Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Geschichtlicher Hintergrund zur Entstehung der Gewerkschaften in Deutschland 3
2.1 Entstehung, Aufstieg und Zerschlagung 1840-1945 3
2.2 Wirtschaftswunder, Reformen, Wiedervereinigung und die Herausforderungen
des 21. Jh. 5
3 Definition und Ursachen des Strukturwandels 8
3.1 Definition Strukturwandel 8
3.2 Ursachen des Strukturwandels 8
4 Strukturwandel und die Rolle der Gewerkschaften 10
4.1 Von der Gestaltungsmacht zum Traditionswächter? 10
4.2 Aktive Gestaltung oder Resignation? Die Industriepolitik der Gewerkschaften 11
5 Zukunftschancen: Erneuerung der Gewerkschaften 13
5.1 Gewerkschaften und das Potential im Dienstleistungssektor 13
5.2 Maßnahmen zur Stabilisierung der Mitgliedszahlen 14
6 Fazit und Ausblick 16
Literaturverzeichnis 17
Online -Verzeichnis 17
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1 Einleitung
Durch die ständig zunehmende Geschwindigkeit der Globalisierung und des damit verbundenen weltweiten Strukturwandels müssen sich auch die Gewerkschaften zunehmend in ihren Programmen, Ansichten, Methoden und Zielen anpassen. Insbesondere ihre klassische Klientel im produzierenden Gewerbe wird in den kommenden Jahrzehnten nach und nach verloren gehen. Die Gewerkschaften in Deutschland als ein essentieller Teil der Arbeitswelt und ihrem damit verbundenen Einfluss auf die Gestaltung, stehen am Scheideweg: soll der Strukturwandel wie bisher ignoriert, bekämpft oder verteufelt werden? Oder kann er durch seine Akzeptanz und aktive Mitgestaltung auch Vorteile, Chancen und Erneuerung bringen? Eine weitere Blockadehaltung deutscher Gewerkschaften und das krampfhafte Festhalten an längst gestorbenen Industrien, birgt ein großes Risiko für ihren Fortbestand. Dieser Tatsache müssen sich die Gewerkschaften klar werden. Insbesondere im Dienstleistungssek-tor müssen die Gewerkschaften endlich großflächig aktiv werden.
Ich möchte mit diesem Paper einen Einblick in die Problematik des Umgangs der Gewerkschaften mit dem Strukturwandel geben und Chancen aufzeigen, die eine Erneuerung der Gesellschaftsfunktion der Gewerkschaften erlauben. Zum besseren Verständnis werde ich zunächst die Geschichte der Gewerkschaften in Deutschland sowie den Strukturwandel allgemein näher beleuchten.
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2 Geschichtlicher Hintergrund zur Entstehung der Gewerkschaften
in Deutschland
2.1 Entstehung, Aufstieg und Zerschlagung 1840-1945
Eine Folge der Industrialisierung Europas waren sich verschärfende soziale Konflikte gegen Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland (Engeln 2000: S.1). Trotzdem war der Weg zu Zusammenschlüssen unter den Werktätigen ein langer, da zunächst eine Bewusstseinsänderung, eigene Interessen besser in dauerhaften Vereinen organisieren zu können, eintreten musste. Erste Ansätze in Form von Selbsthilfegruppen in Krankheits- und Sterbefällen sowie Wanderunterstützung, waren bereits in den 30er und 40er Jahren des 19. Jahrhunderts zu erkennen (Schneider 2000: S.24). Doch erst um 1850 entstanden in den aufstrebenden Regionen Deutschlands Berufsverbände der Zigarren-, Textil- und Metallarbeiter, der Bergleute, Schneider, Bäcker, Schuhmacher und der Holz- und Bauarbeiter (Engeln 2000: S.1).
