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2. Hooligans - Begriffsbildung und erste Eindrücke
2.1 Das Forum Hooligans.de
3. Die Fußball-Fankultur
3.1 Sozialgeschichtlicher Rückblick
3.2 Veränderung der Fankultur und Entstehung der Hooliganszenell
4. Theoretische Erklärungsansätze
4.1 Die Klassischen Aggressionstheorien
4.1.1 Die Triebtheorie (Katharsis These)
4.1.2 Die Frustrations-Aggressions-Hypothese
4.1.3 Lernen am Modell
4.2 Ein Multikausales Modell
4.3 Die Entwertungsthese
4.4 Gewalt als identitätsstiftendes Gegenkonstrukt zum "Guten"
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5.1 Ergebnisse des Forschungsprojektes "Hooligans in Deutschland"
5.2 Zeitungsausschnitte zur EM 2000
L5.3 Schlußbemerkungll
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1
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Ausschreitungen und Krawalle im Umfeld des Fußballsports, hervorgerufen durch das Auftreten jugendlicher Gewalttäter, rücken immer wieder in den Mittelpunkt öffentlichen Interesses. Kein Ausschank von Alkohol oder die Trennung der gegnerischen Blöcke sind nur zwei der möglichen Gegenmaßnahmen in den Stadien. Doch die Aktionen breiten sich zunehmend auf das weitere Umfeld der Sportveranstaltungen aus und der "Krieg der Hooligans" tobt in den Innenstädten. Besonders bei Großereignissen, wie der jüngst vergangenen EM 2000, ist das Thema in den Medien verstärkt präsent.
Wer aber sind GLH Hooligans? Wie präsentieren sie sich der Öffentlichkeit und wie
werden sie von der Öffentlichkeit gesehen? In sämtlichen Berichterstattungen herrscht nur in einem Punkt Übereinstimmung: es handelt sich um männliche Jugendliche bzw. junge Männer. In dem folgenden Abschnitt möchte ich als erstes versuchen ein Bild eines typischen Hooligans aufzuzeigen, falls es ihn wirklich gibt.
In der Geschichte des Fußballs kam es schon immer zu aggressiven Handlungen zwischen den Zuschauern (Fans) und natürlich auch unter den Spielern. Das Phänomen der Hooligans, die mit scheinbar sinnloser, unkontrollierbarer Gewalt vorgehen, ist allerdings noch relativ neu. Nach Informationen aus verschiedener Literatur, würde ich die Entstehung der Hooliganszene am Ende der 70er Jahre festmachen. Welche sozialgeschichtlichen Veränderungen stattgefunden haben und welche Auswirkungen dies auf die Fankultur hatte und hat, werde ich im dritten Abschnitt zusammenfassen.
Anschließend werde ich, mit Hilfe verschiedener theoretischer Erklärungsansätze, die gewalttätigen Handlungen der Fußballfans bzw. Hooligans, in und um Fußballstadien, behandeln.
Vor dem Hintergrund der Theoriebildung und dem derzeitigen Forschungsstand stellt sich natürlich die Frage: Wie können solche Ausschreitungen verhindert werden? Bei der letzten EM wurde massiv von Seiten der Politiker und mit hohem Polizeieinsatz gegen (potentielle) Fußballrowdies vorgegangen. Damit wurden zwar Eskalationen zwischen den verschiedenen Gruppierungen verhindert (und der Zuschlag für die WM 2006 gesichert), aber das eigentliche Problem existiert noch immer.
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Ich werde im Rahmen dieser Hausarbeit auf verschiedene Teilaspekte verzichten, da diese den Umfang sprengen würden.
