Inhalt:
1. Einleitung und Fragestellung 2
2. Prof. Dr. Gunter Senft 3
2.1 Ein Einstieg 3
2.2 Relevanz von Sprache in der Feldforschung 4
2.2.1 Das Verständnis von Sprache 4
2.2.2 und die Rolle von Sprache in der Feldforschung 5
2.2.3 Eine Zusammenfassung 6
2.3 Der Spracherwerb 6
2.3.1 Die Voraussetzungen 6
2.3.2 Die Vorbereitungen daheim 6
2.3.3 und der Erwerb im Feld 7
2.3.4 Eine Zusammenfassung 7
2.4 Das Beispiel einer Forschung in Kaiserslautern 8
2.5 Eine Zusammenfassung 9
3. Prof. Dr. Georg Elwert 9
3.1 Ein Einstieg 9
3.2 Relevanz der Sprache in der Feldforschung 10
3.3 Die methodische Grundlage von Feldforschung 10
3.4 Der Spracherwerb 12
3.4.1 Einige theoretische Vorüberlegungen 12
3.4.2 ,deren praktische Umsetzung 13
3.4.3 und mögliche Probleme dabei 14
3.4.4 Eine Zusammenfassung 15
3.5 Eine Zusammenfassung 15
4. Fazit 16
5. Literaturangaben 18
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1. Einleitung und Fragestellung
Diese Hausarbeit soll sich allgemein mit dem Verhältnis von Sprache und Feldforschung beschäftigen. Dabei wird der Schwerpunkt in erster Linie auf dem Komplex „Sprache“ liegen, d.h. was dieser bedeutet, welche Rolle er in einer Forschung spielt oder spielen, wie eine Sprache erlernt werden kann und was daraus für logischen Schlussfolgerungen für Sozialwissenschaftler im allgemeinen und Ethnologen im speziellen zu ziehen sind. Da scheinbar über die essentielle Bedeutung von Sprache und deren Beherrschung innerhalb des wissenschaftlichen Diskurs bezüglich Feldforschung kaum Divergenz bestehen zu scheint, möchte ich mein Augenmerk auf die verschiedenen Ansätze des Spracherwerbs legen. So existieren kaum Theorien, welche die Notwendigkeit des Sprachelernens verneinen, und trotzdem herrscht eine Masse von verschiedenen Herangehensweisen an diesen Prozess vor. Um diesen Differenzen auf den Grund zu gehen, werden ich versuchen entscheidende Aspekte von Sprache im Feldforschungskontext und verschiedene Theorien zum Themenkomplex „Sprache“ darzustellen. Ich möchte zu diesem Zwecke zwei wissenschaftliche Ausführungen dazu vorstellen und kontrastieren. Zum einen wird es sich um den eher linguistischen Ansatz von Prof. Dr. Gunter Senft und zum andern um den sozioethnologischen von Prof. Dr. Georg Elwert handeln, welche sich in ihrer Ausrichtung bezüglich des Spracherwerbs grundsätzlich unterscheiden. Daher soll die Arbeit des Weiteren wie folgend gegliedert sein: Ich möchte nach der Einleitung mit dem Abschnitt über Gunter Senft beginnen, wobei ich mich nach einem kurzen Einstieg (Kapitel 2.1) seinen Ansichten bezüglich der Relevanz von Sprache in der Feldforschung im Allgemeinen zuwenden will (Kapitel 2.2). Dabei soll zum einen Senfts Verständnis von Sprache (Kapitel 2.2.1) und zum anderen deren Rolle in der Forschung (Kapitel 2.2.2) thematisiert werden. Nach einer kurzen Zusammenfassung (Kapitel 2.2.3) wird im nächsten Abschnitt Senfts Vorschlag des Spracherwerbs (Kapitel 2.3), mit seinen Voraussetzungen (Kapitel 2.3.1), den Vorbereitungen daheim (Kapitel 2.3.2) sowie dem Erwerb im Feld (Kapitel 2.3.3) beleuchtet. Auch dieser Abschnitt endet mit einer Zusammenfassung (Kapitel 2.3.4) und geht in einen weiteren über Senfts eigene Forschung in Kaiserslautern, sozusagen der Quelle seiner Theorie zur Bedeutung von Sprache, über (Kapitel 2.4). Abschließen möchte ich diesen ersten Hauptteil mit einem, die vorhergehenden Kapitel zusammenfassenden Teil (Kapitel 2.5).