Verstärkt durch die Mängel der staatlichen Sozialpolitik, kam es in den 60er Jahren zu zahlreichen Gründungen von Parteien und Gewerkschaften, die sich beide neben-und miteinander entwickelten (Schneider 2000: S.42). Gestützt durch den seit Mitte der 1860er Jahre anhaltenden wirtschaftlichen Boom, entwickelte sich in den folgenden Jahren eine regelrechte Streikwelle, die zu interdisziplinären Kontakten sowie einem neuen Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen Arbeiterorganisationen führte (Schneider 2000: S.43). Aufgrund dieser sich zuspitzenden Ereignisse fühlte sich die Obrigkeit bedroht, so setzte Reichskanzler Bismarck 1878 das "Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" im Reichstag durch. Dieses hatte zur Folge, dass bis zu seiner Zurücknahme 1890 332 Vereine und Organisationen aufgelöst wurden, darunter viele Gewerkschaften. Um eine Besänftigung der Arbeiterschaft zu erreichen, wurde ab 1881 mit der modernen Sozialgesetzgebung in Deutschland begonnen, die in den folgenden Jahren eine Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Rentenversicherung hervorbrachte. Trotz dieser Verbesserungen, gelang es Bismarck nicht, die Arbeiterbewegung zu zerschlagen. Im Gegenteil: die Gewerkschaften bekamen neuen Aufwind und so gründeten 1892 57 ihrer Vertreter den ersten Dachverband (Engeln 2000: S.1).
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In den folgenden Jahren entwickelten sich die Gewerkschaften zu einer Massenbewegung, die bis zum Ersten Weltkrieg vollends zum Durchbruch kommen sollte (Schneider 2000: S.66).
Doch ausgerechnet der Erste Weltkrieg bzw. die damit verbundene Niederlage, sollte die entscheidenden Impulse für eine gesellschaftliche Erneuerung bringen. Das Kaiserreich musste abdanken und die nun herrschenden Kräfte entschieden sich, sicherlich mit der Angst im Hinterkopf es könnten sich Ereignisse wie in Russland auch in Deutschland wiederholen, zur Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts und zur Einführung des Frauenwahlrechts. Parallel dazu rangen sich die führenden Industriellen unter Führung von Hugo Stinnes zu einer Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften durch , das mit dem sogenannten „Novemberabkommen“,
welches die Gewerkschaften als Vertreter der Arbeiter anerkannte, 1918 besiegelt wurde (Engeln 2000: S.1). „Tarifverträge wurden akzeptiert, die Einführung von Arbeiterausschüssen in allen Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten und die Einführung paritätisch verwalteter "Arbeitsnachweise", den Vorläufern der heutigen Arbeitsämter, vereinbart. Auch die Einführung des Achtstundentages bei vollem Lohnausgleich wurde besiegelt“ (Engeln 2000: S.1). Es folgten Jahre eines wirtschaftlichen Aufschwungs, an welchem durch Druck der Gewerkschaften nun auch die Arbeiterschaft beteiligt wurde, was sich dann auch auf die Popularität der Gewerkschaften und einem damit verbundenen Mitgliederzuwachs auswirkte. So hatten die seit 1918 im Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB) zusammengeschlossenen freien Gewerkschaften ihre Mitgliederzahlen bis 1929 auf fünf Millionen gesteigert (Engeln 2000: S.1)
Mit der Weltwirtschaftskrise 1929 erlebten auch die Gewerkschaften eine schwere Krise. Die Industrieproduktion ging rapide zurück und die Arbeitslosigkeit stieg binnen weniger Monate stark an. Und so waren 1932 schon sechs Millionen Menschen arbeitslos. Durch die Machtergreifung Hitlers und der NSDAP im Januar 1933 wurden die Gewerkschaften nach und nach zunächst drangsaliert und dann endgültig zerschlagen. Die Eliminierung der Gewerkschaften und der Aufbau einer „volksgemein-schaftlich-autoritären Sozialordnung lagen in der Konsequenz der nationalsozialistischen Ideologie, gegen die Gewerkschafter aller Richtungen im In-und Ausland Wi-derstand leisteten“ (Schneider 2000: S.223, Z.7-10). Die nun folgenden Jahre waren für Gewerkschafter, die sich nicht augenblicklich ins Regime integrierten, eine sehr schwere Zeit. Verfolgung, Verschleppung und Ermordung waren keine Seltenheit
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Arbeit zitieren:
Florian Beck, 2007, Strukturwandel und die Gewerkschaften, München, GRIN Verlag GmbH
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