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Inhalt
Text (Matthäus 13, 44- 46) 3
a. Der Text
b. Warum diese Übersetzung? 3
c. Herkunft und Parallelen zum Text 4
Einf ührung 5
1. Die Situation 6
a. Verfasser 6
b. Adressaten 7
c. Ziel 8
d. Zeit 9
2. Der Kontext 10
3. Der Übersetzungsvergleich 12
a. Die Texte 12
b. Warum diese Übersetzungen? 13
c. Der Vergleich 14
4. Der synoptischer Vergleich 15
5. Die Formkritik 16
6. Die Auslegung 17
7. Die Zusammenfassung 20
8. Ein Beispiel für eine Unterrichtssituation 21
9. Anhang 22
a. Arbeitsblatt 22
b. Zusatzaufgabe 23
Bibliographie 24
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Der Text
Matthäus 13, 44-46
Gleichnis vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle
44 Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen in einem Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.
45 Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, 46 und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. 1
Warum habe ich mich für die Lutherübersetzung entschieden?
Ich habe mich für die Lutherübersetzung als Grundlage meiner Exegese entschieden, da diese Übersetzung besonders nahe am ursprünglichen Text ist und mir außerdem am vertrautesten ist. Näheres zum Übersetzungsvergleich entnehmen sie bitte Kapitel 3.
1 Quadro Bibel. Die vier großen deutschen Übersetzungen auf CD- ROM. Lutherbibel 1984. R. Brockhaus, Deutsche
Bibelgesellschaft, Katholisches Bibelwerk.
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Herkunft und Parallelen zum Text
Die Gleichnisse, mit denen wir es hier zu tun haben, sind einzigartig im Kanon der Bibel. Die einzige mir bekannte Parallele findet sich im Thomasevangelium, also den neutestamentlichen Apokryphen, wieder.Im Gegensatz zum Matthäusevangelium sind die beiden Erzählungen hier an verschiedenen Stellen aufgezeichnet. Das Gleichnis vom Schatz im Acker finden wir unter Nr. 109 und das von der Perle unter Nr. 76. Das Gleichnis vom Schatz im Acker ist im Vergleich zu Matthäus sehr ausgeweitet und bekommt einen eher gnostischen Einschlag. Es scheint, dass die Bedeutung des Menschen stärker hervorgehoben wird. Im Perlengleichnis finden wir ebenfalls diverse Unterschiede, die einfach die gnostische Ausführung über das Empfangen des Heils durch sich selbst betont. 2 Also finden wie die Gleichnisse innerhalb und außerhalb der Bibel . Gehen wir aber noch einen Schritt zurück und fragen uns, ob Jesus die beiden Anschauungen erfunden hat, oder ob sie schon bekannt waren. Dabei machen wir eine interessante Entdeckung. Es gibt für beide Geschichten Vorbilder im Talmud bzw. in der Midrasch. Teilweise sind sie ähnlich und sicherlich aus der jüdischen Erziehung Grundlage für Jesus. 3 Er hat also bekannte Geschichten verwendet und sie umgeformt, was ihnen eine neue Bedeutung gegeben hat.
2 Wolfgang Wiefel, Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament. Das Evangelium nach Matthäus. vol. 1, Leipzig,
Deutschland: Evangelische Verlagsanstalt GmbH, 1998, S. 260- 261.
3 Hermann L. Strack, Paul Billerbeck, Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch. Das Evangelium nach
Matthäus. 10. Auflage vol. 1 , München, Deutschland: C. H. Beck´sche Verlagsbuchhandlung (Oskar Beck) 1926, S. 674-
675.
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Einführung
In dieser Exegese werden wir die Gleichnisse aus Matthäus 13, 44-46 behandeln. Diese Gleichnisse über das Himmelreich, dargestellt einmal im Bild eines Schatzes und einmal im Bild einer Perle erschien mir sehr interessant, da auf der einen Seite der Wert des Himmelreiches, auf der anderen Seite aber auch der zu zahlende Preis thematisiert wird. Ich wurde in meiner Arbeit unter anderem von folgenden Fragestellungen geleitet: Warum sind diese Bilder zeitgemäß? Was wollte Jesus uns sagen? Müssen wir alles aufgeben, um Christen zu werden?
Beginnen werden wir mit der Darstellung der Rahmenbedingungen zur Entstehung der Gleichnisse. Dazu gehören der Verfasser, die Adressaten, das Ziel, sowie die Zeit. Weiterhin betrachten wir in diesem Zusammenhang den biblischen Kontext.
Als nächsten Schritt sehen wir uns die verschiedenen Übersetzungen der ausgewählten Stelle an.
Im weiteren Verlauf widmen wir uns neben dem synoptischem Vergleich, sowohl der Form, als auch der Deutung unserer Stelle.
Zum Abschluß möchte ich noch eine mögliche Unterrichtssituation in einer Klasse der Primarstufe darstellen.
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1. Die Situation
Der Verfasser
Bei dem vorliegenden Text müssen wir berücksichtigen, dass wir neben dem Autor, der die Gleichnisse niedergeschrieben hat, auch Jesus betrachten müssen, welcher ursprünglich diese Gleichnisse erzählt hat.