Dies ist zum einen der Bereich der Frauen als Fußballfans, bzw. ihre Rolle in der (männlichen) Fan- und Hooliganszene. Der Anteil der weiblichen Fans liegt zwischen 10 - 25 %. Weibliche Hooligans gibt es meines Wissens nicht. (vgl. dazu: BECKER / PILZ 1988, S.82ff, MATTHESIUS 1992, S.151ff; WEIS u.a. 1982, S.89f). Zum anderen werde ich eventuelle Verbindungen bzw. Überschneidungen mit Skinheadszenen, rechtsextremen Gruppen oder sonstige Gruppierungen mit fremdenfeindlichen Zielen vernachlässigen. Ich möchte diese Thematik auf keinen Fall verharmlosen und sicherlich sind einige von den Hooligans für rechtsradikale Tendenzen offen, aber sie gehören eher zu einer Minderheit. Eine völlig eigene Geschichte kommt hierbei auch der Szene der "Fußball-Skinheads" in der ehemaligen DDR zu (vgl. dazu: FARIN / HAUSWALD 1998; HEITMEYER / PETER 1988, S.42ff; PROJEKTGRUPPE SPORT 1988, M9 / M10 / M11).
Auf einen internationalen Vergleich verzichte ich ebenfalls. Dadurch kämen noch mehr Aspekte, wie z.B. kulturelle oder politische Unterschiede oder die Anzahl der Fußballvereine hinzu und damit würde sich das sowieso schon komplexe Thema noch mehr erweitern (vgl. dazu: BUFORD 1992; FARIN / HAUSWALD 1998; HORAK / REITER / STOCKER 1988; UNI-ERLANGEN 2000).
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Die Herkunft des Begriffes "Hooligan" ist nicht eindeutig. Eine Variante besagt, daß es sich um einen englischen Kunstberiff handelt und sinngemäß mit Straßenrowdy oder Halbstarker übersetzt wird. In einer weiteren Darstellung wird darin die Verdrehung des irischen Wortes hooley (Sauforgie) in Hooligan vermutete. Eine dritte Version besagt, daß es einmal eine irische Familie mit dem Namen Hooligan gegeben hat, die prügelnd durch die Straßen zog. Der Begriff Hooligan soll bereits vor hundert Jahren das erste mal in einer englischen Zeitung erschienen sein. Schon damals im Zusammenhang mit Alkohol und ungezügelter
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Gewalt auf öffentlichen Plätzen. Dieses Bild kann man auch heute noch zu sehen bekommen.
Das es nicht einfach ist, Hooligans anhand ihrer äußeren Erscheinung zu
ermitteln, verdeutlicht diese Beschreibung eines Fußballfans: Ä)UGLH3ROL]HLLVWHV MHGRFK VHKU VFKZHU +22/,*$16 YRQ DQGHUHQ )DQV ]X XQWHUVFKHLGHQ (V JLEW WURW]GHP HLQLJH Ä(UNHQQXQJVPHUNPDOH³ +RROV WUDJHQ NHLQH )DQ6FKDOV RGHU 7ULNRWV VRQGHUQ GXQNOH WHXUH /HGHUMDFNHQ WUDJHQ ZHLWH +RVHQ IU EHVVHUH %HZHJOLFKNHLW WUDJHQ 7XUQVFKXKH KDEHQ PHLVW NXU]JHVFKRUHQH +DDUH XQG WUHWHQ QXU LQ *UXSSHQ DXI EHOLHEWHV 9HUZLUULWXDO LVW GDV 5HQQHQ 'LHVH VRJHQDQQWHQ Ä(UNHQQXQJVPHUNPDOH VLQG QLFKW DXI DOOH +RROLJDQV EHUWUDJEDU (VJLEWVLFKHUDXFK+RROLJDQVGLHHLQHQ)DQ6FKDOWUDJHQHQJH+RVHQDQ]LHKHQ
(KEROSENE o.J., S.2) Es gibt kein einheitliches Hooliganerscheinungsbild. Erkennbar ist nur das Konzept möglichst unauffällig zu wirken, sozusagen getarnt, um aus einem anonymen Nichts heraus zu agieren und auch wieder darin verschwinden zu können.
