2
Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung 4
2 Definition der zentralen Begriffe „Labeling
Approach „ und „abweichendes Verhalten„ 5
2.1 Labeling Approach 5
2.2 Abweichendes Verhalten 5
3 Howard S. Becker: Außenseiter 7
3.1 Definition des Begriffs „Außenseiter„
nach Becker 7
3.2 Der Zusammenhang zwischen Außenseitern
und abweichendem Verhalten 8
3.3 Verschiedene Arten abweichenden
Verhaltens 9
3.4 Beispiele abweichenden Verhaltens 11
3.4.1 Der Marihuana-Raucher. 11
3.4.2 Der Tanzmusiker. 12
4 Siegfried Lamnek: Theorien abweichenden
Verhaltens 14
4.1 Die Theorien des „Labeling Approach„ 14
4.2 Siegfried Lamnek über abweichendes
Verhalten nach Becker 16
4.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten im
„Labeling Approach„ 19
3
5 Fritz Sack: Neue Perspektiven in der
Kriminologie 22
5.1 Ziele der Analyse abweichenden Verhaltens
22
5.2 Die Wurzeln der Kriminologie 23
5.3 Die Pluralität von Normensystemen 24
6 Zusammenfassung 28
Literaturverzeichnis 30
___________________________________________________________________________ 4
1 Einleitung
Was ist „Labeling Approach„? Ich muß zugeben, daß ich als Pädagoge über „Labeling Approach„ bisher nicht viel wußte. Um so interessanter erschien mir die Beschäftigung mit den Theorien abweichenden Verhaltens in Kombination mit dem „Labeling Approach„.
Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht also der „Labeling Approach„. Dabei wird zunächst der Begriff an sich definiert. Danach wird auf die „Außenseiter„ nach Howard S. Becker eingegangen. Er beschreibt abweichendes Verhalten am Beispiel von Außenseitern wie Marihuana-Raucher oder Tanzmusiker. Siegfried Lamnek erklärt die Theorien, Gemeinsamkeiten und Variationen des „Labeling Approach„, auf was dann in dieser Arbeit eingegangen wird. Außerdem äußert er sich zu Becker. Schließlich werden die vorgestellten Ausführungen mit den „Neuen Perspektiven in der Kriminologie„ von Fritz Sack verglichen. Sack nennt zunächst die Ziele der Analyse abweichenden
Verhaltens und wendet sich dann den Wurzeln der Kriminalität zu. Er beschäftigt sich schließlich mit der Pluralität von Normensystemen. Am Ende dieser Arbeit steht eine kurze Zusammenfassung.
___________________________________________________________________________ 5
2 Definition der zentralen Begriffe
„Labeling Approach„ und „abweichendes
Verhalten„
Um über „Labeling Approach„ und „abweichendes
Verhalten„ diskutieren zu können, bietet es sich an, zunächst die für diese Arbeit zentralen Begriffe zu definieren, um eine Grundlage für die weitere Vorgehensweise zu haben.
2.1 Labeling Approach „Labeling Approach„ bedeutet zunächst
Reaktionsansatz, Etikettierungsansatz beziehungsweise Definitionsansatz. Er stellt einen neueren Ansatz der Soziologie abweichenden Verhaltens dar, der das Phänomen Kriminalität vor allem von den Reaktionen und Sanktionen der Gesellschaft her beschreibt. Devianz ist demnach keine im Handeln des betrachteten Täters auffindbare Qualität. Sie ist vielmehr eine Konsequenz der Anwendung von Regeln und Sanktionen auf den Täter. Dieser Täter wird damit etikettiert, also „gelabelt„. Der symbolische Interaktionismus gilt als substantielle soziologische Theorie des 1 „Labeling Approach„.
2.2 Abweichendes Verhalten
Unter abweichendem Verhalten versteht man eine Teilklasse des Verhaltens. Abweichendes Verhalten deckt sich nur teilweise mit kriminellem oder delinquenten Verhalten. Abweichendes Verhalten könnte man auch als Verletzung gesellschaftlich institutionalisierter Erwartungen definieren.
