Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Hausarbeit, 2005, 33 Seiten
Autoren: Bettina Abriß, Yvonne Treis
Fach: Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Details
Institution/Hochschule: Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Institut für Erziehungswissenschaften)
Tags: Identität, Geschlecht, Identitätstheorien
Jahr: 2005
Seiten: 33
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 19 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-01285-0
ISBN (Buch): 978-3-638-91648-6
Dateigröße: 200 KB
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Zusammenfassung / Abstract
Warum spielt die Kategorie ‚Geschlecht’ eine große Rolle in der Identitätsentwicklung des Individuums bzw. warum ist es überhaupt nötig, sich mit dem Thema ‚Geschlecht’ in Bezug auf Identität zu beschäftigen? Wir möchten versuchen, in dieser Arbeit eine Antwort auf diese Fragen zu finden. Zu Anfang werden die Begriffe ‚Geschlecht’ und ‚Geschlechtsidentität’ geklärt und ein historischer Überblick vor dem Hintergrund des Themas gegeben. Anschließend geht es um Geschlechtssozialisation und um den Prozess des Erwerbs von Geschlechtsidentität. Um die Arbeit in den Kontext des Seminars zu stellen, werden schließlich noch relevante Identitätskonzeptionen angeführt und kritisch hinterfragt bzgl. der Kategorie ‚Geschlecht’. Zum Schluss werden die zu Anfang gestellten Fragen diskutiert.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaften
Proseminar M1 – Einführung in Identitätstheorien
WS 2004/2005
Identität und Geschlecht
von
Bettina Abriß und Yvonne Treis
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung... 3
1 Was ist ‚Geschlecht’?... 3
1.1 Geschlecht als individuelles Merkmal... 3
1.2 Geschlecht als soziale Kategorie und Stimulusvariable... 4
1.3 Geschlecht als Dimension der Selbstwahrnehmung und Informationsverarbeitung... 4
2 Was ist ‚Geschlechtsidentität’?... 5
2.1 Eine psychologische Definition nach Kohlberg (1974)... 5
2.2 Eine entwicklungspsychologische Definition nach Trautner (2002)... 5
3 Historischer Überblick... 6
3.1 Jugend... 6
3.2 Arbeit... 8
3.4 Familie... 13
3.5 Sexualität... 13
3.6 Polarisierung: Eigenschaften, die Männern und Frauen zugeschrieben wurden... 15
4 Geschlechtssozialisation und Erwerb der Geschlechtsidentität... 16
4.1 Geschlecht als duales Symbolsystem... 16
4.2 Die Entwicklung der Geschlechtsidentität in der Kindheit... 17
4.3 Interaktion mit Bezugspersonen als entscheidender Faktor... 18
4.3.1 Interaktion in der Familie... 19
4.3.2 Interaktion in peer groups... 19
4.4 Körpersozialisation... 20
4.5 Emotionale Sozialisation... 21
5 Konzeptionen von Identität... 22
5.1 Psychoanalytischer bzw. sozialpsychologischer Ansatz: Erikson... 22
5.1.1 Kritik an Eriksons Konzeption bzgl. der Kategorie ‚Geschlecht’... 22
5.2 Symbolischer Interaktionismus... 23
5.2.1 Mead... 24
5.2.2 Goffman... 24
5.2.3 Krappmann... 24
5.2.4 Kritik an den Theorien des symbolischen Interaktionismus hinsichtlich den Unterschieden in der Identitätsentwicklung von Männern und Frauen... 26
5.3 Theorie der fortgeschrittenen Moderne: Keupp... 27
5.3.1 Kritik an Keupps Konzeption in Hinsicht auf die Kategorie ‚Geschlecht’... 28
6 Diskussion und Ausblick... 28
6.1 Gruppenarbeit: Warum soll man sich mit geschlechterspezifischer Identität beschäftigen... 29
6.2 Welche Rolle spielt Geschlechtsidentität in der Identitätsentwicklung des Individuums... 30
7 Literaturliste... 31
0 Einleitung
Diese Hausarbeit wurde im Rahmen des Proseminars „Einführung in Identitätstheorien“ im Wintersemester 2004/2005 bei Eberhard Bolay erstellt. Warum spielt die Kategorie ‚Geschlecht’ eine große Rolle in der Identitätsentwicklung des Individuums bzw. warum ist es überhaupt nötig, sich mit dem Thema ‚Geschlecht’ in Bezug auf Identität zu beschäftigen? Wir möchten versuchen, in dieser Arbeit eine Antwort auf diese Fragen zu finden. Zu Anfang dieser Arbeit ist es notwendig, sich mit den Begriffen ‚Geschlecht’ und ‚Geschlechtsidentität’ auseinander zu setzen. Darauf folgt ein historischer Überblick vor dem Hintergrund des Themas. Im vierten Kapitel geht es um Geschlechtssozialisation und um den Prozess des Erwerbs von Geschlechtsidentität. Um unsere Arbeit in den Kontext des Seminars zu stellen, beschreiben wir im anschließenden Kapitel relevante Identitätskonzeptionen und setzten uns damit kritisch auseinander bzgl. der Kategorie ‚Geschlecht’. Abschließend diskutieren wir die zu Anfang gestellten Fragen.
