrights, problems of infrastructure and climate change with the resultant emission limits.
The total cumulative result of this thesis is related to actual experiences and is, therefore, completely applicable to the actual processes of manufacturing in the industrial enterprises. The first part of the results with “Descriptive Analysis” should be helpful for the manufacturing enterprises in the domain of their decision making phase for an outsourcing project. It gives a comprehensive overview over the relevant information regarding the following aspects of outsourcing: substantial reasons for outsourcing decision making, selection of the country and the partner, structure and strategy for steering and controlling of outsourcing, risks and limitations of outsourcing and finally, the evaluation and assessment of the objectives achieved. For the visualization of these results corresponding statistical diagrams are selected. The results section with area-specific evaluation illustrates the differing behaviour of the manufacturing enterprises in the outsourcing process as per their belonging to a particular area of manufacturing. These results are listed according to specific areas of manufacturing and comprise the following areas of the manufacturing industry:
I. Automotive, Aerospace
II. Manufacturing, Machine Tools and Plant Engineering
III. Electronics, Electrical und Telecommunications
IV. Information Technology, Computer und Business Machines
V. Medical Technology und Measurement Technology
VI. Chemical und Pharmaceutical
VII. Rubber, Synthetic, Glass und Ceramics
VIII. Metallurgy
IX. Textile, Leather, Fashion Industry
X. Paper und Timber Industry
In summary, it can be stipulated that outsourcing in the age of globalization is becoming increasingly relevant and topical, and the German manufacturing enterprises (large and medium enterprises including SMEs) can exploit the opportunity of outsourcing successfully. They should, however, take cognizance of the risks and limitations involved in this global transaction. In the case of outsourcing of manufacturing processes in to the Asian economic area corresponding region-specific determinants must be taken into consideration while making a decision. Furthermore, also the problematic of backsourcing should already be included in the planning phase of outsourcing. With the new insights and knowledge of risks and limitations as obtained through the empirical study, the future outsourcing strategies can be steered and controlled in a more effective way. They can offer new opportunities and perspectives for the outsourcing of manufacturing processes in the Asian economic areas, which would also promote the economic growth in Germany. With this, the present thesis with its new insights and knowledge for the German entrepreneurs in the manufacturing industry should serve as a contribution towards the “Location Security” (“Standortsicherung”) maintaining economic security of Germany.
1 Einleitung
„Nur das Insourcing ist eine freie Entscheidung – zum Outsourcing zwingt der Markt“ [Adam97]. Die Existenz vieler deutscher Unternehmen ist bedroht durch ständig steigendem Wettbewerbs- und Kostendruck. Der globale Verdrängungs- Wettbewerb macht ihnen mächtig zu schaffen. Die Lösung ist, entweder kürzere Innovationszyklen und Produktentwicklungszeiten anzustreben oder nach Alternativ-Lösungen zu suchen.
In solchen Fällen suchen viele Unternehmen Rat bei Unternehmensberatern, die „Outsourcing“ als Lösung vorschlagen.
Outsourcing ist zurzeit eine Mode bei Geschäftsprozessen geworden. In vielen Fällen hat es sich zu einem „Compulsive Outsourcing“ (Zwangs-Outsourcing) entwickelt. Wichtig wäre jedoch, nach einer umfangreichen Problemanalyse, eine disziplinierte und strukturierte Vorgehensweise zu entwickeln.
Abbildung 1-1: Drei Verlagerungswellen1
(Abbildung 1 ist in der Downloaddatei enthalten!)
Die Outsourcing- bzw. die Verlagerungswelle ist seit Anfang der 80er Jahre in Deutschland zu beobachten [Wild05a: 7]. Es waren 3 Verlagerungswellen festzustellen (vgl. Abbildung 1-1).
Die Reduzierung der Fertigungstiefe mit der Teile-Produktion durch lokale Zulieferer war der erste Schritt. In der zweiten Stufe (in den 90er Jahren) hat die Fertigungsindustrie die Zulieferer aus dem Ausland eingebunden oder die lokalen Zulieferer haben ihre Fertigung ins Ausland verlegt. Damals haben in erster Linie die Großunternehmen das Outsourcing vorangetrieben. Ab 2000 kam die dritte Verlagerungswelle, in der Großunternehmen die Umverlagerung vornahmen. Parallel dazu begannen kleine und mittelständische Unternehmen mit dem Outsourcing ihrer Fertigung ins Ausland.
Seit mehr als 10 Jahren gewinnt das Thema Outsourcing in den Bereichen Informations-Technologie und Dienstleistungen an Bedeutung. Mittlerweile gibt es viele Unternehmen, die IT-Outsourcing sehr erfolgreich erprobt haben. In vielen Universitäten in Europa und USA ist seit über 10 Jahren IT-Outsourcing ein zentraler Forschungsschwerpunkt. Ihre Arbeiten konzentrieren sich insbesondere auf die methodische Unterstützung von Outsourcing-Entscheiden. In der Literatur ist eine starke Dominanz der Veröffentlichungen zum Thema IT-Outsourcing festzustellen.
