Eine kritische Analyse
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Geldmengenstrategie 3
2.1 Modellbeschreibung 3
2.2 Die Bedeutung der Geldnachfrage 4
2.3 Wahl des richtigen Geldaggregats 5
2.4 Geldmengenstrategie der EZB als Teil der Zwei-Säulen Strategie 5
2.5 Vor und Nachteile der Geldmengenstrategie 6
3. Die Taylor-Regel 7
3.1 Modellbeschreibung 7
3.2 Anwendung in der Praxis 8
3.3 Vorteile und Kritik 10
4. Kurze Beschreibung anderer geldpolitischer Regeln 11
Literaturverzeichnis 15
II
1. Einleitung
Seit den neunziger Jahren haben sich die meisten Zentralbanken auf die Gewährleistung der Preisstabilität als primäres Ziel der Geldpolitik festgelegt. 1 Selbstverständlich ist es nicht zwingend notwendig, dass eine Zentralbank ausschließlich dieses Ziel verfolgt. Da die Preisniveaustabilität sehr häufig von den Notenbanken als Endziel festgelegt wird, ist im Rahmen dieser Arbeit unter dem Endziel aus Vereinfachungsgründen die Preisniveaustabilität gemeint. Jedoch kann dies in einem Zielskanon als Endziel aufgefasst werden. Daher wird auch diese Arbeit das Endziel der Geldpolitik als Preisniveaustabilität definieren. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) verfolgt dieses Ziel. 2 Dabei können die Notenbanken die Preise nicht direkt kontrollieren. Stattdessen versuchen sie das besagte Oberziel über eine angemessene geldpolitische Strategie zu erreichen, die ein Grundgerüst für die Ausrichtung der Geldpolitik bildet. 3
Zwei Arten geldpolitischer Strategien werden unterschieden: ein- und zweistufige. Bei einer einstufigen Strategie wird das Endziel der Preisstabilität direkt angesteuert. Bei einer zweistufigen Strategie dagegen setzt sich die Zentralbank ein Zwischenziel als Mittel zur Erreichung des Endziels. Das Zwischenziel muss einen engen und stabilen Zusammenhang mit dem Endziel haben und soll kurzfristig beobachtbar sowie von der Zentralbank kontrollierbar sein. 4 Die meisten geldpolitischen Regeln arbeiten auf die Erreichung eines Zwischenziels hin. Ob beide Strategieausrichtungen für geldpolitische Zwecke gleichermaßen geeignet sind, ist fraglich. Da dies aber nicht der Gegenstand dieser Arbeit ist, wird es an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt.
Die Notenbank kann die Geldpolitik entweder mit relativ viel Entscheidungsspielraum durchführen („Discretion“) oder sich an festgelegte Verfassungsvorschriften, also Regeln binden („Rules“). Dabei kann sich die Regel auf jede Ebene des Transmissionsprozesses beziehen. 5 Das wohl bekannteste Beispiel für die Regelbindung ist die so genannte k-Prozent- Regel von Milton Friedman. Diese besagt, dass die Geldmenge jährlich mit einer konstanten Rate wachsen soll. 6 Die Friedman’sche Regel ist eine sehr starre Regel, weil sie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht berücksichtigt. Da die Prognose der Zukunft aber niemals vollkommen fehlerfrei erfolgen kann und daher die Regeln nicht alle zukünftige
1 Vgl. Bofinger, Reischle, Schächter 1996, S. 11.
2 Vgl. http://www.ecb.int/ecb/orga/tasks/html/index.de.html 3 Siehe Fußnote 1 4 Vgl. Görgens, Ruckriegel, Seitz, 2004, S.105.
5 Vgl. Duwendag, Ketterer, Kösters, Pohl, Simmert, 1998, S. 322 6 Vgl. Michler, 2006, S. 826
Situationen berücksichtigen können, ist es anzustreben derartige Regeln flexibler zu formulieren. So können sich die Zentralbanken z.B. an Regeln mit Bandbreiten statt absoluten Vorgaben, oder an Regeln mit Ausnahmevorbehalt binden. 7
Die Vorteile einer regelgebundenen Geldpolitik überwiegen die Nachteile und sind zahlreich. Diese zu diskutieren gehört nicht zu den Aufgaben dieser Arbeit. Aber der meines Erachtens wichtigste Vorteil einer Regelbindung sollte trotzdem erwähnt werden: Hauptsächlich führt eine Regelbindung zu einer Umgehung des Zeitinkonsistenzproblems und damit zu einem Glaubwürdigkeitszugewinn der Geldpolitik der Notenbanken.
Die Theorie der Zeitinkonsistenz besagt, dass eine Notenbank daran interessiert sein kann, einen Politik-Plan anzukündigen, um diesen, nachdem der private Sektor sich daran orientiert hat, später zu revidieren. 8 Gemäß dem Modell von Barro und Gordon erreicht die Notenbank durch den Überraschungseffekt kurzfristig eine Beschäftigungssteigerung. Langfristig wird allerdings nur eine erhöhte Inflationsrate verursacht. 9
Die Aufgabe dieser Arbeit ist es, die existierenden Strategien bzw. Zwischenziele der Geldpolitik im Hinblick auf die oben genannten Probleme und Kriterien hin zu untersuchen. Im Hauptteil wird erläutert, inwiefern die diskutierten Strategien Probleme wie z.B. time-lags oder Glaubwürdigkeit vermeiden und zu einer effektiven Geldpolitik führen können. Die geldpolitischen Regeln sind allerdings zahlreich. Eine detaillierte Ausführung und Diskussion aller Strategien ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Daher beschränke ich mich auf die Darstellung und Analyse zweier Maßnahmen, der Geldmengenstrategie und der Taylor- Regel. Die Geldmengenstrategie ist eine sehr wichtige Strategie der Geldpolitik. Der Grund dafür ist die große Relevanz der Geldmenge für die Inflation. Auch die Europäische Zentralbank hat sich im Rahmen ihrer Zwei-Säulen-Strategie für diese Regel entschieden, was die Bedeutung der Geldmengenstrategie in der Praxis noch mehr steigert. Die Taylor-Regel erklärt die Realität phasenweise sehr gut und wird in der Praxis häufig angewandt. Andere wichtige Strategien werden im Kapitel 4 kurz beschrieben.
7 Vgl. Gischer, Herz, Menkhoff, 2005, S.289.
8 Vgl. Bofinger, Reischle, Schächter, 1996, S. 138 ff.
9 Vgl. Duwendag, Ketterer, Kösters, Pohl, Simmert, 1998, S. 320 ff.
2
2. Geldmengenstrategie
2.1 Modellbeschreibung
Das Konzept der Geldmengensteuerung gewann ab Mitte 70er Jahre immer mehr an Beliebtheit und Bedeutung. 10 Dabei strebt die Geldmengensteuerung die Erreichung der Preisniveaustabilität über die Kontrolle der Geldmenge an. Die deutsche Bundesbank war die erste Notenbank, die 1974 mit dem Ziel verbesserter Geldwertstabilität zur Geldmengenstrategie überging. 11 Unter Ökonomen ist unbestritten, dass die Inflation auf längerer Sicht ein monetäres Phänomen ist. 12 Milton Friedmans Aussage aus dem Jahr 1963 „Inflation is always and everywhere a monetary phenomenon“ 13 ist die zentrale Erkenntnis der Geldpolitik. Kurzfristig wird die Inflation auch von relativen Preisänderungen beeinflusst. Dies ist aber nur ein Zeichen eines funktionierenden Preissystems und nicht einer schwachen Geldpolitik. 14 Da aber zumindest langfristig der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation eindeutig vorhanden ist, erscheint es sinnvoll, zur Gewährleistung des Endziels der Preisniveaustabilität, das Zwischenziel Geldmengensteuerung zu wählen. Die Abbildung 1 bestätigt diesen Zusammenhang. Die Grafik zeigt für ausgewählte Industrieländer den Zusammenhang von Inflationsrate und Geldwachstum (M3-Wachstum) an. Das Konzept der Geldmengensteuerung baut auf den Zusammenhängen der Quantitätstheorie auf: 15
M t * V t = P t * Y t
Dabei bezeichnet P das Preisniveau, M die Geldmenge, V die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und Y das reale Sozialprodukt. Durch Auflösen der Gleichung nach P kann gezeigt werden, dass das Preisniveau durch die Geldmenge beeinflusst wird.
P t = (M t * V t ) / Y t
10 Vgl. Gischer, Herz, Menkhoff, 2005, S. 300 f
11 Vgl. Heise, 2007, S. 8
12 Vgl. Ruckriegel, Seitz, 2007, S. 15
13 Vgl. Hayo, 2007, S. 10
14 Eben da
15 Folgende Modellbeschreibung basiert auf Gischer, Herz, Menkhoff, 2005, S. 301
3
Arbeit zitieren:
Nino Maisuradze, 2007, Geldpolitische Regeln im Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Taylor-Regel in der europäischen Geldpolitik
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 16 Seiten
Die Taylor-Regel für die Geldpolitik - Ziele, Probleme und Umsetzung
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Dynamische Effekte bei Zinsschocks in der Neuen Keynesianischen Makroö...
VWL - Makroökonomie, allgemein
Seminararbeit, 20 Seiten
Ethnomarketing: Die Bedeutung der Kultur für das Konsumentenverhalten ...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 25 Seiten
Das GATS-Abkommen: Überblick, Chancen / Risiken, Auswirkungen auf den ...
VWL - Außenhandelstheorie, Außenhandelspolitik
Hausarbeit, 40 Seiten
Urbanisierung, Grundlagen, weltweiter Stand, Vor- und Nachteile urbane...
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Referat (Ausarbeitung), 16 Seiten
The relationship between the money supply and the inflation rate and t...
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Hausarbeit, 24 Seiten
Darstellung verschiedener geldpolitischer Strategien
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 21 Seiten
Die Integration ethnischer Minderheiten
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Urbanisierung in Entwicklungsländern - Eine problemorientierte Perspek...
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Hausarbeit, 14 Seiten
Die Taylor Regel für die Geldpolitik - Ziele, Probleme, Umsetzung
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 24 Seiten
Zur Strukturanalyse von bedingt heteroskedastischen Zeitreihen
Diplomarbeit, 80 Seiten
Bestandsaufnahme und Analyse d...
Seminararbeit, 27 Seiten
Keynesianische Ansätze der Beschäftigungstheorie
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit, 16 Seiten
Finanzierungsprobleme bei der Unternehmensgründung
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Seminararbeit, 25 Seiten
Die Entwicklungspolitik der Eu...
Politik - Internationale Politik - Thema: Entwicklungspolitik
Hausarbeit, 26 Seiten
Liberalisierungs- und Privatisierungsvorhaben in der Trinkwasserversor...
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Wissenschaftlicher Aufsatz, 24 Seiten
Nino Maisuradze hat den Text Geldpolitische Regeln im Vergleich veröffentlicht
Nino Maisuradze hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare