OLHGHUXQJ
1 Einleitung
2 Zur Durchführung der eigenen Befragung
2.1 Zweck der Befragung
2.2 Schwierigkeiten des Zugangs
2.3 Gewinnung von Freiwilligen - Eine kommunikativ-
strategische Herausforderung
3 Entwicklungen von Wohnflächenkonsum und Haushaltsstruktur
und ihr Zusammenhang
3.1 Der stetige Anstieg des Wohnflächenkonsums
3.2 Strukturveränderungen bei den Haushalten
4 Was ist „Wohnen“ ?
4.1 Komponenten des „Wohnens“
4.2 Die Bedeutung des Wohnens im Alter
5 Determinanten des Wohnens im Alter
5.1 Einblick in die wirtschaftlich-soziale Situation der Älteren
5.2 Die Wohnmobilität und Umzugsbereitschaft der Älteren
5.3 Bestimmungsfaktoren für einen Wohnungswechsel
5.4 Wünsche zu Wohnformen und Dienstleistungsangeboten
6 Resümee
Literaturverzeichnis
3
(LQOHLWXQJ
Der demographische Wandel stellt eine der größten sozialpolitischen Herausforderungen dar. Die Zahl der älteren Menschen wird in den kommenden Jahrzehnten kontinuierlich anwachsen. Hochrechnun-gen des Statistischen Bundesamtes zufolge lag der Bevölkerungsan-teil der über 65jährigen im Jahre 2000 bei 16,1% (StBA, 1993), soll über das Jahr 2015 bereits 20,2% und schließlich im Jahre 2030 über 26% erreichen.
Gleichzeitig verändert sich die Familienstruktur, sie führt weg von den Mehrpersonenhaushalten hin zu Zwei- und Einpersonen-Haushalten. Ein Drittel der 60jährigen und älteren Menschen lebt bereits heute in Einpersonen-Haushalten. Eine detaillierte Skizzierung bei der Entwik-klungen des Wohnflächenkonsums sowie der Haushaltsstruktur liefert Abschnitt drei dieser Arbeit. Der alte Mensch ist auf seine Wohnung mehr angewiesen als jünge-re Personen. Die meisten Senioren möchten möglichst lange unab-hängig bleiben und somit so lang als möglich in ihrer eigenen Woh-nung leben und nicht etwa in ein Heim umziehen müssen, wo sie häufig einer straffen Hausordnung unterliegen und ihren Tagesablauf und Speisezettel nicht selbst bestimmen können. Es zeichnen sich eine Reihe von solchen und ähnlichen Gründen ab, welche ältere Menschen davon abhalten, ihre bisherige, zu große und zudem nicht altersgerechte Wohnung zu verlassen. Dies hat zur Folge, daß die großen Bestandswohnungen, die ihrer Ausstattung nach den Bedürf-nissen älterer Bewohner nicht gerecht werden können, nicht für die Versorgung der mehrköpfigen Familien mit Kindern zur Verfügung stehen. Das Beheben dieses Mißstandes ist eine anspruchsvolle Auf-gabe für die Wohnungsmarkt- und Sozialpolitik. Im vierten und fünf-ten Abschnitt der Arbeit wird erstens erläutert, welche Bedeutung das Wohnen für ältere Menschen überhaupt hat sowie zweitens auf die Fragen eingegangen, inwieweit Ältere mobil sind und welche Bedin-gungen sie an einen Umzug knüpfen.
Es gibt mittlerweile eine Vielzahl moderner Wohnformen für Senioren, die eine gute und überdenkenswerte Alternative zur bisherigen Woh-nung sein können, wie
4
beispielsweise ein Seniorenwohnhaus. Auch das Wohnen im Altenheim ist eine eigenständige Wohnform, die es jedoch richtig zu nutzen und einzusetzen gilt. Der Abschnitt fünf die-ser Arbeit setzt sich mit den alternativen Wohnformen auseinander.
Die Ergebnisse eines zweijährigen Forschungsprojektes über Wohn-mobilität im Alter (vgl. das Symposium zum Forschungsprojekt über „Umzugswünsche und Umzugsmöglichkeiten älterer Menschen“, 1997, in Auftrag gegeben von der Schader-Stiftung in Darmstadt und dem Bundesbauministerium) belegen, daß auch in Zeiten knapper Mittel Familien- und Altenhaushalte mit passenden Wohnungen zu annehmbaren Bedingungen versorgt werden können.
