EINLEITUNG : 3
1. EXKURS: MORGENSTERNS WERK 4
2. ENTSTEHUNG DER GALGENLIEDER 4
3. DIE SPRACHE CHRISTIAN MORGENSTERNS 5
1. OPERATIONEN AUF PARADIGMATISCHER WORTEBENE 7
1.1. PHONOLOGISCH-PHONETISCHE MOTIVATION 7
1.1.1. Reduplikationsbildungen (Komposita) 7
1.1.2. Bildungen aus Gründen der Assonanz und des Reimes 7
1.2. MORPHOLOGISCH-MORPHEMATISCHE MOTIVATION 7
1.2.1. Ableitungen 7
1.2.2.Kompositionen____________________________________________ 8
1.3. SEMASIOLOGISCHE MOTIVATION 9
2. OPERATIONEN AUF SYNTAGMATISCHER WORTEBENE 10
2.1. FREIE WORTVERBINDUNGEN 10
2.2. PHRASEOLOGISCH GEBUNDENE WORTVERBINDUNGEN 11
4. ZWECK UND ZIEL DER MORGENSTERNSCHEN
SPRACHVERFREMDUNG 12
LITERATURVERZEICHNIS 15
ANLAGE : GEDICHT 1 „IGEL UND AGEL“ 16
GEDICHT 2 „DIE FINGUR“ 18
2
EINLEITUNG:
Ziel dieser Hausarbeit ist es die Kreativität im Bereich der Wortbildung am Beispiel von Christian Morgenstern darzustellen. Dabei soll neben der formal linguistischen Analyse auch geklärt werden welchen Zweck die Sprachverfremdung verfolgt. Desweiteren sollen der Autor und sein Werk kurz literatur- und zeitgeschichtlich eingeordnet werden. Ohne diesen Hintergrund ist eine Frage nach dem Zweck nicht zu beantworten. Abschließend werden exemplarisch zwei Gedichte aus den „Galgenliedern“ kurz analysiert, dabei wird jedoch auf Interpretationen weitestgehend verzichtet, da die Strategien bei der Wortbildung im Vordergrund stehen sollen.
Die Seitenzahlen der Gedichte beziehen sich auf einen Sammelband mit allen „Galgenliedern“, herausgegeben von der Büchgilde Gutenberg. Der Übersichtlichkeit halber werde ich die Gedichte an Ort und Stelle im Text mit Seitenzahlen versehen. Die übrigen Literaturbezüge erscheinen in den Fußnoten.
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1. EXKURS: MORGENSTERNS WERK
„Das Werk Christian Morgensterns ist unübersichtlich.“ 1 Dabei ist die traditionelle Streitfrage, ob sein Werk „geschlossen“ sei. Es lassen sich zwei schwer zu deutende Gruppen von Gedichten nebeneinander feststellen. Zum einen das „seriöse“ Werk, wie „Auf vielen Wegen“ (1897) und „Melancholie“ (1906). Diese umfassen mannigfaltige Natur- und Liebesgedichte, „melancholische, mystische und anthroposophische Gedichte, zum Teil philosophisch-theologisch ambitioniert...“ 2 Andererseits die von Morgenstern selbst als „Beiwerkchen, Nebensachen“ titulierten Galgenlieder, das „humoristische“ Werk, welche seinen Ruhm erst begründeten. Auch die Begriffe „seriös“ und „humoristisch“ sind nur bedingt zu verallgemeinern. „Umfasst der eine auch des Nietzsche-Jüngers [ Morgenstern] `In Phanta´s Schoß´, einen `Zyklus humoristisch-phantastischer Dichtungen´, so der andere neben den `Beiwerkchen´, den Galgen-und Palmströmliedern auch die Satiren, Parodien und Travestien [...] und die nicht nur lustigen Kinderlieder.“ 3
2. ENTSTEHUNG DER GALGENLIEDER