Die (Prügel-)Ausflüge der Hools sind meistens gut organisiert und perfekt geplant. Schon Wochen vor den (Fußball-)Ereignissen finden Verabredungen über Internet, Handy und Fax statt, wann sie sich wo treffen werden. Früher fanden die Kämpfe nur in Stadionnähe statt. Wegen verbesserter und ausgedehnterer Überwachung von Seiten der Polizei hat sich das Geschehen zunächst in die Innenstädte und Bahnhofsnähe verlagert. Mittlerweile zeichnen sich immer mehr Provinzschlachten ab, denn dort gibt es kaum Polizei und wenig Unbeteiligte. Einige der Hooligans prügeln sich jedes Wochenende mit Gleichgesinnten. Viele der Hools kennen sich untereinander (von den "Boxwiesen"). Wenn "ihre" Vereine gegeneinander spielen, treffen sie sich danach und ermitteln den Besseren, um dann anschließend zusammen in die Kneipe zu gehen. Das Phänomen der
"dritten Halbzeit" wird als HLQH $UW 6SRUW XQWHU *OHLFKJHVLQQWHQ (gesehen) 'D NRPPW VHOWHQ MHPDQG )UHPGHV ]X VFKDGHQ (SCHALKE UNSER & PELE 1997) Unter
den Hooligangruppen gibt es auch Freundschaften. Wenn eine Gruppe Hilfe braucht, kommen befreundete Gruppen mit zum Spiel und helfen ihnen. Im Bundesligaalltag verprügeln sich die deutschen Hooligans gegenseitig und wenn internationale Spiele anstehen, gehen sie gemeinsam gegen die ausländischen Hools vor. Wenn doch mal ein unbeteiligter zu Schaden kommt, wie bei der WM
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1998 in Lens geschehen, als der Gendarm Daniel Nivel lebensgefährlich verletzt wurde, wird dieses als eine Art "Betriebsunfall" gesehen. Für die Kämpfe gibt es eine Art Ehrenkodex (keine Waffen, wer am Boden liegt wird nicht mehr getreten, Unbeteiligte werden ignoriert, keine Drogen vor der "Boxerei"). Diese "Gesetze" werden aber immer wieder gebrochen. Besonders von der jüngeren und extremer gewordenen Hooligangeneration.
Zeitungs- und Fernsehberichte über begangene Untaten werden als Trophäen gesehen und gesammelt. Viele Hools sind mit Fotoapparat oder Videokamera unterwegs, um die Ereignisse festzuhalten 1 . Die Zahl der gewaltbereiten deutschen Hooligans wird auf 4000 bis 6000 geschätzt. Wobei ca. 2600 Hools der sogenannten Kategorie C, sehr gefährlich, zugeteilt werden 2 .
2.1 DAS FORUM HOOLIGANS.DE
Auf der Internetseite "hooligans.de" soll Hooligans, Fußballfans,
Fanprojektmitarbeitern, Freundinnen, Polizei etc. ein Diskussionsforum zur Verfügung gestellt werden. Neben Informationen über Hooligans, einem Literaturbereich, dem Fan-Chat, können immer aktuelle Nachrichten bekannt
gemacht und ausgetauscht werden. Anhand der SRVWLQJV aus dem Forum
hooligans.de, lassen sich neben freund- und feindschaftlichen Bekundungen und Berichte über Aktionen der Hools, besonders häufig Diskussionen bzw. Beschwerden über die Verwendung von Waffen und ein Generationskonflikt erkennen. Hier ein paar Auszüge 3 :
http://www.green-magic.de).
2 Die Fußball-Fans und Hooligans werden von der Polizei in drei Kategorien eingeteilt: Typ A: der friedliche Stadion-
besucher; Typ B: der sogenannte Gelegenheitstäter, läßt sich mitreißen wenn er in Ausschreitungen gerät, Mitläufer; Typ C:
plant die Ausschreitungen bis ins Detail und reist nur dafür an, um diese zu begehen (vgl. GRAUS 2000).
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Arbeit zitieren:
Tanja Zielewski, 2000, Vom Fußballfan zum Hooligan, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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