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6. Sem. MA,
Geschichte, Germanistik, Soziologie
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Seite
1. Einleitung 3
2. Begriffsbestimmung 5
3. Die Anfänge des Judentums bis zum Ende der persischen Oberherrschaft 5
4. Die Kennzeichen des Judentums 7
5. Koilésyrien als Streitobjekt zwischen Ptolemäern und Seleukiden im 4./3. Jh. 9
6. Der Einfluß des Hellenismus 10
7. Unter der Herrschaft der Seleukiden 12
7.1 Antiochus III. 12
7.2 Antiochus IV. Epiphanes 13
7.3 Der Makkabäeraufstand 16
7.4 Der Kampf gegen die nichtjüdische Bevölkerung Palästinas 18
7.5 Judas Makkabäus letzte Feldzüge 19
7.6 Die Festigung der Macht 20
7.7 Judäa bis zum Beginn der Römerherrschaft 22
8. Fazit 22
Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Das hellenistische Staatensystem bildete sich um 301 v. Chr. heraus, nachdem die Diadochenkämpfe mit der Schlacht bei Ipsos zunächst ein Ende gefunden hatten. Das Reich Alexanders des Großen wurde unter den siegreichen Diadochen aufgeteilt und es folgte eine Epoche des Gleichgewichts. Um 275 v. Chr. hatten sich schließlich drei Großreiche etabliert: das Reich der Ptolemäer in Ägypten, in Makedonien das Reich der Antigoniden und das Seleukidenreich in Nordsyrien und dem südlichen Mesopotamien.
Bereits im ausgehenden 3. Jahrhundert v. Chr. kam es zu ersten größeren politischen und wirtschaftlichen Krisen. Besonders die Seleukiden mußten sich immer wieder gegen schwere Angriffe der Parther erwehren. Auch innerhalb des Reiches kam es zu Spannungen. Die Juden, Bewohner des von den Seleukiden und den Ptolemäern hart umkämpften Koilésyriens, waren besonders unter Antiochus IV. Epiphanes starken Sanktionen ausgesetzt, was schließlich 167 v. Chr. im Makkabäeraufstand gipfelte und letztendlich zur Gründung des jüdischen Staates Judäa führte.
Wie konnten sich nun die zahlenmäßig deutlich unterlegenen Juden gegen das durchaus noch mächtige Seleukidenreich durchsetzen?
Um diese Frage beantworten zu können, muß zunächst die Vorgeschichte der Juden berücksichtigt werden, aus der sich die Kennzeichen des Judentums entsprechend ergeben. Dabei beziehe ich mich vor allem auf Johann Maier 1 und Haim Hillel Ben-Sasson 2 , die beide ausführliche Darstellungen zur jüdischen Geschichte verfaßt haben. Außerdem darf der aufkommende Einfluß des Hellenismus auf das jüdische Volk nicht mißachtet werden, denn daraus resultieren mit die Spannungen zwischen den Seleukiden und den Juden. Auf diesem Hintergrund aufbauend folgt eine genaue Untersuchung des Makkabäeraufstandes und dessen weiterem Verlauf. Erst danach ist eine zuverlässige Antwort darauf möglich, warum eine Minderheit sich gegen eines der drei großen Diadochenreiche durchsetzen konnte.
Mit den Makkabäerbüchern 1/2 liegt eine umfangreiche Quelle zum Aufstand der Juden vor. Das 1. Buch ist vermutlich um 134-104 v. Chr. geschrieben worden, da es nur über Ereignisse bis zum Regierungsantritt Johannes Hyrkans berichtet. 3 Die Entstehungszeit
1 Maier, Johann: Das Judentum. Von der biblischen Zeit bis zur Moderne; Bindlach 1988.
2 Ben-Sasson, Haim Hillel (Hg.): Geschichte des jüdischen Volkes, Bd. 1; München 1978.
3 Dobbeler, Stephanie von: Die Bücher 1/2 Makkabäer; Stuttgart 1997, S. 46.
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des 2. Makkabäerbuches ist weniger präzise einzugrenzen, da hier deutliche Hinweise fehlen. 4 Beide Bücher beruhen auf noch älteren Quellen, die heute aber nicht mehr erhalten sind.
