Gliederung
Gliederung. 2
1 Kollokation von verschiedenen Blickwinkeln 3
2. Zwei rivalisierende Standpunkte - ´statistically oriented approach
´significance oriented approach 5
3.1 Sinclair - Vertreter des statistically oriented approach 6
3.2 Weitere Repräsentanten des statistically oriented approach. 10
4.1 Hausmann - Vertreter des significance oriented approach. 13
4.2 Weitere Repräsentanten des significance oriented approach. 16
5 Anwendungsbereiche 19
6 Fazit 21
Bibliographie. 22
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1 Kollokation von verschiedenen Blickwinkeln
Die Beschäftigung mit dem Begriff Kollokation zeigt, dass dieser sowohl unter Linguisten völlig unterschiedlich definiert, als auch unter Fremdsprachenlehrern anders verwendet wird. Es existiert nicht nur eine Unmenge an Schriften über dieses Thema, sondern auch unterschiedliche Betrachtungsweisen des Terminus Kollokation. Unter diesen haben sich zwei Ansichten herauskristallisiert, die den Bereich Kollokation näher bearbeitet haben.
Zunächst die Annäherung an eine generelle Definition, um den Begriff grundsätzlich zu bestimmen, wobei sich schon bald zeigt, dass sich Linguisten diesbezüglich uneinig sind. Unter dem Begriff versteht man ganz allgemein eine „[häufige], aber nicht zwangsläufige Verbindung zweier oder mehrerer Wörter“(Herbst et. al 1991: 164). Ein Beispiel, welches bei Herbst gewählt wird, um den Terminus zu erklären, ist handsome man/boy. Die Kollokation handsome man tritt in dieser Kombination häufiger auf als pretty man, was zeigt, dass diese Kombinationen durch die Bedeutung bestimmt wird. Das Adjektiv handsome scheint in seiner Bedeutung eine maskuline Komponente mit sich zu tragen. Aus welchem Grund ausgerechnet diese Art von Wortkombination auftritt, was sie kennzeichnet und wie sie zu kategorisieren ist, versucht die Linguistik herauszufinden.
Die Frage stellt sich, wie weit sich Kollokationen auf unseren Sprachgebrauch erstrecken, folglich was Kollokationen sind und auf welche Art und Weise sie am sinnvollsten zu untersuchen sind. Um diese Fragen zu beantworten, haben sich Linguisten seit J. R. Firth mit diesem Themenbereich beschäftigt. Es können zwei Standpunkte erfasst werden, die das Fachgebiet Kollokation bis zu diesem Zeitpunkt am tiefsten durchdrungen haben.
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Zum einen ist dies, um die Terminologie von Herbst (1996: 380) zu verwenden, der ´statistically oriented approach` und zum anderen der ´significance oriented approach`. Diese Arbeit wird die zwei Auslegungen vorstellen, die Ausführungen ihrer wichtigsten Repräsentanten darstellen und diskutieren für welche Bereiche die jeweilige Ansatzweise herangezogen werden sollte.
Das Hauptseminar „Tidy and untidy aspects of language“ widmete auch den Kollokationen Raum. Nun wird sich zeigen, inwieweit es die Linguistik geschafft hat, Kollokationen tidy zu machen.
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2. Zwei rivalisierende Standpunkte´statistically oriented approach` & ´significance oriented approach`
Die unterschiedliche Verwendungen des Begriffs Kollokation in der linguistischen Literatur zeigt, dass auch dieser Bereich ein untidy Aspekt der Sprache ist. Der Drang der Wissenschaft, Kollokationen tidy zu machen, wird in dem Bestehen der folgenden zwei Ansichten sichtbar: ´statistically oriented approach` und ´significance oriented approach`.
Nesselhauf (2005: 12) unterscheidet begrifflich zwischen ´frequency-based approach`, der auf J. R. Firth zurück geht und von Linguisten wie M. Stubbs, G. Kjellmer und vor allem J. Sinclair weitergeführt wurde, und ´phraseological approach`, der von D. Siepmann, I. Mel´čuk und F. J. Hausmann geprägt wurde. Repräsentanten der ersten Sinnesrichtung versuchen Kollokationen maßgeblich durch die Arbeit mit Hilfe des Korpus zu definieren. Eine Kollokation in diesem Sinne ist „the co-occurrence of words with no more than four intervening words“ (Sinclair 2004: 141). Bei den Vertretern des britischen Kontextualismus, der die Kollokationsforschung aufgebracht hat, „steht die statistische Signifikanz im Mittelpunkt“ (Steyer 2000: 103). Die statistische Signifikanz wird mittels computerbasierter Korpusarbeit erfasst. Repräsentanten des ´phraseological approach` oder ´significance oriented approach` sehen Kollokationen als Wortkombinationen, die bis zu einem gewissen Grad fest sind. So sieht Hausmann (1985: 118) Kollokation als eine „typische, spezifische und charakteristische Zweierbeziehung von Wörtern[.]“ Doch auch Linguisten, die dem ´significance oriented approach` zuzuschreiben sind, verwenden den Korpus als Grundlage ihrer wissenschaftlichen Arbeit, da auch sie die Vorteile dieser Datenbank erkannt haben und sich nicht ausschließlich auf ihre sprachliche Intuition verlassen.
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3.1 Sinclair - Vertreter des statistically oriented approach
John Sinclair definiert Kollokationen als “occurrence of two or more words within a short space of each other” (1991: 170). Die Wörter, die in die Untersuchung mit einbezogen werden, liegen vier Stellen nach rechts und vier Stellen nach links von dem Element, welches analysiert wird. Sinclair verwendet für das erforschte Wort den Begriff node, und den Terminus collocate für jedes Wort, welches in der angegebenen Umgebung des node auftritt (1991: 115). Kollokationen werden auf diese Weise mit Hilfe des Korpus aufgesucht und analysiert. Diese korpusbasierte Verfahrensweise wendet Sinclair ausnahmslos an, um Kollokationen zu ermitteln und ist daher die Grundlage und der entscheidende Faktor seiner Untersuchungen. Hierbei spielt die Häufigkeit des Miteinandervorkommens zweier Wörter die entscheidende Rolle. Sinclair unterscheidet zwei Arten von Kollokationen; er unterscheidet zwischen Verbindungen, die häufig sind, also significant collocations, und denjenigen, die weniger häufig sind, also casual collocations. Mit häufig sind hier Kombinationen gemeint, die häufiger auftreten, als man es auf Grund der Häufigkeit des Vorkommens ihrer einzelnen Komponenten schließen könnte. So sind zwei Wörter, welche einzeln in einem Text sehr häufig vorkommen, in Kombination für Sinclair nicht significant, da sie an sich schon vielfach auftreten.
[For] two reasons, we […] have to know how often node and collocate occur independently. First, if node and / or collocate are themselves very frequent, then they might occur in collocation just by chance. Second, a word might itself be infrequent: but, when it does occur, then it often occurs in collocation with another word (Stubbs 1996: 174f.).
Wenn Sinclair folglich von Kollokationen spricht, dann bezieht er sich auf die significant collocations, da Untersuchungen von casual collocations nicht sehr aufschlussreich und interessant für die Kollokationsforschung sind. Die Tatsache, dass ein Substantiv wie house oft mit dem Artikel the in Verbindung auftritt, ist weder bemerkenswert noch erstaunt es wirklich. Dennoch würde Nesselhauf (2005: 12) in Anlehnung an Sinclair die Kollokationen von house mit sister oder sell in einer Korpussequenz: ... sister. He has a house to sell, so has ... als significant collocations bezeichnen. Hierbei führt Herbst (1996: 382) an, dass [this] example illustrates very clearly the mayor problem of the statistically oriented approach - namely that even the so called significant collocations need not to be terribly significant, at least not, if you compare it with a view of significance that is not based purely on statistics.
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Arbeit zitieren:
Anne Seidenstücker, 2007, Zwei rivalisierende Standpunkte in der Kollokationsterminologie - Statistically oriented approach & significant oriented approach, München, GRIN Verlag GmbH
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