INHALTSVERZEICHNIS
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1. Problemstellung. 1
2. Prozess der Fragebogenerstellung. 2
3. Konstruktion des Fragebogens. 3
3.1 Inhaltliche Gestaltungskriterien. 3
3.2 Äußere Form. 7
Literaturverzeichnis 9
1. Problemstellung
Die Befragung ist eine häufig angewandte, wichtige Forschungsmethode der empirischen Sozialforschung. Geht man von der Art und Weise aus, wie Fragen dargeboten werden, so unterscheidet man die mündliche und die textorientierte Befragung. Bei letzterer erfolgt die Datenerhebung mittels Fragebögen (vgl. Bronner/Appel/Wiemann 1999, 143 - 144). Dies ist eine kostengünstige Untersuchungsvariante, die sich besonders für die Befragung größerer Stichproben und homogener Gruppen eignet. Dabei können Fragebögen zum einen Instrumente zur Erfassung klar definierter Persönlichkeitsmerkmale oder Einstellungen sein; in diesem Fall werden sie wie Testskalen konstruiert, als deren Ergebnis ein Testwert ermittelt wird. Zum anderen eignen sich Fragebögen zur Erfassung konkreter Verhaltensweisen von Befragten, wie zum Beispiel der Art und Intensität der Nutzung von Medien. Unabhängig von der Verwendungsmöglichkeit des Fragebogens ist für dessen Konstruktion neben der Auswahl und Formulierung von Fragen der Aufbau des Fragebogens von zentraler Bedeutung (vgl. Bortz/Döring 2003, 253). Für den Aufbau eines Fragebogens und dessen Gestaltung gibt es jedoch keine feststehenden wissenschaftlichen Regeln, vielmehr bezieht man sich auf Erfahrungswerte (vgl. Kromrey 1998, 359). Weil bei einer schriftlichen Befragung der Teilnehmer antworten muss, ohne die Möglichkeit einer Rückfrage zu haben, ist ein möglichst einfacher Aufbau des Fragebogens zu wählen. Ein übersichtliches und ansprechendes Layout unterstützt außerdem die Verständlichkeit (vgl. Schumann 2000, 76).
Die vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung einer Fragebogenkonstruktion. Um sich einen Überblick zu verschaffen, wird einleitend in Kapitel 2 zunächst der Prozess einer Fragebogenerstellung skizziert und dabei auf die Auswahl der Fragen, deren Struktur und Formulierung eingegangen. In Kapitel 3 wird beschrieben, wie die Fragen und Antworten unter Beachtung von Gestaltungskriterien im Fragebogen ange-ordnet werden können. Darüber hinaus werden die äußeren Gestaltungsmöglichkeiten eines Fragebogens erläutert. Auf die Problematik der Rücklaufquote und den Einsatz von Pretests wird wegen des begrenzten Umfangs der Arbeit nicht näher eingegangen. Der interessierte Leser kann diese Themen in der einschlägigen Literatur, die im Litera- turverzeichnis aufgeführt ist, nachlesen.
2. Prozess der Fragebogenerstellung
Bevor man für eine Forschungsfrage einen Fragebogen konstruiert, erfolgt zunächst eine Sammlung, Sichtung und Analyse von bereits vorhandenem Datenmaterial. Wenn möglich, wird dabei auf bereits vorliegende Fragebögen ähnlicher Erhebungen zurückgegriffen. Die Übernahme von öfter angewandten Fragen oder Instrumenten ist nicht nur aus Gründen der Fehlervermeidung, Arbeits-, Zeit- und letztlich Kostenersparnis sinnvoll. Vielmehr eröffnet sich dadurch erst die Möglichkeit, Ergebnisse einzelner Studien miteinander zu vergleichen. Doch das alleinige Übernehmen von bereits vor-handenen Fragen verkürzt den Prozess der Fragebogenkonstruktion nur unwesentlich. Die Fragen müssen auf die Bedürfnisse der avisierten Zielgruppe abgestimmt werden und mit den Forschungszielen in Einklang gebracht werden (vgl. Kirchhoff/Kuhnt/ Lipp/Schlawin 2003, 19). Ist es nicht möglich, auf bereits veröffentlichte Fragebögen zurückzugreifen, so müssen als erstes viele Ideen in einem „Brainstorming“ produziert werden, um die zu untersuchende Fragestellung durch eine sorgfältige Fragenauswahl erschöpfend abzudecken (vgl. Bortz/Döring 2003, 256). Das Hauptproblem besteht darin, die theoretisch formulierte Forschungsfrage in eindeutige und unmissverständliche Fragebogenitems zu übersetzten (vgl. Mayntz/Holm/Hübner 1978, 106). Dabei stößt man auf unterschiedliche Strukturen von Fragen, die man in offene und geschlossene Fragen unterteilt. Sie unterscheiden sich nach ihrer Antwortvorgabe, dem Spielraum, den ein Befragter für die Beantwortung der Frage hat. Während bei der offenen Frage der Befragte selbst die Formulierung seiner Antwort vornimmt, kann sich der Befragte bei einer geschlossenen Frage zwischen vorgegebenen Antwortalternativen entscheiden. Bei der schriftlichen Befragung sind geschlossene Fragen mit Antwortvorgaben den offenen Frageformen vorzuziehen, weil sie die Auswertung der Fragebögen erheblich erleichtern. Neben einer höheren Objektivität geschlossener Fragen entfallen zudem kosten- und zeitaufwendige Kategorisierungs- und Kodierarbeiten (vgl. Kromrey 1998, 352 und vgl. Friedrichs 1990, 238 und vgl. Bortz/Döring 2003, 254). Dagegen kommen offene Fragen zur Anwendung, wenn das Spektrum der möglichen Antworten zu breit ist, um ausformuliert zu werden. Eine in der Praxis häufiger angewandte Form ist die Kombination von offenen und geschlossenen Fragen, sogenannten Hybridfragen. Hier können die Befragten zu den formulierten Antwortvorgaben bei Bedarf noch eine weitere Antwort hinzufügen (vgl. von Kirschhofer-Bozenhardt/Kaplitza 1986, 101 und vgl. Schnell/ Hill/Esser 1999, 310). Betrachtet man die Ausgestaltung aller Fragebogen- items, so kann nach dem Stil einer Frage, nach ihrer Direktheit unterschieden werden.
Arbeit zitieren:
Kirsten Wolf, 2004, Konstruktion eines Fragebogens, München, GRIN Verlag GmbH
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