Ursprünglich waren die Makkabäerbücher in hebräischer Sprache abgefaßt und wurden erst später ins Griechische, Lateinische, Syrische, Arabische und Armenische übersetzt. Da die Makkabäerherrschaft im ersten Buch sehr positiv dargestellt wird, stand der Verfasser wohl in enger Verbindung zu der Familie der Hasmonäer, kann aber nicht näher benannt werden. Der klare Aufbau des Buches deutet aber darauf hin, daß es sich hierbei nur um einen einzigen Verfasser handelt. Das Buch zeichnet sich durch ein umfangreiches Wissen aus, was darauf hinweist, daß der Autor auf ein umfangreiches Archiv in Jerusalem zurückgreifen konnte. Damit kann der Entstehungsort wohl auf Jerusalem eingegrenzt werden. 5
Das 1. Buch der Makkabäer setzt mit einem kurzen Überblick bei Alexander dem Großen ein und schildert zunächst die Grundlage des Konfliktes. Daran schließen sich drei weitere Hauptteile an, die chronologisch die Geschehnisse darstellen über Judas Makkabäus und seine Brüder Jonathan und Simon bis zur Einsetzung Johannes Hyrkans zum Hohepriester. Das 2. Makkabäerbuch ist keine Fortsetzung, sondern setzt eigene Schwerpunkte in der Geschichte der Hasmonäer und stammt wohl von mehreren Verfassern. 6
Als weitere Quellen zur jüdischen Geschichte sind zu nennen das „Buch Daniel“, das bereits vor 163 v. Chr. geschrieben wurde sowie der „Kommentar des heiligen Hieronymus“. Daneben ist uns der „Aristeas-Brief“ eines hellenistischen Juden aus Alexandreia überliefert. Im ersten nachchristlichen Jahrhundert schrieb dann Josephus eine umfassende Geschichte der Juden und behandelte den Makkabäeraufstand ausführlich im Buch XII. 7
4 Dobbeler, S. von: Die Bücher ½ Makkabäer, S. 161.
5 Ebd. S. 36-37.
6 Ebd. S. 150.
7 Walbank, F.W.: Die hellenistische Welt; München 1994, S. 126ff.
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Zunächst möchte ich die hier behandelte Region geografisch und sprachlich fester eingrenzen, da das Gebiet zwischen Raphia im Süden und Tyros im Norden im Laufe der Jahrhunderte mehrfach Umbenennungen erfahren hat.
Israel bezeichnete zunächst das Nordkönigreich der Juden, das 722 v. Chr. durch die Assyrer vernichtet wurde. Danach durchlief der Ausdruck einen Bedeutungswandel und umfaßte seitdem das Volk der Hebräer insgesamt. Seit 1948 bezeichnet der Begriff den modernen Staat Israel.
Der Ausdruck Palästina ist eine geografische Bezeichnung für das „ Heilige Land“ mit dem Kernraum Judäa, Samaria und Galiläa und ist bereits bei Herodot und Aristoteles zu finden. Doch nach Ben-Sasson habe dieser Begriff in der hellenistischen Epoche keinerlei politische oder administrative Bedeutung gehabt. Für die Ptolemäer und die Seleukiden sei das Territorium Palästina lediglich ein Teil jener Region gewesen, die in ihren Dokumenten als Syrien und Phönizien beziehungsweise als Koilésyrien bezeichnet worden sei. 8
Das Gebiet erhält erst bei der Gründung des Hasmonäerreiches nach dem Makkabäeraufstand wieder einen festen Namen: Judäa.
Da sich diese Arbeit speziell in der Zeit der Seleukiden bewegt, habe ich mich daher meistens für den Begriff Koilésyrien entschieden und spreche nur dann von Palästina beziehungsweise Judäa, wenn ich die Geschichte aus der jüdischen Sicht darstelle.
