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2.1 Definition der Begriffe 4
2.2 Wie kommt es zum Phänomen der Sekte? 4
2.3 Vorstellung der bekanntesten Jugendsekten 5
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3.1 Identitätskrise im Jugendalter 6 3.2 Zukunftsangst 6
3.3 Rolle der Eltern/ der Familie 7
3.4 Rolle der traditionellen Kirche 7
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5.1 Vom Anwerben bis zur absoluten Kontrolle 8 5.2 Bewußtseinskontrolle 9
5.2.1 Vier Komponenten der Bewußtseinskontrolle 10
5.3 Heilige Meister (→ Führer) 11
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6.1 Die Hilfe der Eltern 12 6.2 Die Deprogrammierung 13
6.3 Die sanfte Aussiegsberatung nach Steven Hassan 13
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Das Problem der Jugendsekten ist in unserer Zeit immer wieder ein Thema. Es fällt vielen schwer, zu verstehen, was Jugendliche dazu veranlaßt, die Gesellschaft in der sie leben zu verlassen und fragwürdigen, ewiges Glück verheißenden Sekten beizutreten.
Ich selbst habe mich zwar auch schon oft mit diesem Thema beschäftigt, konnte die Beweggründe der Jugendlichen aber nie ganz verstehen. Erst als ich mich selbst in einer vergleichbaren Situation befand, wurde mir Vieles klarer.
Was mit einem harmlosen Besuch in einem Kloster meines Glaubens begann, hätte beinahe mein ganzes Leben verändert. Ich stand mit der Vorsteherin dieses Klosters seit einiger Zeit in Briefkontakt. Ihre Briefe bestärkten mich in meinem Glauben zu Jesus und halfen mir über so manches Problem hinweg. Schon als ich sie das erste Mal sah, war ich von ihrer Ausstrahlung fasziniert und wollte sie näher kennenlernen. Ich hatte auch von zahlreichen Wundern gehört, die sie vollbracht hatte und von zahlreichen Erscheinungen Heiliger und selbst Jesu, die ihr Verschiedenes prophezeiten. An der Richtigkeit dieser Behauptungen hatte ich keinen Zweifel. So war ich überglücklich als sie mich einlud, Ostern in ihrem Kloster zu verbringen. Als ich zu den Feiertagen dort ankam, war ich von der Atmosphäre und der Zuneigung, die mir die jungen Schwestern und vor allem die Vorsteherin zeigten, sehr angetan. Von Tag zu Tag fühlte ich mich glücklicher und geborgener und fand Antworten auf Fragen, die mich schon lange beschäftigten. In dem Kloster fühlte ich mich Jesus viel näher als jemals zuvor. Mit der Vorsteherin, die ich aus dem Gefühl heraus „Mutter“ nannte, verband mich eine tiefe Zuneigung. Die gemeinsamen Gebete und Lobgesänge erfüllten mich so sehr, daß ich nichts aus meinem Leben in der Welt vermisste. So kam es, daß ich dem Tag meiner Abreise mit zu- nehmendem Grauen entgegensah. Für mich war klar, daß ich außerhalb der Klostermauern nicht mehr glücklich sein konnte. Als ich meine „Mutter“ davon in Kenntnis setzte, daß ich in ihrem Kloster Nonne werden wollte, war sie natürlich überglücklich. Sie erzählte mir, daß ihr Jesus erschienen sei, der ihr gesagt hätte, daß dies der Weg sei, der für mich bestimmt wäre. Für mich gab es keine Zweifel mehr. Zuvor mußte ich noch einmal zurück zu meiner Familie, um mich insgeheim von ihr zu verabschieden und noch Verschiedenes zu erledigen. Nach nur einer Woche begab ich mich erneut ins Kloster. Dieses Mal für immer, wie ich glaubte. Meinen Eltern hatte ich einen Brief geschrieben, in dem ich versucht hatte, alles zu erklären. Ich hoffte, sie würden mich verstehen und mir ihren Segen geben. Es kam natürlich anders. Meine Mutter machte sich sofort auf den Weg und kam einen Tag nach mir im Kloster an. Anfangs versuchte sie mich zu überreden, mit ihr nach Hause zu gehen, nach ein paar Tagen war sie aber selbst von dem Kloster angetan und wollte mir nicht im Weg ste-
