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Die Taylor-Regel

Seminararbeit, 2007, 23 Seiten
Autor: Jan Hoffmann
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

Details

Veranstaltung: Seminar Geldpolitik am Lehrstuhl für Monetäre Ökonomik und Internationale Kapitalmärkte
Institution/Hochschule: Universität Duisburg-Essen (Lehrstuhl für Monetäre Ökonomik und Internationale Kapitalmärkte)
Tags: Taylor-Regel, Seminar, Geldpolitik, Lehrstuhl, Monetäre, Internationale, Kapitalmärkte
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 23
Note: 1,70
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V84557
ISBN (E-Book): 978-3-638-00955-3

Dateigröße: 241 KB

Zusammenfassung / Abstract

Einleitung Die nun folgende Hausarbeit erörtert das Thema der Taylor-Regel. Ideen, die hinter der Taylor-Regel stecken, sollen aufgezeigt und analysiert sowie kritisch, im Praxiseinsatz, be-leuchtet werden. Nachfolger des legendären amerikanischen Notenbankchefs Alan Greenspan ist, nach 18-jähriger Amtszeit, am 1. Februar 2006, Ben Bernanke geworden. Nach wechselvollen Monaten und anfänglichen Problemen hat Bernanke sich einen guten Ruf erarbeitet, den er haupt-sächlich dadurch erlangt hat, dass er klarer agiert als sein Vorgänger. Er ist ein Befürworter einer stärker regelgebundenen Politik als Greenspan und beschränkt sich auf eine strikte Inflationssteuerung (inflation targeting) ohne ein so genanntes fine tuning der weiter definierten amerikanischen Wirtschaftspolitik zu betreiben. Es stellt sich die Frage, wie sich geldpolitische Entscheidungen – wie sie die Fed in Bezug auf den Zins ständig treffen muss – deuten und von Außenstehenden eventuell sogar vorher-sagen lassen? Kann man anhand von speziellen mathematischen Formeln die Handlungen der Entscheidungsträger erleichtern? Gibt es ein Konzept was zugrunde gelegt werden kann? Diese Hausarbeit untersucht die Idee geldpolitischer Regeln und stellt das wohl bekannteste Konzept, die Taylor-Regel, in den Vordergrund der Betrachtung.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Duisburg Essen, Fachbereich Betriebswirtschaft
Lehrstuhl für Monetäre Ökonomik und Internationale Kapitalmärkte
Seminar Geldpolitik, Sommersemester 2007

Die Taylor-Regel

von

Jan Hoffmann

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung... 2

1 Geldpolitische Zielsetzung und die Taylor-Regel... 3

1.1 Die traditionelle Debatte zur geldpolitischen Steuerung... 3
1.2 Komponenten und Eigenschaften der Taylor-Regel... 4
1.3 Die Intention hinter der Taylor-Regel... 8

2 Eine kritische Betrachtung der Taylor-Regel... 9

2.1 Probleme bei der Operationalisierung... 9
2.2 Schwächen in der Konzeption... 11
2.3 Alternativen zur Taylor-Regel... 13

3 Die Taylor-Regel in der Praxis... 14

3.1 Die Geldpolitik in den USA im Zeitraum von 1970 bis 1995... 14
3.2 Die Periode der „New Economy“... 15

4 Schlussbetrachtung... 16

Literaturverzeichnis... 18

Anhang


 

Einleitung

Die nun folgende Hausarbeit erörtert das Thema der Taylor-Regel. Ideen, die hinter der Taylor-Regel stecken, sollen aufgezeigt und analysiert sowie kritisch, im Praxiseinsatz, beleuchtet werden.
Nachfolger des legendären amerikanischen Notenbankchefs Alan Greenspan ist, nach 18- jähriger Amtszeit, am 1. Februar 2006, Ben Bernanke geworden. Nach wechselvollen Monaten und anfänglichen Problemen hat Bernanke sich einen guten Ruf erarbeitet, den er hauptsächlich dadurch erlangt hat, dass er klarer agiert als sein Vorgänger. Er ist ein Befürworter einer stärker regelgebundenen Politik als Greenspan und beschränkt sich auf eine strikte Inflationssteuerung (inflation targeting) ohne ein so genanntes fine tuning der weiter definierten amerikanischen Wirtschaftspolitik zu betreiben.
Es stellt sich die Frage, wie sich geldpolitische Entscheidungen – wie sie die Fed in Bezug auf den Zins ständig treffen muss – deuten und von Außenstehenden eventuell sogar vorhersagen lassen? Kann man anhand von speziellen mathematischen Formeln die Handlungen der Entscheidungsträger erleichtern? Gibt es ein Konzept was zugrunde gelegt werden kann? Diese Hausarbeit untersucht die Idee geldpolitischer Regeln und stellt das wohl bekannteste Konzept, die Taylor-Regel, in den Vordergrund der Betrachtung. Den Anbeginn bildet die seit Jahrzehnten fortwährende Debatte, ob eine regelgebundene oder diskretionäre Geldpolitik (rules versus discretion) zu bevorzugen ist. Im Anschluss wird das von Taylor entwickelte Konzept und dessen Wirkungsweisen dargelegt, insbesondere die der Variablen in der Taylorgleichung, erläutert. Abgerundet wir das erste Kapitel mit der Intention hinter der Konzeption Taylors.
Der zweite Teil beleuchtet das Konzept Taylors kritisch und thematisiert, neben der Arithmetik und dem deskriptiven Erklärungsgehalt, auch Probleme bei der Anwendung sowie generelle Schwächen des Taylorschen Konzeptes. Im Anschluss wird im dritten Kapitel ein Praxisbezug hergestellt, indem zwei Zeiträume unabhängig voneinander betrachtet werden, nämlich die Geldpolitik der USA zwischen 1970 und 1995 im Gegensatz zur Epoche der „New Economy“, die 1996 begann. Abgeschlossen wird diese Arbeit durch eine kurze Zusammenfassung der erörterten Themenbereiche und von einer Quintessenz zur Diskussion um geldpolitische Regeln, die den Anfang dieser Hausarbeit gebildet haben.

1 Geldpolitische Zielsetzung und die Taylor-Regel

1.1 Die traditionelle Debatte zur geldpolitischen Steuerung

Um Notenbanken normative Empfehlungen zu geben, muss zunächst Klarheit über die Zielsetzung der Geldpolitik bestehen. In der traditionellen Diskussion „Rules versus Discretion“ streiten sich Notenbänker und Akademiker seit den siebziger Jahren über die optimale Ausgestaltung der Geldpolitik. Im Vordergrund der Debatte steht hauptsächlich die Frage, ob eine regelgebundene oder eine diskretionäre Politik die besseren Ergebnisse für die Volkswirtschaft liefert. Unter Regelbindung ist eine Regel als exakte Handlungsvorgabe für zukünftige Situationen und Zeitpunkte für die geldpolitische Autorität zu verstehen. Im Gegensatz dazu bedeutet eine diskretionäre Geldpolitik, dass die Zentralbank ihre situationsabhängigen Entscheidungen und ihren Instrumenteneinsatz fallweise optimiert.1 Die Befürworter der diskretionären Handlungsalternative führen an, dass regelgebundene Politik eine Schockanfälligkeit hervorruft und nicht schnell genug auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren kann. Verfechter der Regelbindung hingegen stellen die hohe Kostenintensität der fallweisen Optimierung als Schwachstelle heraus.
Als bedeutende Gesichtspunkte bei dieser Debatte sind die vorrangigen Ziele der Geldpolitik, geringe Outputschwankungen und Preisniveaustabilität zu nennen. Wenn die Geldpolitik in ihren Entscheidungen frei ist, dann kann sie mittels „Überraschungsinflation“ den Output kurzfristig über das natürliche Niveau hinaus steigern. Dies geschieht allerdings auf Kosten der Glaubwürdigkeit in die Zentralbank, da die Wirtschaftssubjekte in ihren zukünftigen Erwartungen das Verhalten der Notenbank einschließen. Daraus resultiert letztendlich eine höhere Inflation und ein so genannter inflation bias, eine Verzerrung der Inflation, entsteht.2 Dieser Konzeption der rationalen Erwartungen wurde anfangs viel Widerstand entgegen gebracht, da es als unvorstellbar galt, Analysen unter der Annahme eines in der Zukunft erwarteten und eintretenden Musters, durchzuführen. Einige fehlerhafte ökonomische Modelle auf der Basis von rationalen Erwartungen hatten zur Folge, dass nach besser entwickelten, aber dadurch auch komplexeren Analysemöglichkeiten gesucht wurde. Dies war mitunter ein Grund warum sich die Ökonomen der Zentralbank weiterhin gegen eine Bindung an gewisse geldpolitische Regeln sträubten.3 Allerdings machen die Risiken und Nachteile einer diskretionären Geldpolitik deutlich, dass eine regelgebundene Politik, die als Richtschnur dient und einen gewissen Handlungsrahmen bietet, auf Dauer doch vorzuziehen sei. Die Herausforderung für die Geldpolitik besteht in der Praxis darin, die Vorzüge einer regelgebundenen Geldpolitik zu nutzen und gleichzeitig die komplexen, unsicheren und sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, denen sich die geldpolitischen Entscheidungsträger gegenübersehen. Die daraus resultierende Konsistenz in den Handlungen der Zentralbanken soll das Sicherstellen des Primärziels, der Preisniveaustabilität, vereinfachen.4
Im Jahr 1993 publizierte John B. Taylor, der bis vor einigen Jahren an der Stanford University gelehrt hatte, ehe er von George W. Bush in das amerikanische Finanzministerium berufen wurde, eine Verfahrensanleitung, die den oben genannten Anforderungen genügte und enorm zur Zusammenarbeit zwischen geldpolitischen Forschern und den Ökonomen der Notenbank beitrug. So erhielt die Idee einer geldpolitischen Regelbindung Eingang in die Notenbankpraxis.5 Das Verfahren soll im Folgenden ausführlich behandelt werden.

1.2 Komponenten und Eigenschaften der Taylor-Regel

[...]


1 Vgl. McCallum (1997), S. 3.

2 Vgl. EZB (2001), S. 43f.

3 Vgl. McCallum (1999), S. 3 ff.

4 Vgl. EZB (2001), S. 44.

5 Vgl. Taylor (1998), S. 2ff.


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