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Die Zeit der Schreckensherrschaft (WHUUHXU)markiert die letzte und zugleich blutigste Phase der zweiten Revolutionsphase der französischen Revolution, manche Autoren sehen darin sogar das Ende der Revolution oder zumindest der revolutionären Weiterentwicklung. 1 Wer sich mit der französischen Revolution beschäftigt, kommt also nicht umher, sich mit der Schreckensherrschaft zu beschäftigen. Man könnte sogar so weit gehen und sagen, daß die Schreckensherrschaft eine Bedingung für das Verstehen der französischen Geschichte von der französischen Revolution bis zur Etablierung der noch heute geltenden Staatsform der Republik nach 1870 ist, da die erste Republik Frankreichs unter Robespierre durch den Terror derart in Verruf geriet, daß man von der Staatsform der Republik Abstand nahm. 2 Denn „indem sie [die Erinnerung an den Terror] die Errichtung der Demokratie mit einer blutigen Diktatur verband, gab der Terror den Konterrevolutionären Argumente an die Hand und flößte den Liberalen Furcht ein; sie hat die Republikaner behindert oder gespalten und die Sozialisten isoliert ... es gelingt der Republik nicht, ihr Image von dem Blut zu trennen, das in ihrem Namen geflossen ist.“ 3
Doch nicht nur für das Verständnis der französischen Geschichte ist der Terror ein wichtiger Schlüssel, auch für das Verständnis nachfolgender, totalitärer linker Systeme im 20. Jahrhundert gilt es, die Schreckensherrschaft zu betrachten, setzte sich doch in der „extremen, kommunistischen Linken ... im 20. Jahrhundert ein Kult des Terrors, verbunden mit dem von Robespierre, als revolutionäre Notwendigkeit durch“ 4 , vor allem während des Stalinismus. Wenn Stalin seine Form der Herrschaft unter anderem mit dem Terror Robespierres begründete, lag das gar nicht so fern, denn Robespierres vielzitierte Formel des „Despotismus der Freiheit gegen die Tyrannei“ 5 „spielte für den Jakobinismus dieselbe Rolle wie die „Diktatur des Proletariats“ in der Marxschen Revolutionstheorie.“ 6 Eine weitere Parallele zum Kommunismus ist, daß der Makel des Terrors
1 Vgl. Schulin 1988, S. 225
2 Vgl. Furet 1996, S. 207 und Schultz 2000, S. 83
3 Furet 1996, S. 207
4 Ebd.
5 Kunh 1999, S. 106
6 Ebd., S. 106 f.
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die Republik und die Demokratie überschattete und in Verruf brachte, ähnlich wie heute, wo von der Mehrheit der Bevölkerung der Kommunismus nicht unbedingt wegen der kommunistische Idee an sich abgelehnt wird, sondern vor allem aufgrund des im Namen des Kommunismus begangenen
- nach heutiger vorherrschender Bewertung - Unrechts. Maximilien Robespierre war nun GHU Begründer und Vorantreiber der
Schreckensherrschaft, ohne ihn scheint der Terror in der Form, wie es ihn gab, kaum möglich, Robespierre begründet und rechtfertigt den Terror wie kein anderer. Daher soll in dieser Arbeit Robespierres Rede vom 5. Februar 1794 vor dem Nationalkonvent über die Prinzipien der politischen Moral analysiert werden. In dieser Rede prägte er die Formel des „ Despotismus der Freiheit gegen die Tyrannei“ , teilweise gilt sie als das politische Testament Robespierres. 7 In jedem Fall ist sie ein zentrales Zeugnis zur Begründung des Terrors, in ihr wurde „ der Terror als Terminus voll entfaltet und präzise ins politische Programm eingepaßt.“ 8 In der deutschsprachigen Fachliteratur gibt es bisher keine allein auf die Rede selbst zentrierte Analyse der Rede vom 5. Februar 1794, in dieser Arbeit soll nun allein sie Basis der Analyse sein. Dabei möchte ich die Rede nach Möglichkeit nicht einfach der Reihe nach „ von vorne bis hinten“ analysieren, sondern auf verschiedene Aspekte eingehen, die zur Begründung und Beschreibung des Terrors in dieser Rede eine Rolle spielen. Da Robespierre das edle und verschwommene Ziel der Tugend durch Terror erreichen will, möchte ich einen Teil dieser Arbeit dieser Thematik widmen: Wie wird die Tugend, wie der Terror definiert und wie stehen dieses Prinzipien im Zusammenhang? Ein anderer Teil der Arbeit soll Aussagen über die Gruppen betrachten, auf die der Terror angewendet werden sollte und wurde. Wer hatte es gemäß Robespierre verdient, Opfer des Terrors zu werden, und durch welche Richtlinien und Begründungen kam es dazu, daß die weitaus größte Zahl der Opfer nicht aus den ehemals herrschenden Schichten, sondern aus dem dritten Stand stammten - etwa 84% der Opfer entstammten dem dritten Stand, 31% waren sogar Sanscoulotten, 9 in deren Kreisen der Terror am
7 Vgl. Schultz 2000, S. 75
8 Ebd.
9 Vgl. Greer 1935, S. 166
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Arbeit zitieren:
Thomas Diehl, 2002, Die Legitimation der Terreur: Robespierres Rede über die Prinzipien vom 5. Februar 1794 , München, GRIN Verlag GmbH
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