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hen. Die Nonnen und die Vorsteherin hatten sie mit ihrer Herzlichkeit überzeugt. Es kam uns zwar Einiges im Kloster komisch vor, wie z.B. die Größe des Grundstücks, die übermäßige Verehrung der Vorsteherin, die vielen Besucher u.s.w., aber wir dachten, daß wohl alles seine Richtigkeit hätte, da es sich um ein von der Kirche anerkanntes Kloster handelte. Was mir komisch vorkam, war die übergeordnete Stellung der „ Mutter“ , da unser Glaube uns lehrt, daß alle Menschen gleich sind. Ich machte mir aber keine weiteren Gedanken darüber, sie war ja etwas Besonderes und es gebührte ihr diese Verehrung. Wenige Tage bevor meine Mutter abreisen wollte, kam eine Bekannte von mir, die am anliegenden Ort wohnte, ins Kloster, um in die Kirche zu gehen. Als sie mich sah, war sie sehr erstaunt und erschrocken. Sie suchte meine Mutter auf und lud sie zu sich nach Hause ein. Sie und ihre Familie hatten viel über die Vorsteherin zu erzählen, z.B. daß ihre Wunder keine echten sind, ein von ihr „ Geheilter“ war nach kurzer Zeit gestorben, daß sie versucht reiche Menschen, die sie zu sich ins Kloster einlädt, auszubeuten und vieles mehr. Mir hatte sie versprochen, daß ich mein Studium am anliegenden Ort fortsetzen könne, doch es gibt dort überhaupt keine Universität. Für all ihre Behauptungen hatten sie Beweise und konnten meine Mutter schnell überzeugen. Doch mich zu überzeugen war um einiges schwieriger, weil ich das alles nicht wahrhaben wollte. Meine Mutter erzählte mir, was sie erfahren hatte, für die Nonnen und die Vorsteherin war es aber sehr leicht, mich von diesen Zweifeln zu befreien. Meinem Vater, der auch ins Kloster kam und unserem Popen, der mir einen Brief geschrieben hatte, gelang es schließlich, mir da rauszuhelfen, durch unwiderlegbare Argumente. Ich ging also mit meiner Familie mit, es ging mir aber keineswegs gut. Ich spielte mit dem Gedanken, meinem Leben, das für mich keinen Sinn mehr hatte, ein Ende zu setzen. Ich hatte das vollkommene Glück erlebt und es wieder verloren. Es gibt aber Menschen, denen ich wichtig bin und die mir über die Krise hinweggeholfen haben, und auch mein Glaube ist stärker geworden und gibt mir Kraft.
Dies alles ist gar nicht so lange her. Trotzdem habe ich mich bereits soweit gefaßt, daß ich mein Leben wieder positiv sehe. Im Nachhinein habe ich gemerkt, daß die Methoden dieses Klosters in vielem einer Sekte gleichen. Die Lektüre verschiedener Aufklärungsbücher hat mir geholfen, vieles zu verstehen und auch leichter darüber hinwegzukommen. Deshalb habe ich mich auch entschlossen, meiner Hausarbeit dieses Thema zu geben.
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Zu den totalitären Sekten gehört „ jede Gruppe, die zur Verfolgung ihrer Ziele auf Täuschung zurückgreift, unabhängig davon, ob sie scheinbar religiös oder weltlich ausgerichtet ist.“ 1 Der Begriff „ Jugendreligion“ „ umfaßt was Ideologie und altersmäßige Zusammensetzung angeht unterschiedliche Organisationen“ 2 . Allen gemeinsam ist, nach F. W. Haack, die „ Behauptung ein rettendes Prinzip zu besitzen“ , eine Kerngruppe, die sich als „ gerettete Familie“ sieht und ein „ lebender heiliger Meister“ 3 , dem sich die überwiegend 18-26jährigen, aber auch jüngeren Mitglieder absolut unterwerfen. Jugendreligionen zeichnen „ Antirationalität, hierarchische Führungsstrukturen, Fremdbestimmung, ..., Personenkult, aggressive Werbungs- und undurchsichtige Finanzierungsmethoden, eine fragwürdige Haltung gegenüber Ehe, Familie, Beruf, Gesellschaft und Sexualität“ 4 aus.
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Max Weber und Ernst Troeltsch, die beiden Religions- Soziologen empfanden Sekten als „ normale Gesellungsformen der Religion“ 5 . Sekten gibt es also, seit es Religion an sich gibt, weshalb haben sie aber gerade in der heutigen Zeit so starken Zulauf?
Die Zeit, in der wir leben und unsere Gesellschaft sind geprägt von Unsicherheit und Orientierungsverlust. Die Wirtschaftslage ist schlecht und es wird immer schwieriger, einen Arbeitsplatz zu finden.
Wenn ein Mensch das Jugendalter erreicht, erwartet ihn eine ungewisse Zukunft. Er weiß nicht, ob er in der Lage sein wird, sich zu versorgen.
Unter solchen Bedingungen erscheinen neue ideologische Systeme (→ Sekten) natürlich sehr verlockend, da sie auf den ersten Blick Sicherheit und Orientierung bieten, die man in der Gesellschaft nicht mehr findet.
1 Hassan, 1993, S. 23
2 Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen, 1990, S. 530 ff
3 s.o., S. 531
4 s.o.
5 Stern- Buch, 1979, S. 101
Arbeit zitieren:
Angelika Stoikopoulou, 1997, Einfluss von Jugendsekten auf Menschen im Jugendalter, München, GRIN Verlag GmbH
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