Damit wird diese Arbeit in ihren zweiten Teil übergehen, der sich Georg Elwerts Ausführungen zu Sprache widmet. Auch diesen Abschnitt möchte ich mit einem kurzen Einstieg über den Autor und deren Hintergrund beginnen (Kapitel 3.1). Anschließend wird
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ebenfalls hier die theorieimmanente Relevanz von Sprache in der Feldforschung erläutert (Kapitel 3.2), um danach auf die elwertschen methodischen Implikationen und Grundlagen von Forschungen einzugehen (Kapitel 3.3). Der Hauptteil der Ausführungen zu Elwert setzt sich mit seinem speziellen Vorschlag von Spracherwerb im Kontext auseinander (Kapitel 3.4), wobei einige theoretische Vorüberlegungen (Kapitel 3.4.1), deren praktische Umsetzungen (Kapitel 3.4.2) und dabei mögliche Probleme (Kapitel 3.4.3) thematisiert werden. Nach einer kurzen Zusammenfassung dieses Unterabschnitts, folgt ein den gesamten Teil zusammenfassendes Kapitel, welches die Ausführungen zum Theoriekonzept Elwerts bezüglich Sprache abschließt und von dem Fazit der Arbeit, in dem ich versuchen werden auf Basis der vorangehenden Ausführungen eine Antwort auf die zugrunde liegende Fragestellung zu geben, gefolgt wird (Kapitel 4). Zu aller letzt wird die verwendete Literatur angegeben (Kapitel 5).
2. Prof. Dr. Gunter Senft
2.1 Ein Einstieg
Gunter Senft, der momentan das Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen (Niederlande) leitet, studierte eigentlich Deutsche und Englische Sprache sowie Literatur. Bereits nach seinem Abschluss orientierte er sich jedoch in die psycholinguistische Richtung und verfasste seine Dissertation 1977 zum Thema „Arbeitssprache“. Im Rahmen dieser Schrift führte er eine teilnehmende Beobachtung in einer Fabrik in Kaiserslautern durch, die ihn maßgeblich beeinflusste (vgl. Kapitel 2.4). So nutzte Senft jene Erfahrung und seine daraus resultierenden Erkenntnisse später im Zusammenhang mit seinen Forschungen auf den Trobiand Inseln, welche er seit 1982 durchführt. Nebenbei leitet er zum größten Teil in Berlin, Heidelberg und Köln recht regelmäßig Seminare zu ethnolinguistischen Themen und organisiert verschieden Konferenzen mit ähnlichen Schwerpunkten (Curriculum Vitae of Gunter Senft, http://www.mpi.nl/world/persons/private/gunter/cv.htm, abgefragt am 25.03.2006).
So lässt sich abschließend sagen, dass Senft als einer von wenigen Spezialisten auf dem Gebiet der Ethnolinguistik zu bezeichnen ist, wobei sein Schwerpunkt beim Kilivila liegt.
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2.2 Relevanz von Sprache in der Feldforschung
Für Senft ist die Bedeutung von Sprach für jede Art von Feldforschung zentral. So vertritt er die Meinung, dass ein Forscher, um ein Volk oder eine Personengruppe wirklich beobachten und verstehen zu können, zwangsläufig deren Sprache beherrschen oder zumindest erlernen sollte. Daher bedauert er die Tatsache, dass diese Notwendigkeit nicht von allen Sozialwissenschaftlern (vor allem nicht von allen Ethnologen) erkannt wird und erklärt sich dies zum einen mit dem schnellen Kommen und Gehen verschiedener Theorien innerhalb der Disziplinen und zum anderen mit der allgemeinen Trägheit des Menschen, neben allen anderen Vorbereitungen sich zusätzlich noch die neue Sprache anzueignen (Senft 2003: 55). Welches Sprachverständnis somit Senfts Meinung zugrunde liegt und vor allem welche Rolle Sprache daher in einer Feldforschung einnehmen kann und soll, möchte ich im Folgenden kurz beleuchten.
2.2.1 Das Verständnis von Sprache…
Der enormen Bedeutungszuschreibung, welche Senft bezüglich Sprache und Feldforschung etabliert, liegt das Verständnis von Sprache als Ausdruck und Manifestation von Kultur einer Sprachgemeinschaft zugrunde. Aus diesem grundlegenden Sprachverständnis schlussfolgert er, dass „ (…) Sprachwissenschaft und Völkerkunde letztlich ein gemeinsames Ziel haben, nämlich das Verstehen von Bedeutung“ und somit beide Disziplinen in einer Art symbiotischem Verhältnis zueinander stehen (Senft 2003: 56).