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Nach der Überlieferung in der Genesis stammen die Vorfahren der Juden aus der Stadt Ur im südlichen Babylonien. Von dort sollen sie im 2. Jahrtausend v. Chr. zu einer Massenwanderung aufgebrochen sein, die im späteren Israel zunächst endete mit der Gründung der Stadt Harran. Im 17. Jahrhundert kam es dort häufiger zu Dürreperioden und das Land konnte die schnellwachsende Bevölkerung nicht mehr ernähren. Daher wanderten viele Juden nach Ägypten aus, laut Bibel angeführt vom Stammvater Abraham.
Um 1550 v. Chr. eroberten die Ägypter ihr Land zurück und versklavten die Juden. Erst um 1250 v. Chr. begann der Exodus, bei dem Mose sein Volk zurück nach Israel führte. Dort schlossen sich die einzelnen Stämme zum Zwölfstämmeverband zusammen, der
8 Ben-Sasson, H.: Geschichte des jüdischen Volkes, S. 232.
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sich im 11. Jahrhundert zu einem gemeinsamen Königreich weiterentwickelte. Dieser Zusammenschluß diente vor allem zur besseren Verteidigung gegen die Übergriffe der Philister an den Küsten und der Ammoniter im Ostjordanland. Der erste König des jüdischen Reiches wurde Saul aus dem Stamm Benjamin. Ihm folgte sein Schwiegersohn David um 1000 v. Chr. auf den Thron, der das Land erfolgreich gegen feindliche Nachbarn verteidigte und schließlich Juda und Israel vereinigte, so daß ein palästinensischer Großstaat entstand. Um 966 v. Chr. wurde Davids Sohn Salomo sein Nachfolger. Er konnte einige Teile des Reiches nicht halten, baute aber Jerusalem als Hauptstadt aus. Seinem Sohn Rehabeam mißglückten die Verhandlungen mit den Nordstämmen um die Thronnachfolge, so daß das Reich 926 v. Chr. zerfiel und zwei Teilreiche entstanden: das Südreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem und das Nordreich Israel mit der späteren Hauptstadt Samaria.
In den zwei folgenden Jahrhunderten existierten diese beiden Reiche nebeneinander und wurden jeweils von jüdischen Königen regiert. Doch bereits 722 v. Chr. wurde das Nordreich Israel von den Assyrern erobert und wurde zur Provinz erklärt. In diesem Zuge mußten viele Israeliten nach Medien und Mesopotamien umsiedeln. Durch diese Deportationen wurden die Juden des Nordreiches völlig zerstreut und ihr Zusammenhalt als Volksgruppe zerstört.
Das Südreich Juda konnte dagegen seine nominelle Unabhängigkeit erhalten, mußte aber Zwangsabgaben an die Assyrer leisten.
Nach dem Zusammenbruch des Assyrerreiches fielen die jüdischen Gebiete kurzzeitig an die Ägypter, doch bereits 605 v. Chr. wurde Nebukadnezar II. Herrscher über Palästina. Nach mehreren Aufständen der Juden mussten sie schließlich 587 v. Chr. endgültig kapitulieren, woraufhin Nebukadnezar Jerusalem plünderte und zerstörte sowie die jüdische Oberschicht nach Babylonien deportierte. In dieser Diaspora konnten sich die Juden aber als Gruppe ihre Eigenart bewahren und blieben auch in Babylonien als Bevölkerungsgruppe vorhanden. Palästina wurde babylonische Provinz und blieb von babylonischen Truppen besetzt.
Nach der Unterwerfung des neubabylonischen Reiches durch den Perser Kyros II. wurde Palästina 539 v. Chr. in die persische Satrapienordnung einbezogen. Die Perser erlaubten den Juden ein weitgehend eigenständiges Leben. Unter dem persischen König
Arbeit zitieren:
Claudia Schneider, 2002, Das Seleukidenreich und die Juden, München, GRIN Verlag GmbH
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