Inhaltsverzeichnis
0. Vorwort 01
1. Einführung 02
1.1. Paul Watzlawick - Mensch und Wissenschaftler 02
2. Theorie und Hintergrund 03
2.1. „Wirklichkeitsforschung“ und die „selbsterfüllende Prophezeiung“ 03
2.2. Die menschliche Kommunikation 03
2.2.1. Mimik 04
2.2.2. Blickkontakt 04
2.2.3. Gestik 06
2.2.4. Körperhaltung 07
2.3. Resümee: Nonverbale Kommunikation 07
2.4. Sprache 08
3. Vertiefung 09
3.1. Die Eigenschaften der Kommunikation 09
3.1.1. Das 1. Axiom: Die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren 10
3.1.2. Das 2. Axiom: Die Inhalts- und Beziehungsaspekte der Kommunikation 11
3.1.3. Das 3. Axiom: Die Interpunktion von Ereignisfolgen 12
3.1.4. Das 4. Axiom: Digitale und analoge Kommunikation 13
3.1.5. Das 5. Axiom: Symmetrische und komplementäre Interaktion 14
3.2. Resümee: Die fünf Axiome der Kommunikation 15
4. Praxisbezug 16
4.1. Eine Variante der Klient-Berater Beziehung 16
4.2. Ich stelle mir vor 18
5. Schlusswort 20
6. Quellennachweis 21
6.1. Literatur 21
6.2. Internet 21
Kommunikation Birgit Keller
Paul Watzlawick 23.01.2007
0. Vorwort
Kommunikative Prozesse stellten schon in der Vergangenheit für viele Wissenschaftler, Philosophen und Therapeuten ein fundamentales Themengebiet dar. Auch Paul Watzlawick befasste sich in Verbindung mit seiner Wirklichkeitsforschung überaus differenziert mit den Hintergründen kommunikativer Situationen. So soll die Außeinandersetzung mit seinen Erkenntnissen an dieser Stelle vor allem einen Blick auf die Kommunikation im Themenfeld der Soziale Arbeit ermöglichen.
Dabei dienen folgende Fragestellungen der differenzierten Analyse von Watzlawicks Kommunikationsannahmen:
Wie gestalte ich als Berater, als Therapeut die Kommunikation?
Was beinhaltet unsere menschliche Sprache, und welche Faktoren nehmen Einfluss auf ein gelingendes kommunikatives Beisammensein?
Schafft Sprache Wirklichkeit, und wie wird die Wirklichkeit durch Sprache sichtbar?
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Kommunikation Birgit Keller
Paul Watzlawick 23.01.2007
1. Einführung
1.1. Paul Watzlawick - Mensch und Wissenschaftler
1921 wurde Paul Watzlawick in Villach (Österreich) geboren. Nach Erlangen der Matura 1939 studierte er an der Universität Venedig Philologie und Philosophie, in letzterer promovierte er 1939. Er absolvierte danach eine Ausbildung in Psychotherapie am CG Jung Institut in Zürich, und schloss diese 1954 mit dem Analytikerdimplom ab. Schon im Jahre 1957 wurde er an die Universität El Salvador gerufen und hatte dort bis 1960 einen Lehrstuhl für Psychotherapie inne. Schwerpunkte seiner Forschungsarbeit als Professor für Psychotherapie waren Kommunikationsprozesse und die systemische Familientherapie.
Seit 1960 wirkt er am Mental Research Institute (MRI) in Palo Alto (Kalifornien) und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verhaltensforschung und Psychiatrie. Mit Gregory Bateson und weiteren Kollegen arbeitete er auch an der Doppelbindungstheorie * . (WIKIPEDIA 2006, online)
Im Jahre 1967 erhielt Watzlawick einen Lehrauftrag im Fachbereich Psychiatrie der Stanford University. Er leistete elementare Beiträge zum radikalen Konstruktivismus und formulierte seine Kommunikationstheorie, die zu einer der bedeutendsten in diesem Bereich zählt. Seine Erkenntnisse aus der Arbeit mit schizophrenen Menschen zeigten sich hierbei als ebenfalls sehr ausschlaggebend.
„Erstmals in Erscheinung trat Watzlawick im Jahre 1969 mit der Arbeit "Menschliche Kommunikation", einem Werk, in dem er gemeinsam mit Don D. Jackson und J. H. Beavin die Grundmuster von Kommunikations-Strategien aufdeckte. Dann folgten "Lösungen" (1974), "Wie wirklich ist die Wirklichkeit" (1977), "Die Möglichkeit des Anders-Seins" (1977), "Anleitung zum Unglücklich-Sein" (1983) und "Vom Schlechten des Guten" (1986).“ (KNILL 2005, online)
* „Mit Theorie der Doppelbindung, auch Double-Bind-Theorie, aus der Sozialpsychologie ist - sehr vereinfacht - gemeint, dass Mitteilungen auf zwei Ebenen (meist der Inhaltsebene) denen auf der Beziehungsebene widersprechen können. Double-Binds sind Kommunikationsformen, die beim Empfänger sog. kognitive Dissonanzen verursachen.“ (BIOLOGIE 2006, online)
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Kommunikation Birgit Keller
Paul Watzlawick 23.01.2007
2. Theorie und Hintergrund
2.1. „Wirklichkeitsforschung“ und die „selbsterfüllende Prophezeiung“
Der radikale Konstruktivismus kann als Erkenntnistheorie bezeichnet werden. Demnach ist jede individuelle Wirklichkeit ein Konstrukt, eine subjektive Erfindung. Bekannte Vertreter dieser Theorie sind u. a. Humberto Maturana und Heinz Förster. Watzlawick trug einen großen Teil zur Verbreitung dieser Theorie bei, jedoch stimmt er mit den Ansätzen der überzeugten Theoretiker nicht völlig überein, und bezeichnet den „Konstruktivismus“ lieber als „Wirklichkeitsforschung“.