Hingegen beschreibt der Reaktionsansatz abweichendes Verhalten als das Verhalten, welches von anderen Personen beziehungsweise hauptsächlich den 1 vgl. LAMNEK 1999: 297
___________________________________________________________________________ 6 offiziellen Sanktionsinstanzen negativ sanktioniert wird. Charakteristisch für jede Art von abweichendem Verhalten ist die Verletzung des Normensystems einer 2 bestimmten Gesellschaft.
2 vgl. LAMNEK 1999: 284
___________________________________________________________________________ 7
3 Howard S. Becker: Außenseiter
Der Soziologe Howard S. Becker wurde 1928 in Chicago geboren. Er studierte Soziologie an der Universität von Chicago und gilt als einer der bekanntesten Vertreter der soziologischen Schule des „symbolischen Interaktionismus„. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen „Boys in White; Student Culture in Medical School„ (1961), „The Other Side; Perspectives on Deviance„ (1964), „Social Problems; A Modern
Approach„ (1966), „Making the Grade; The Academic Side of College Life„ (1968), „Campus Power
Struggles„ (1970) und „Sociological Work; Method and 3 Substance„ (1970).
Wenn Becker über Außenseiter schreibt, geht er davon aus, daß das abweichende Verhalten des Außenseiters nicht angeboren ist, sondern von verschiedenen Lernprozessen begleitet wird. Seine theoretischen Ausführungen veranschaulicht Becker am Beispiel des Marihuana-Rauchers und des Tanzmusikers. 4
3.1 Definition des Begriffs „Außenseiter„ nach Becker
In allen gesellschaftlichen Gruppen werden bestimmte Verhaltensregeln aufgestellt. Die Gruppen versuchen, diese Regeln zu bestimmten Zeiten und unter gewissen Umständen durchzusetzen. Die gesellschaftlichen
Regeln dienen dazu, Handlungen in Situationen als „richtig„ oder als „falsch„ zu definieren. 5 „Wenn eine Regel durchgesetzt ist, kann ein Mensch, der in dem Verdacht steht, sie verletzt zu haben, als besondere Art Mensch angesehen werden, als eine Person, die keine Gewähr dafür
3 vgl. BECKER 1973: 214f
4 vgl. BECKER 1973
___________________________________________________________________________ 8 bietet, daß sie nach den Regeln lebt, auf die sich die Gruppe geeinigt hat. Sie wird als 6 Außenseiter angesehen.„ Der Außenseiter hat eine andere Ansicht über die Verletzung der Regel, die von der Gesellschaft aufgestellt wurde. Er wird wohl sein Verhalten für „richtig„ halten und im Gegenzug seinen Urteilern Kompetenz und Berechtigung absprechen. Somit ergibt sich nach Becker eine zweite Bedeutung des Begriffs 7 „Außenseiter„:
„Der Regelverletzer kann seine Richter als 8 Außenseiter empfinden.„
Howard S. Becker hat somit eine Grundlage geschaffen, um im folgenden Kapitel über den Zusammenhang zwischen Außenseitern und abweichendem Verhalten sprechen zu können.
3.2 Der Zusammenhang zwischen Außenseitern und abweichendem Verhalten
Wie bereits erwähnt, definiert Becker abweichendes Verhalten als Verstoß gegen eine von der Gesellschaft vereinbarte Regel. Derjenige, der gegen diese Regel verstößt, wird als Außenseiter bezeichnet. Weiter sagt Becker, daß die Außenseiter eine homogene Gruppe bilden, weil sie die Regel verletzt haben. Zeigt nun der Außenseiter, der Regelverletzer, abweichendes Verhalten oder doch die Gesellschaft? 9 „Abweichendes Verhalten wird von der
Gesellschaft geschaffen. (...) Ich meine (...), daß gesellschaftliche Gruppen abweichendes
Verhalten dadurch schaffen, daß sie Regeln
5 vgl. BECKER 1973: 1
6 BECKER 1973: 1
7 vgl. BECKER 1973: 1
8 BECKER 1973: 1
Arbeit zitieren:
Sonja Deml, 2002, Der "Labeling Approach": Howard S. Becker, Siegfried Lamnek und Fritz Sack, München, GRIN Verlag GmbH
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Der Labeling Approach: Howard S. Becker, Siegfried Lamnek und Werner R...
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