1 Was ist ‚Geschlecht’?
Die psychologische Forschung zur Differenzierung der Geschlechter kann nach Trautner in drei Gruppen unterteilt werden:
1.1 Geschlecht als individuelles Merkmal
„Diese Forschungsperspektive [...] betrachtet das Geschlecht – ähnlich wie das Alter, die Schichtzugehörigkeit oder die ethnische Herkunft einer Person - als ein (vorgefundenes) individuelles Merkmal, das in empirische Untersuchungen als unabhängige Variable oder Einflussgröße eingeht“1, wobei beobachtete Variabeln wie z.B. kognitive Fähigkeiten oder Sozialverhalten davon abhängen. Bei Untersuchungen dieser Forschungsart wird die Geschlechtsvariable oft mit dem biologischen Geschlecht gleichgesetzt. Ein anderer Ansatz ist die ‚Gegenüberstellung von Personengruppen mit einem unterschiedlichen psychologischen oder subjektiven Geschlecht, d.h. mit einem maskulinen, femininen oder androgynen Selbstkonzept. Letzteres bedeutet, dass die differenziell-psychologische Sichtweise mit der in Abschnitt 1.3 beschriebenen Forschungsperspektive (Geschlecht als Dimension der Selbstwahrnehmung) verbunden wird.’2 Wird das Geschlecht als individuelles Merkmal definiert, so geht es darum, wodurch die beiden Geschlechter voneinander abweichen.
1.2 Geschlecht als soziale Kategorie und Stimulusvariable
Geschlecht wird aus dieser Perspektive als eine soziale Kategorie wie Alter, Nationalität usw. angesehen, ‚mit der bestimmte Rollenerwartungen und Rollendifferenzierungen verknüpft sind’3. Jedes Individuum wird früher oder später mit „geschlechtsbezogenen Informationen“4 (vermehrt in der Adoleszenz) konfrontiert und setzt sich damit bewusst oder unbewusst auseinander. Deshalb wird das Geschlecht auch als ein sozialer Stimulus bezeichnet, „der – je nach Entwicklungsstand des Individuums und seinen bisherigen sozialen Erfahrungen wahrgenommen und verarbeitet wird.“5 Diese Sichtweise der Forschung legt den Schwerpunkt darauf, welchen Unterschied es macht, ein bestimmtes Geschlecht zu besitzen; jedoch wird diese Fragestellung immer auf dem Hintergrund eines konkreten sozialen Kontextes betrachtet (im Gegensatz zu 1.1).
1.3 Geschlecht als Dimension der Selbstwahrnehmung und Informationsverarbeitung
Dieser Forschungsansatz basiert darauf, dass die Geschlechtszugehörigkeit eines Individuums für sich selbst und für sein Umfeld zu einem sozialen Stimulus werden kann. Hier spielt die Selbstwahrnehmung bzgl. des eigenen Geschlechts eine große Rolle, was zu der Entwicklung eines geschlechtsbezogenen Selbstkonzeptes führt. Dieser Vorgang erfolgt durch die Wahrnehmung und Beobachtung von Attributen der eigenen Person, durch deren Vergleich mit anderen und durch die Reaktionen anderer auf das eigene Verhalten.6
2 Was ist ‚Geschlechtsidentität’?
An dieser Stelle werden zwei interessante Definitionen von Geschlechtsidentität herausgegriffen und näher beschrieben.
2.1 Eine psychologische Definition nach Kohlberg (1974)
„(1) Die Geschlechtsidentität, d.h. die kognitive Selbstkategorisierung als ‚Junge’ oder ‚Mädchen’, ist der kritische und fundamentale organisierende Faktor der Geschlechtsrollen- Attitüden. (2) Diese ‚Geschlechts-Identität resultiert aus einem grundlegenden, einfachen kognitiven Urteil, das zu einem frühen Zeitpunkt in der Entwicklung getroffen wird. Diese Kategorisierung ist, sobald erfolgt, relativ irreversibel und wird durch fundamentale Urteile über die physische Realität aufrechterhalten...“7 Kohlberg beschreibt in diesem Zitat Geschlechtsidentität demnach als eine Kategorie, die sich das heranwachsende Individuum aufgrund einer kognitiven Erkenntnis selbst auferlegt, was wiederum seine Verhaltensweisen in der jeweiligen Rolle steuert.
2.2 Eine entwicklungspsychologische Definition nach Trautner (2002)
Trautner unterscheidet Geschlechtsidentität in die zwei folgenden Dimensionen.
Globale Geschlechtsidentität
„Die globale Geschlechtsidentität – oder die Geschlechtsidentität im engen Sinne – beinhaltet die überdauernde Selbstwahrnehmung, das innere Gefühl oder die Überzeugung, (biologisch und sozial) eindeutig männlich oder weiblich zu sein.“8
Spezifische Geschlechtsidentität
Die spezifische Geschlechtsidentität beschreibt, „was es heißt und was es für einen selbst bedeutet, ein Junge oder ein Mädchen, ein Mann oder eine Frau zu sein“9. Damit sind bestimmte Selbstkonzeptaspekte gemeint, wie „das Erleben des eigenen Körpers, der eigenen Fähigkeiten, Interessen, Verhaltensweisen, Persönlichkeitseigenschaften und sozialen Beziehungen als (eher) maskulin oder feminin“10.
3 Historischer Überblick
[...]
1 Trautner 2002, S. 650
2 Trautner 2002, S. 650
3 Trautner 2002, S. 650
4 Trautner 2002, S. 650
5 Trautner 2002, S. 650
6 vgl. Trautner 2002, S. 651
7 Kohlberg 1974, S. 344
8 Trautner 2002, S. 654
9 Trautner 2002, S. 654
Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Objektivität in der Sozialwissenschaft nach Max Weber
Autor: Melanie HöpferHausarbeit, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Bourdieu und das Kapital der Zukunft
Autor: Michael SeemannSeminararbeit, 2001 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Identität und Ideal. Zur Ich-Bildung in der Psychoanalyse
Autor: Ann-Kathrin KellerHauptseminararbeit, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Persönlichkeits- und Entwicklungstheorie nach Freud
Autor: Daniela BröskeHauptseminararbeit, 1999 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Bisher keine Kommentare