Für Watzlawick gibt es zwei Wirklichkeiten: „Die Wirklichkeit erster Ordnung sei das, was allgemein „Tatsache“ genannt wird, die Wirklichkeit zweiter Ordnung sei unsere Bewertung der Tatsachen.“ (MÖLLER 2006, online)
Die Erkenntnis, dass jeder Mensch diesen zweiten Bereich der Wirklichkeitsauffassung bzw. der Bewertung in sich trägt, wird zur Grundlage für seine weiteren Studien und Forschungen.
In engem Zusammenhang mit der Wirklichkeitsforschung steht die sogenannte „selbsterfüllende Prophezeiung“. Sie ist eine Vorhersage, die erst dadurch tatsächlich eintritt, dass sie vorhergesagt bzw. erwartet wurde. Nach Watzlawick stehen die Erwartungshaltung, die Vorhersage und das Resultat, also das damit wirklich Eintretende, in einem engen und interdependenten Zusammenhang. Das wirkliche Eintreten von Vorhersagen in Horoskopen könnte hier beispielsweise seinen Ursprung finden. Das daran Glauben wird somit zum eigentlichen Akt des Tatsächlichen. Schon in der Bibel stand „Der Glaube versetzt Berge“, und Watzlawick misst dieser Aussage mit seinen Feststellungen eine ganz neue, durchaus nachvollziehbare Bedeutung zu.
Sowohl die Wirklichkeitsforschung als auch die Theorie der „selbsterfüllenden Prophezeiung“ spielte für Watzlawicks Kommunikationsforschung eine immens wichtige Rolle. Dies wird insbesondere im 4. Teil dieser Arbeit ersichtlich werden. (WATZLAWICK 2004, S. 91-109)
2.2. Die menschliche Kommunikation
Paul Watzlawicks Interesse galt zu einem großen Teil der Kommunikation. Von Definitionsversuchen bis hin zur Kommunikationsanalyse eines kurztherapeutischen Prozesses und noch weiter, erforschte und untersuchte er Anhaltspunkte, die menschliche Kommunikation greifbar und definierbar zu machen.
Immer wieder betont Watzlawick allerdings, dass all sein Forschen und seine Niederschriften nicht zu einer formalen Theorie führten und führen sollen. Speziell in
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Paul Watzlawick 23.01.2007
Bereichen die Verallgemeinerungen zulassen legt er großen Wert darauf, den Leser darauf hinzuweisen, dass all sein Denken, seine faktischen Formulierungen, aber auch seine analytischen Ergebnisse durchaus Platz für Ergänzung und Vervollständigung lassen. So auch im Definitionsbereich der Kommunikation und der Interaktion.
In mehreren Punkten erklärt Paul Watzlawick die formalen Aspekte der Kommunikation: Als erstes benennt er dabei das Unterbewusstsein. So wie das Atmen völlig unbemerkt verläuft, so beinhaltet auch unsere alltägliche Kommunikation Botschaften oder Eigenschaften, die weithin ausserhalb unseres bewussten Erlebens liegen. Auch der zweite Punkt, der soziale Kontext, in dem all unser kommunikatives Handeln steht, ist oftmals nur schwer zu analysieren und prägt doch wie kaum etwas anderes unser Verhalten.
Der wichtigste und an dieser Stelle letzte Punkt ist die Tatsache, dass Kommunikation bis heute als äußerst schwer zu erforschen gilt. Schließlich ist sie kein simples System, das anhand eines einfachen Modells von Aktion und Reaktion zu verstehen ist, sondern enthält derart komplexe Bausteine von z. B. Austauschprozessen, dass eine geradlinige und einfache Analyse praktisch unmöglich erscheint. (WATZLAWICK 1980, S. 95 f.) Um diese Fakten etwas zu verdeutlichen soll nun aufgezeigt werden, dass Kommunikation nicht einfach „nur“ Sprache ist.
Der Bereich der Körpersprache, der sich im unbewussten und sozialen Kontext offenbart, aber auch von gesellschaftlichen Normen und Verhaltensweisen geprägt und verfestigt wird, macht einen wesentlichen Teil der Kommunikation aus:
Noch lange bevor der Mensch das „Sprechen“ lernte, „sprach“ er mit seinem Körper - mit Gestik, Mimik und Zeichen. Diese Faktoren sind auch heute noch von relevanter Bedeutung. Viele Gesten laufen unbewusst ab, können aber auch zu Missverständnissen und Störungen führen. Begrüßungsgesten wie das Händeschütteln sind künstliche körpersprachliche Zeichen, die gesetzt werden und u. U. bei Nicht-Tun zu Konflikten führen können. Dies verdeutlicht, dass unsere körpersprachlichen Ausdruckselemente einem gemeinschaftlichen Regelwerk entsprechen und auch, ähnlich wie Sprache, erlernt werden müssen. Schnell stößt man somit bei dahingehenden Untersuchungen an kulturelle Grenzen. Kopfschütteln und Kopfnicken können in unterschiedlichen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen haben, auch Gesten der Zuneigung zeigen kulturelle Variationen. Was in der westlichen Welt der Kuss, das Umarmen bedeutet, muss in anderen Teilen der Welt nicht den gleichen Hintergrund haben. Somit trennt uns Menschen dieser Welt nicht nur die Lautsprache, sondern auch die dahinterstehende, oftmals schwerer zu erlernende Körpersprache, die sowohl von Regeln als auch von Ritualen bestimmt ist. (EICHLER 2006, online)
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Arbeit zitieren:
Birgit Keller, 2007, Paul Watzlawick - Kommunikation und Gesprächsführung - im Kontext der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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