Vor diesem Hintergrund wurde für die hier vorliegende Arbeit eine Kleinbefragung in einem Seniorenwohnhaus durchgeführt. Einen kur-zen Einblick in diese Befragung und die mit ihrer Planung und Durch-führung einhergegangenen Probleme bietet der folgende Abschnitt zwei. Die Ergebnisse dieser Befragung werden unter der Schwerpunktbildung auf Umzugsgründe in die gesamte Arbeit eingefügt dar-gestellt, in einen theoretischen Rahmen eingefaßt, auf ihre Reprä-sentativität und Validität überprüft und im Hinblick auf ihre Vergleich-barkeit mit den Ergebnissen der großangelegt durchgeführten Hinter-grundstudien der Schader-Stiftung untersucht.
Abschließend sei hinzugefügt, daß einerseits aufgrund der zum Teil nur für das Gebiet der alten Bundesländer vorliegenden Studien mit validen Daten bzw. der nur geringen Aussagekraft der Befunde für die neuen Bundesländer, und andererseits aus dem Grund der räumlichen Beschränkung dieser Arbeit größtenteils leider nur Ergeb-nisse für das alte Bundesgebiet dargestellt und berücksichtigt werden konnten.
5
=XU'XUFKIKUXQJGHUHLJHQHQ%HIUDJXQJ
=ZHFNGHU%HIUDJXQJ
Für die Lösung des Problems der Wohnungsfehlbelegung, auf die bereits in der Einleitung kurz hingewiesen wurde und die in Abschnitt fünf ausführlicher behandelt wird, erscheint das Inerfahrungbringen von Gründen, die den bereits vollzogenen Umzug von Senioren in altersgerechte Wohnungen bzw. Wohnanlagen begünstigten, von emminenter Bedeutung. Eines der Hauptanliegen der vorgenomme-nen Befragung war es aus diesem Grunde unter anderem, ex post zu ermitteln, welche Beweggründe zu der Entscheidung geführt hatten, daß die Befragten ihre alte Wohnung bzw. ihr Haus aufgaben und in diese betreute Wohneinrichtung umgezogen waren.
6FKZLHULJNHLWHQGHV=XJDQJV
Die Vorbereitungen im Vorfeld der Befragung stellten sich als wider-erwarten kompliziert heraus. Von insgesamt fünf angesprochenen Einrichtungen sah sich nur eine ihrer Geschäftsführungen in der Lage und war tatsächlich bereit, die Befragung über das Mindestmaß einer bloßen Permission auch aktiv zu unterstützen. Für die Schaffung des Zugangs als zwingende Grundlage der Untersuchung ist aber gerade diese aktive Unterstützung von entscheidender Bedeutung. Es stellte sich nämlich heraus, daß ein Zugang ohne zeitlich weitläufige Prokla-mation durch die Geschäftsführung bzw. das Pflegepersonal über-haupt nicht möglich ist. Von einzelnen Geschäftsführungen erlaubte Einzelgespräche mit den Bewohnern, welche die Rekrutierung von Teilnahmebereiten bzw. eine interne Gruppenbildung für die dann folgende Befragung beabsichtigten, führten zu keinem Ergebnis. Als wichtigste Hindernisgründe stellten sich der Mangel an Glaubwürdig-keit und der Bedeutsamkeit der Befragung für den einzelnen poten-tiellen Befragten heraus, aber
6
auch grundsätzliche Verschlossenheit der Bewohner vor Unterbrechung des gewohnt-regulierten Wohnall-tages durch eine als eher „lästig“ empfundene Befragung durch einen Psychologen. Letzteres erweckte bei den potentiellen Befragten so-gar das Vorurteil, es handle sich bei der Befragung ohnehin um eine Art Intelligenztest, dessen Teilnahme man strikt ablehnte. Diese Ein-stellungen teilten auffallend viele der Bewohner unterschiedlicher Wohnanlagen.