Zunächst untersuchen wir den Schreiber unseres Buches, des Matthäusevangeliums. Die Frage, die sich uns hier stellt ist, wer das Buch geschrieben hat, in dem wir unsere Gleichnisse finden. Im Evangelium selbst finden wir keine klaren Hinweise wie das in manchen Briefen wie z.B. Titus 1,1 der Fall ist. Nach dem uns die Schrift selbst keinen Hinweis gibt, müssen wir auf die traditionelle Überlieferung zurückgreifen. Schon über die Frühkirche wird uns berichtet, dass sie einstimmig Matthäus als Autor anerkannt hat. 4 Schriftlich festgehalten finden wir das in Schriften von Eusebius, der Papias zitiert aber auch in Irenäus Arbeit. 5
In der Bibel wird Matthäus mehrfach erwähnt. In Matthäus 9,9 lesen wir, dass er Zöllner war und Jesus nach einer Aufforderung folgte. Auch in den anderen synoptischen Evangelien wird diese Begebenheit erzählt. In diesen Stellen finden wir jedoch den Namen Levi, welchen Matthäus ursprünglich hatte. Seine späteren Namen, Matthäus, erhielt er wahrscheinlich als Beinamen von Jesus, er bedeutet Gabe Gottes. 6
Trotz des Namensunterschiedes, läßt sich jedoch feststellen, dass es sich in allen Evangelien um die selbe Person handelt, da die Stellen eine sehr große Ähnlichkeit bis hin zu wörtlichen Übereinstimmungen zeigen. Auch der Kontext, in diesem Fall die Aufzeichnungen vor und nach der Berufung, sind übereinstimmend, bestätigen also auch, dass es sich um die gleiche Geschichte handelt. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass Markus und Lukas den
3 Donald Guthrie, J. Alec Motyer, ed., Kommentar zur Bibel, Trans. Helmuth Engelkraut, Klaus Fiedler, Klaus Günter, ua.,
Wuppertal, Deutschland: R. Brockhaus, 1885, S. 3
4 Merrill C. Tenney, Die Welt der Neuen Testaments, trans. Litera/ Köppl, Marburg an der Lahn, Deutschland: Verlag der
Francke- Buchhandlung GmbH, 1979, S. 163.
5 Fritz Laubach, Adolf Pohl, Claus- Dieter Stoll, ed., Wuppertaler Studienbibel, 15 vol., 16. Auflage, Wuppertal,
Deutschland: R. Brockhaus, 2000, vol. 1: Das Evangelium des Matthäus, von Fritz Rienecker, S. 20- 21.
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Namen Matthäus, der zu der Zeit ihres Schreibens schon bekannt war, nicht in ein schlechtes Licht rücken wollten. Dies ist vor allem im Zusammenhang mit dem Beruf des Zöllners, der einen sehr schlechten Ruf hatte, verständlich. Matthäus hingegen könnte damit, dass er sich von Anfang an als Matthäus bezeichnet, darauf hinweisen, dass er zu seinem Werdegang steht. Er zeigt damit, wie er vom Zöllner und Sünder zum Jünger und sogar Apostel verändert wurde.Sein Evangelium stellt sein Credo dar, um Gott zu ehren. Weiter wird er in der Aufzählung der Apostel, die wir in Markus 3, 18; Lukas 6, 15 und Apostelgeschichte 1, 13 finden, erwähnt. Wichtig zu wissen ist auch noch, dass Matthäus Jude war und lesen und schreiben konnte. Diese Fähigkeiten und den Bildungsstandard brauchte er als Zöllner, und sie waren später Voraussetzung dafür, dass er das Evangelium aufschreiben konnte. 7 Nun betrachten wir den Erzähler dieser Gleichnisse. Allgemein ist über Jesus erst mal zu sagen, dass er ca. zwischen 0- 33 nach Christus gelebt hat. Die Gelehrten streiten sich noch um die genauen Jahreszahlen, aber darauf werde ich jetzt nicht eingehen, da es für unsere Stelle keine Bedeutung hat.
Jesus ist die Heilsgestalt der Bibel. Er ist Sohn Gottes und wurde auf die Welt gesandt, zur Erlösung der Menschen von ihren Sünden. Während im Alten Testament sein Kommen angekündigt wird, beschreibt das Neue Testament seine Taten, seinen Tod und seine Auferstehung. Da es für das Verständnis unserer Stelle nicht nötig ist, alle Ereignisse im Leben Jesus zu kennen, beschränke ich mich darauf, zu erwähnen, dass er in seinem gesamten Leben predigte und Wunder bewirkte. So ist die Situation, welche zur Erzählung der Gleichnisse führt, typisch für das Leben und Auftreten Jesus.
Die Adressaten
Dadurch, dass wir unter dem Aspekt des Verfassers sowohl Jesus, als auch Matthäus berücksichtigt haben, müssen wir auch bei den Adressaten differenzieren. Matthäus schrieb sein Evangelium primär für Juden, was besonders deutlich daran erkannt werden kann, dass er viele Zitate aus dem Alten Testament einfließen ließ. Dies macht nur für Juden Sinn, da die Juden das Alte Testament als Autorität anerkennen und ihr Leben daran orientieren. Seine sekundären Adressaten waren alle Menschen, da er durch sein Evangelium
7 Merrill C. Tenney, Die Welt der Neuen Testaments, trans. Litera/ Köppl, Marburg an der Lahn, Deutschland: Verlag der
Francke- Buchhandlung GmbH, 1979, S. 164.
Arbeit zitieren:
Jennifer Knuth, 2002, Exegese mt 13, 44-46 - Das Gleichnis vom Schatz im Acker und der Perle, München, GRIN Verlag GmbH
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