der Republik Florenz, wo er u. a. das Schlagengeschütz, den Elefanten, von 18.000 Florentiner Pfund (6.120 Kilogramm) goss.
1529/1530 kam Biringuccio wieder nach Siena und war da Anfang 1531 Senator. Und in der Fußrolle von Cannon verbesserte er die Artillerie von Florenz und das Geschützwesen Venedigs.
Und 1534 ernannte ihn Papst Paul III. zum Artilleriehauptmann und -giesser, 1535 zum Architekt und Dombaumeister des Petersdoms, als Nachfolger von Baldassare Peruzzi und zog 1536 nach Rom und leitete von da an bzw. ab 1538 die päpstliche Gießerei und das Munitionsdepot. Kurz danach, wahrscheinlich noch vor dem 30. April 1539, muss er gestorben sein. Sein Sterbeort und Todestag sind unbekannt. Bekannt ist aber Biringuccios Buch „De la Pirotechnia“, welches auf dem Gebiet der Metallurgie als Vorläufer des von Georg Agricolas verfassten Werkes „De re metallica libri XII“. gilt, und welches dieser Autor in seinem Lebenswerk bekennend, auch benutzte. Biringuccios „Pirotechnia“ (Bild 1) erschien postum 1540 zu Venedig in Folio bei Curtio Navo, aber ohne Namen des Verfassers. Auch die Zweitauflage 1550 aus dem gleichen Verlag erschien ebenfalls anonym.
Weitere italienische Auflagen sind die mit der Jahreszahl 1558 auf dem Titelblatt und der Datierung 1559 am Schluss der Publikation sowie die von 1559 mit dem Namen des Autors zu Venedig und 1678 zu Bologna. Weiterhin kamen drei französische Übersetzungen von 1556, 1572, 1627 dazu und zwei lateinische Ausgaben 1572 zu Paris und 1658 zu Köln sollen auch erschienen sein. Die erste von Otto Johannsen ins Deutsche übersetzte Ausgabe erschien 1925 zu Braunschweig.
Im Allgemeinen wird Biringuccios Werk als ein systematisches Lehrbuch der Metallurgie, Metallbearbeitung sowie chemischen Technologie bezeichnet, das insbesondere immer noch im Montanwesen als Literaturstelle genutzt wird. Charakteristisch für seine „Della pirotechnica Libri X., delle minere e metalli“ ist, dass er für seine Mitteilungen darin eine leichte briefliche Form gewählt hat und den umfangreichen, spröden Stoff meisterlich disponierte, logisch ordnete und übersichtlich behandelt.
Biringuccio gilt nicht nur als erster Schriftsteller der Metallurgie, sondern auch als der, der sich literarisch vorwiegend nicht mit Kriegstechnik beschäftigt hat, und es gilt als Novum, dass er in seiner Muttersprache schrieb. Wahrscheinlich wollte er damit nicht nur Gelehrte, sondern auch die Männer der Praxis ansprechen.
Seinem Werk ist ein Vorwort des Vannoccio Biringuccio von Siena an den Herrn Barnardio Monceleso von Salo vorangesetzt. Interessant ist, in der Erstausgabe beginnt die Foliierung erst mit dem Kapitel 1 des ersten Buches. Da die Vorrede keinerlei Zählung aufweist, wird vermutet, dass sie erst gegen Ende der Drucklegung eingefügt wurde. Im Prolog beschäftigt er sich mit einer kurzen Darstellung der Bergbautechnik. Der Introduktion folgt der Haupttext, der in zehn Bücher gegliedert ist, wobei das Eisenhüttenwesen, die Metallbearbeitung, mechanischen Einrichtungen und Biringuccios Erfindungen wie folgt, eingegliedert sind.
Über Erzvorbereitung, Zerkleinern, Sortieren, Erzwäsche, Rösten, Schmelzen in Schachtöfen, Luppenherdherstellung, Eisenbereitung in Rennherden, Einteilung der
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Eisenerze, Nachweis von Erzverunreinigungen auf chemischem Wege und Stahlbereitung wird im Libri I geschrieben.
Die Belehrungen über die Metallkiese, den Magneteisenstein befinden sich im Libri II. Libri III beinhaltet die Kapitel: Verfahren, alle Erze zu probieren, Vorbereitung der Erze zum Schmelzen, Gestalt der Blasebälge und der Schmelzöfen, Formen der Schachtöfen und gewöhnlichen Öfen zum Schmelzen der Erze, Art und Weise, wie beim Verschmelzen der Erze zu verfahren ist und Eigenschaften und Verschiedenheit der Holzkohlen und die Art, wie sie bereitet werden.
Die Libri VI und V haben keinen Konnex auf das Eisen.
In dem Libri VI sind es die Absätze: Beschaffenheit des Formsandes, Herstellung der Formen, Verschiedenheit der Geschütze, Formen der metallenen Verzierungen und Kanonen, Gusstrichter und die Windpfeifen bei den Formen, Trocknen der Formen, Was bei der Herstellung der Geschütze zu wissen und zu beachten ist und wie große Glocken zu formen sind.
In Libri VII sind es die Abschnitte: Herstellung verschiedene Flammöfen zum Metallschmelzen, Schmelzen in Tiegeln, Schmelzen der Bronze und anderer Metalle im Allgemeinen, Bemerkungen über den Guss von Geschützen, Bronzen und zusammengesetzte und legierte Metalle, Verschiedene Erfindungen betreffs der Blasebälge zum Metallschmelzen, Fertigmachen der Geschütze mit Bohrmühlen (Bild 3) und der Geschützwagen, Guss der eisernen Kugeln für grobe und leichte Geschütze. In Libri VIII sind es der Kleinguss, Formsand, die Formen und Stoffe, die die Metalle leicht schmelzend und dünnflüssig machen. Im Libri IX sind es das Eisenschmieden und Eisendrahtziehen. Nichts Spezifisches für die Eisenindustrie beinhalte Libri X. Erwähnenswert ist Biringuccio Beschreibung im Libri IX zu seiner Erfindung zum Drahtziehen mittels eines Wasserrades, denn sie brachte grundlegende technologische Veränderungen, befreite den Menschen von schwerer Arbeit und steigerte die Effektivität der Produktion (Bild 4).
Auch die Metallbearbeitung mit Schmirgel, der gleichzeitige Guss von bis zu sieben Eisenkugeln in Metallformen, das Hammerschweißens, die Erstbeschreibung der Gewinnung konzentrierter Schwefelsäure, die als Vitriolöl bezeichnet wurde, waren Themen worüber er ausführlich berichtete.
Zusammenfassen lässt sich sagen, aus dem, was Biringuccio in seinem Lebenswerk „De la Pirotechnia“ niedergeschrieben hat, wird deutlich, dass es nicht nur ein tätiger, sondern auch erfindungsreicher Ingenieur war.
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(*)
Vom Autor wurden für die Würdigung von Vannoccio
Biringuccio
und seine
„Pirotechnia“
folgende im Literaturverzeichnis angegebenen Primärquellen benutzt: [1] Johannsen, O.:
[2] Beck, TH.: [3] Matschoß, C.: [4] Beck, L.: [5] Smith, C. S.;
Bild 1: Titelblatt der ersten Ausgabe der Pirotechnia, Venedig 1540, aus 1
(Abb. 1 aus 1 )
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Ing. (FH), Dipl.-Ing, Dr. Wolfgang Piersig, 2007, Vannocio Biringucio und die Pirotechnia, München, GRIN Verlag GmbH
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