Lehrbereich : Politische Theorie Seminarart : Proseminar Titel der Veranstaltung : Antike und Moderne Konzeptionen von Gerechtigkeit Semester : SS 2002
Vorgelegt von :
Alexander Stock
Fachsemester :
Nebenfächer :
Duisburg, August 2002
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1 Einleitung 2
2 Historische Begriffsdefinition. 3
3 Gründe gegen einen ’gerechten Krieg’ 6
4 Gründe für einen ’gerechten Krieg’ 8
5 Fazit 11
6 Literaturverzeichnis 13
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In der vorliegenden Arbeit soll der Begriff des ’ gerechten Krieges’ analysiert und diskutiert werden. Dabei richtet sich das Hauptaugenmerk auf die Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile der Verwendung dieses Begriffes und die Frage, in wieweit ein Krieg überhaupt jemals gerecht sein kann.
Die schwierige Frage der Legitimität des seit der Antike verwendeten Begriffes, soll wegen der oftmals heftig emotional geführten Diskussion in der Gesellschaft erörtert werden.
Deshalb geht diese Arbeit speziell auf die Art und Weise ein, wie dieser Ausdruck für Argumentationen verwendet wird und in wieweit er den eigentlichen Sinn erfüllt, aber auch mit welchen Schwierigkeiten er ständig konfrontiert wird.
Zuerst wird die Arbeit genauer auf die historischen Begriffsdefinitionen eingehen und so den zentralen Begriff des ’ gerechten Krieges’ erläutern. Es werden verschiedene persönliche Ansichten und Auslegungen von der Antike bis zur Moderne vorgestellt. Darauf folgt eine genauere Betrachtung der Gründe, die gegen einen ’ gerechten Krieg’ sprechen. Es wird die Frage gestellt, ob ein Krieg überhaupt klassifiziert und in Formen eingeteilt werden kann. Hintergründe und Argumentationen werden herausgearbeitet, um schließlich auf die Probleme aufmerksam zu machen.
Ferner soll im weiteren Kapitel der Gegensatz, nämlich die Gründe für einen ’ gerechten Krieg’ , gegenübergestellt werden. Es soll ersichtlich werden, in welcher Weise der Kritik begegnet wird und dieser historische Begriff gerechtfertigt sein kann.
Bezogen auf die Frage, ob sich ein Krieg in Formen von Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit einteilen lässt, ist zu konstatieren, dass die Aussprache darüber spätestens seit dem Kosovo-Krieg und dem Afghanistan-Einsatz stärker zugenommen hat. Schon seit längerem prägt somit der Begriff des ’ gerechten Krieges’ die Diskussion. Dennoch gilt das Problem dieses Begriffes immer noch als unbefriedigend. und erscheint deshalb für eine wissenschaftliche Untersuchung lohnenswert.
Deshalb wird abschließend im Fazit eine Synthese erstellt, die die Vor- und Nachteile diesen Ausdrucks nochmals zusammenfügt, um Lösungsansätze zu suchen, wie man in
Zukunft mit dem umstrittenen Begriff umgehen sollte.
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Die Lehre vom ’ gerechten Krieg’ ist ein Grundthema der politischen Philosophie seit der vorchristlichen Zeit, deren Erörterung vom christlichen Altertum ( Cicero , Aurelius Augustinus ) über mittelalterliche und neuzeitliche Scholastiker ( Thomas von Aquin ), Humanisten ( Erasmus von Rotterdam ) und Völkerrechtler ( Hugo Grotius , Franziskus de Victoria ) bis in die Gegenwart ( Michael Walzer ) fortgesetzt wurde. Der strittige Begriff wurde in den einzelnen Epochen jeweils unterschiedlich ausgelegt, vertreten und interpretiert.
Bereits im römischen Staatsdenken wurde der Begriff des ’ bellum iustum’ aufgegriffen und dort sah Cicero den Krieg als gewaltsame Problemlösung als gerechtfertigt an, wenn der „vorzuziehende Weg der Verhandlung nicht zum Ziel des Friedens geführt hat“ 1 und das „Verharren beim disceptare (Verhandeln) den Anspruch der Gerechtigkeit verletzt.“ 2 Doch in allem war für Cicero und die Römer der Krieg ein opportunistisches Mittel und „nicht die Gerechtigkeit stand im Vordergrund, sondern das Recht des Staates, über Krieg und Frieden zu entscheiden.“ 3 Augustinus empfand den Krieg als ein Mittel zur Wiederherstellung von verletztem Recht, sowie von Frieden. Er sah somit auch einen Angriffskrieg als gerecht an, wenn ein Staat zur Selbsthilfe schritt und einen schuldigen Staat durch Krieg zur Rechenschaft zog, solange es an einem übernationalen Richter mangelt, der wiederum über internationale Strafgewalt verfügt, um Straftaten zu sühnen. 4 Straftaten waren in diesem Zusammenhang für ihn bislang unbestrafte verbrecherische Übergriffe Bürger anderer Städte oder die Nicht-Zurückgabe von Land und Gegenständen aufgrund von zuvor unrechtmäßiger Aneignung. 5 Erstmals wurden auch von ihm klare Kriterien des gerechten Krieges niedergelegt, die feststellten, dass der Krieg dem Frieden dient, der Einsatz kriegerischer Gewalt sich nur gegen begangenes Unrecht richtet und die kriegerischen Maßnahmen nicht gegen das Gebot Gottes verstoßen. 6 Für den heiligen Thomas von Aquin konnte Krieg nur erlaubt sein, zur Mehrung und Förderung des Guten und der Vermeidung und Verhinderung des
1 Hörmann, Karl ( Hrsg.) : Lexikon der christlichen Moral, Wien 1976, S. 922.
2 Rief, Josef : Die bellum-iustum-Theorie historisch , in : Glatzel, Norbert ( Hrsg. ) / Nagel, Ernst Josef
( Hrsg. ) : Frieden in Sicherheit. Zur Weiterentwicklung der katholischen Friedensethik, Freiburg 1981 ,
S. 15-40, hier : S. 19.
3 Koppe, Karlheinz : Es gibt keinen ’ gerechten’ Krieg und hat ihn nie gegeben ,
in : Wissenschaft und Frieden , 12. Jg. (1994), H. 1/1994 , S. 16-19, hier : S. 17.
4 Vgl. Stratmann, Franziskus Maria : Weltkirche und Weltfriede. Katholische Gedanken zum Kriegs- und
Friedensproblem, Augsburg 1924, S. 81.
5 Vgl. Rief, S. 23 f.
6 Vgl. Rief, S. 25.
Arbeit zitieren:
Alexander Stock, 2002, Gibt es den gerechten Krieg?, München, GRIN Verlag GmbH
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