Schon 1893, noch als Student der Nationalökonomie in Berlin, versuchte sich Morgenstern auf humoristischem Gebiet. Es entstanden eine Anzahl humoristisch-satirischer Aufsätze. Die erste große Dichtung dieser Art erscheint 1895 mit „In Phanta´s Schoß. Ein Zyklus humoristischphantasitischer Dichtungen.“ 4 Morgenstern berichtet in Briefen 1896 von Versuchen mit humoristischer Prosa, aber: „Wenn mir einmal die Stimmung andauerte, vier Wochen lang Prosa schreiben zu können, hätten die Deutschen einen humoristischen Schriftsteller mehr.“ 5 „Die eigentlichen Galgenlieder waren [...] für einen kleinen Kreis jugendlich ausgelassener Freunde bestimmt, wo sie gemeinsam gesungen und mit einer Art von heiter - gruseligen Zeremonien mehr oder weniger dargestellt wurden." 6
1 Kretschmer, 1985, S.13
2 vgl. ebd. S.20
3 vgl. ebd.S.24
4 vgl. Kretschmer, 1983, S.77f
5 vgl.ebd.,S.78
6 vgl.ebd,S.109
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Ihren Ursprung fanden die Galgenlieder 1895, als einige Studenten auf einem Ausflug nach Potsdam einen „Galgenberg“ besuchten und aus einer Laune heraus beschlossen einen Verein der „Galgenbrüder“ zu gründen. 7 So waren die ersten Niederschriften Morgenstern auch als „Studentenulk“ gedacht und zeichneten sich durch eine „Derbheit, Täppischkeit“ aus, die er später zu verteidigen aber auch zu verbessern versuchte. Jedoch können die Galgenlieder ihren Ursprung nicht leugnen. 8
Die Welt des Galgenbergs ist eine nächtliche, einsame Welt „Der Zwölf-Elf“ („Der Zwölf-Elf“ S.24), eine Mondwelt bewohnt von Mondwesen „Das Mondschaf“ („Das Mondschaf“ S.26), die Mondhofmähre („Droschkengauls Jännermeditation“ S.212) Die Galgenlieder zielen auf jene dumpf-dunkle Stimmung ab, in der die Galgenbrüder ihre Treffen zelebrierten. Der Gingganz ist dann schon viel freier von gruseligen Klang- und Rhythmenmalereien und auch weitestgehend frei von nächtlichen Themen und Stoffen, die Lust am Gruseln weicht nach und nach der Lust an Sprache. 9 Zunächst wurden die 42 Galgenlieder, deren Kern aus 17 zu singenden, auf dem Klavier zu begleitenden und in einem Gesangsbuch gesammelten wirklichen Liedern bestand, einzeln herausgegeben. 10 Zunächst also in einzelnen Ausgaben erschienen („Galgenlieder“ 1905, „Palmström“ 1910, „Palma Kunkel“ 1916 und „Gingganz“ 1919) Eine erstmals einbändige Gesamtausgabe, in neuer Anordnung und durch Gedichte aus dem Nachlass ergänzt, wurde schließlich 1933 von Margarete Morgenstern herausgegeben. 11
3. Die Sprache Christian Morgensterns
In der Sprache Christian Morgensterns sind eindeutige Ein - und Kunstgriffe erkennbar, auf paradigmatischer und syntagmatischer Ebene, als auch im Bereich der Stilistik. 12
7 vgl. Kretschmer, 1985, S.76
8 vgl. ebd.S.112
9 vgl. Kretschmer, 1985, S.110)
10 vgl. Kretschmer, 1985, S.79
11 vgl. Morgenstern S.328
12 vgl. Palm, S.203
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Arbeit zitieren:
Sabine Sittner, 2002, Sprachliche Kreativität in der Literatursprache - Christian Morgensterns Galgenlieder, München, GRIN Verlag GmbH
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Eine Interpretation von Thomas Brüssigs Sonnenallee
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