*HZLQQXQJYRQ)UHLZLOOLJHQ±(LQHNRPPXQLNDWLYVWUDWHJL VFKH+HUDXVIRUGHUXQJ
Um diese Zugangsschranke zu überwinden oder vielmehr zu umge-hen, wurde auf die Strategie gesetzt, die Annahme der potentiellen Befragten über die Bedeutsamkeit der Befragung für die eigene Per-son bereits früh im Vorfeld der Befragung, in der Proklamationspha-se, zu erwecken bzw. zu steigern, indem unter anderem erklärt wur-de, sie sei Teil einer bundesweit durchgeführten Meinungsumfrage, die die Erfassung und Verbesserung der Wohn-, Freizeit- und Pflege-situation in den beteiligten Einrichtungen bezwecke. Um den Vorur-teilen gegen einen befürchteten psychologischen Intelligenztest zu begegnen wurde ebenfalls gleich zu Beginn erklärt, die Umfrage sei von einem Seniorenwohlfahrtverband in Auftrag gegeben worden. Es zeigt sich hier, daß sich die Befragungsdurchführung verschiedenen Hindernissen gegenübersah, die erst mit den eben angesprochenen Mitteln aus dem Weg geschafft werden mußten. Ein weiteres Problemfeld entstand auf kommunikativer Ebene wäh-rend der Befragung mit den Senioren aufgrund ihrer teils beträchtli-chen Einschränkungen im sensorischen Bereich. So konnten manche Befragten die Fragen (trotz Sehhilfen) nicht lesen, oder konnten sie, selbst wenn laut vorgelesen, nur schwer hören. Aber auch im rationa-len Bereich, die Fragen richtig zu erfassen und zu verstehen, wiesen die befragten Senioren teils Defizite auf, so daß die Befragung letzt-lich nahezu in
7
einer Art Gruppengespräch durchgeführt werden muß-te. Hierbei wurde jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen und ge-achtet, daß die Befragten sämtliche Fragen selbst und ohne Abspra-chen untereinander beantworteten. Bei der Durchführung der Befra-gung sowie bei manchen der eben dargestellten Verständigungsschwierigkeiten griff die leitende Pflegekraft unterstützend ein.
(QWZLFNOXQJHQYRQ:RKQIOlFKHQNRQVXPXQG+DXV
KDOWVVWUXNWXUXQGLKU=XVDPPHQKDQJ
In diesem Abschnitt soll skizziert werden, wie sich der Wohnflächen-konsum und die Struktur der Haushalte in den letzten Jahren verän-derten, auf welchem Stand sie sich derzeitig befinden und welche Entwicklung auf diesem Gebiet noch zu erwarten ist.
'HUVWHWLJH$QVWLHJGHV:RKQIOlFKHQNRQVXPV
Nachdem der durch den Wohnungsnotstand der achtziger Jahre aus-gelöste Boom auf der Wohnungsbaubranche das Knappheitsproblem gelöst hatte und anfang der neunziger Jahre schließlich zum Erliegen kam, beobachtete man auf dem Wohnungsmarkt ein Phänomen, das es zu klären galt: Den seit dieser Zeit anhaltenden Anstieg des pro Kopf Wohnflächenkonsums. Tabelle 1 soll diesen Sachverhalt veran-schaulichen.
8
Arbeit zitieren:
Norman Nicoll, 2001, Betreutes Wohnen - Erwartungen und erste Erfahrungen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Einzugs-, Umzugsgründe und Erwartungen an betreute Wohnanlagen als Woh...
Hausarbeit, 32 Seiten
Dezentrales Betreutes Wohnen - Ein bedürfnisorientiertes Modell?
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 19 Seiten
Wohnen im Alter: Umzugsgründe in das Betreute Wohnen (Empirische Arbei...
Psychologie - Sozialpsychologie
Hausarbeit, 53 Seiten
Relationship-Fundraising in einer Non-Profit-Organisation
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Hausarbeit, 14 Seiten
Das Berufsbild des Sozialarbeiters/ der Sozialarbeiterin
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 16 Seiten
Supervision in der Altenpflege - Möglichkeiten und Grenzen
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Hausarbeit, 22 Seiten
Systematische Initialplanung eines Softwareprojekts an einem praktisch...
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Projektarbeit, 114 Seiten
Warum brauchen Non-Profit-Organisationen überhaupt Marketing?
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 22 Seiten
Euroeinführung bei der Wesergold AG
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 13 Seiten
Sozialpolitik für alte Menschen im europäischen Vergleich
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 14 Seiten
Fundraising in Nonprofit-Organisationen, eine Herausforderung für das ...
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Vordiplomarbeit, 46 Seiten
Projektmanagement am Beispiel einer Tennisschule
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Seminararbeit, 29 Seiten
Marktkonforme Angebotsstrategien für Unternehmen im Betreuten Wohnen
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 49 Seiten
Norman Nicoll hat den Text Betreutes Wohnen - Erwartungen und erste Erfahrungen veröffentlicht
Norman Nicoll hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare