Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Themen der Proteste 2
3. Die Ursachen der Proteste 3
3.1 Menschen und Bürgerrechte Demokratisierung 3
3.1.1 Die große Koalition 4
3.1.2 Die Notstandsgesetze 5
3.1.3 Der Schah-Besuch 6
3.1.4 Der Missbrauch der Pressemacht 7
3.2 Frieden 8
3.3 Hochschulpolitik 9
3.4 NS-Vergangenheit 10
4. Fazit 12
5. Literaturverzeichnis 13
1 Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen und politischen Ursachen der Studentenbewegung in den 60er Jahren und untersucht, welche historischen Ereignisse Auslöser für die Proteste der Studenten waren.
Dabei ist es nicht immer leicht, die protestauslösenden Ursachen genau zu bestimmen, denn
[w]enn 68er heute erzählen, ist man überrascht, daß die Erlebnisse während ihres Kampfes eine viel größere Rolle spielen als die Anlässe, die ihn in Gang gesetzt haben. Oft können sie nicht einmal angeben, was genau ihre Empörung hervorgerufen hat. Die konkreten Anlässe für politische Aktionen sind im Laufe der Jahre vergessen worden [...] 1 .
Umso wichtiger ist es deshalb, zu klären, was denn nun die ausschlaggebenden Geschehnisse für die Studentenproteste waren. Um diese erkennen zu können ist es zumeist auch notwendig, die konkreten Ziele der Protestierenden darzulegen.
Zu diesem Zweck wird in der vorliegenden Hausarbeit vorab, mittels einer empirischen Studie, belegt, wofür die Studenten überhaupt auf die Straße gingen. Anhand dieses Ergebnisses beschreibe ich anschließend die wichtigsten Gründe der Proteste.
Dabei beschränken sich die Untersuchungen dieser Arbeit ausschließlich auf die Studentenbewegung in der Bundesrepublik Deutschland, obgleich es auch in vielen anderen Ländern der Welt zu Protestkundgebungen unter der studierenden Bevölkerung kam 2 .
Zudem muss klar sein, dass im Rahmen dieser Arbeit nur die wichtigsten Ereignisse, die zu Studentenprotesten führten, behandelt werden können.
1 Fels, Gerhard: Der Aufruhr der 68er. Zu den geistigen Grundlagen der Studentenbewegung und der RAF. Bonn 1998, S. 114.
2 Vgl. Langguth, Gerd: Mythos '68. Die Gewaltphilosophie von Rudi Dutschke – Ursachen und Folgen der Studentenbewegung. München 2001, S. 25 – 27.
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2 Die Themen der Proteste
Wofür die '68er' demonstrierten wird ersichtlich, wenn man eine empirische Studie des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung in Berlin betrachtet, die sich mit den Protestereignissen in der Bundesrepublik Deutschland befasst 3 . Für dieses Projekt mit dem Titel „Dokumentation und Analyse von Protestereignissen in der Bundesrepublik Deutschland, 1950-1993“ wurden die Montagsausgaben und die Ausgaben von Dienstag bis Samstag jeder vierten Woche der Frankfurter Rundschau und der Süddeutschen Zeitung unter anderem dahingehend analysiert, wogegen sich die Proteste an den Wochenenden der Jahre 1965 bis 1971 richteten.
Bei dieser Untersuchung kam folgendes Ergebnis heraus:
Themenschwerpunkt Anteile %
Menschen- und Bürgerrechte/
Demokratisierung 46,1
Tabelle 1: Themenschwerpunkte der 68er-Proteste, 1965–71 (Wochenendproteste) 4 3 Vgl. Hocke, Peter / Ohlemacher, Thomas / Rucht, Dieter: Dokumentation und Analyse von Protestereignisssen in der Bundesrepublik Deutschland („Prodat“). Codebuch. Berlin 1992. 4 Rucht, Dieter: Die Ereignisse von 1968 als soziale Bewegung: Methodologische Überlegungen und einige empirische Befunde. In: Gilcher-Holtey, Ingrid (Hg.): 1968. Vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft. Göttingen 1998, S. 129.
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Wie an Tabelle 1 deutlich wird, richteten sich die Proteste in der zweiten Hälfte der 60er Jahre hauptsächlich gegen die Missachtung der Bürgerrechte, den Krieg, die Hochschulpolitik, sowie die Gegner der eigenen Ideologie.
Doch was waren die ausschlaggebenden Ursachen für diese Proteste und welche Ziele hatten die Demonstranten?
Um diese Frage zu beantworten werde ich im Folgenden auf einzelne Ursachen eingehen, die die Proteste ausgelöst haben.
3 Die Ursachen der Proteste
3.1 Menschen- und Bürgerrechte / Demokratisierung
Fast die Hälfte der Demonstrationen in den 60er Jahren, nämlich 46,1 % der Wochenendproteste (siehe Tabelle 1), hatten die Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte bzw. die Demokratisierung zum Ziel.
Die Zahl der Demonstrationen in dieser Hinsicht war deshalb so hoch, weil sich die Proteste über einen langen Zeitraum erstreckten und es hier verschiedene Anlässe für Widerstand gab. Dazu zählen Proteste gegen die große Koalition (insbesondere gegen deren Pläne von den Notstandsgesetzen), gegen den Besuch des Schahs von Persien und gegen das Pressemonopol des Springer- Verlags. Auch die zahlreichen Demonstrationen nach den Attentaten auf Benno Ohnesorg und Rudi Dutschke fallen unter Proteste dieser Kategorie.
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Arbeit zitieren:
Johannes Steinmeyer, 2007, Die Ursachen der Studentenproteste in den sechziger Jahren, München, GRIN Verlag GmbH
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