Gliederung
Gliederung. 2
1. Vorwort 3
2. Kaiserin Wu Zetian 3
2.1 Geschichtlicher Überblick. 3
2.2 Die Kaiserin. 4
2.2.1 Privatleben. 4
2.2.1.1 Familie. 4
2.2.1.2 Sexualleben 5
2.2.2 Religion 5
2.2.3 Staat und Politik unter Wu Zetian 6
2.2.3.1 Aufstieg zur Kaiserin 6
2.2.3.2 Reformen 7
2.2.3.3 Das Beamtentum 8
2.2.4 Charakter 9
3. Schlussgedanke 10
Literaturverzeichnis. 11
2
1. Vorwort
„Kaiserin Wu ging als ein macht- und sexbesessenes Monster mit einer devoten Hingabe an den von ihr geförderten Buddhismus in die Geschichte ein.“ 1
Auf diese Weise wird Kaiserin Wu Zetian 武則天 in vielen historischen Werken dargestellt. Diese Arbeit soll zeigen, inwieweit diese Ansicht der Wahrheit entspricht. Anhand ausgewählter Werke wurde über dieses Thema recherchiert. Im Folgenden wird ein kurzer Einblick ins Leben der einzigen chinesischen Kaiserin gegeben. Zuerst wird ein kurzer historischer Überblick über das China der Tang-Dynastie, also die Zeit, in der Wu Zetian lebte, gegeben. Danach folgt ein Einblick in die Politik, die Religion und das Privatleben der Kaiserin, um herauszufinden, warum sich eine solche Meinung über die Kaiserin verbreitet hat. Zum Schluss werden noch einige Charakterzüge der Kaiserin aufgezeigt, die allerdings hauptsächlich aus dritter Hand sein werden. Denn obwohl es ein Werk gibt, das die Kaiserin selbst verfasst haben soll, so fehlen mir doch die sprachlichen Mittel, um mich damit beschäftigen zu können. Da der Umfang der Arbeit eingeschränkt ist, kann nicht auf alle Details aus dem Leben der Kaiserin eingegangen werden. Somit werden nur die wichtigsten Punkte angesprochen.
Im Text wird ausschließlich die pinyin-Umschrift verwendet.
2. Kaiserin Wu Zetian
2.1 Geschichtlicher Überblick
Die Tang-Dynastie 唐朝 (618-907) wird allgemein als eine Blütezeit in der chinesischen Geschichte betrachtet. Vor allem in kultureller Hinsicht war es eine bedeutende Periode. So wurde in dieser Zeit zum Beispiel die Literatur von bekannten Dichtern, wie Li Bai 李白 (699-762) geprägt. Auch politisch war das chinesische Kaiserreich in dieser Dynastie besonders stark. Die Tang schafften es auch China nach jahrelangen Auseinandersetzungen während der Sui-Dynastie 隋朝 wieder zu vereinen und politische Stabilität herzustellen. Deshalb hatte China während der Tang-Dynastie eines seiner größten geographischen Ausmaße erreicht, es reichte „im Westen bis zum Pamir, im Osten bis Korea und im Süden bis an die Grenze zu Vietnam; Tibet gehörte allerdings nicht dazu.“ 2
1 Dieter Kuhn, Status und Ritus. Das China der Aristokraten von den Anfängen bis zum 10. Jahrhundert nach
Christus. Heidelberg: Edition forum 1991, S. 544
2 David McMullen, „Tang-Dynastie“ in: Brunhild Staiger, Stefan Friedrich, Hans-Wilm Schütte (Hg.),
Das große China-Lexikon. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2003, S. 749
3
Zu der Tang-Zeit wurden viele Errungenschaften gemacht, die auch für das spätere chinesische Kaiserreich von großer Bedeutung waren. So gab es zum Beispiel viele Reformen bezüglich des Beamtentums und der Regierung.
Des Weiteren war auch die Landwirtschaft zu dieser Zeit sehr ausgebaut und auch die Wasserversorgung war gut. Zum Beispiel benutzte man Kanäle für die Bewässerung der Felder.
Zur Zeit der Kaiserin Wu Zetian war vor allem die Karriere als Beamter davon abhängig, in welchen Stand man geboren wurde. Gehörte man nicht zu den privilegierten hohen Aristokraten, so war es beinahe unmöglich ins Beamtenleben einzusteigen.
2.2 Die Kaiserin
2.2.1 Privatleben 3
2.2.1.1 Familie
Geboren wurde Wu Zetian als Tochter eines Ministers. Ihr Vater, früher Kaufmann und Anhänger von Li Yuan 李淵 (566-635), dem „Gründer der Tang-Dynastie“ 4 , stammt aus
Taiyuan 太原 in der Provinz Shanxi 山西. Später wurde er zum Minister für öffentliche Arbeiten ernannt und danach in den Adelsstand erhoben. Man verheiratete ihn mit einer Frau „aus einer Seitenlinie des Sui-Kaiserhauses“ 5 . Somit stammt Wu Zetian aus einer der wichtigsten aristokratischen Familien des Nordwestens.
Der persönliche Name von Wu Zetian, war Wu Zhao 武曌. Sie nannte sich später jedoch Zetian, was soviel bedeutet, wie „dem Himmel nacheifern“. Etwa im Jahre 640 kam Wu als eine Konkubine fünften Ranges an den Hof von Kaiser Taizong 太宗 (reg. 627-649). Nach dessen Tod im Jahre 649 bzw. 650 verließ Wu den kaiserlichen Harem. Nach damaligem Brauch, wurde ihr Haar abrasiert und sie kam in ein buddhistisches Kloster, wo sie bis an ihr Lebensende bleiben sollte. Jedoch wurde sie einige Jahre später - entgegen der konfuzianischen Sitte - von Kaiser Gaozong 高 宗 (reg. 650-683) an dessen Hof aufgenommen und wurde zu einer seiner Konkubinen. Noch vor 654 gebar sie ihm mindestens einen Sohn.
3 Das Wort „Privatleben“ trägt in diesem Fall nicht die Bedeutung, die man mit „privat“ in Verbindung setzt. Es
soll hier lediglich zur Abgrenzung des Kapitels vom Rest des Textes dienen, der von Wu Zetians Tätigkeiten als
Kaiserin, d.h. von ihrem „Berufsleben“ handelt. „Privatleben“ steht hier also nur als Gegensatz zu
„Berufsleben“.
4 Dieter Kuhn, Status und Ritus (1991), S. 504
5 Dieter Kuhn, Status und Ritus (1991), S. 541
4
Arbeit zitieren:
Martha Bielefeldt, 2005, Kaiserin Wu Zetian 武則天 (624?-705, reg. 690-705), München, GRIN Verlag GmbH
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