Dagegen gibt es wenige wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Outsourcing in Unternehmen der Fertigungsindustrie. Hier muss unterschieden werden zwischen Outsourcing im Bereich IT und Outsourcing im Bereich Fertigung. Noch komplexer wird das Thema, wenn es um Outsourcing bei Fertigung in den asiatischen Wirtschaftsraum geht. Es gibt einige Unternehmen, die hier Erfahrungen gesammelt haben. Viele davon hatten dort mit erheblichen Problemen zu tun. Über diese Probleme wird aus Prestigegründen nicht gesprochen. Die Thematik ist auch sehr wenig an den Universitäten oder anderen Instituten erforscht worden.
Die von renommierten Analysten ermittelten Zahlen zum Thema „Verlauf von Outsourcing-Projekten“ sind sehr besorgniserregend [Groe06: 1]. Danach sind 50% der Kunden nach dem Betriebsübergang unzufrieden und 30% der Projekte scheitern ganz. Die Hauptursachen liegen nach Meinung der Analysten bzw. Experten in den Kardinalfehler-Quoten in der Vorbereitung:
Das Thema Outsourcing ist hochaktuell, praxisrelevant und scheint auch sehr brisant zu sein. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, eine kritische Einsicht in den Vermittlungscharakter der komplexen Prozesse des Outsourcing-Phänomens im asiatischen Wirtschaftsraum zu gewinnen, seine Risiken zu untersuchen und seine Grenzen neu zu definieren. Dabei werden diverse Parameter zur Auswertung der verschiedenen Definitionen des Outsourcing eingehend untersucht und Erfahrungswerte der Entscheidungsträger in der Fertigungsindustrie im Hinblick auf diese untersucht. So wird ein konzeptioneller Ansatz angestrebt, um daraus möglicherweise eine neue Perspektive erschließen zu können. Es wird versucht, diese neue Perspektive aus der Auseinandersetzung mit der Fülle der auf Grund der empirischen Erhebung zusammengestellten Daten zu erschließen.
Im Grunde geht es bei dieser Thematik bzw. Problematik nicht nur um die Risiken und Grenzen dieses transnationalen Fertigungsprozesses, sondern im Wesentlichen um die möglichen Maßnahmen zur Aufhebung asymmetrischer, wirtschaftlicher Beziehungen. Einbezogen werden muss auch die Wiederherstellung der Wirtschaftsökologie, die durch maßlose und skrupellose Ausbeutung der Natur-Ressourcen der Umweltgefährdung ausgesetzt ist. Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der früheren kolonialistischen Einstellung der westlichen Unternehmer, die eine wirtschaftliche Ausnutzung der unbegrenzten Natur-Ressourcen des Partnerlandes zum einzigen Ziel hatten und dem Outsourcing, das auf eine neue Wirtschaftsstrategie, eine Homogenisierung der Arbeitsverhältnisse und der innovativen Integration einheimischer Arbeitskräfte abzielt, was evtl. zu einer erhöhten Win-Win Situation führen kann. Dieser Gedankengang wird im Kapitel 8.2 (Kritische Würdigung) noch ausführlich zu erläutern sein.
Die folgende Studie ist in den gegenwärtigen Kontext der Globalisierung eingebettet. Die Globalisierung hat jedoch ohne Zweifel zu einer vermeintlich hegemonialen Ausbreitung der US-Amerikanischen Wirtschaft beigetragen. Es gilt daher ferner zu untersuchen, ob diese Art der wirtschaftlichen Prolifierung bzw. Verbreitung nicht zu einem unüberbrückbaren Gefälle zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern bzw. Schwellenländern führt, da der globale Massenkonsum von „standardisierten Erzeugnissen einer (überwiegend von den USA geprägten) Massenkultur“ zu einer weltweiten Diffusion führt [Habe02].
Das Gesamtziel dieser Arbeit soll sein, die Risiken des Outsourcing von Fertigung in den asiatischen Wirtschaftsraum zu untersuchen und die Grenzen des Outsourcing zu definieren. Dafür wird nach den Erfahrungswerten der Entscheidungsträger bzw. der Experten in der Fertigungsindustrie gefragt. Daraus wird ein konzeptioneller Ansatz entwickelt.
2 Problemstellung
In diesem Kapitel werden zunächst der Stand der Forschung und die Zielsetzung dieser Arbeit vorgestellt. Im Anschluss wird die Abgrenzung der Arbeit erläutert und der Aufbau der Arbeit bzw. die strukturierte Vorgehensweise aufgezeigt.
[...]
1 Quelle: [Wild05a: 7]
Arbeit zitieren:
Dr.-Ing. Vinod Talgeri, 2008, Risiken und Grenzen des Outsourcing von Fertigung in den asiatischen Wirtschaftsraum, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
IT-Outsourcing: Risiken und Grenzen im asiatischen Wirtschaftsraum
Eine empirische Studie
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Fachbuch, 227 Seiten
Analyse von Outsourcing-Standorten mittels Decision-Support-Systemen
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Diplomarbeit, 194 Seiten
Wachstumsmarkt China? - Chancen und Risiken für deutsche Automobilkonz...
Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
Diplomarbeit, 84 Seiten
Restriktionen und Perspektiven für expansive Unternehmensstrategien eu...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Diplomarbeit, 87 Seiten
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