Dabei bezieht sich Senft größtenteils auf Michael Silverstein, der die Konvergenz dieser beiden Disziplinen in der speziellen Überschneidung von Erklärungsmodellen sieht. So geht dieser davon aus, dass Anthropologen um gesellschaftliches Verhalten zu erklären, in Ausdrücken eines Begriffssystems namens „Kultur“ sprechen. Linguisten sprechen parallelerweise in Ausdrücken eines Begriffsystems, dass „Grammatik“ genannt wird. Daraus schlussfolgert Silverstein, dass Grammatik ein Teil von Kultur ist, sich somit beide Systeme wechselseitig beeinflussen und sich diese in ihrer spezifischen Form nur innerhalb einer Gesellschaft manifestieren. Letztendlich ist für Senfts Argumentation die abschließende Schlussfolgerung von Silverstein zentral, in der dieser die Undenkbarkeit von einerseits anthropologischen Forschungen und Studien ohne Untersuchung der Eigensprache der beforschten Ethnie und von andererseits grammatischen Studien ohne das Verstehen von kulturellen Sprechformen betont (Silverstein 1973: 193f.). Zusammenfassend kann daher festgehalten werden, dass Gunter Senft Sprache als eine spezifisch kulturell geprägte Erscheinung versteht, welche einen entscheidenden Punkt im
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Prozess des Verstehens einer Gesellschaft einnimmt. Daher plädiert er für eine interdisziplinäre Kooperation von Ethnologie und Linguistik.
2.2.2 …und die Rolle von Sprache in der Feldforschung
Nachdem ich nun in Kapitel 2.2.1 kurz Senfts zugrunde liegendes Sprachverständnis eingeführt habe, möchte ich in diesem Abschnitt auf die Rolle, die er dieser im Feldforschungsprozess zuschreibt, eingehen.
Der Ausgangspunkt seiner Argumentation stellt das Verständnis von Feldforschung in der Tradition von Malinowski dar. Jener bezeichnete als Ziel jeder Feldforschung, die Tatsache, dass es darum geht “ (…) to grasp the native’s point of view, his relation to life, to realise his vision of his world (…)“ (Malinowski 1922: 24). Somit ist für Senft klar, dass sich ein Sozialwissenschaftler im Rahmen einer Feldforschung in die (Sub-) Kultur der Beforschten einleben muss. Dabei nimmt er sicherlich anfangs die Rolle eines seltsamen Fremden ein, der „ (…) manchmal stört und sich auch öfter mal daneben [benimmt]“ und kann sich erst im laufe der Zeit in die gastgebende Gesellschaft eingliedern (Senft 2003: 57). Hierbei wird es dem Forscher sicherlich nie vollends gelingen die Rolle des “professional strangers“ (vgl. Agar 1996) abzulegen, doch kann er sich mit den Beforschten vertrauter machen und letztendlich, was für Senft den Knackpunkt darstellt, in der Gemeinschaft akzeptiert werden. Dabei ist es nun selbstverständlich, dass man spätestens im Rahmen dieses Eingliederungsprozess die Sprache der untersuchten Gesellschaft erlernt. D.h. erst durch die Sprache kann der Zugang zu einer Ethnie, in und über deren Sprache stattfinden und jene somit adäquat beschrieben werden (Senft 2003: 57). So gewinnt eine Forschung erst durch die zusätzliche emische Perspektive (neben der traditionell etischen), welche erst durch die Kommunikation mit den Beforschten ermöglicht wird, an Tiefe und Qualität (ebd. 2003: 64). Dies gilt laut Senft ebenfalls innerhalb der eigenen Gesellschaft, wie ich später kurz an seiner Forschung in einer deutschen Fabrik zeigen werde (vgl. Kapitel 2.4). Abschließend möchte ich festhalten, dass Sprache für Senft eine entscheidende Rolle bezüglich des Verständnisses von erhobenen Daten und somit in letzter Instanz bezüglich des Gelingens einer Feldforschung spielt. So kann eine erfolgreiche Forschung nur mit ausreichenden Sprachkenntnissen stattfinden und daher ist das „Sprachproblem“ zu allererst vor allen weiteren Problemen zu lösen.
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Arbeit zitieren:
Patricia Piberger, 2005, Sprache, Feldforschung und Spracherwerb, München, GRIN Verlag GmbH
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